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Helmholtz-Zentrum: Produktneutrale Beratung für solares Bauen

Internationale Schule Kopenhagen Foto: Philippe Vollichard/EPFL

Das Helmholtz-Zentrum Berlin eröffnet im Frühjahr eine nationale Beratungsstelle für bauwerkintegrierte Photovoltaik (BAIP). Es will Bauherren, Architekten und Stadtplanung dabei unterstützen,  die Gebäudehülle für die Energiegewinnung zu aktivieren. Wichtig ist ihm dabei Produktneutralität.

Das Helmholtz-Zentrum will mit der Beratungsstelle die Integration der Photovoltaik in den Gebäudebestand in Deutschland voranbringen. Das Projekt wird von der Helmholtz-Gemeinschaft im Rahmen des Wissenstransfers für vier Jahre gefördert. Zum Hintergrund erklärt das Institut: Um die Klimaziele zu erreichen, muss der Gebäudebestand bis 2050 nahezu klimaneutral gestaltet sein. Dafür müssen Gebäude aktiv zur Energieversorgung und zur Speicherung von Energie beitragen. Dachflächen für konventionelle Solarmodule stehen jedoch insbesondere in Städten nur begrenzt zur Verfügung, während andere Gebäudeflächen bisher kaum für die Stromerzeugung genutzt werden. Die Stromerzeugung mittels bauwerkintegrierter Photovoltaik füge sich gestalterisch und baulich in die Fassade oder Dachfläche ein, so das Institut. Sie sei dezentral und erzeuge Strom dort, wo er auch verbraucht werde. Diese Option müsse in den kommenden Jahren breite Anwendung finden.

„Aus unseren Diskussionen mit Akteuren im Baubereich wissen wir, dass es vielen Architekturbüros schwerfällt, das dazu nötige Spezialwissen vorzuhalten“, erläutert Dr. Björn Rau, stellvertretender Leiter am HZB-Institut PVcomB und verantwortlich für das Projekt. Bislang gebe es keine neutrale Anlaufstelle, die aktuelle Informationen aufbereite, bewerte und einordne und eine unabhängige Beratung für Architekten, Planer, Bauherren, Investoren und Stadtentwickler anbiete. Dabei seien Produktneutralität und finanzielle Unabhängigkeit entscheidend für die Akzeptanz des Angebots und auch ein Alleinstellungsmerkmal. „Denn bisher werden Beratungsleistungen nur von Herstellern und Vertreibern von Solarmodulen erbracht, die Vollständigkeit und Überblick nicht gewährleisten“, sagt Dr. Markus Sauerborn, der den Wissenstransfer am HZB verantwortet.

"Das HZB ist seit vielen Jahren führend in der Photovoltaik-Forschung. Mit dem BAIP-Beratungsangebot erfüllen wir auch einen gesellschaftlichen Auftrag, nämlich das Wissen aus der Forschung wirklich zum Nutzen der Gesellschaft einzubringen“, sagt Dr. Bernd Rech, wissenschaftlicher Geschäftsführer des HZB.

Zu den Projektpartner zählen laut Mitteilung die Bundesarchitektenkammer, die Architektenkammer Berlin, die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB), das Reiner Lemoine Institut, die Hochschule für Technik und Wirtschaft sowie die Allianz Bauwerkintegrierte Photovoltaik. Die Beratungsstelle werde am HZB-Campus Adlershof eingerichtet, in unmittelbarer Nachbarschaft zu PV-Forschung und Technologieunternehmen, Beratungen mit diesen Gruppen könnten auch vor Ort stattfinden. Neben der direkten Beratung werde die Beratungsstelle auch Fortbildungen und Workshops anbieten, die in enger Abstimmung mit den Projektpartnern bedarfsgerecht konzipiert würden.

www.helmholtz-berlin.de

5.2.2019 | Quelle: Helmholtz-Zentrum Berlin | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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