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Aurubis: Dampf aus Grünstrom

Freuen sich über die Energiewende in der Industrie: Hamburgs Umweltsenator Kerstan (links) und Aurubis-Chef Harings. Foto: Aurubis

Der Kupfererzeuger Aurubis hat eine Anlage in Betrieb genommen, um aus grünem Überschussstrom Dampf für seine Industrieprozesse zu gewinnen. Mit einer Leistung von zehn Megawatt (MW) ist sie die größte in der Nichteisen-Metallindustrie.

Wie das Unternehmen anlässlich ihrer Einweihung in Hamburg mitteilte, wandelt die Power-to-Steam-Anlage im Netz überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien in Wasserdampf um. Dieser könne in der Produktion des Multi-Metall-Produzenten – beispielsweise zur Trocknung von Kupferkonzentraten – eingesetzt werden und verdränge damit einen Teil des Dampfs, der durch fossile Brennstoffe erzeugt werden müsse.

Mit einer Leistung von 10 MW ist die neue Power-to-Steam-Anlage die bisher größte, die in der deutschen Nichteisen-Metallindustrie in Betrieb genommen wurde. Sie ersetze eine bisherige Anlage zur Dampferzeugung, die mit Erdgas Dampf erzeugt. Eine 100%-ige Stromversorgung durch Erneuerbare Energien vorausgesetzt, könnten allein durch diese Anlage rund 4.000 Tonnen CO2 jährlich eingespart werden.

„Mit diesem Projekt werden wir Erneuerbare Energien verstärkt nutzen, CO2 Emissionen weiter reduzieren und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität leisten“, erklärte Roland Harings, Vorstandsvorsitzender der Aurubis AG. „Aurubis investiert seit vielen Jahren große Beträge in den Umweltschutz und die Energieeffizienz. Einerseits fragen unsere Kunden vermehrt Metalle für die Energiewende nach und andererseits ist die Metallraffination energieintensiv – wir haben somit ein originäres Interesse am Ausbau einer nachhaltigen und stabilen Energieversorgung.“

Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan betonte, dass die Energiewende nur umzusetzen sein wird, wenn alle Akteure, also auch die Industrie, miteinander kooperieren und Lösungen erarbeiteten: „Die Energiewende kann nur gelingen, wenn alle Sektoren aktiv mitziehen. Die Power-to-Steam-Anlage von Aurubis ist ein weiterer guter Schritt, um CO2 einzusparen. Es liegt im Interesse der Unternehmen und auch der Allgemeinheit, Prozesse und Produktion künftig noch deutlich klimafreundlicher zu gestalten. Noch erheblich mehr lässt sich erreichen, wenn der Bund beim regulatorischen Rahmen mehr Innovationen und Marktchancen ermöglicht und außerdem beim Ausbau der Windenergie den Fuß von der Bremse nimmt.“

Das Großprojekt NEW 4.0 – Norddeutsche EnergieWende, in dessen Rahmen Aurubis die Power-to-Steam-Anlage installiert hat, bringt rund 60 Partner aller Sektoren und entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Energiebereich zusammen. In dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen des SINTEG-Programms geförderten Großprojekt soll gezeigt werden, wie Hamburg und Schleswig-Holstein bereits 2035 zu 100 Prozent mit regenerativem Strom versorgt werden können.

Prof. Werner Beba, Projektkoordinator von NEW 4.0, sieht das Potential der Initiative vor allem im Zusammenspiel der Akteure: „Das Energiesystem der Zukunft besteht aus einer Vielzahl von Einzellösungen, die durch eine intelligente Vernetzung zur Systemstabilität beitragen. Mit seinem Pilotprojekt zeigt Aurubis, welch wichtige Rolle die Industrie für die Energiewende übernehmen kann: Durch die Nutzung von Grünstrom statt Erdgas zur Dampferzeugung werden CO2-Emissionen in industriellen Prozessen vermieden und zugleich die Netze entlastet.“

Die Errichtung der Power-to-Steam- Anlage wurde im Rahmen von NEW 4.0 mit Mitteln des Bundeswirtschaftsministeriums zu etwa 10 Prozent gefördert.

22.8.2019 | Quelle: Aurubis AG  | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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