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Bericht zur Stromversorgungs-Sicherheit sorgt für Kontroverse

Bundestagsabgeordnete Ingrid Nestle (B90/Grüne) kritisiert Versorgungssicherheit leide unter mangelndem Ausbau erneuerbarer Energien. Foto: Bina Engel

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat den neuesten Monitoringbericht zur Versorgungssicherheit im Bereich Elektrizität vorgelegt. Die Energiewirtschaftliche Sprecherin der Grünen und der BDEW äußern Kritik.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier sagte dazu: „Der Bericht zeigt, dass die Stromverbraucher in Deutschland auch beim weiteren Umbau unserer Energieversorgung sicher mit Elektrizität versorgt werden können. Die Versorgungssicherheit in Deutschland ist im internationalen Vergleich weiterhin sehr hoch.“

Grundlage des Monitoringberichts des BMWi ist ein Gutachten, das ausführlich untersucht, wie sich der Strommarkt und die verfügbaren Kraftwerke bis 2030 entwickeln. Es kommt laut BMWi zu dem Ergebnis, dass die Stromverbraucher in Deutschland mit Blick auf Angebot und Nachfrage jederzeit sicher versorgt werden können.

Der Hauptgeschäftsführer des Versorgerverbandes BDEW, Stefan Kapferer, zieht aus dem Bericht freilich einen anderen Schluss: „Der Monitoringbericht zeigt erneut, dass die Bundesregierung zur Absicherung der hohen Versorgungssicherheit künftig zunehmend auch auf den Import von Strom setzt. Ist die Stromnachfrage in Deutschland hoch, ist dies in der Regel auch in den angrenzenden Staaten der Fall. Es wäre daher zu riskant, wenn sich Deutschland zum Beispiel in einer Winter-Dunkelflaute allein auf Stromimporte verlassen würde. Wir werden in Deutschland auch neue Erzeugungskapazitäten auf Basis von Gas brauchen. Die Bedingungen für Energiespeicher und Kraft-Wärme-Kopplung müssen sich verbessern sowie alle Optionen zur Nachfrageflexibilisierung ergriffen werden. Der Netzausbau muss deutlich beschleunigt werden."

Ingrid Nestle, Sprecherin für Energiewirtschaft der bündnisgrünen Bundestagsfraktion kritisiert: "Der Bericht entlarvt die Untätigkeit der Bundesregierung beim Umbau unseres Energiesystems. Dabei ist er vor allem ein Armutszeugnis für diejenigen Stimmen in der Union, die mit Verweis auf die Versorgungssicherheit seit Jahren versuchen, die Energiewende in Deutschland zu torpedieren."

Unglaublich sei auch, so Nestle, dass die Veröffentlichung des Berichtes geschlagene elf Monate zu spät komme. Dies zeige das Chaos im Ministerium für Wirtschaft und Energie um energiepolitische Richtungsfragen.

Nestle: "Entscheidend für den Erfolg der Energiewende ist nun, dass die Bundesregierung die richtigen Schlüsse aus den Ergebnissen zieht. An erster Stelle muss dabei ein Neustart beim Ausbau erneuerbarer Energien stehen." 

3.7.2019 | Quelle: BMWI, BDEW, Ingrid Nestle | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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