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Naturstrom-Beschwerde gegen Eon-RWE-Deal

Naturstrom-Vorstand Thomas Bannig ruft die EU-Kommission auf, den Deal zwischen Eon und RWE zu unterbinden. Foto: Naturstrom AG

Der Ökostromversorger Naturstrom AG fordert die EU-Kommission in einer Stellungnahme auf, den Deal zwischen Eon und RWE zu unterbinden. Andernfalls, so befürchtet der Öko-Versorger, drohe eine marktbeherrschende Stellung von Eon, die einen fairen Wettbewerb unmöglich mache.

Mit der geplanten Übernahme der RWE-Tochter Innogy durch Eon und dem Tausch von Geschäftsbereichen teilen die beiden Großkonzerne den Energiemarkt untereinander auf. Während RWE den Kraftwerkspark von Innogy und Eon sowie eine Beteiligung an Eon in Höhe von 16,7 Prozent erhält, bekommt Eon das Endkundengeschäft im Strom- und Gasbereich, den Betrieb von Strom- und Gasnetzen sowie junge Geschäftsfelder wie die Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Mit Abschluss dieses Deals würden die beiden Konzerne im Handstreich den Energiemarkt in Deutschland neu ordnen, befindet Naturstrom. 

„Für Eon gäbe es nach Abschluss des Deals keine Wettbewerber auf Augenhöhe mehr“, warnt Dr. Thomas E. Banning, Vorstandsvorsitzender von Naturstrom. „In einigen Geschäftsfeldern hätte die neue Eon eine marktbeherrschende Stellung inne, so dass sie je nach Netzgebiet Stadtwerke und andere mittelständische Wettbewerber binnen weniger Jahre aus dem Markt drängen könnte.“

Die Wettbewerbsverzerrung betrifft sowohl die Endkundenversorgung mit Strom und Gas als auch den Betrieb der Stromverteilnetze. Mit der Übernahme der Innogy-Kunden würde Eon nach Darstellung von Naturstrom inklusive aller seiner Beteiligungen rund 16 Millionen Stromkunden beliefern. Für rund 67 Prozent der Kunden in Deutschland wäre Eon der Grundversorger, zudem wären gemessen an der Leitungslänge 50 Prozent der Verteilnetze in der Hand des Konzerns. 

 

Die EU-Kommission hatte die Frist zur Überprüfung des Megadeals Anfang Mai ausgesetzt. Aktuell prüfen die Wettbewerbshüter der EU sowohl die Wirkung des Deals auf das Endkundengeschäft und die Stromnetze als auch auf Smart Metering und Ladesäuleninfrastruktur. Mit einem Abschluss des Verfahrens rechnet die Branche im Laufe der zweiten Jahreshälfte.

29.5.2019 | Quelle:  | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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