Energieverbrauch in Deutschland sinkt 2011 kräftig; Photovoltaik überholt Wasserkraft; Öl erreicht historischen Tiefpunkt

Gute Windverhältnisse und ein kräftiger Photovoltaik-Zubau trugen wesentlich dazu bei, dass die erneuerbaren Energien ihren Anteil an der Energiebilanz weiter steigern konnten
Gute Windverhältnisse und ein kräftiger Photovoltaik-Zubau trugen wesentlich dazu bei, dass die erneuerbaren Energien ihren Anteil an der Energiebilanz weiter steigern konnten

Der Energieverbrauch in Deutschland wird in diesem Jahr deutlich zurückgehen und voraussichtlich eine Höhe von 13.411 Petajoule (PJ) beziehungsweise 457,6 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE) erreichen. Nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) beträgt der Rückgang voraussichtlich knapp 5 Prozent.

Die erneuerbaren Energien legten 2011 insgesamt um 4,1 Prozent zu. Mit einem Beitrag von 1.449 PJ (49,4 Mio. t SKE) steigerten sie ihren Anteil am Energieaufkommen auf knapp 11 Prozent. Besonders stark stiegen die Beiträge der Windkraft (+22 %) und der Photovoltaik (+67 %). Solarstrom hatte 2011 mengenmäßig erstmals einen größeren Anteil an der Energiebilanz als die Wasserkraft.

 

Ausstieg senkt Anteil der Kernenergie um 23 %

Die Nutzung von Biogas stieg um 21 Prozent. Demgegenüber sanken die Beiträge der Wasserkraft (ohne Pumpspeicher) um 9 Prozent und der der Biokraftstoffe um 8 Prozent.

Der Beitrag der Kernenergie zur Energiebilanz sank infolge des Ausstiegsbeschlusses im Jahresverlauf um knapp 23 Prozent.

 

Ölverbrauch auf niedrigstem Niveau seit 1990

Der Mineralölverbrauch betrug im abgelaufenen Jahr 4.549 PJ (155,2 Mio. t SKE) und sank damit auf das niedrigste Niveau seit 1990. Besonders stark stockte die Nachfrage nach Heizöl. Der Absatz an leichtem Heizöl lag um 15 Prozent unter dem des Vorjahres und beim schweren Heizöl gab es ein Minus von 3 Prozent. Neben der milden Witterung sorgten insbesondere der kräftige Preisauftrieb im Jahresverlauf für Kaufzurückhaltung bei den Verbrauchern.

 

Deutschland ist noch immer Bruttostromexporteur

Der Stromaustauschsaldo mit den europäischen Nachbarländern weist Ende 2011 noch einen leichten Ausfuhrüberschuss in Höhe von 5 Terawattstunden (TWh) auf. Hinter dieser Entwicklung verbirgt sich laut AGEB eine deutliche Zunahme der Stromimporte, bei gleichzeitiger Abnahme der Stromexporte.

 

Energiemix verändert sich

Die 2010 und 2011 verabschiedeten energiepolitischen Beschlüsse zur Förderung der erneuerbaren Energien und zum Ausstieg aus der Kernenergie schlagen sich in der Primärenergiebilanz des abgelaufenen Jahres in Form leicht geänderter Anteile nieder.

Allerdings haben auch Witterung und Bestandseffekte Einfluss auf die Struktur des Primärenergieverbrauchs. Wichtigster Energieträger bleibt auch 2011 das Mineralöl mit einem Anteil von 33,8 Prozent. Es folgt das Erdgas, dessen Anteil leicht auf 20,6 Prozent zurückgeht. Die Steinkohle erhöht ihren Beitrag zum Energiemix auf 12,6 Prozent und die Braunkohle kommt auf einen Anteil von 11,7 Prozent. Die Kernenergie vermindert sich auf 8,8 Prozent. Die Erneuerbaren erhöhen ihren Beitrag zum Energiemix auf 10,8 Prozent. Auf sonstige Energieträger und den Stromaustauschsaldo entfallen 1,7 Prozent.

 

Weniger Kohlendioxid

Infolge des rückläufigen Energieverbrauchs sanken die energiebedingten CO2-Emissionen um mehr als 3 Prozent. Bereinigt um den Temperatureffekt wäre der CO2-Ausstoß um etwa ein Prozent gestiegen.

 

 

21.12.2011 | Quelle: AG Energiebilanzen| solarserver.de © Heindl Server GmbH

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