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EU-Forscher sehen Riesenpotenzial für PV-Dächer

Solardächer könnten europaweit einen wesentlichen Teil des Strombedarfs decken. Foto: Berliner Energieagentur

Europa könnte ein Viertel seines Strombedarfs über PV-Anlagen auf den Dächern sichern. Das zeigt eine Untersuchung von Forschungsinstituten aus Italien und Ungarn. In Deutschland und Österreich liegt das ökonomische Potenzial bei 20 Prozent.

Aufdachanlagen für Photovoltaik (PV) können einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende in Europa leisten. Das schreiben Forscher des Joint Research Centre (JRC) aus Italien und das European Institute of Innovation & Technology (EIT) aus Ungarn in einer neuen Studie.

Um das Potenzial zu ermitteln, haben die Wissenschaftler satellitengestützte und statistische Datenquellen über den Gebäudebestand in Europa mit Methoden des maschinellem Lernens kombiniert. So kamen sie zu einer  Abschätzung des technischen Potenzials für die Stromerzeugung auf dem Dach mit einer räumlichen Auflösung von 100 m. Für das ökonomische Potenzial wurden die Stromgestehungskosten anhand der Daten und länderspezifischer Parameter ermittelt. Im Ergebnis ist der Großteil des technischen Potenzials auch ökonomisch attraktiv zu erschließen.

Die Studie zeigt, dass die Dächer der EU jährlich 680 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom produzieren könnten. Das entspreche 24,4 % des derzeitigen Stromverbrauchs der Gemeinschaft.

Das ökonomische Potenzial betrage 467 Milliarden kWh. Das bedeutet, dass die Solarstromerzeugung auf diesen Dächern günstiger ist als der lokale Stromtarif.

Die Studie listet Ergebnisse für jedes EU-Mitglied auf. Demnach beträgt das theoretische Potenzial in Deutschland 104 Mrd. kWh und in Österreich 13 Mrd. kWh. Das sind jeweils rund 20 Prozent des Stromverbrauchs. In beiden Ländern seien theoretisches und ökonomisches Potenzial fast deckungsgleich.

Das höchste Potenzial innerhalb der EU weist Frankreich mit 126 Mrd. kWh aus. Das entspricht 28 Prozent des Stromverbrauchs. Hinter Frankreich und Deutschland liegt Italien (89 Mrd. kWh) auf Rang Drei vor Großbritannien und Rumänien.
 
Bezogen auf den potenziellen Beitrag zum Stromverbrauch liegt Zypern vorne, das ökonomisch 116 Prozent seines Bedarf mit Solarenergie von bestehenden Dächern decken könnte. Dahinter liegen Portugal (52 Prozent) und Malta (37 Prozent). Deutschland ist in diesem Ranking Achter.

21.8.2019 | Quelle: JRC / EIT  | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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