Brasilien ändert Einfuhrbestimmungen für den Solar-Markt; TÜV Rheinland erfolgreich akkreditiert

Photovoltaik-Module in der Klimakammer für Umweltsimulation beim TÜV Rheinland
Photovoltaik-Module in der Klimakammer für Umweltsimulation beim TÜV Rheinland

Hersteller von Photovoltaik-Modulen, Wechselrichtern oder solarthermischen Komponenten die ihre Produkte nach Brasilien exportieren, müssen über die internationalen Normen hinaus eine Mindesteffizienz ausweisen, berichtet der TÜV Rheinland.

„Brasilien investiert massiv in Solarenergie und will gleichzeitig minderwertige Qualitäten ausschließen“, kommentiert Jörg Althaus, Experte von TÜV Rheinland.

 

Akkreditiertes Labor muss Wirkungsgrade verifizieren

Demnach sind im Leitfaden der Handelskammer von Rio de Janeiro für den Importprozess von Solar-Komponenten zwei wesentliche Punkte zu beachten:

Der Import darf nur zu einer von der brasilianischen Finanzbehörde registrierten Firma erfolgen, deren Gesellschaftsvertrag den Handel und Vertrieb der Produkte enthält. Neben der Erfüllung international gültiger Bauart- und Sicherheitsstandards muss außerdem die Effizienz von Modulen, Wechselrichtern, Kollektoren und Batterien durch ein akkreditiertes Labors verifiziert werden.

„Obwohl es sich um Energieerzeuger oder Wandler handelt wird ein Energieeffizienzlabel ähnlich dem bei Kühlschränken üblichen vergeben“, sagt Althaus. Es dürfe keine Ware mit einem schlechten Wirkungsgrad eingeführt werden.

Zuständig für die Akkreditierung der Labore in Brasilien ist INMETRO, das Nationale Institut für Metrologie, Qualität und Technologie. Bislang wurden nur Ergebnisse von z. B. Universitätslaboren in Brasilien zugelassen.

Neu ist nun, dass Labore außerhalb Brasiliens sich akkreditieren lassen können. TÜV Rheinland ist das einzige Prüfunternehmen, das die Anerkennung für Photovoltaik-Module, Wechselrichter und solarthermische Komponenten erhalten hat.

 

Verfahren kann beschleunigt werden

„Durch die Anerkennung für den brasilianischen Markt können wir die logistischen Abläufe für unsere Kunden deutlich vereinfachen“, so Althaus.

Der Importeur müsse an seinen Antrag nur die durch die Experten von TÜV Rheinland erstellten zweisprachigen Prüfberichte anhängen. Der Importgenehmigung stehe in diesem Punkt dann nichts mehr im Weg. Bei Bedarf könne TÜV Rheinland durch seine Niederlassung in Brasilien auch vor Ort unterstützen.

Seit Juli 2014 gilt zudem die Zertifizierungspflicht für Solar-Kollektoren. TÜV Rheinland Brasilien wurde von INMETRO akkreditiert, die Zertifizierung von Warmwasseraufbereitungsanlagen bis zu 1.000 Liter durch Solarenergie sowie ähnliche Systeme und Solar-Kollektoren für Bäder und Pools durchzuführen. Dazu wird ein Audit im entsprechenden Fabrikationsort durchgeführt und das Qualitätsmanagement ausgewertet.

Gekennzeichnete Prüfmuster werden von TÜV Rheinland ins Labor zur Prüfung gegeben. Diese Zertifizierung bietet dem Investor größtmögliche Sicherheit insbesondere in Hinsicht auf die Lebensdauer der Anlagen, da die „Schlecht-Wetter-Konditionen“ ebenfalls getestet werden. Es sei daher nicht verwunderlich, dass der Markt für Warmwasseraufbereitung durch Solarenergie in Brasilien seit 2010 um jährlich rund 15 Prozent wachse.

 

22.09.2015 | Quelle: TÜV Rheinland | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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