Trina Solar steigt aus EU-Preisregelung aus und bedient EU-Photovoltaik-Kunden künftig vom Ausland aus

Jifan Gao, Vorstandsvorsitzender von Trina Solar: „Der aktuelle Mindestimportpreis spiegelt nicht die derzeitigen Solarmarkt-Trends wider“
Jifan Gao, Vorstandsvorsitzender von Trina Solar: „Der aktuelle Mindestimportpreis spiegelt nicht die derzeitigen Solarmarkt-Trends wider“

Das chinesische Photovoltaik-Unternehmen Trina Solar Limited (Changzhou) kündigte am 11.12.2015 an, aus der EU-Preisregelung auszusteigen und seine europäischen Photovoltaik-Kunden von seinen Fabriken im Ausland aus zu bedienen.

Am 05.12.2013 hatte der Europarat Antidumping- und Antisubventions-Zölle auf importierte Solarzellen und Photovoltaik-Module aus China eingeführt. Anschließend akzeptierte die EU-Kommission eine Regelung, wonach chinesische Unternehmen Solarzellen und Module in der EU zu einem Preis oberhalb eines Mindest-Importpreises (MIP) verkaufen können.

Chinesische Hersteller, welche die Vereinbarung nicht akzeptierten, mussten seit 06.12.2013 zwei Jahre lang hohe Antidumping- und Antisubventions-Zölle zahlen – bei Trina Solar waren dies 47,7 % bzw. 3,5 %. Das Unternehmen hatte sich damals entschlossen, die Vereinbarung einzuhalten.

 

EU-Zölle und Regelungen für Photovoltaik-Importe bleiben in Kraft

Die aktuelle Interpretation der Vereinbarung durch die EU-Kommission sei jedoch nicht gerecht, schränke das Wachstumspotenzial des Unternehmens in Europa ein und hindere es an seinem weltweiten Expansionskurs, betont Trina Solar.

Die EU-Kommission kündigte kürzlich eine Prüfung der Regelung an, während der die Zölle und Maßnahmen in Kraft bleiben sollen. Für Trina Solar widerspricht dies den Grundsätzen eines freien und fairen Handels, daher sei es im Interesse des Unternehmens, aus dem Abkommen auszusteigen.

„Die aktuelle Fortführung der Preisregelung ist eine Fehlinterpretation der ursprünglichen Vorgaben  und hindert uns an unserem weltweiten Expansionskurs“, kommentiert Jifan Gao, Vorstandsvorsitzender von Trina Solar.

„Insbesondere das Verbot, Solarmodule in Fabriken im Ausland zu produzieren, egal ob sie in EU-Märkte verkauft werden oder nicht, ist ein offensichtlicher Missbrauch der Vereinbarung. Außerdem finden wir, dass der aktuelle Mindestimportpreis nicht die derzeitigen Solarmarkt-Trends widerspiegelt: Die durchschnittlichen Verkaufspreise in den großen Märkten sinken schneller als erwartet, und das wird auch in absehbarer Zukunft so bleiben.“

„Wir sind überzeugt, dass der Ausstieg aus der Vereinbarung uns erlaubt, unser Geschäft in der Region besser zu entwickeln, indem wir von unseren ausländischen Fabriken aus zollfrei liefern und mit einer flexibleren Preisstrategie wieder Marktanteile hinzugewinnen. Ich möchte dennoch betonen, dass wir nach wie vor an einem fairen Marktwettbewerb und einem ausgeglichenen Handelsumfeld festhalten.“

 

14.12.2015 | Quelle: Trina Solar Limited | solarserver.de © Heindl Server GmbH

Eine Auswahl der wichtigsten Solar-Nachrichten finden Sie unter
http://www.solarserver.de/solar-magazin/nachrichten/top-solar-news.html