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Zu viel Emissionen trotz erneuerbarer Energie

Foto: yelantsevv / stock.adobe.com

Nach Aussage des Umweltbundesamtes sind die CO2-Emissionen im vergangenen Jahr erstmals seit 2014 merklich auf 866 Millionen Tonnen gesunken. Doch das reicht nicht, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Das Akademienprojekt „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) hat vier wesentliche Gründe dafür ausgemacht.

Immerhin deckten regenerative Energiequellen 2018 fast 38 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs., so die Experten von ESYS. Doch im Wärme- und Verkehrsbereich würden zu wenig erneuerbare Energien eingesetzt.  Der Rückganz der Kernenergie sei eine weitere Ursache, verbunden mit zu viel Strom aus Braunkohle und hohen Stromexporten ins Ausland
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Erstmals seit fünf Jahren schafft Deutschland eine leichte Trendwende beim Ausstoß von Treibhausgasen: Nachdem die CO2-Emissionen zwischen 2014 und 2017 etwa auf gleichbleibendem Niveau stagnierten, sind sie im Jahr 2018 um 4,5 Prozent gesunken. Angaben des Umweltbundesamtes zufolge liegt der Rückgang vor allem an der milden Witterung. Deutschland musste weniger heizen.

Trotzdem sinken die CO2-Emissionen bei weitem zu langsam, um die Klimaschutzziele des Pariser Abkommens zu erreichen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Akademienprojekts „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) nennen in der Publikation „Kurz erklärt!“ vier Hauptgründe.

Ein wichtiger Aspekt sind die Braunkohlekraftwerke.„Obwohl Kohle nur ein Drittel der Stromerzeugung deckt, ist sie für fast 75 Prozent der Emissionen im Stromsektor verantwortlich“, sagt Karen Pittel, Leiterin des ifo Zentrums für Energie, Klima und Ressourcen und Mitglied des ESYS-Direktoriums. Sie kritisiert: „Die Lenkungswirkung des Europäischen Emissionshandels, der klimaschädliche Kraftwerke verteuern soll, kommt bisher nicht zum Tragen. Erst wenn der CO2-Preis stabil zwischen 30 und 40 Euro liegt, wird Erdgas gegenüber Kohle konkurrenzfähig.“,


Eine weitere Bremse des Klimaschutzes sind laut ESYS die hohen Stromexporte: Deutschland hat 83 der im Jahr 2018 produzierten 646 Terawattstunden Strom ins Ausland exportiert – das sei der Europa-Rekord. „Die Exporte sind so hoch, weil ein Teil der fossilen Kraftwerke auch bei einem großen Angebot an grünem Strom betrieben wird. In der Folge sinkt der Börsenstrompreis, und das Ausland kann günstig Strom aus Deutschland importieren“, erklärt die Ökonomin Pittel. Die entstandenen Emissionen belastetn die deutsche CO2-Bilanz, während das CO2-Konto der Empfängerländer verschont bleibe. Mehr Stromspeicher, hochflexible Kraftwerke und ein flexibler Stromverbrauch könnten dazu beitragen, die schwankende Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie besser zu steuern und Exporte zu begrenzen.

Vor allem aber seien die CO2-Emissionen außerhalb des Stromsektors in den letzten Jahren kaum gesunken. In den Sektoren Wärme und Verkehr spielen erneuerbare Energien nach Aussage von ESYS mit einem Anteil von 13,9 Prozent bzw. 5,6 Prozent weiterhin eine geringe Rolle. Rund zwei Drittel der CO2-Emissionen werden in Verkehr, Industrie, Landwirtschaft, Wärme und anderen Sektoren verursacht. Deshalb reiche es nicht aus, allein die Stromproduktion auf Erneuerbare umzustellen, meint ESYS. Ein einheitlicher, alle Sektoren umfassender CO2-Preis könnte dafür sorgen, dass sich klimaschonende Technologien auch in der Wärmeversorgung und der Mobilität etablieren können.

In der Publikation „Kurz erklärt! Warum sinken die CO2-Emissionen in Deutschland nur langsam, obwohl die erneuerbaren Energien stark ausgebaut werden?“ liefert ESYS weitere Erklärungen. 

14.5.2019 | Quelle: ESYS | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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