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Werden für den Netzausbau die richtigen Anreize gesetzt?

Volatiler Strom aus EE-Anlagen fließt in die Netze. Die These der Forscher aus Bremen ist, dass die Weiterentwicklung der Netze nicht durch die Energiemärkte vorangetrieben wird, sondern dass der Anreizregulierungs-VO die Schlüsselrolle zufällt. Diese wollen sie prüfen und neue Ansätze entwickeln. Foto: Pixabay

Intelligente Stromnetze, die so genannten Smart Grids, sind ein wichtiger Bestandteil der Energiewende. Doch werden für ihren Ausbau die richtigen Anreize gesetzt? Das will ein Forschungsprojekt an der Jacobs University Bremen unter Leitung von Prof. Dr. Gert Brunekreeft, Professor für Energieökonomik, untersuchen.

Das Vorhaben mit dem Titel „Ideen für eine zukunftsweisende Regulierung für Smart Grids“ wird gefördert von der Stiftung Energieforschung Baden-Württemberg.

Ausgangslage
Mit der Energiewende ändern sich die Anforderungen an die Stromnetze und die Rolle der Netzbetreiber. Die von Wind- und Solaranlagen erzeugte Energie ist nicht konstant, sondern volatil, sie verursacht in den Netzen zunehmend Engpässe. Auch die Betreiber regionaler Verteilernetze sind nicht länger mehr nur Transporteure von Strom, sie regulieren dessen Angebot auch und schalten bei einem Überangebot zum Beispiel Windkraftanlagen ab. Inzwischen wird auch diskutiert, ob sie flexibel neue Nachfrage zuschalten oder Stromspeicher zur Netzentlastung einsetzen können.

Anreizregulierungs-VO nicht mehr zeitgemäß?
Der Anreiz für die Weiterentwicklung der Netze wird weniger durch die Energiemärkte als durch die sogenannte Anreizregulierungsverordnung bestimmt, die der Regulierung durch die Bundesnetzagentur zu Grunde liegt. Sie konzentriert sich auf den Ausbau der Netze, weniger auf deren Flexibilisierung. Reichen die bestehende Regulierungsvorgaben also aus, um den neuen Anforderungen durch die Digitalisierung und Flexibilisierung von Netznutzern gerecht zu werden? Könnte durch die Flexibilisierung ein Ausbau in Teilen vermieden werden? Wie kann eine konzeptionelle Weiterentwicklung der Regulierung aussehen?

„Wir wollen die Anreizproblematik untersuchen und neue Lösungsvorschläge aufzeigen“, sagt Dr. Roland Meyer, Projektverantwortlicher des Forschungsvorhabens. „Die Ergebnisse des Projektes werden sowohl für Netzbetreiber und Marktteilnehmer als auch für den Gesetzgeber und Regulierer von Interesse sein.“ Das Vorhaben ist Teil der Arbeitsgruppe „Bremen Energy Research“ an der Jacobs University. Die Untersuchung von Anreizen zur Umsetzung der Energiewende in Deutschland und Europa zählt zu ihren Themenschwerpunkten.

 

02.11.2018 | Quelle: Jacobs University | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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