Solaranlagen und Produkte der Vormonate:

Solarstrom aus 1.408 Photovoltaik-Kraftwerken:
Solarpark Gut Erlasee ist derzeit weltgrößte PV-Anlage

Wo früher Reben der Sonne entgegen rankten, drehen sich heute Solarmodule im Sonnenlicht. Der Solarpark Gut Erlasee auf dem Gelände der ehemaligen staatlichen Weinbauversuchsanstalt „Erlasee“ nahe der Stadt Arnstein bei Würzburg produziert in einer der sonnenreichsten Gegenden Deutschlands Solarstrom für rund 3.500 Haushalte. Das Freiflächen-Solarkraftwerk - mit einer Gesamtleistung von 12 Megawatt (MWp) das derzeit weltgrößte Photovoltaik-Kraftwerk - erzeugt pro Jahr etwa 14.000 Megawattstunden (MWh) Strom aus Sonnenkraft. Auf einer Fläche von 77 Hektar, das entspricht der Größe von 117 Fußballfeldern, wandelt innovative Technik das Sonnenlicht umweltschonend in elektrische Energie um. Der von den Solarmodulen produzierte Strom wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Der Solarserver präsentiert das Rekord-Solarkraftwerk als "Solaranlage des Monats" und gibt einen Ausblick auf kommende Solarstrom-Rekorde.

Solar-Anlage des Monats als PDF-Dokument

12 Megawatt Solarpark "Gut Erlasee". 12 Megawatt Solarpark "Gut Erlasee".
12 Megawatt Solarpark "Gut Erlasee". Fotos: SOLON AG

Höhere Solarstromerträge durch Nachführung

Zirka 70 Millionen Euro hat das fränkische Solarkraftwerk gekostet, das in nur 15 Monaten errichtet wurde. Finanziert wird die Solaranlage der Megawatt-Klasse über Solar-Fonds und von einzelnen Investoren, die eine der zweiachsig der Sonne nachgeführten Photovoltaikanlagen erwerben. Mit der Nachführ-Technologie der so genannten SOLON-Mover wird rund 30 % mehr Strom erzeugt als mit fest installierten Solarstromanlagen. Jeder der SOLON-Mover ist auf einem drehbaren Untergestell montiert, was bei einer minimalen Flächenversiegelung eine exakte Ausrichtung der Solarmodule zur Sonne hin ermöglicht. So ist gewährleistet, dass die Sonne immer senkrecht auf die Modulfläche scheint.

Solarstrom für eine ganze Stadt

Die Berliner SOLON AG, einer der führenden Hersteller von Solarmodulen und Photovoltaikanlagen für solare Großkraftwerke, installierte auf Gut Erlasee 1.408 dieser industriell in Großserie hergestellten Photovoltaiksysteme, die eigens für solare Großkraftwerke entwickelt wurden. Damit ist es erstmals möglich, effizient und wirtschaftlich ganze Gemeinden mittels Sonnenenergie zu versorgen, betont der Hersteller. Der SOLON-Gründer und Aufsichtsrat Alexander Voigt erläuterte wie er vor fünf Jahren auf der Suche nach einem Standort für ein Solarkraftwerk war: "Wir wollten soviel Energie erzeugen, um damit die nächste Stadt versorgen zu können. Dies haben wir hier in Arnstein geschafft." Sein ehrgeiziges Ziel für die Zukunft ist, eine gesamte Insel mit Strom aus Sonnenenergie zu versorgen. Immerhin könne mit den SOLON-Movern bei Arnstein bereits der jährliche Strombedarf einer Kleinstadt mit rund 9.000 Einwohnern gedeckt werden. Die SOLON AG für Solartechnik wurde 1997 gegründet und war mit dem Börsengang 1998 das erste börsennotierte Solarunternehmen in Deutschland. Die SOLON-Gruppe beschäftigt derzeit rund 520 Mitarbeiter und ist mit Tochtergesellschaften in Deutschland,
Österreich, Italien und der Schweiz vertreten.

Ökologische Stromproduktion sorgt für lokale Wertschöpfung

Der Landschaftsverbrauch für die solare Stromproduktion hält sich in Grenzen: Der Solarstrompark nimmt nur etwa 0,6 Prozent der Gesamtfläche der Stadt Arnstein ein und erfüllt die strengen Richtlinien für naturverträgliche Freiflächenanlagen, die im Oktober 2005 von der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V. (UVS, jetzt BSW) und dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) in Bezug auf Standortwahl, Gestaltung und Betrieb der Anlagen sowie die Beteiligung der Öffentlichkeit aufgestellt wurden. Im Gegensatz zu fest aufgeständerten, konventionellen Solarkraftwerken findet weder eine Erosion des Bodens noch eine Beeinträchtigung von Flora und Fauna statt.

SOLON-Mover: Nachgeführte Solarkraftwerke mit hohem Energieertrag. SOLON-Mover: Nachgeführte Solarkraftwerke mit hohem Energieertrag.
SOLON-Mover: Nachgeführte Solarkraftwerke mit hohem Energieertrag. Fotos: SOLON AG

Da das Gelände nicht umzäunt ist, sind Wildwechsel und landwirtschaftliche Nutzung weiterhin möglich. Das Projekt Erlasee ist nach Aussage der Betreiber von Anfang an auf große Unterstützung seitens der lokalen Politik und Verwaltung gestoßen und sei auch von der Bevölkerung der Region sehr positiv aufgenommen worden. Kein Wunder, denn an der Errichtung des Solarparks waren zahlreiche Bau- und Handwerksbetriebe aus der Umgebung beteiligt, die von der lokalen Wertschöpfung profitierten. Dass laut SOLON AG pro Jahr rund 7.700 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) und 11,2 Tonnen radioaktiver Abfall eingespart werden, trug sicher ebenfalls zum positiven Bild der Solarstromanlagen bei.

Die SOLON-Mover folgen dem Lauf der Sonne und erzeugen knapp ein Drittel mehr Solarstrom als fest installierte Module. Die SOLON-Mover folgen dem Lauf der Sonne und erzeugen knapp ein Drittel mehr Solarstrom als fest installierte Module.
Die SOLON-Mover folgen dem Lauf der Sonne und erzeugen knapp ein Drittel mehr Solarstrom als fest installierte Module. Fotos: SOLON AG

Vorbildliche Energieproduktion ohne Lärm und Abgase

Anlässlich der Einweihung fand ein energiepolitisches Gespräch unter der Leitung des Moderators Franz Alt zum Thema "Solarenergie - Energie der Zukunft oder teure Liebhaberei?" statt. Dabei betonte der Bundestagsabgeordnete Dr. Herrmann Scheer (SPD), dass es das größte Versäumnis des 20. Jahrhunderts gewesen sei, die erneuerbaren Energien zu vernachlässigen. Den Solarpark Gut Erlasee dagegen bezeichnete er als ein hervorragendes Beispiel, wie Energie ohne Lärm, Abgase oder Bodenversiegelung erzeugt werde könne. Zum Abschluss forderte Scheer, dass das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten bleiben müsse, bis herkömmliche Energien verschwunden seien. "Damit dieses Gesetz verbessert und nicht verwässert wird, bedarf es einer wachsamen und aktiven Öffentlichkeit. Dies ist wichtig, da die Gegner erneuerbarer Energien gegenwärtig eine massive Lobbyarbeit betreiben", betonte Scheer.

Solarstromanlagen mit ästhetischem Flair SOLON-Mover im Dämmerlicht.
Solarstromanlagen mit ästhetischem Flair: SOLON-Mover im Dämmerlicht. Fotos: SOLON AG

Auch der Bundestagsabgeordnete Hans-Josef-Fell (Bündnis 90/Die Grünen) fürchtet, dass das EEG zum Nachteil der erneuerbaren Energien verändert werden könnte. Das zentrale Argument der herkömmlichen Energiewirtschaft, es gäbe keine Speichertechnik für erneuerbare Energien, lässt Fell nicht gelten: "Die Techniken sind da. Wer anderes behauptet, beleidigt unsere Ingenieure", so Fell. Jetzt komme es darauf an, Speichertechnologien zu fördern und damit eine technologische Entwicklung schnell voran zu treiben.

Neue Solarstrom-Rekorde in Serie

Die positiven politischen Rahmenbedingungen in Deutschland und etlichen europäischen Ländern sorgen dafür, dass Solarstromanlagen immer größer und leistungsfähiger werden. Noch kann sich der Solarpark auf Gut Erlasee auf dem ersten Platz sonnen, doch die Verfolger stehen bereits in den Startlöchern.

Solarpark Gut Erlasee

Solarpark Gut Erlasee
im Überblick:·

  • Gesamtnominalleistung: 12 Megawatt (peak)
  • Investitionsvolumen: zirka 70 Mio. EUR
  • Fläche: 77 Hektar
  • Photovoltaikanlagen: 1.408 SOLON-Mover
  • Jährliche Stomproduktion: 14.000 MWh
  • Jährliche CO2-Ersparnis: zirka 7.700 Tonnen

 

 

Foto: SOLON AG

So sollen nahe der spanischen Stadt Murcia im Laufe des kommenden Jahres 3.000 nachgeführte Solarstromanlagen mit jeweils 42 Quadratmetern Modulfläche installiert werden. Mit einer Gesamtmodulfläche von 126.000 Quadratmetern wird das Solarwerk eine Spitzenleistung von insgesamt 16,5 Megawatt erreichen.

Anfang August 2006 fiel der Startschuss für einen zusammenhängenden Photovoltaik-Solarpark in der spanischen Provinz Alicante. Dort will die City Solar AG für einen Investorenpool 200 Einzelanlagen jeweils mit einer Leistung von 100 Kilowatt (kW) errichten, insgesamt also 20 MWp, die bis Spätsommer 2007 realisiert werden sollen. Der Solarpark soll auf einer Gesamtfläche von rund 500.000 Quadratmetern entstehen, so groß wie 71 Fußballfelder. Insgesamt sollen knapp 100.000 polykristalline Module vom Typ "City Solar PQ 200" installiert werden, mit denen nach Inbetriebnahme aller Einzelanlagen rund 30 Millionen Kilowattstunden Solarstrom für 24.000 Haushalte pro Jahr produziert werden können. Dabei würden jährlich 30.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart, betont City Solar.

50 MW Solar-Kraftwerk entsteht in Andalusien

Noch leistungsfähiger als die geplanten photovoltaischen Solarstromkraftwerke wird das solarthermische Kraftwerk Andasol 1, für das am 20.07.2006 im südspanischen Andalusien der Grundstein gelegt wurde. Das erste Parabolrinnen-Kraftwerk Europas wurde entwickelt von der Erlanger Solar Millennium AG. Eine Kollektorfläche von mehr als 510.000 Quadratmetern macht Andasol 1 zum größten Solarkraftwerk der Welt. Mit einer elektrischen Leistung von 50 Megawatt (MW) und thermischen Speichern soll es nach einer Bauzeit von knapp zwei Jahren rund 179 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr erzeugen und damit rund 200.000 Menschen mit umweltfreundlichem Solarstrom versorgen. Anders als die Photovoltaik, die elektrische Energie direkt aus Sonnenlicht gewinnt, erzeugen solarthermische Kraftwerke Strom aus der Wärmeenergie der aufgefangenen Sonnenstrahlung.

"Neues Zeitalter der solaren Stromgewinnung"

Das Bundesumweltministerium hat die Weiterentwicklung der Parabolrinnen-Technologie in den letzten Jahren gefördert. "Der Bau des Parabolrinnen-Kraftwerks ist ein Erfolg konsequenter und kontinuierlicher Technologieentwicklung. Dieses Projekt weist den Weg zum weltweiten Ausbau kostengünstiger Stromerzeugung durch erneuerbare Energien", sagt der deutsche Umwelt-Staatsekretär Matthias Machnig. " Mit Hilfe von Flüssigsalztanks, die als thermische Speicher dienen, kann der von Andasol produzierte Strom bedarfsgerecht bereitgestellt werden. Die Solarkraftwerke können so auch nach Sonnenuntergang Strom erzeugen. Das solarthermische Kraftwerk 1 hilft, die Nachfragespitzen im spanischen Stromnetz in den Sommermonaten abzudecken, die vor allem durch den hohen Energiebedarf der Klimaanlagen verursacht werden.

Material und Fotos: SOLON AG. Redaktion Solarserver: Rolf Hug.

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