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Stromspeicher für Klimakommune Saerbeck

Projektstart: Prof. Dr. Christof Wetter (Mitte) im Gespräch mit NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart (rechts) und Gelsenwasser-Vorstandsvorsitzenden Henning Deters. Foto: FH Münster/Theresa Gerks

Welche Speicher-Technologien wie effizient sind und wie sich ein Speichersysteme im Sinne der Sektorenkopplung sinnvoll auslegen lässt, erforschen Wissenschaftler der FH Münster im Bioenergiepark Saerbeck.

Die FH Münster testet im Bioenergiepark der Gemeinde Saerbeck sechs Energiespeicher. Im Rahmen des Forschungsprojekts EnerPrax (Energiespeicher in der Praxis) wollen die Forscher die verschiedenen Energiespeicher und ihr Zusammenspiel auch bei ungünstigen Lastverhältnissen untersuchen. Saerbeck im Münsterland erwirtschaftet vier Mal so viel Strom aus Windkraft, Solar und Biomasse, wie sie für den Eigenverbrauch benötigt. Folglich gibt es Stromüberschüsse – nachts aber trotzdem nach wie vor kleine Versorgungslücken, in denen Strom aus dem deutschen Strommix bezogen werden muss. „Energiespeicher können die Energie lokal und dezentral speichern“, sagt Christof Wetter von der FH Münster. „Aber die Frage ist, wie sich dies in der Praxis umsetzen lässt, welche Technologien wie effizient sind und wie sich das System auch im Sinne der Sektorenkopplung sinnvoll auslegen lässt.“

Die Ergebnisse sind nicht nur für Saerbeck interessant, denn das Forscherteam hat errechnet, dass fast zwei Drittel von NRW ähnlich wie Saerbeck aufgebaut ist. „Stellen wir uns vor, all diese Kommunen würden das Thema Energie ähnlich handhaben wie hier in Saerbeck. Das würde das Land in einen völlig anderen Zustand versetzen“, sagt Wetter.

EnerPrax ist jetzt in den Betrieb gegangen. Insgesamt sechs Energiespeicher sind ans Netz angeschlossen: eine Blei-Kristall-Technologie, die über einen hohen Wiederverwertungsgrad verfügt, zwei Lithium-Ionen-Eisen-Phosphat-Speicher, die sehr resistent gegen Kurzschlüsse sind, eine Redox-Flow-Batterie, die Energie als flüssige Elektrolyte speichert und darum beliebig skalierbar ist. Hinzu kommt eine Elektrolyse-Technologie, die Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufspaltet. Als Referenz dient der aktuell gängige Lithium-Ionen-Akku. „Gerade die kaskadierte Speicherung von Energie ist interessant, denn sie ist im Ergebnis wahrscheinlich nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll“, so Wetter.
 

30.7.2019 | Quelle: FH Münster | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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