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Volker Quaschning ruft zum Protest gegen den PV-Deckel auf

Foto: Volker Quaschning

 

Der Berliner Hochschullehrer Volker Quaschning fordert möglichst viele Menschen dazu auf, irgendeinen Deckel zu nehmen und ihn mit dem Aktionsmotto „DerPVDeckelMussWeg“ zu beschriften. Den Deckel sollen sie zusammen mit einem Brief, der ihre Sorgen beschreibt, an politische Entscheidungsträger schicken und unter dem Hashtag #DerPVDeckelMussWeg posten.

Nächstes Jahr könnte das Fallbeil für den Ausbau der Photovoltaik fallen: Erreicht die installierte Photovoltaikleistung 52 Gigawatt, sinkt die Vergütung für eingespeisten Solarstrom bei neuen Photovoltaikanlagen auf null. Dies wird laut Volker Quaschning neue Solaranlagen auf Wohnhäusern wirtschaftlich komplett unattraktiv machen. Für Strom, der ab dann ins Netz eingespeist wird, gibt es dann gar keine Vergütung mehr. Man darf den Solarstrom dann nur noch an seinen Netzbetreiber verschenken. Im Gewerbebereich wird es dazu führen, dass die Größe neuer Anlagen durch alleinige Optimierung auf den Eigenverbrauch drastisch sinkt. Volker Quaschning fürchtet, dass ein Einbruch der Installationszahlen bei Photovoltaikanlagen im Dachbereich die Folge wäre. Das Erreichen der Klimaschutzziele in Deutschland rückte damit in immer weitere Ferne.

Quaschning weiter: „Nur mit einem schnellen Ausbau erneuerbarer Energien lässt sich das Pariser Klimaschutzabkommen noch einhalten, die globale Erwärmung auf 1,5 °C begrenzen. Dafür darf es keine neuen Kürzungen bei der Photovoltaik mehr geben. Eine stichhaltige Begründung dafür gibt es nicht. Denn neue Photovoltaikanlagen sind inzwischen so preiswert geworden, dass auch ein massiver geförderter Ausbau keine spürbaren Kostensteigerungen für die Allgemeinheit mehr verursachen wird. Der einzig plausible Grund für weitere Kürzungen ist der Wunsch, den Energiekonzernen ohne jegliche Rücksicht auf den Klimaschutz den Weiterbetrieb ihrer fossilen Kraftwerke zu ermöglichen. Denn dieser wäre bei einem schnelleren Ausbau der Photovoltaik gefährdet.“

Der 52-Gigawatt-Deckel bedroht laut Quaschning nicht nur Photovoltaikunternehmen in Deutschland, die sich nach dem Verlust von 80 000 Arbeitsplätzen in den letzten Jahren gerade wieder anfangen zu erholen. Der Deckel torpediere sämtliche Klimaschutzbemühungen und damit die Interessen und die Lebensgrundlagen der jungen Generation.

Quaschning fordert daher: „Es ist wichtig, dass wir unsere berechtigten Bedenken gegen den Deckel Gehör verschaffen, die politisch Verantwortlichen mit der Thematik konfrontieren und Lösungen einfordern und die Öffentlichkeit über die Gefahr informieren. Wichtig dazu ist, dass sich möglichst viele Menschen an der Aktion #DerPVDeckelMussWeg beteiligen. Nehmen Sie dazu irgendeinen Deckel, beschriften Sie ihn mit der dem Aktionsmotto, verpacken Sie den Deckel und legen Sie einen Brief bei, der Ihre Sorgen beschreibt, und schicken Sie alles zusammen an politische Entscheidungsträger. Wichtig ist, dass Sie ein Foto Ihres Deckels mit dem Adressaten in den sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #DerPVDeckelMussWeg posten, damit die Aktion die nötige Aufmerksamkeit erhält und die Gefahr über die Fachwelt hinaus bekannt wird.“

21.3.2019 | Quelle:  Volker Quaschning | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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