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Zuwachs bei großen Sonnenhäusern

Solardomizil der FASA AG (Foto: FASA AG)

Die Zahl an Sonnenhaus-Projekten im Mehrfamilienhaus-Sektor und Geschosswohnungsbau nimmt weiter zu. Ebenso steigt die Zahl der Einfamilien-Sonnenhäuser mit Photovoltaikanlage und solarstromgeregelter Wärmepumpe. Diese Trends zeigten sich auf der Jahreshauptsversammlung des Sonnenhaus-Institut hin; hier wurde auch der Vorstand des Vereins bestätigt.

„Unser Konzept hat ein hohes Potenzial für die Einsparung von fossilen Brennstoffen und Energiekosten sowie für den Klimaschutz“, betont Georg Dasch, 1. Vorsitzender des Sonnenhaus-Institut e.V. Bei Sonnenhäusern sorgen große Solarthermie- und Photovoltaikanlagen für eine hohen Anteil erneuerbarer Energien in den Bereichen Wärme, Strom und Elektromobilität.

In den knapp 29 Jahren seit der Einweihung des ersten rein solar beheizten Einfamilienhauses – damals von Josef Jenni in der Schweiz errichtet - wurden nach Aussage des Sonnenhaus-Instituts über 2.000 Sonnenhäuser gebaut. Seit etwa drei Jahren verzeichnet es große Zuwächse im Geschosswohnungsbau. „Je größer die Anlage, desto besser ist die Wirtschaftlichkeit. Dieses Argument dürfte immer mehr Bauherren und Wohnungsunternehmen dazu bewegen, auf die solare Energieversorgung zu setzen“, erklärt Dasch die Entwicklung. Neben den Vorreiterprojekten von Josef Jenni in der Schweiz gebe es auch in Deutschland zahlreiche Mehrfamilienhaus-Projekte.

Pauschalmiete und Energieflatrate als neues Geschäftsmodell

Ein aktuelles Beispiel ist das „Solar-Domizil“ der FASA AG in Chemnitz. Insgesamt 317 Quadratmeter Solarkollektoren sollen die Hälfte des Wärmebedarfs für 30 Wohnungen mit rund 3000 Quadratmeter Wohnfläche im Solardomizil I und II solar erzeugen. In Heilbronn hat KHB-Creativ Wohnbau ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen errichtet, bei dem Solarthermie und Photovoltaik Energie für Wärme, Strom und E-Mobilität erzeugen. Und auch die beiden „vernetzten energieautarken Mehrfamilienhäuser“, die in Cottbus kurz vor der Fertigstellung sind, gehen auf das Sonnenhaus-Konzept zurück.

Dank großer Solarthermie- und Photovoltaikanlagen sowie Wärme- und Stromspeichern werden die Energiekosten nach Einschätzung der Planer so gering sein, dass die Wohnungsgenossenschaft eG Wohnen 1902 ihren Mietern eine Pauschalmiete mit Energie-Flatrate anbieten kann – zunächst für fünf Jahre, bei guten Erfahrungen soll sie auf zehn Jahre verlängert werden. In Wilhelmshaven ist ein ähnliches Bauprojekt, ebenfalls mit Pauschalmiete, kurz vor der Fertigstellung. Das innovative Modell hat Prof. Timo Leukefeld, Mitglied im Vorstand des Sonnenhaus-Instituts, entwickelt.

Solarstrom für Wärme

„Auch beim Heizen mit Photovoltaik und Wärmepumpe sind wir Vorreiter“, sagt Georg Dasch. Dabei hebe sich das Konzept des Sonnenhaus-Instituts von den im Markt gängigen Anlagensystemen ab. Denn bei Sonnenhäusern sorge die von Mitgliedern entwickelte Steuerung Creativ-Manager dafür, dass für den Betrieb der Wärmepumpe auch tatsächlich Solarstrom genutzt werde. Solarstrom, der gerade nicht verbraucht werden kann, werde als Wärme im größer dimensionierten Wärmespeicher vorgehalten.

Neuer alter Vorstand

Der Straubinger Architekt Georg Dasch bleibt 1. Vorsitzender des Sonnenhaus-Institut e.V. Dieses Amt hat er seit der Gründung des Vereins im Jahr 2004 inne. Sein Stellvertreter ist auch weiterhin Rainer Körner, Bauunternehmer aus Heilbronn. Timo Leukefeld bleibt Schatzmeister, der Freisinger Architekt Bernd Kerscher ist auch weiterhin der Schriftführer. Beisitzer ist Renan Sen, Geschäftsführer des österreichischen Kollektor- und Modulherstellers SST Solar.

 

27.11.2018 | Quelle: Sonnenhaus-Institut e.V. | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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