Solarstrom ohne Sonne: Neues Energiespeichersystem kann 85 Prozent der zusätzlichen Energiekosten sparen

In den Gehäusen sind mehrere Akkumulatoren untergebracht, die in Reihe verschaltet werden
In den Gehäusen sind mehrere Akkumulatoren untergebracht, die in Reihe verschaltet werden

Zeiten, zu denen regenerativ erzeugter Strom zur Verfügung steht, decken sich oft nicht mit den Bedarfszeiten, wodurch eine Eigennutzung nur begrenzt möglich ist. Daher hat die PEUS-Testing GmbH (Gaggenau) ein Energiespeicher-System entwickelt, das genau das ermöglichen soll.

Vor Einsatz des Batteriesystems, das aus mehreren Akkumulatoren in Leichtbau-Kunststoffgehäusen besteht, musste die LS Energiesysteme GmbH (Lohne) trotz eigener Photovoltaik-Anlage jährlich bis zu 28.000 Euro an Energiekosten aufbringen. Durch den Einsatz des PEUS-Testing Batteriespeichers sei dieser Betrag auf ein Siebtel reduziert worden, berichten die Unternehmen.

 

Batteriesystem ermöglicht 95 Prozent Eigenversorgungsquote

Auf dem Firmengelände der LS Energiesysteme GmbH wurde 2013 eine Photovoltaik-Anlage mit einem Mini-Blockheizkraftwerk kombiniert. Diese Anlage lief zwei Jahre lang völlig autark. „Nachdem wir auf einer BHKW-Tagung in Fulda das Batteriesystem von PEUS kennengelernt hatten, entschieden wir uns dafür, dieses in unsere Anlage einzubauen“, berichtet Ludger Sieve, Geschäftsführer bei LS. „Dazu wurde in rund zweieinhalb Stunden ein vormontiertes 30 kWh-System bei uns verbaut, das uns nun eine Eigenversorgung von 95 Prozent ermöglicht.“

Seither sei jährlich nur noch ein Aufwand von etwa 4.000 Euro nötig, und die Anlage könnte sich innerhalb der nächsten sieben Jahre amortisiert haben, schätzt Sieve.

 

Batteriepacks in Kombination mit BMS und Regler

Hauptbestandteil des Systems sind die Batteriepacks. Sie enthalten jeweils mehrere Akkumulatoren mit LiFePO4-Technik sowie ein zellintegriertes Batteriemanagementsystem (BMS). Aufgrund der Leichtbaugehäuse sind die Packs wie Getränkekisten stapelbar und können jederzeit erweitert werden.

Die Boxen können in Reihe geschaltet werden. Die benötigte Lade- und Entladeleistung liefern dreiphasige Batteriewechselrichter je nach Bedarf.

„Die Herausforderung bei Batteriespeichern besteht immer darin, sehr viele Zellen in Reihe zu verschalten“, erläutert Helmut Roppelt, Geschäftsführer der PEUS-Testing GmbH. Diese unterliegen fertigungsbedingten Kapazitätstoleranzen, was einen zellspezifischen Ausgleich des Lade-/ Entladestroms erfordert, um alle gleich voll bzw. leer zu halten. Zur Steigerung des Gesamtwirkungsgrades und der Batterielebensdauer sind beim Speicher von PEUS meist 100 bis 250 Zellen in Reihe verschaltet.

 

Maximierung des Eigenverbrauchs

Zur Maximierung des Eigenverbrauchs übernimmt in Abhängigkeit vom aktuellen Leistungsbedarf ein Regler die Umrichter-Regelung und -Steuerung. Dazu wird die Batterie mit überschüssigem Solarstrom geladen und bei ungedecktem Energiebedarf entladen. Mithilfe dieses skalierbaren Systems können die Stränge, ähnlich wie bei einer Photovoltaik-Anlage, seriell zu Strings verschaltet werden.

„Dies ist ab fünf Batteriemodulen bis hin zu Tausenden Modulen möglich und somit sowohl fürs Eigenheim, bei klein- und mittelständischen Unternehmen als auch in der Industrie mit Mega-Watt-Speichern einsetzbar“, so Roppelt.

 

01.08.2015 | Quelle: LS Energiesysteme GmbH, PEUS-Testing GmbH | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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