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Green Building Labels immer wichtiger

Foto: Pexels/Arun Thomas

Nach Ansicht von Maklern lassen sich grün zertifizierte Büro- und Gewerbeimmobilien besser vermarkten als gewöhnliche Gebäude. Insbesondere internationale Konzerne achten darauf, dass die Gewerbe-Immobilie über ein Green Building Label verfügt.

Weil sich eine nachhaltige Zertifizierung langfristig als Standard bei Immobilien durchsetzen wird, sagen knapp neun von zehn Experten (86 Prozent), dass sich zertifizierte Büro- und Gewerbeimmobilien schon heute besser vermarkten lassen. Gut 70 Prozent beobachten, dass besonders große Konzerne ein grünes Label immer häufiger zur Voraussetzung für eine Anmietung von neuen Flächen machen. Das geht aus dem aktuellen Gewerbeimmobilien-Barometer hervor, das von der Schwaiger Group unter Münchens Objektvermittlern erhoben wird.

Der Zertifizierungsdruck kommt demnach von großen nationalen Unternehmen, vor allem aber aus dem Ausland. Mehr als acht von zehn Immobilienexperten machen die Erfahrung, dass internationale Konzerne aktuell noch stärker Green Labels fordern als deutsche. „Angelsächsische Länder sind uns wie bei vielen Zukunftsthemen auch hier einen Schritt voraus. Es reicht eben nicht, sich auf nationalpolitischer Ebene einen möglichst hohen Standard zu erarbeiten. Wir leben in einer globalen Geschäftswelt und brauchen deshalb ebenfalls einen länderübergreifenden Kriterienkatalog, der den Qualitätsanspruch für Immobilien widergibt, in denen wir noch in 50 Jahren arbeiten und leben möchten“, sagt Michael Schwaiger, Geschäftsführer der Schwaiger Group.

Dem Barometer zufolge sind Unternehmen bereit, für das Green Label tiefer in die Tasche zu greifen. 43 Prozent der Makler gehen davon aus, dass Firmen heute für grün zertifizierte Büros bis zu fünf Prozent mehr auszugeben bereit sind. 28,6 Prozent schätzen, dass es im Schnitt fünf bis zehn Prozent mehr sind und weitere 28,6 sogar bis zu 25 Prozent. Nach Meinung der Makler sind die wichtigsten Gründe reduzierte Betriebs- und Nebenkosten (Lebenszykluskosten), Corporate Social Responsibility (CSR) sowie Imagegewinn (jeweils 57 Prozent). Als viertwichtigstes Kriterium nennen die Immobilienfachleute Vorteile in der Rekrutierung von jungem Personal, gefolgt von der Verbesserung firmeninterner Klimaziele.

Weil Green Building Labels zudem etwa den Einsatz von emissionsfreien Materialien im Innenraum fordern oder den Mindestabstand von Raucher-Points zur Immobilie, spielt das Betriebliche Gesundheitsmanagement eine zunehmende Rolle, das auf Themen wie Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern einzahlt. Schwaiger: „Am Ende sind diese Zertifikate eine Art unabhängige Qualitätssicherung. Unternehmen wissen, was sie bei LEED- oder BREEAM-zertifizierten Immobilien in puncto Energieverbrauch und Wassereffizienz erwarten können.“

Das bekannteste Zertifikat unter Maklern ist laut der Erhebung LEED (100 Prozent), dicht gefolgt von DGNB und BREEAM (86 Prozent). Das österreichische Label ÖGNI und das hiesige BNB sind unter 43 Prozent der Makler bekannt. Schlusslicht stellt das auf Nachhaltigkeit im Facility Management spezialisierte Zertifikat GEFMA 160 (29 Prozent). Laut Schwaiger fehlt es aber selbst unter Immobilienfachleuten an Expertise auf diesem Gebiet. Knapp ein Drittel der Objektvermittler gibt zu, eher nicht zu wissen, wofür die verschiedenen Zertifikate im Detail stehen (28,6 Prozent) und weitere 14 Prozent sprechen selbst von „gefährlichem Halbwissen“.

31.7.2019 | Quelle: Schwaiger Group | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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