Photovoltaik in Äthiopien: Erfolgreicher erster Durchlauf eines Pilotprogramms mit äthiopischen Solar-Unternehmern abgeschlossen

Unternehmerin mit solarbetriebenem Eiswagen. Photovoltaik-Module liefern Strom zur Kühlung
Unternehmerin mit solarbetriebenem Eiswagen. Photovoltaik-Module liefern Strom zur Kühlung

Gemeinsam mit der Universität Arba Minch (Äthiopien) und der Hochschule Neu-Ulm hat das Memminger Solar-Unternehmen Phaesun im Dezember 2014 den ersten Durchlauf des AEE-Programmes (Applied Education and Entrepreneurship Programme) abgeschlossen.

Im Rahmen des Programms wurde ein neuer Studienkurs an der südäthiopischen Universität eingeführt, in dem die Studenten Photovoltaik-Systeme entwickeln und damit gemeinsam mit lokalen Kleinstunternehmern neue Geschäftsmodelle in den ländlichen Gebieten aufbauen.

 

Photovoltaik für ein Bergdorf ohne Stromversorgung

Entstanden sind unter anderem die solar betriebene Ausrüstung für einen Friseursalon, eine mobile Handy- und Lampenladestation, eine mit Solarstrom betriebene mobile Eisdiele und die Ausrüstung für einen Eventfotografen.

Studenten der Universität Arba Minch haben bei Erkundungen im abgelegenen Bergdorf Laka, welches keine Stromversorgung hat, Ideen für diese Systeme gesammelt und unter Regie der deutschen und äthiopischen Dozenten die technische Auslegung gemacht und die PV-Systeme konstruiert.

Gleichzeitig wurden gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung Lakas lokale Solar-Unternehmer identifiziert und Businesspläne entwickelt.

 

Zusammenarbeit im internationalen Team

"Einzigartig ist die Zusammenarbeit von internationalen Experten, äthiopischen Hochschulstudenten und lokalen Kleinstunternehmern“, berichtet Engidaw Abdel Haile, Leiter des Solar-Kompetenzzentrums an der Universität Arba Minch.

„So wurden Systeme entwickelt, die perfekt auf die Bedürfnisse der Anwender zugeschnitten sind. Beispielsweise bietet der mobile solar betriebene Friseurladen seine Dienstleistungen hauptsächlich an den Markttagen an. Die Studenten haben das Solarsystem und die Friseurausstattung deshalb auf einen stabilen Wagen montiert, damit der Friseur seine Ausstattung einfach auf den Markt in Laka und den umliegenden Dörfern schieben kann."

 

Einkommensgenerierung mit Solarstrom

DAS Photovoltaik-Unternehmen Phasesun aus Memmingen unterstützt das Projekt als Industriepartner mit Komponenten und Schulungen zur Auslegung und zur Vermarktung von Solar-Systemen. Grund für die Teilnahme am Projekt sei es, „BOSS“-Lösungen gemeinsam mit den verschiedenen Anspruchsgruppen zu entwickeln und in der Praxis zu testen. BOSS steht dabei für Business Opportunities with Solar Systems, also für Solar-Systeme, die zur Einkommensgenerierung genutzt werden.

 

Perfektes Lernfeld für alle Beteiligten

Tobias Zwirner, Geschäftsführer von Phaesun, weiß, dass es sich bei den im Rahmen des Projekts entwickelten Solar-Kits um Prototypen mit Verbesserungspotenzial handelt, sieht das aber als perfektes Lernfeld für alle Beteiligten. "Die lokalen Unternehmer bleiben über 2 Jahre mit der Universität in Kontakt. Das ist die Laufzeit, in der sie die Investitionskosten für die Solarsysteme abbezahlen müssen, aber auch bei Problemen Unterstützung bekommen. Beispielsweise mussten die Räder der Wägen bereits ausgetauscht werden, da sie nicht stabil genug für das Gewicht der Solar-Batterien waren. Zudem wunderten sich die Betreiber in Laka bei einer langen Regenperiode über Probleme des Solarsystems. Somit sehen die Studenten wie wichtig die hohe Qualität der Komponenten und der bewusste Einsatz von Solarenergie ist."

 

23.12.2014 | Quelle: Phaesun | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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