Strompreise in Europa: In Deutschland ist der Unterschied zwischen Privat- und Industriekunden am größten

Die Strompreise für Privatkunden in Europa sind je nach Land sehr unterschiedlich. Im Schnitt zahlen sie 21 Cent/kWh
Die Strompreise für Privatkunden in Europa sind je nach Land sehr unterschiedlich. Im Schnitt zahlen sie 21 Cent/kWh

Private Stromkunden in Europa zahlen seit Jahren höhere Preise für ihren Strom als Industriekunden, und der Abstand wächst. In den vergangenen fünf Jahren mussten private Haushalte eine Steigerung um 24 % hinnehmen, während Unternehmen laut Strom-Report.de aktuell sogar 2 % weniger zahlen als 2010.

Der größte Unterschied zwischen Privat- und Industriekunden wurde mit 375 % in Deutschland gemessen.

 

In Dänemark ist Strom am teuersten

Europäische Haushaltskunden zahlen im Schnitt 21 Cent pro Kilowattstunde Strom. Das ist mehr als das Doppelte des Industriestrompreises, der aktuell 9 Cent beträgt.

Seit vielen Jahren müssen Verbraucher in Dänemark am meisten Geld für ihren Strom ausgeben, denn dort kostet die Kilowattstunde 30,7 Cent. Den zweiten Platz des Rankings belegt Deutschland mit 29,5 Cent/kWh.

Für Industriekunden waren die Stromkosten im Jahr 2015 am höchsten in Malta (15,5 Cent) und Großbritannien (14,4 Cent). Mit 375 % wurde der größte Unterschied zwischen Privat- und Industriekunden in Deutschland gemessen. Die Annahme, dass deutsche Industrie-Unternehmen im europäischen Vergleich überdurchschnittlich hohe Preise für Energie zahlen, lässt sich nicht bestätigen. Mit 8,1 Cent pro Kilowattstunde liegt der Preis 10 % unter dem Durchschnitt und befindet sich zudem im Abwärtstrend.

 

Stromkosten im Vergleich zum Nettoeinkommen

Die Strompreise sind in fast allen Ländern Europas gestiegen. Doch neben dem Preis pro Kilowattstunde gibt es auch erhebliche Unterschiede bei dem Einkommen, das den Menschen zu Verfügung steht.

In Bezug auf die Kosten im Verhältnis zum Nettoeinkommen ist Bulgarien das Land mit dem teuersten Strom, gefolgt von Lettland und Schweden. Den im Vergleich günstigsten Strom gibt es in Luxemburg, Italien und den Niederlanden.

Ein durchschnittlicher bulgarischer Einpersonen-Haushalt gibt 3 % seines Monatseinkommens für die Stromrechnung aus. Im Vergleich dazu zahlt ein luxemburgischer Single-Haushalt nur 0,7 % seines Gehalts. In Deutschland liegt der Anteil bei 2 %, was nur leicht über dem europäischen Durchschnitt liegt (1,9 %).

 

17.12.2015 | Quelle: Strom-Report.de | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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