Wörrstadt ist Energie-Kommune des Monats; Solarthermie-Anlage im Freibad spart hohe Brennstoffkosten ein

Die Solarthermie-Anlage im Freibad dient dazu, das Ergänzungswasser zu erwärmen
Die Solarthermie-Anlage im Freibad dient dazu, das Ergänzungswasser zu erwärmen

Zum Ende der Badesaison hat das Freibad in Wörrstadt rund 133.000 kWh Wärme mit einer Solarthermie-Anlage erzeugt. Mit einer Ölheizung wäre die Rechnung der Gemeinde rund 8.900 Euro höher, berichtet die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE).

Bis 2017 will die Verbandsgemeinde ihren Energiebedarf zu 100 Prozent aus lokalen erneuerbaren Quellen decken. Für die bisherigen Meilensteine auf diesem Weg zeichnet die AEE Wörrstadt als Energie-Kommune des Monats aus.

Pro Tag werden im Freibadbecken in Wörrstadt 20 bis 30 Kubikmeter Wasser nachgefüllt, das verdunstet ist oder von Badegästen augetragen wurde. Um dieses Ergänzungswasser zu erwärmen, kommt die Solarthermie-Anlage zum Einsatz. Sie vermeidet damit den Einsatz fossiler Brennstoffe, so dass das Freibad ganz ohne Ölheizung auskommt.

 

Strombedarf zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energiequellen gedeckt

In Wörrstadt verbrauchen Haushalte, Verwaltung und Unternehmen jährlich 84,8 Millionen kWh Strom und 150 Millionen kWh Wärme. Die installierten Erneuerbare-Energien-Anlagen decken bereits seit 2012 bilanziell den Strombedarf zu 100 Prozent. Windenergie-, Photovoltaik- und Biomasseanlagen sowie Blockheizkraftwerke erzeugten 2014 rund 110 Millionen kWh Strom. Auf dem Weg zum Klimaziel werden erneuerbare Energien auch immer häufiger für die Wärmeversorgung angewendet.

 

Kläranlage produziert ein Teil der benötigten Energie selbst

Auch die Kläranlage Saulheim versorgt sich zu großen Teilen selbst mit Energie. Möglich ist das durch die 2014 in Betrieb genommene Klärschlammfaulungsanlage, in der Faulgase mithilfe eines Blockheizkraftwerkes (BHKW) umweltfreundlich in Strom und Wärme umgewandelt werden.

„Diese Beispiele zeigen, dass erneuerbare Energien vor Ort vielfältig eingesetzt werden können“, sagt Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der AEE. „Die Energieversorgung ist eine klassische Aufgabe der Kommunen im Rahmen der Daseinsvorsorge, wobei Wörrstadt diese Zuständigkeit nicht nur wahrnimmt, sondern aktiv gestaltet.“

 

Energie- und Servicebetrieb Wörrstadt hilft beim Aubau der Erneuerbaren

Um die Energiewende vor Ort weiter voranzutreiben, gründete die Verbandsgemeinde im Jahr 2012 den Energie- und Servicebetrieb Wörrstadt als eine Anstalt des Öffentlichen Rechts. „Diese Organisationsform bietet uns den Vorteil, beim Ausbau erneuerbarer Energien auch wirtschaftlich tätig zu werden und so Projekte direkt zu verwirklichen“, erklärt Karl-Heinz Greb, Werkleiter des Eigenbetriebes Abwasser.

Der Energie- und Servicebetrieb Wörrstadt betreibt die gemeindeeigenen Energieerzeugungsanlagen, kümmert sich um das Ausgleichsflächen-Management und die Leitungsnetze. Außerdem hält er 50 % an der lokalen Stromnetzgesellschaft. „Im Energie- und Servicebetrieb Wörrstadt können wir unsere Interessen bündeln und unsere Gemeinden aktiv an den Energienetzen sowie den damit verbundenen Konzessionsabgaben und den jährlich erwirtschafteten Überschüsse aus den Einnahmen durch die Verpachtung der Netze beteiligen“, so Greb.

Die AEE veranstaltet am 23. September 2015 in Heidelberg die Fachtagung „Kommunaler Klimaschutz – zusammen mit den Bürgern“. Hier geht es zu Programm und Anmeldung.

 

07.09.2015 | Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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