Projekt „Phi-Factory“: Vernetzte Fabrik der Zukunft stabilisiert das Stromnetz

Die Produktionsmaschinen und die Gebäudesystemtechnik in der Modellfabrik sind energetisch vernetzt
Die Produktionsmaschinen und die Gebäudesystemtechnik in der Modellfabrik sind energetisch vernetzt

Am 1. Dezember 2016 startete das Verbundprojekt „Phi-Factory“ an der Technischen Universität (TU) Darmstadt. Dabei geht es um die Fabrik der Zukunft, die flexibel arbeitet und Maschinen und Gebäude energetisch vernetzt.

Die „Phi-Factory“ ist nicht nur sehr energieeffizient, sondern trägt auch dazu bei, das elektrische Versorgungsnetz zu stabilisieren. Die neue Modellfabrik setzt dabei auf einen hohen Anteil erneuerbarer Energien und hilft, Schwankungen des Stromangebots zu glätten.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Beteiligt sind drei Institute der TU Darmstadt, zwei kleinere sowie vier große Unternehmen.

 

Entwickelte Lösungen sollen in die Eta-Fabrik der TU Darmstadt integriert werden

Die Forscher wollen zeigen, wie energieintensive Industriebetriebe zur Stabilisierung eines Stromnetzes mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien beitragen können. Ziel ist, eine flexible elektrische Fabriknetzführung zu entwickeln, mit der es möglich ist, den Energieeinsatz entsprechend den Anforderungen künftiger Verteilnetze mit hohen EE-Anteilen zu steuern sowie systemübergreifend die Energieeffizienz zu steigern. Die im Projekt entwickelten Komponenten und Lösungen sollen in die bestehende Eta-Fabrik der TU Darmstadt integriert und dort praktisch erprobt werden.

 

Fabriken stützen Verteilnetze

Die Projektpartner entwickeln neue Technik und Steuerungssoftware, die einen zeitvariablen, an die Netz- und Erzeugerkapazität angepassten Leistungsbezug von Fabriken ermöglichen soll. Die Fabrik kann das lokale Verteilnetz funktional stützen und somit zur Integration der volatilen erneuerbaren Energien beitragen.

Zusätzlich zur Warenproduktion erfüllt sie Aufgaben wie Spitzenlastglättung, dynamische Blindleistungs-Kompensation, Eigenverbrauchs-Erhöhung und Bereitstellung von Regelleistung. Weiteres Ziel ist es, die Modellfabrik inselnetzfähig zu machen, um sie bis zu eine Stunde im Notbetrieb fahren zu können.

 

Lithium-Ionen-Batterien und Schwungrad kombiniert

Das Projekt kombiniert Lithium-Ionen-Batterien als elektrochemischen Energiespeicher für niederfrequente Lastspitzen mit einem bereits in der Eta-Fabrik installierten Schwungrad als kinetischen Energiespeicher für schnelle leistungsstarke Lastschwankungen im Bereich von Millisekunden bzw. Sekunden.

Weitere Informationen zur Phi-Factory gibt es hier.

 

29.12.2016 | Quelle: BINE Informationsdienst | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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