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Solarstrom und Speicher statt LNG

Mehr Möglichkeiten mit Methanol als mit LNG, Grafik: Solarenergie-Förderverein Deutschland/Wolf von Fabeck

Ein breites Bündnis formiert sich gegen den Bau eines Terminals für verflüssigtes Erdgas (LNG) an der deutschen Nordseeküste. Für die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ist ein solches Terminal zumindest in Brunsbüttel aus Sicherheitsgründen nicht genehmigungsfähig.

Der Widerstand gegen die Pläne zum Bau eines Terminals zur Anlandung von verflüssigtem Erdgas (liquified natural gas = LNG) nimmt zu. Mehr als 60 Nichtregierungs-Organisationen, Initiativen und politische Organisation haben bisher ein Positionspapier zum Stopp des Vorhabens unterzeichnet. Sie fordern, die geplanten öffentlichen Mittel zum Ausbau von Solar-, Windstrom und chemische Speicher zu verwenden.

In dem Positionspapier „100 % EE & Speicher statt LNG“ verweisen sie darauf, dass in der Produktionskette des Erdgases, beim Transport von LNG durch mangelhafte Kühlung sowie als „Schlupf“ in Gasmotoren unverbranntes Methan in die Atmosphäre gelange. Methan habe aber ein erheblich höheres Treibhauseffekt als Kohlendioxid.

Nach Auskunft der Deutsche Umwelthilfe (DUH) sei die geplante Anlandung von Fracking-Gas aus den USA „durch den Austritt von Methan-Gas und den energetischen Aufwand für Verflüssigung und Transport genauso klimaschädlich wie die Energiegewinnung aus Kohle“.

„Jetzt und in naher Zukunft getätigte Investitionen in Erdgas-Technologie führen zu einer Einsatzzeit bis mindestens 2060. Dadurch schwindet jede Aussicht, die Paris-Vereinbarungen einzuhalten“, heißt es in dem Positionspapier weiter.

„Krass abwegig ist das Vorhaben, Häfen für die Anlandung insbesondere von gefracktem LNG aus den USA zu bauen und auch noch Gesetze derart zu ändern, dass Bau- und Betriebskosten auf die Verbraucher*innen umgelegt werden können“.

Die für den klimapolitisch kontraproduktiven Umstieg von Kohle auf Gas vorgesehenen Gelder müssten in den Ausbau des erneuerbaren Systems fließen. Behauptungen, die jetzt aufzubauende LNG-Infrastruktur werde später für die Speicherung grünen Gases benötigt, seien abwegig und verfolgten nur den Zweck, den Widerstand gegen die LNG-Vorhaben zu verwirren.

„Nicht an Speichervolumen mangelt es, sondern an der Produktion von Sonnen- und Windstrom, um damit genügende Mengen chemischer Speichermedien herzustellen“, so das Papier weiter.

Die Unterzeichner fordern als Speichermedium zudem statt Methan auf Methanol zu setzen. Sie listen dafür folgende Argumente auf:

- Methanol könne mit dem aus der Elektrolyse per Sonnen- und Windstrom erzeugten Wasserstoff und CO2 aus der Luft hergestellt werden

- es sei per Tankwagen oder Tankschiff leicht und ohne Kühlung zu transportieren

- es werde als kohlenstoffhaltiger Grundstoff in der Chemieindustrie gern verwendet

- es habe etwa die 1000fache Energiedichte von gasförmigem Methan.

Dazu komme, dass das im Methanol enthaltene CO2 der Luft entzogen bleibe, solange Metahnol gelagert werde.

Die Deutsche Umwelthilfe hatte sich ebenfalls bereits deutlich gegen ein LNG-Terminal positioniert. Das geplante LNG-Terminal in Brunsbüttel sei aus Sicherheitsgründen nicht genehmigungsfähig wie aus einem Rechtsgutachten hervorgeht, das die DUH Ende Mai 2019 in Berlin vorstellte. Laut Gutachten seien die rechtlichen Voraussetzungen zur Ansiedlung eines Störfallbetriebs, wie ihn das LNG-Terminal darstelle, nicht gegeben. Grund sei die in Brunsbüttel vorhandene räumliche Nähe zu anderen Gefahrenanlagen, inklusive eines Zwischenlagers für radioaktive Abfälle und eines Chemieparks.

Auch die DUH, das „Klimabündnis gegen LNG“ und Schüler der FridaysForFuture-Bewegung lehnen den Bau sämtlicher an der deutschen Küste geplanter LNG-Terminals ab. Statt in fossile Infrastrukturen zu investieren, sollte sich die Bundesregierung auf den Ausbau und die Förderung erneuerbarer Energien konzentrieren, fordern sie.

24.7.2019 | Quelle: DGS e.V. / DUH  | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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