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Mehr Solarwärme, weniger Legionellen

Foto: Janis Smits - stock.adobe.com

Forscher der Technischen Universität Dresden haben festgestellt, dass höhere Trinkwasser-Temperaturen nicht unbedingt einen besseren Schutz vor Legionellen bieten. In der Regel reichen 55 °C aus, was einen effizienteren Betrieb von Solarwärmeanlagen ermöglicht.

Bisher fordern die allgemein anerkannten Regeln der Technik eine Temperatur von 60 °C am Austritt des warmen Trinkwassers, um einen Befall mit Legionellen zu verhindern. Bei Felduntersuchungen an 101 Gebäuden, meist Mehrfamilienhäusern, stellten die Forscher der TU Dresden aber fest, dass trotz dieser Temperatur bei einigen Messstellen Legionellen nachweisbar waren. Noch häufiger trat dieser Befund auf, wenn eine regelmäßige thermische Desinfektion bei 70 °C erfolgte.

In diesen Fällen fanden sich die Legionellen nicht in der warmen sondern in der kalten Trinkwasserleitung. Da beide Leitungen meist in einem Versorgungskanal liegen, hatte der warme Strang das kalte Wasser erwärmt und so den für Legionellen optimalen Temperaturbereich von 25 bis 45 °C erzeugt. Lag die Austrittstemperatur des Warmwassers jedoch bei nur 55 °C konnten die Forscher in keinen Gebäude Legionellen nachweisen.

Warme Leitungen wie die Trinkwarmwasserleitung, aber auch Solar-, Heizkreisen müssen darum nach Ansicht der Forscher mit einer 100-%-EnEV-Dämmung versehen sein und müssen von der kalten Trinkwasserleitung in separaten, gut gedämmten Schächten geführt werden. Die 60 °C am Austritt des warmen Trinkwassers sind nur bei bereits kontaminierten Anlagen nötig. Ansonsten reichen 55 °C aus. Eine thermische Desinfektion bei 70 °C sollte generell nicht stattfinden.

Die Absenkung der Austrittstemperatur um 5 °C bedeutet für ganz Deutschland ein Einsparpotenzial von 18 TWh pro Jahr, was 5,2 Mio. Tonnen CO2 entspricht. Außerdem sind erneuerbare Energien wie Solarwärme bei niedrigeren Temperaturen effizienter: Bei einer Trinkwasserversorgung mit Solarwärme steigt der Solaranteil durch die Absenkung von 5 °C um mehr als 10 Prozent an. Die ausführlichen Ergebnisse der Forschungen sind unter diesem Link zu finden.

 
5.6.2019 | Quelle: TU Dresden | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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