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Grüne Forderungen für das Gebäudeenergiegesetz

Julia Verlinden fordert gemeinsam mit ihren grünen Parteifreunden Chris Kühn und Jens Kerstan schnelle Schritte zu einem CO2-neutralen Gebäudebestand. Foto: Sandra König

Drei führende Energiepolitiker der Grünen, Julia Verlinden, Chris Kühn und Jens Kerstan, haben in einem gemeinsamen Eckpunktepapier dargelegt, wie nach ihrer Ansicht das von der Bundesregierung seit Jahren angekündigte Gebäudeenergiegesetz aussehen muss.

Als einer von 5 Punkten wir in dem Papier ein verstärkter Einsatz erneuerbarer Energien gefordert. Im Neubau wollen die grünen Politiker den Pflicht-Anteil an Erneuerbarer Wärme anheben. Ab 2025 sollte für dann neu errichtete Gebäude 100% erneuerbare Wärme Standard sein, um Fehlinvestitionen zu vermeiden. Andere Länder seien Deutschland in diesem Punkt schon heute voraus, heißt es in dem Papier. In den Niederlanden dürften Neubauten ab 2021 keine Gasanschlüsse mehr haben, in Österreich seien Ölheizungen im Neubau ab 2020 nicht mehr erlaubt, Dänemark habe sie bereits für Neubau und Bestandsgebäude verboten.

Auch im Gebäudebestand sollen künftig Erneuerbare verpflichtend zum Einsatz kommen, wenn ohnehin ein Heizungsaustausch ansteht oder umfassend saniert wird. Der Pflichtanteil soll nach Auffassung der drei Energiepolitiker ab 2020 zunächst 20 Prozent betragen und dann bis 2040 auf 100 Prozent ansteigen.

Ein steigender Erneuerbaren-Pflichtanteil soll auch für die Fernwärme eingeführt werden. Wärmenetze sollen daher für die Einspeisung von Wärme aus Erneuerbaren Energien und Abwärme (aus ebenfalls immer grüner werdenden Wärmequellen) geöffnet werden.

Fernwärme soll schrittweise bis spätestens 2040 CO2 neutral werden. Neue Ölheizungen dürfen nach Ansicht der Grünen in Neubau und Bestand ab 2021 nicht mehr eingebaut werden. Durch politische Rahmenbedingungen sei dafür zu sorgen, dass die wenigen Gasheizungen, die im Neubau ab 2025 überhaupt noch installiert würden, mit CO2-neutralem Gas (Biogas aus Reststoffen, Power-to-X) versorgt werden.

Zu den Forderungen erklärt Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik der grünen Bundestagsfraktion: "Ohne eine erneuerbare Wärmeversorgung ist Klimaschutz nicht zu schaffen. Damit wir möglichst schnell von fossilen Heizstoffen wegkommen, muss die Energieeffizienz von Neu- wie Altbauten steigen und der Umstieg auf Erneuerbare rasant beschleunigt werden. Doch die Bundesregierung blockiert die Energiewende im Gebäudesektor. Statt endlich zukunftstaugliche Vorgaben für die Wärmeversorgung festzulegen, subventionieren Union und SPD weiter neue Gas- und Ölheizungen. So schafft diese Regierung heute die Sanierungsfälle von morgen."

26.2.2019 | Quelle:  | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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