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Rohstoff Kupfer soll nachhaltig gesichert werden

Foto: simone_n / stock.adobe.com

Kupfer ist für die Entwicklung der erneuerbaren Energien ein wichtiger Rohstoff. Aber auch für Kupfer wird der Abbau geologisch und geografisch nach Aussage des Deutschen Kupferinstituts immer schwieriger. Jedoch sei die globale Verfügbarkeit aufgrund der vorhandenen Ressourcen und Reserven langfristig gesichert ist. Wichtig sei es auch, so das Institut, bei der Kupferversorgung einen nachhaltigen Ansatz zu verfolgen.

Inspiriert von den Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) verfolgt die „Copper Mark“ einen Nachhaltigkeitsansatz, Dies soll eine glaubwürdige Überprüfung der Praktiken an Kupferproduktionsstandorten, einschließlich Bergwerken, Hütten und Raffinerien beinhalten. Im Gegensatz zu vielen bestehenden Initiativen, die einem Standard-Audit-Zertifizierungsmodell folgen, basiert das Programm nach Aussage des Deutschen Kupferinstituts auf der Erleichterung des Informationsflusses auf Standortebene, auf Risikomanagementpraktiken und auf der öffentlichen Berichterstattung über die positiven Auswirkungen vor Ort.

Die freiwillige Initiative soll bereits im ersten Quartal 2020 von einer unabhängigen Stelle beaufsichtigt werden, die von einem Multi-Stakeholder-Gremium geleitet wird. In Deutschland hat sich die Kupfer verarbeitende Industrie zudem ebenfalls schon seit Jahren in ihren einzelnen Unternehmensrichtlinien klar für die Verantwortung in der Lieferkette und nachhaltiges wirtschaftliches Handeln ausgesprochen.

Der wichtigste Verwendungszweck von Kupfer ist in Deutschland laut Kupferinstitut der Einsatz in der Kabel- und Elektroindustrie mit 57 Prozent des Gesamtvolumens. In der Baubranche werden 15 Prozent des Kupfers benötigt, die Automobilindustrie setzt neun Prozent und die Maschinenbaubranche acht Prozent ein. Fünf Prozent des Verbrauchs gehen in den Handel, der Rest entfällt auf sonstige Industriezweige. (WVM 2018) .

Technologien wie die Elektromobilität werden den Bedarf sogar noch weiter erhöhen, wobei die weltweite Kupfernachfrage schon seit Jahren kontinuierlich ansteigt (2011: rd. 20 Mio. t; 2018 > 24 Mio. t). In Europa belief sich die Kupferproduktion auf etwa 3,6 Millionen Tonnen im Jahr 2017. In Deutschland wurden in demselben Jahr über 730.000 Tonnen Kupfer produziert.

Michael Sander, Geschäftsführer des Deutschen Kupferinstituts, erklärt: „Die geopolitischen Risiken des Kupfermarktes sind insgesamt zwar als unkritisch bis mäßig kritisch zu bewerten so die Rohstoffrisikobewertung-Kupfer der Deutschen Rohstoffagentur aus dem Jahre 2013 und auch die Europäische Kommission zählt Kupfer laut ihrer aktuellen Liste nicht zu den kritischen Rohstoffen; dennoch ist Kupfer als wichtiger Hochleistungswerkstoff mit einzigartigen Eigenschaften zumindest indirekt betroffen, denn Kupfer und seine Legierungen sind in modernen Technologien ein unverzichtbarer Werkstoff. Und unsere Industrie muss natürlich sicher sein, den Zugang zu den benötigten Rohstoffen langfristig zu gewährleisten. Allein 2017 wurden 1,2 Mio. Tonnen Kupfererze und -Konzentrate nach Deutschland importiert.“

Für Deutschland und Europa bedeutet diese Entwicklung, dass die Rohstoffversorgung in Zukunft nicht alleine durch Importe gewährleistet werden kann, sondern dass auch die Steigerung der Ressourceneffizienz an Bedeutung gewinnt. Ladji Tikana, Experte für Ökobilanzen beim Deutschen Kupferinstitut: „Im Rahmen unserer Life-Cycle-Arbeiten bewerten wir natürlich die Auswirkungen der Ressourcengewinnung und -nutzung. In einem Konsortium mit verschiedenen Industriepartnern und der TU Berlin haben wir sogar eine Methode zur ganzheitlichen Bewertung von Ressourceneffizienz unter Berücksichtigung sozio-ökonomischer Rohstoff-Verfügbarkeit erarbeitet, die nun dazu dient, die Ressourceneffizienz von Produkten, Prozessen und Dienstleistungen zu optimieren.“ Nicht zuletzt aufgrund der hohen Nachfrage kommt dem Recycling eine immer wichtigere Rolle in der Versorgung der Industrie mit Rohstoffen zu. Zunehmendes Recycling leistet in Europa einen deutlichen Beitrag zur Verbesserung des Rohstoffangebots, denn der Bedarf an technologierelevanten Metallen wie Kupfer wird bis 2035 weiter zunehmen wie die Deutsche Rohstoffagentur in der Studie „Rohstoffe für die Zukunftstechnologie“ aufzeigt.

„Leider müssen wir immer wieder erfahren, dass Kupfer für viele Anwender fälschlicherweise als mengenmäßig begrenzter Rohstoff angesehen wird, der für Produkte irgendwann nicht mehr zur Verfügung steht“, so Kupferinstituts-Geschäftsführer Sander und erläutert weiter: „Im Zeitraum 2007 bis 2017 wurden 192 Millionen Tonnen Kupfer abgebaut. Im gleichen Zeitraum sind die Reserven jedoch um 300 Millionen Tonnen gewachsen. Dies spiegelt die zusätzlichen Explorationen wider sowie die technischen Fortschritte und die sich entwickelnde Wirtschaft des Bergbaus. Laut aktueller Zahlen reichen die Reserven für rund 43 Jahre und die Ressourcen für fast 190 Jahre – Werte, die seit Jahrzehnten auf immer gleichem Niveau bleiben. 80 Prozent des jemals erzeugten Kupfers sind heute noch in der Nutzung. Nicht die vorhandenen Mengen sind also das Problem, sondern der Zugang dazu.“

„Daneben wird fast 50 Prozent des europäischen Kupferbedarfs derzeit durch Recyclingmaterial, also durch sogenannte sekundäre Rohstoffe, gedeckt - und das ganz ohne Qualitätsverlust,“ ergänzt Tikana. “Dies hat auch Vorteile für die Umwelt: Neben der Abfallreduzierung und dem Schutz knapper Ressourcen verbraucht die Rückgewinnung von Kupfer aus gängigen Anwendungen wie Motoren, Transformatoren und Kabeln, bei denen es sich um das Hauptmaterial handelt, bis zu 85 Prozent weniger Energie als in der Primärproduktion.“ Für 2016 schätzt die International Copper Study Group (ICSG), dass inzwischen 29 Prozent des weltweiten Kupferverbrauchs aus recyceltem Kupfer stammten.

23.5.2019 | Quelle: Deutsches Kupferinstitut | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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