Clean Edge Bericht: Immer mehr Regierungen streben eine 100-prozentige Stromversorgung mit erneuerbaren Energien an

Grafik aus dem Bericht: Photovoltaik- und Windenergiemarkt von 2000 bis 2014
Grafik aus dem Bericht: Photovoltaik- und Windenergiemarkt von 2000 bis 2014

Vor nicht allzu langer Zeit schien das Ziel, ein Unternehmen, eine Stadt, einen Bundesstaat oder ein ganzes Land zu 50, 75 oder sogar 100 % mit erneuerbarem Strom zu versorgen, noch absurd.

Aber nun streben immer mehr Unternehmen und Verwaltungen solche Ziele an oder haben sie schon erreicht. Das geht aus dem neuesten Bericht des Marktforschungs-Unternehmens Clean Edge im Auftrag des Photovoltaik-Anbieters SolarCity hervor.

In den letzten Jahren haben immer mehr Regierungen und Konzerne ihre Erneuerbaren-Ziele erhöht. Allein 2015 hat der US-Bundesstaat Kalifornien einen „Renewable Portfolio Standard” (RPS) von 50 % bis zum Jahr 2030 etabliert; Vermont strebt bis 2032 einen RPS von 75 % an, und Hawaii 100 % bis 2045.

Island bezieht bereits 100 % seines Stroms aus erneuerbaren Energiequellen, ebenso einige kleinere Inseln, das österreichische Bundesland Kärnten und Schleswig-Holstein mit 2,8 Millionen Einwohnern.

In den USA haben bereits Dutzende Konzerne ihre Stromversorgung auf 100 % erneuerbar umgestellt, zum Beispiel Apple, Intel, Kohl's und Voya Financial. Viele weitere streben dieses Ziel in den nächsten 10–20 Jahren an.

 

Der Bericht hebt fünf wichtige Entwicklungen hervor, die eine Umstellung auf 100 % erneuerbare Energien ermöglichen:

  1. ein belastbares Stromnetz

  2. Nullenergiehäuser und intelligent vernetzte Geräte

  3. Energiespeicher

  4. mehr Großanlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien

  5. kostengünstige dezentrale Solarstrom-Anlagen

„Wenn eine breite Nutzung erneuerbarer Energien stattfinden soll, müssen all diese Punkte angegangen werden“, sagt Ron Pernick, Direktor bei Clean Edge und einer der Hauptautoren der Studie.

„Dies umfasst die gesamte Palette der erneuerbaren Energien: Solar- und Windenergie, Geothermie und Wasserkraft, und bezieht sich sowohl auf die dezentrale Stromproduktion als auch auf große Kraftwerke.“ Der Bericht betont auch die Rolle von Energieeffizienz-Maßnahmen, der gezielten Steuerung des Stromverbrauchs und von Energiespeichern.

Im Jahr 2014 entfiel mehr als die Hälfte des Zubaus in den USA auf Solar- und Windanlagen, und weltweit machten die Erneuerbaren (v.a. Solar-, Windanlagen und Wasserkraftwerke) rund 60 % der neu installierten Leistung aus.

Der Bericht kann hier heruntergeladen werden: www.cleanedge.com/reports

 

11.11.2015 | Quelle: Clean Edge | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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