Solarbuzz: Photovoltaik-Unternehmen konzentrieren sich 2012 wieder mehr auf Wirtschaftlichkeit und weniger auf Marktanteile; Wachstum verlagert sich weg von Europa

Modulverkäufe der Photovoltaik-Hersteller (in GW).
Modulverkäufe der Photovoltaik-Hersteller (in GW).

Finanzielle Probleme zwingen Photovoltaik-Unternehmen künftig, sich verstärkt auf die Wirtschaftlichkeit zu konzentrieren und nicht in erster Linie größere Marktanteil anzustreben. So das Ergebnis des neuesten Quartalsberichts von NPD Solarbuzz, der am 19.12.2011 veröffentlicht wurde.

Die weltweite Photovoltaik-Nachfrage werde 2012 voraussichtlich um 6 % wachsen; Der Marktrückgang in Europa werde aber durch ein 43-prozentiges Wachstum in anderen Kontinenten ausgeglichen. Dazu müssen Solar-Unternehmen wieder Gewinnmargen aufbauen - laut Solarbuzz (San Francisco, Kalifornien, USA) eine Herausforderung in einer Zeit, in welcher sich der Endkundenmarkt immer stärker diversifiziert.

“Zu Jahresbeginn verfolgten die Unternehmen die Strategie, ihre Marktanteile auszubauen. Jetzt müssen sie ihr finanzielles Überleben sichern. Andernfalls riskieren sie, nicht an dem großen Wachstum teilnehmen zu können, das bei Netzparität erwartet wird. Darauf wird derzeit in den Schlüsselmärkten hingearbeitet“, sagte Solarbuzz-Präsident Craig Stevens.

 

Photovoltaik-Markt wächst 2011 um 12 %; Lagerbestände werden abgebaut

Laut Solarbuzz müssen Photovoltaik-Unternehmen 2012 in erster Linie ihre finanzielle Situation verbessern. Die ganze Branche machte 2011 Verluste durch Überproduktion, zu hohe Lagerbestände und Preiseinbrüche. Die Solarzellen-Hersteller haben sich darauf eingestellt, ihre Produktion 2012 zu drosseln. Dennoch soll das erste Quartal 2012 um 5 % schlechter werden als das Vorjahresquartal, da Hersteller bei schwacher Nachfrage mit ihren Lagerbeständen zurechtkommen müssen.

Als ersten Schritt haben Hersteller ihr ursprüngliches Ziel, dieses Jahr 28,2 GW Module zu verkaufen, um 4,9 GW zurückgeschraubt. Die Branche soll nun von einem mäßigen Nachfrageanstieg um 12 % im Vergleich zu früheren Schätzungen profitieren. Somit werden die weltweiten Modul-Lagerbestände bis Jahresende auf 7,3 GW abgebaut. Die vorherigen Schätzungen von Solarbuzz lagen bei 8,6 GW.

 

Jüngste Photovoltaik-Weltmarktprognose für 2011 liegt bei 23,6 GW

Da der Photovoltaik-Markt in China und Großbritannien schneller als erwartet wuchs, konnte die jüngste Weltmarktprognose für 2011 auf 23,6 GW angehoben werden. Das sind 22 % mehr als im Vorjahr. Die dynamische Marktentwicklung in China kommt für chinesische Hersteller zu einer günstigen Zeit: Das US-amerikanische Marktumfeld ist für die Chinesen unsicherer geworden, seit SolarWorld eine Handelsbeschwerde beim US-Handelsministerium und der Internationalen Handelskommission der Vereinigten Staaten eingereicht hat.

 

Solarmodul-Preise sanken im dritten Quartal um 17 %

Besonders in Europa haben Vertriebsunternehmen im dritten Quartal ihre Lagerbestände massiv abgebaut. Sie senkten die Lagerzeit um 19 Tage und wollen sie bis Jahresende um weitere 45 Tage kürzen. Der dramatische Modul-Preisverfall um 17 % im dritten Quartal sorgte dafür, dass in diesem Quartal mehr als 300 Millionen US-Dollar (230 Millionen Euro) für Lagerbestände abgeschrieben werden mussten.

 

Negative Gewinnspannen für westliche, japanische, kleinere chinesische und andere asiatische Hersteller

Die Bruttomargen der großen vertikal integrierten chinesischen Zell- und Modulhersteller sanken im dritten Quartal um zwei Prozentpunkte im Vergleich zum Vorquartal. Westliche und japanische Produzenten machten zum zweiten Mal in Folge Verluste.

Auch die Margen kleinerer chinesischer und anderer asiatischer Hersteller, die Solarbuzz erfasst hat, sind jetzt negativ. Die 15-prozentige Kürzung der deutschen Solarstrom-Einspeisevergütung zum 01.01.2012 sichert weitere Modulpreis-Senkungen im ersten Quartal, das jahreszeitbedingt schwach ist. Die Polysilizium-Preise, die sich bis zum dritten Quartal noch gehalten hatten, sinken jetzt dramatisch, da die Spotmarkt-Preise die Preise auf der Grundlage von Lieferverträgen sehr belastet haben.

 

 

 

 

21.12.2011 | Quelle: NPD Solarbuzz; Grafik: NPD Solarbuzz Quarterly report | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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