Fitch-Rating: Photovoltaik-Kraftwerke in den USA legen guten Start hin; langfristige Risiken möglich

Bei den von Fitch ausgewerteten Photovoltaik-Kraftwerken war die Solarstrom-Produktion wesentlich höher als erwartet
Bei den von Fitch ausgewerteten Photovoltaik-Kraftwerken war die Solarstrom-Produktion wesentlich höher als erwartet

Nach Einschätzung der Ratingagentur Fitch (New York, London) werden die guten ersten Ergebnisse der Photovoltaik-Kraftwerke in den USA in nächster Zeit voraussichtlich stabil bleiben.

Fitch Ratings hat in einer Studie Großprojekte untersucht (50–579 MW), geht aber davon aus, dass sich die Ergebnisse in Bezug auf Risiken bei der Fertigstellung, schwankende Solarstrom-Produktion und Leistung auch auf kleinere Projekte oder Portfolios übertragen lassen.

Bei den untersuchten Kraftwerken gab es teilweise Verzögerungen beim Bau (aufgrund des Genehmigungsverfahrens oder der Wetters), oder es mussten andere Komponenten beschafft werden, weil Anbieter insolvent waren, oder es gab Probleme mit der Leistung der Komponenten.

 

Solarstrom-Produktion wird 2015 voraussichtlich um 15 % steigen

Keines dieser Projekte wurde aus diesen Gründen jedoch herabgestuft, da für den Bau ein Festpreis vereinbart war, die Vertragspartner renommiert und erfahren waren und es Alternativ-Lieferanten gab. Diese Faktoren seien wichtig, betont Fitch, egal ob es sich um eine große oder kleine, Freiflächen- oder Dachanlagen handle.

Diese Ergebnisse wurden zu einem Zeitpunkt veröffentlicht, wo der Solar-Ausbau boomt. Laut der US-Behörde Energy Information Administration (EIA) wird die Solarstrom-Produktion 2015 voraussichtlich um 15 % steigen.

Bei den von Fitch ausgewerteten PV-Kraftwerken war die Solarstrom-Produktion wesentlich höher als für die ersten vier Jahre erwartet. Dennoch bestehen langfristige Risiken: Bei den meisten Projekten haben die Kredite eine Laufzeit zwischen 20 und 25 Jahren, während die Industrie noch nicht die notwendige langjährige Erfahrung habe, betont Fitch.

Extreme Wetterumschwünge könnten sich positiv oder negativ auf die Energieausbeute auswirken. Noch gibt es keine langfristigen Leistungswerte für aktuelle Photovoltaik-Module in verschiedenen Umgebungen, und viele Hersteller haben nicht die finanziellen Mittel, um ihren Garantieverpflichtungen nachzukommen.

Auch die Funktion der Wechselrichter in verschiedenen Klimazonen und die damit verbundenen Kosten sind nicht komplett bekannt. Eine kurzfristige positive Leistung dämpft zwar Unsicherheiten bezüglich der künftig zu erwartenden Leistung, ist aber kein klarer Indikator dafür.

 

04.11.2015 | Quelle: Fitch Ratings | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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