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Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Initiativen
geben Auskunft

Fachseminar zu solar unterstützter Gebäudeklimatisierung
„Neues Standbein für die Solarbranche“

Der Bedarf an Klimatisierung vorwiegend in gewerblichen Bauten ist in Europa in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Solar unterstützte Klimaanlagen sind eine zukunftsfähige Alternative zu konventionellen Systemen. Dr. Hans-Martin Henning vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme gibt auf einem parallel zur Messe Intersolar 2003 stattfindenden Fachseminar kompetente Antworten zu Fragen der solaren Klimatisierung. Im Vorfeld des zweitägigen Seminars vom 25.06. bis 26.06.2003 hier ein Überblick über das zukunftsträchtige Thema.

Dr. Hans-Martin Henning
Dr. Hans-Martin Henning

Mit Sonne kühlen – wie weit ist man in Deutschland damit?
Die sommerliche Gebäudeklimatisierung mit Solarwärme steckt in den Kinderschuhen. Es gibt etwa 30 überwiegend als Demonstrations- oder Pilotanlagen gebaute und geförderte Systeme. Von der Anlagenauslegung und -planung über die Installation bis hin zur Regelung und Betriebsführung sind noch erhebliche Lernschritte notwendig, um zu einer Standardisierung und damit zu einer Kostensenkung zu gelangen.

Wie teuer ist denn die solare Klimatisierung derzeit?
Die Spanne ist sehr groß, je nachdem um welche Anwendung, welche Technik und welchen Standort es sich handelt. Um eine Primärenergieersparnis von etwa 30 Prozent zu erzielen, sind für eine Anlage in einem mittleren Bürogebäude in Freiburg jährliche Mehrkosten, also Gesamtkosten für Betrieb und Finanzierung der Investition, von 20 Prozent erforderlich. Bei sonst gleichen Bedingungen – ähnliches Gebäude mit gleicher Nutzung - sieht die Rechnung beispielsweise in Palermo in Sizilien schon ganz anders aus. Hier sind lediglich Mehrkosten von knapp sechs Prozent notwendig. Die solare Klimatisierungsanlage spart dafür 35 Prozent an Primärenergie im Vergleich zu einer konventionellen Anlage ein.

Wie reagiert der konventionelle Klimatechnik-Markt auf die neuen Systeme?
So wie es bei den Solarwärmeanlagen einige Zeit gebraucht hat, bis die Installations-Betriebe und die großen Heiztechnik-Hersteller sich mit der neuen Technik angefreundet haben, wird es auch bei der solaren Klimatisierung sein. Allerdings sind andere Beteiligte von Bedeutung. Eine Schlüsselrolle kommt den Fachplanern zu, die die haustechnischen Anlagen für größere Bauobjekte planen, die Installation koordinieren und überwachen. Deshalb sehe ich hier eine Hauptaufgabe, dieser Gruppe geeignete Werkzeuge und Planungsinstrumente an die Hand zu geben, damit sie sich mit dieser neuen, durchaus komplexen Technik vertraut machen können.

Während der Intersolar planen Sie ein Fachforum zu dem Thema. Was erwartet die
Teilnehmer?

Besonders angesprochen sind Haustechnikplaner, aber auch Anbieter von Solar- und Klimatechnik, Architekten und Bauträger. Die Veranstaltung wird auf Englisch durchgeführt, um Interessenten aus dem Ausland eine Teilnahme zu ermöglichen. In dem Seminar stellen wir den Stand der Technik dar und beleuchten die ernergetischen und wirtschaftlichen Aspekte sowie mögliche Anwendungsfelder der solaren Kühlung. Messebesucher können übrigens eine der Techniken - die sorptionsgestützte Klimatisierung - an einem voll funktionstauglichen Modell kennen lernen.

Was erwarten Sie für die Zukunft der solaren Klimatisierung?
Solare Klimaanlagen haben sicherlich das Potenzial, mittelfristig neben der solaren
Brauchwassererwärmung ein wichtiges Standbein für die Solarbranche zu werden – vor allem in den südeuropäischen Ländern. Ein lohnendes Ziel ist es zum Beispiel, integrierte und standardisierte Konzepte für die solare Brauchwassererwärmung und Klimatisierung in Hotels an der Mittelmeerküste zu entwickeln. Darüber hinaus hoffe ich, dass es uns gelingen wird, auch Anlagen im kleinen Leistungsbereich zu entwickeln. Dies ist ein Markt mit einem enormen Zuwachs.

Interview: Joachim Berner
Quelle: Intersolar.de


Informationen zum Fachforum „Solar-Assisted Air-Conditioning“ erhalten Sie telefonisch unter
+49 (0) 7231 / 35 13 80 oder schreiben Sie an Solar Promotion GmbH e-mail: info@intersolar.de

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  • Frithjof Staiß, Autor des "Jahrbuchs Erneuerbare Energien 2000"
  • Bernhard Dimmler, technischer Geschäftsführer der Würth Solar GmbH & Co
  • Fritz Link , Bürgermeister der "Solar-Kommune" Königsfeld
  • Max Deml, Chefredakteur des Informationsdienstes ÖKO-INVEST
  • Wolf von Fabeck, Geschäftsführer des Solarenergie-Fördervereins
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