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Forscher: Großes Potenzial für gebäudeintegrierte PV in Europas Städten

Solare Gebäudehülle: Das Bürohochhaus Enzian in einem Gewerbegebiet der italienischen Stadt Bozen. Foto: Eurac Research

Die Europäische Technologie- und Innovationsplattform für Photovoltaik (Etip-PV) zeigt in dem neuen Bericht „Solar Skins“, wie Städte die Integration von Solartechnologien in die Gebäudehülle mit großen Effekten für den urbanen Klimaschutz voranbringen können.

In dem Report, der von Etip-PV zusammen mit SolarPower Europe verfasst wurde, monieren die Autoren, dass gebäudeintegrierte Solarstromtechnologie (BIPV) in der EU immer noch ein Nischenmarkt sei und die Potenziale nicht genutzt würden. Jüngste Studien zeigten, dass bei der derzeitigen Wachstumsrate BIPV-Installationen in der EU27, der Schweiz und Norwegen bis 2030 eine Kapazität von fünf Gigawatt (GW) erreichen werden (bei einer kumulierten BIPV-Fassadenfläche von rund 24 km²).

Dieser Anteil sei im Vergleich zur Entwicklung der regulären Dach-PV und des Potenzials der BIPV zu gering. SolarPower Europe schätzt, dass die Kapazitäten aller normalen PV-Dachinstallationen bis 2022 bereits zehn GW erreichen.

Gleichzeitig benötigten dicht besiedelte Städte dringend neue Konzepte zur Reduzierung ihrer CO2-Emissionen. Der Bericht schlägt ein Paket von Maßnahmen vor, die es den europäischen Städten ermöglichen, BIPV in großem Umfang zu nutzen, in dem sie unter anderem eine lokale und regionale BIPV-Industrie stützen und aufbauen helfen.

Das könnte beispielsweise über eine höhere Frequenz bei energetischen Renovierungen geschehen. Damit die EU ihre langfristigen Klima- und Energieziele erreichen könne, sollte die Rate von heute einem Prozent auf drei Prozent pro Jahr angehoben werden. Nach Auskunft der Plattform Renovate Europe bedeute dies, dass bis 2050 rund 200 Millionen Gebäude renoviert werden müssten.

Um solche Ziele zu erreichen, reichten öffentliche Gelder nicht aus, weshalb private Investitionen ausgelöst werden müssten. Ein multilateraler Rahmen, der mehr private Mittel für die Renovierung von Gebäuden bereitstellen kann, würde dazu beitragen. Andere Hindernisse unterschiedlicher Art, wie starre historische Bauvorschriften müssten beseitigt werden.

Traditionell sei die Installation der erneuerbaren Stromerzeugung vor Ort Sache des Eigentümers. Der trage somit auch die Risiken, die mit dem Betrieb, der Wartung und der Inbetriebnahme der Anlage verbunden sind. Das stehe dem Einsatz der BIPV bisher im Weg.

Hier könnten Stadtverwaltungen und Rathäuser umfangreiche Stromabnahmeverträge schließen, um Eigentümern die im Vergleich zur Standardfassade teurere Investition in eine solare Gebäudehülle schmackhaft zu machen. Auch das Leasing der Fläche oder Contracting-Modelle durch städtische Unternehmen kommen in Frage, um so den städtischen Eigenanteil regenerativer Stromerzeugung erheblich auszubauen.

Die Studie „Solar Skins – an opportunity for greener cities“ kann hier heruntergeladen werden.

19.6.2019 | Quelle: European Technology and Innovation Platform for Photovoltaics - pre | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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