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Verzögerte Energiewende kostet Deutschland Milliarden für CO2-Zertifikate

Während die Politik beim Strom um den Kohleausstieg ringt, handelt sich Deutschland durch mangelnde Energiewende in den Bereichen Verkehr und Wärme hohe Kosten ein. Foto: MIBRAG

Im Dezember 2018 muss die Bundesregierung erstmals CO2-Zertifikate zukaufen, weil das auf EU-Ebene versprochene Reduktionsziel in den Sektoren Gebäude und Verkehr nicht erreicht wird. 

Darauf mach die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in einer Pressemitteilung aufmerksam. Für jede Tonne zu viel ausgestoßenes CO2 müsse Deutschland nun Zertifikate von anderen EU-Ländern kaufen. Denn die Mitgliedstaaten der EU sind in den Bereichen, die nicht vom EU-Emissionshandel (EU ETS) abgedeckt werden, zur Reduktion der CO2-Emissionen verpflichtet. Werden die Ziele verfehlt, müssen für jede Tonne Treibhausgas, die zu viel ausgestoßen wurde, Zertifikate bei anderen EU-Ländern gekauft werden, die ihre Ziele übererfüllt haben. 2017 hat Deutschland sein Ziel für die Bereiche Gebäude und Verkehr erstmals deutlich verfehlt, konnte das Defizit jedoch durch bestehende Gutschriften ausgleichen. Seit Dezember 2018 sind auch diese rechnerisch verbraucht und Deutschland muss Zertifikate zukaufen.

Die DUH fordert die Bundesregierung auf, wirksame Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen, statt den Bundeshaushalt mit unnötigen Ausgaben zu belasten.

Bleibe der bisherige CO2-Ausstoß unverändert, müssten Deutschlands Steuerzahler jährlich draufzahlen. Bis Ende 2020 entstehen so Mehrkosten von etwa 2 Milliarden Euro für eine verfehlte Klimapolitik. Bis Ende 2030 können noch einmal 30 bis 60 Milliarden Euro dazu kommen, da die Preise für CO2-Zertifikate voraussichtlich stark ansteigen werden. Dieses Geld fehlt für den nachhaltigen Klimaschutz in Deutschland. 

Maßnahmen im Verkehrssektor könnten CO2 einsparen und das Klima langfristig entlasten, so die DUH. So würden beispielsweise ein Tempolimit auf Autobahnen, die Besteuerung von Kraftstoffen wie Kerosin oder Diesel nach CO2-Gehalt und eine Änderung der Dienstwagenbesteuerung schon kurzfristig zur Senkung der CO2-Emissionen im Verkehrssektor führen. 

Dazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Wegen der Versäumnisse der Bundesregierung beim Klimaschutz, müssen die Steuerzahler nun für CO2-Zertifikate zahlen. Ein besonderer Skandal ist, dass der Steuerzahler einerseits für Privilegien wie Dienstwagen aufkommen muss, diese aber andererseits so klimaschädlich sind, dass sie sich negativ auf Deutschlands CO2-Bilanz auswirken. Hier finanziert der Steuerzahler klimaschädliche Anwendungen, um anschließend auch noch den Schaden zu begleichen. Das Geld sollte besser in klimafreundliche Wärme und Mobilität fließen.“ 

26.11.2018 | Quelle:  | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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