Forscher entwickeln Heim-Energiespeicher auf Basis der Vanadium-Redox-Flow-Technologie

v.l.:Hayo Seeba, Frederick Haack, Timo di Nardo und Teamleiter Jan große Austing wurden mit dem ResiFlow-Projekt in das „EXIST“-Forschungstransfer-Programm aufgenommen.
v.l.:Hayo Seeba, Frederick Haack, Timo di Nardo und Teamleiter Jan große Austing wurden mit dem ResiFlow-Projekt in das „EXIST“-Forschungstransfer-Programm aufgenommen.

Einem Wissenschaftler-Team des EWE-Forschungszentrums NEXT ENERGY (Oldenburg) ist es gelungen, die Vanadium-Redox-Flow-Technologie für den kosteneffizienten Einsatz in Heim-Energiespeichern weiterzuentwickeln.

Das Projekt wurde als „herausragendes Gründungsvorhaben“ in das „EXIST “-Forschungstransfer-Programm des BMWi aufgenommen und soll in den kommenden zwei Jahren mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums und des Europäischen Sozialfonds (ESF) in eine Unternehmens-Gründung überführt werden, berichtet Next Energy.

 

Vanadium-Redox-Flow-Batterien sind im Vergleich zu anderen Technologien wesentlich langlebiger

Unter dem Namen „ResiFlow“ will das Gründerteam um Jan große Austing auf Basis der Vanadium-Redox-Flow-Batterie (VRFB) einen neuartigen Heim-Energiespeicher hervorbringen, der kostengünstig, umweltschonend und recyclebar ist.

„Im Gegensatz zu den derzeit im Heimbereich eingesetzten Lithium-Ionen- und Blei-Gel-Batterien weist die VRFB eine extrem hohe Langlebigkeit von über 15.000 Vollzyklen auf – und das mit höchstmöglichen Sicherheitsstandards“, betont der Projektleiter. „Zudem lassen sich Leistung und Energie bauartbedingt unabhängig voneinander optimal für jeden Anwendungsfall skalieren. Die einzelnen Komponenten sind nicht entflammbar, so dass die Systeme unter dem Aspekt der Sicherheit unbedenklich sind.“ Die Technologie beruht auf unterschiedlichen Oxidationsstufen des Vanadiums, wobei es sich bei den elektrochemisch aktiven Substanzen um wiederverwertbare Vanadiumsalze handelt.

 

VRFB-Speicher könnte Solarstrom-Eigenverbrauchsanteil deutlich steigern

Den Wissenschaftlern ist es gelungen, die positiven Materialeigenschaften mit einer kostengünstigen Methode zur Leistungssteigerung der Batterie zu kombinieren. Im Alltagseinsatz könnte der VRFB-Speicher somit helfen, den Eigenverbrauchsanteil von selbst erzeugtem Solarstrom auf bis zu 80 Prozent zu steigern. Diese Eigennutzung wird angesichts der fortschreitend fallenden Einspeisevergütung für Photovoltaik-Strom zunehmend wirtschaftlich attraktiv.

 

VRFB-Technologie soll auch für Heimanwender zugänglich gemacht werden

Bislang wird der VRFB-Batterietyp aufgrund seiner Ausmaße und der Herstellungskosten ausschließlich als industrieller Großspeicher eingesetzt. Durch die Forschungsarbeiten des Gründerteams konnten jedoch im Labormaßstab Verbesserungen der Batterietechnologie erzielt werden, welche die Technik auch für den Heimanwender zugänglich machen. Ein innovatives Verbundkonzept ermöglicht dabei die kostengünstige Produktion zentraler Systemkomponenten. Volumen und Materialeinsatz werden erheblich reduziert, so dass eine intelligente Raumintegration im Heimbereich möglich werden soll.

 

01.12.2015 | Quelle: EWE-Forschungszentrum für Energietechnologie e. V. | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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