Photovoltaik in Indien: Energieministerium führt Einspeisevergütung für die ersten 100 MW netzgekoppelte Solarstrom-Anlagen ein; Lösungen für Net Metering gesucht

IREDA hat 78 Photovoltaik-Anlagen für die neue Einspeisevergütung ausgewählt
IREDA hat 78 Photovoltaik-Anlagen für die neue Einspeisevergütung ausgewählt

Am 19.12.2011 meldete das indische Ministerium für neue und erneuerbare Energien (MNRE), die Indian Renewable Energy Development Agency (IREDA) habe Einspeisevergütungen (generation-based incentives, GBI) für die ersten 100 Megawatt netzgekoppelte Photovoltaik-Anlagen, die in Indien in Betrieb gehen, eingeführt.

Einen Tag später rief Energieminister Dr. Farooq Abdullah zur Entwicklung eines Aktionsplans auf. Als Ergebnis einer nationalen Tagung zu diesem Thema soll das so genannte „Net Metering“ bei gewerblichen und privaten Aufdachanlagen eingeführt werden.



Einspeisevergütung für Solarstrom beträgt 0,18 Euro/kWh

Im Rahmen des GBI-Programmes gibt es Fördermittel für netzgekoppelte Anlagen unter 33 kW sowie für insgesamt 100 MW Anlagen, deren Nennleistung zwischen 100 kW und 2 MW liegt.

IREDA hat für das Programm 78 Anlagen mit insgesamt rund 98 MW Nennleistung ausgewählt. Die Agentur wird staatliche Stromversorgungsunternehmen mit INR 12,41 (0,18 Euro) pro Kilowattstunde fördern, wenn sie ihren Strom von den Projektentwicklern beziehen.

Laut MNRE ist die Höhe der GBI-Förderung für die Stromversorger festgesetzt. Sie entspreche der Differenz zwischen dem von der Regulierungsbehörde (Central Electricity Regulatory Commission, CERC) festgelegten Tarif von 2010-2011 (INR 17,91/kWh; 0,25 Euro/kWh) und dem Referenztarif von INR 5,5/kWh (0,078 Euro/kWh).

Neue Projektvorschläge könnten nicht mehr angenommen werden. Für Windkraftanlagen wurde ein ähnliches Programm eingeführt.


Indien sucht praktische Lösungen für Net Metering

Am 20.12.2011 eröffnete Energieminister Abdullah eine nationale Tagung zum Net-Metering bei netzgekoppelten Photovoltaik-Anlagen. Das Treffen wurde vom MNRE und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ, Eschborn) organisiert.

Der Energieminister bat Vertreter der wichtigsten Ministerien, Vorsitzende und Mitarbeiter staatlicher Regulierungsbehörden und Vertreter staatlicher Strombehörden und Stromvertriebs-Gesellschaften, einen Aktionsplan mit praktischen Lösungen für die Einführung des Net Metering auszuarbeiten.

Aufgrund sinkender Kosten für Solarstrom sollte es laut Abdullah möglich sein, dass Verbraucher ihren überschüssigen Strom in das Netz einspeisen.


 

27.12.2011 | Quelle: Ministry of New and Renewable Energy | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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