Sonnenhaus-Institut beschließt Neuausrichtung; Photovoltaik gewinnt im Energiekonzept an Bedeutung

Die Kombination aus Solarthermie und Photovoltaik wird ein Merkmal der nächsten Sonnenhaus-Generation sein
Die Kombination aus Solarthermie und Photovoltaik wird ein Merkmal der nächsten Sonnenhaus-Generation sein

Elf Jahre nach der Gründung des Kompetenznetzwerks für weitgehend solar beheizte Häuser haben die Mitglieder des Sonnenhaus-Instituts e.V. eine Neuausrichtung beschlossen. Stand bisher die Solarthermie im Mittelpunkt des Bau- und Heizkonzeptes, so sollen künftig vermehrt andere regenerative Technologien, wie die Photovoltaik, integriert werden.

Ziel sei weiterhin, mindestens 50 Prozent des Heizenergiebedarfs in neuen oder zum Sonnenhaus sanierten Gebäuden solar zu decken, berichtet das Sonnenhaus-Institut in einer Pressemitteilung.

Die Neuausrichtung auf Solarthermie und Photovoltaik wurde auf der Jahreshauptversammlung des Sonnenhaus-Instituts am 13.11.2015 in Straubing beschlossen.

 

Größtmögliche Unabhängigkeit vom Energieversorger angestrebt

„Die Kombination von Solarthermie und Photovoltaik ist der Schlüssel zu einer größtmöglichen Unabhängigkeit vom Energieversorger, und die wollen wir Bauherren und Sanierern bieten“, sagt der erste Vorsitzende Georg Dasch. „Solarstrom-Anlagen, auch in Kombination mit Wärmepumpen und Batteriespeicher-Systemen, werden deshalb künftig eine größere Bedeutung im Sonnenhaus-Konzept haben.“

Viele der inzwischen 1.800 Sonnenhäuser haben bereits ein Energiedach aus Solarthermie-Kollektoren und Photovoltaik-Modulen. Ebenso gibt es schon erste Sonnenhäuser mit großer Photovoltaik-Anlage und Wärmepumpe. Wegen des hohen Wirkungsgrads von Solar-Kollektoren und des niedrigen Primärenergiebedarfs soll die Kombination aus großer Solarwärme-Anlage und Holzheizung jedoch auch weiterhin zentral bleiben.

 

Photovoltaik in neuer Klassifizierung

Bereits seit Juni 2014 unterscheidet das Sonnenhaus-Institut folgende Kategorien: „Sonnenhaus Standard“, „Sonnenhaus Plus“, „Sonnenhaus Autark“, „Sonnenhaus f“ (mit fossiler Nachheizung) sowie „Sonnenhaus im Bestand“. Bei letzterer handelt es sich um sanierte Gebäude, die den ersten vier Kategorien zugeordnet werden können.

Das „Sonnenhaus Standard“ ist die klassische Variante mit großer Solarwärme-Heizung und regenerativer Zuheizung. Die neuen, erweiterten Kriterien beziehen neben der Wärme auch den Haushaltsstrom mit ein: Beim „Sonnenhaus Plus“ kann eine zusätzlich installierte Photovoltaik-Anlage bei entsprechender Dimensionierung für eine positive Primärenergie-Jahresbilanz sorgen.

Ein „Sonnenhaus Autark“ muss nicht nur für die Wärme, sondern auch für die Stromversorgung einen Autarkiegrad von mindestens 50 Prozent aufweisen. Beim „Sonnenhaus f“ wird mit einer Öl- oder Gasbrennwertheizung nachgeheizt.

 

Neuer 2. Vorsitzender: Rainer Körner von KHB-Creativ Wohnbau

Auf der Jahreshauptversammlung wurde außerdem Rainer Körner, geschäftsführender Gesellschafter der KHB-Creativ Wohnbau GmbH (Heilbronn), zum zweiten Vorsitzenden ernannt. Er löst das Gründungsmitglied Wolfgang Hilz ab, der nach elf Jahren als 2. Vorsitzender aus dem Vorstand ausschied.

 

18.11.2015 | Quelle: Sonnenhaus-Institut; Bild: KHB Creativ-Wohnbau | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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