ASUE-Effizienzdialog: Power-to-Heat und Power-to-Gas können den Schritt von der Strom- zur Wärmewende unterstützen

Power-to-Gas-Pilotanlage des Prüf- und Forschungsinstituts PFI (Pirmasens)
Power-to-Gas-Pilotanlage des Prüf- und Forschungsinstituts PFI (Pirmasens)

Beim 14. ASUE-Effizienzdialog am 26.10.2015 in Berlin wurde diskutiert, was "Power-to-Heat" und "Power-to-Gas" zur weiteren Entwicklung der Energiewende beitragen können.

Das Ergebnis: Beide Technologien werden nebeneinander benötigt, um überschüssigen Solar- und Windstrom umzuwandeln, im Wärmemarkt zu nutzen oder zu speichern. Sie könnten den wichtigen Schritt von der Strom- zur Wärmewende unterstützen, um den im Verhältnis zum Strommarkt dreimal größeren Wärmemarkt für den Klimaschutz zu erschließen, berichtet die ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V..

Bei der Veranstaltung diskutierten Dr. Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik der Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen, Dr. André Wolf vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) und Dr. Ludwig Möhring, Präsident der ASUE, mit mehr als 100 Gästen.

 

"Power-to-Gas" (PtG) und "Power-to-Heat" (PtH)

Der Gebäudesektor in Deutschland ist für etwa 40 % des Endenergieverbrauchs und somit für einen Hauptanteil an klimarelevanten CO2-Emissionen verantwortlich. Mit PtH wird überschüssiger Strom zum Aufheizen von Speichersystemen in Fernwärme- oder Heizungsanlagen genutzt. Power-to-Gas-Anlagen erzeugen mithilfe von Strom Wasserstoff, der direkt genutzt oder nach Umwandlung in Methan in das Versorgungsnetz eingespeist, gespeichert und in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) zur Strom- und Wärmeerzeugung eingesetzt werden kann.

"Erdgas im Wärmemarkt, insbesondere in Verbindung mit hoch effizienten KWK-Anlagen, ist schon heute die günstigste CO2-Vermeidungsstrategie. Kommt hier zukünftig auch erneuerbares Methan zum Einsatz, lassen sich grundlastfähige Strom- und Wärmeerzeugung sektorübergreifend miteinander koppeln. Unabdingbar bleibt jedoch, dass diese Entwicklungen wirtschaftlichen Gesichtspunkten folgen. Daran ist noch zu arbeiten, und der Schwerpunkt beim Ausbau der erneuerbaren Energien sollte zunächst auf einer effizienten Stromverwendung und dem Ausbau der Infrastruktur liegen", fasst Dr. Ludwig Möhring, Präsident der ASUE, die Diskussion zusammen.

 

PtG und PtH können Stromnetze entlasten

Die Erwartungen an PtG und PtH richten sich aber auch auf die Entlastung der Stromnetze, wenn ein Überangebot an Solar- und Windstrom ansonsten zum Abschalten der regenerativen Erzeugungsanlagen führen würde. "Dezentrale "Power-to-Heat"-Hybridheizungen führen nach den Untersuchungen des HWWI zu einer Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien im Wärmebereich", sagt Dr. André Wolf, "und gleichzeitig können sie aufgrund ihrer Nähe zu Photovoltaik-Anlagen zur Stabilisierung der Stromnetze beitragen."

Dass mit diesen Technologien die bisher noch überwiegend getrennten Systeme der Strom- und Wärmeversorgung miteinander verknüpft und die Vorteile dem Klimaschutz zu Gute kommen können, sieht auch Dr. Julia Verlinden. Die Keynote-Sprecherin des Abends sagt aber zugleich: "Die Verbesserung der Energieeffizienz ist eine der wichtigsten und zugleich preiswertesten Wege zum Klimaschutz. Deshalb sollten wir auch hocheffiziente KWK weiter ausbauen. Weitere Förderung für Kohlekraftwerke darf es dabei aber auf keinen Fall geben. KWK-Anlagen passen auch in ein System mit 100 Prozent erneuerbaren Energien. Denn perspektivisch können wir diese Kraftwerke mit Gas betreiben, das über Power-to-Gas aus überschüssigem Wind- oder Solarstrom gewonnen wurde."

Das Fazit des Effizienzdialogs lautet: Die Strom- und Wärmewende wird nur gelingen, wenn über bisherige Systemgrenzen hinaus technologieoffene, kostenbewusste und effiziente Entwicklungen vorangetrieben werden.

 

08.11.2015 | Quelle: ASUE; Bild: PFI | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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