Anzeige

BDEW fordert mehr Flächen für Erneuerbare

Foto: Thinapob / stock.adobe.com

Der Bundesverband der Deutschen Elektrizitäts- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat sich in Szenarien mit der Entwicklung der erneuerbaren Energien befasst. Unter anderem fordert er eine Aufhebung des bestehenden 52-Gigawatt-Deckels der Photovoltaik.215 bis 237 GW installierte Leistung erneuerbarer Energien sind nach Aussage des BDEW im Jahr 2030 notwendig, um das Ziel eines Anteils erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung von 65 Prozent zu erreichen. Klar ist für den Verband: „Eine reine Fortschreibung der bisherigen Pfade aus dem EEG 2017 reicht nicht aus – dies würde lediglich zu einem Erneuerbare-Energien-Anteil von 54 Prozent führen.“Der BDEW hat deshalb zwei Szenarien berechnet, wie diese Lücke geschlossen werden könnte. „Aus den Rechnungen geht hervor, dass das 65-Prozent-Ziel grundsätzlich auf mehreren Pfaden erreichbar ist“, sagt Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung: „Die derzeit bestehenden Flächenbegrenzungen für verschiedene EE-Technologien behindern ausreichende Zubauraten und das Ausschöpfen bestehender Potenziale in den jeweiligen Segmenten“, so Kapferer. Konkret geht es dabei um die 10 MW-Größenbeschränkung für PV-Freiflächen-projekte im EEG und den 15-GW-Deckel für Wind auf See bis 2030 und den 52-GW-Deckel für PV-Anlagen außerhalb des Ausschreibungsregimes. Der PV-Deckel sollte aus Sicht des BDEW aufgehoben werden, verbunden mit weiteren Maßnahmen zur besseren Markt- und Systemintegration von Strom aus PV-Anlagen.Um den Flächenbedarf an Land zu reduzieren, ist laut BDEW eine Anhebung des 2030-Ziels für die Windenergie auf See auf mindestens 17 GW sinnvoll. Die Szenarien-Berechnungen zeigten, dass eine Aufstockung der Windenergie auf See den zusätzlichen Bedarf an Windenergie an Land oder Photovoltaik überproportional mindere, da Windenergie auf See die vergleichsweise höchste Auslastung erreiche.Auch bei forciertem Ausbau von Wind Offshore und Photovoltaik bleibe allerdings ein erheblicher Zuwachs auch von Wind an Land erforderlich, um das 65-Prozent-Ziel zu erreichen.Szenario A setzt einen Schwerpunkt auf besonders kostengünstige Technologien, Szenario B legt einen demgegenüber verminderten Ausbau von Wind an Land zugrunde. Mit höheren Anteilen an Windenergie (Onshore und Offshore) sind insgesamt geringere Zubaumengen erforderlich. Die Abschätzungen ergeben, dass alle infrage kommenden EE-Technologien (Wind Onshore, Wind Offshore, PV-Freifllächen sowie PV-Dachflächen) in ausreichenden Mengen zugebaut werden müssen und dementsprechende Voraussetzungen benötigen, insbesondere auch hinsichtlich der Flächenverfügbarkeit.Die Flächenverfügbarkeit dürfe deshalb keinesfalls weiter massiv eingeschränkt werden, so Kapferer: „Das gilt insbesondere im Hinblick auf die aktuellen Diskussionen um Mindestabstände zur (Wohn-) Bebauung oder Höhen-beschränkungen für Windenergieanlagen an Land. Diese würden die Erreichbarkeit des 65-Prozent-Ziels massiv gefährden und darüber hinaus-gehend die Erreichung des CO2-Minderungszieles für die Energiewirtschaft verhindern.“Gerade weil ein massiver Ausbau der Erneuerbaren Energien erforderlich sei, müsse weiter intensiv an einem möglichst wirtschaftlichen Förderregime gearbeitet werden. Der BDEW habe deshalb sein „3-Säulen-Modell“ für einen neuen Finanzierungsrahmen für EE-Anlagen weiter konkretisiert, so Kapferer: „Insbesondere die Weiterentwicklung der Direktvermarktung wird dazu beitragen, dass künftig mehr Erneuerbare-Energien-Anlagen ohne Inanspruchnahme des EEG errichtet werden. Damit werden EEG-Konto und Verbraucher entlastet und die Effizienz gesteigert.“

 

18.6.2019 | Quelle: BDEW| solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Bleiben Sie auf dem Laufenden und erhalten Sie täglich die wichtigsten Solar-News direkt in Ihr E-Mail-Postfach. Pünktlich um 15:30 Uhr.

Natürlich finden Sie auch hier auf der Website weitere aktuelle Solar-Nachrichten.