Solar News Archiv Dezember 2003

 
 

Japan: Mitsubishi will Photovoltaik-Kapazität ausbauen

Die Mitsubishi Electric Corporation hat im Dezember 2003 bekanntgegeben, dass sie die jährliche Produktionskapazität für Solarzellen und –module bis Juli 2004 von 50 Megawatt auf 90 MW ausbauen will. Das betrifft die Produktionsstätten in Nakatsugawa und Kyoto.  Mitsubishi Electric rechnet mit steigenden Verkaufszahlen und plant bis 2005 eine Jahres-Gesamtkapazität von 130 MW aufzubauen. Vor diesem Hintergrund seien 3.3 Billionen Yen (rund 25 Milliarden Euro) in neue Anlagen investiert worden, so Mitsubishi Electric-Präsident Tamosuto Nomakuchi.

Der PV-Markt sei rasch gewachsen, betont Mitsubishi. Für 2004 geht das Unternehmen von weiterem Wachstum aus, da internationale Klimaschutzbestrebungen das Umweltbewusstsein weltweit steigern würden. 2002 habe die globale PV-Produktion ungefähr bei 560 MW gelegen, um 43 % höher als im Vorjahr. Japan habe dazu mit etwa 251 MW einen wesentlichen Beitrag geleistet. Im Jahr 2003 hätte sich der Umsatz von Mitsubishi Electric im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt, dank der wachsenden Beliebtheit des Produkts „fully electrified house“ und der staatlichen Förderung für die Endkunden. Hinzugekommen sei die höhere Nachfrage auf den Märkten in Übersee.

31.12.2003   Quelle: Mitsubishi Electric Corporation
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Greenpeace-Jahresrückblick: Krieg und Terrorismus überlagern Erfolge im Umweltschutz

Das Jahr 2003 war weltweit ein schweres Jahr aufgrund von Krieg und Terror, die Umweltorganisation Greenpeace in einer Pressemitteilung. Greenpeace habe sich an Protesten gegen den Krieg beteiligt und mit Aktionen weltweit Zeichen gesetzt, zum Beispiel am Brandenburger Tor unter dem Motto "Old Europe says: No War". Die Erfolge im Umweltschutz seien jedoch durch Krieg und Terror Überlagert worden, betont Greenpeace.  Mit Hilfe globaler Kampagnen seien 3,1 Millionen Hektar der letzten Urwälder unter Schutz gestellt und gerettet worden, unter anderem in Russland, Brasilien und Papua-Neuguinea. Damit sei eine Fläche etwa so groß wie Belgien vorerst vor dem Raubbau geschützt worden, berichtet Greenpeace. Erfolge habe es auch gegeben im Widerstand gegen die Gentechnik in der Landwirtschaft und in Lebensmitteln. Im kommenden Jahr 2004 will die Umweltschutzorganisation den Schwerpunkt auf die Themen Gentechnik und Energie legen. Im Juni 2004 wird Deutschland Gastgeber der Internationalen Konferenz zur Förderung der erneuerbaren Energien sein, die Bundeskanzler Schröder auf dem Umweltgipfel in Johannesburg angeregt hat.

Die Umweltorganisation spart nicht mit Kritik an der Energiepolitik der Bundesregierung: "Die rot-grüne Bundesregierung verfolgt kein durchgängiges Konzept für einen ökologischen Umbau der Energie-Wirtschaft, wenn Wirtschaftsminister Clement eine Kampagne gegen Windkraft und für Steinkohle fährt und Außenminister Fischer die Hanauer Plutoniumfabrik nach China verkauft", sagte Brigitte Behrens, Auch bei der Verkehrspolitik bleibe die Regierung passiv. Diesel-Rußfilter, die Todesfälle durch Krebs verhindern könnten, seien noch immer keine Pflicht für alle alten und neuen Fahrzeuge."

Obwohl die Deutschen ökonomischer Unsicherheit ausgesetzt seien, blieben die Förderer Greenpeace treu, betont die Umweltorganisation: Die Einnahmen 2003 lägen voraussichtlich auf dem Niveau des Vorjahres (2002: 38,8 Mio. Euro). Damit könne Greenpeace neben nationalen auch weiterhin internationale Kampagnen unterstützen, zum Beispiel zur Rettung der Amazonas-Urwälder oder zu Umwelt-Problemen in China, Indien und Südostasien.

Nachdem das Finanzamt in Hamburg seit Dezember 2001 im Rahmen einer Betriebsprüfung die Gemeinnützigkeit von Greenpeace e.V. überprüft habe und damit die Befreiung von der Körperschaftssteuer in Frage gestellt hätte, habe die Organisation nun die Nachricht erhalten, dass Greenpeace weiter von der Steuer freigestellt werde. Dass sich die Prüfung über zwei Jahre ungewöhnlich lange hingezogen habe, sei vermutlich durch öffentliche Äußerungen einiger Innenminister ausgelöst worden, die sich 2001 aufgrund der Proteste gegen Castor-Transporte für den Entzug der Gemeinnützigkeit von Organisationen wie Greenpeace ausgesprochen hätten.

31.12.2003   Quelle: Greenpeace e.V.
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DNR-Jahresbilanz: Kritik an mangelnder Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie

Der Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR),Hubert Weinzierl, hat in seiner Jahresbilanz 2003 einen "Stillstand in der Umweltpolitik" konstatiert und die "Abkehr von der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie" kritisiert.  Steuer-, Wirtschafts- und Sozialreformen seien aber nur dann erfolgreich, wenn sie in eine Nachhaltigkeitsstrategie als "neues Überlebensprogramm" eingebunden würden, erklärte Weinzierl Ende Dezember in Berlin.

Unter dem Motto "Nachhaltigkeit muss Kult werden" empfahl er, mehr als bisher auf zukunftsfähige Lebensstile zu bauen. "Weil die Bäume nicht in den Himmel wachsen", argumentierte der DNR- Präsident, "brauchen wir ein Überlebensprogramm für nachfolgende Generationen. Denn ausreichende Ressourcen und eine lebenswürdige Umwelt sind auch ein Teil unserer zukünftigen Rente."

Die nationale Nachhaltigkeitsstrategie biete eine gute Basis für ein ökologisch richtiges und sozial verantwortbares Handeln. Allerdings habe die Politik auf Landes- wie Bundesebene bei der konkreten Umsetzung versagt, kritisierte der Präsident des Umwelt-Dachverbands in seiner Jahresbilanz. Mehr denn je stünden die politisch Verantwortlichen deshalb auf dem ökologischen Prüfstand. Er nannte dafür mehrere Beispiele:

- "In der Klimapolitik müssen wir dazu stehen, die selbst gesteckten Ziele auch zu erreichen, nämlich die Reduktion der Treibhausgase um 25% bis 2005. Die vom Kabinett beschlossene Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ist dafür ein erfolgversprechender, aber nur erster Schritt."

- "Ein Extrembeispiel für mangelnde Zukunftsverantwortung liefert Ministerpräsident Stoiber mit dem geplanten Kahlschlag im Naturschutzhaushalt des Freistaats. Damit fällt Bayern im nationalen und internationalen Öko-Ranking auf die allerletzte Stelle zurück."

- "In der Verkehrspolitik ist der Bundesverkehrswegeplan 2003 ein umweltpolitisches Desaster. Positiv sei allerdings zu bewerten, dass sowohl Bundeskanzler Schröder als auch Verkehrsminister Stolpe nochmals zugesichert haben, 'ausschließlich' einen sanften Ausbau der Donau zu verwirklichen."

30.12.2003   Quelle: DNR

 

Schweizer Wettbewerb „prix pegasus“: 100 000 Franken für innovative Mobilitätsideen

EnergieSchweiz, das Programm des Bundes für mehr Energieeffizienz, und sun21 vergeben zum zweiten Mal den prix pegasus. Die Auszeichnung für herausragende Ideen zur nachhaltigen Mobilität ist dotiert mit 100 000 Schweizer Franken. Vorschläge können bis zum 5. März 2004 eingereicht werden.  Der große Förderpreis von EnergieSchweiz will nicht Bestehendes auszeichnen, sondern neue, kluge Ideen unterstützen. Zum Beispiel ein Auto, das mit Wasser fährt, ein Biogas-Flugzeug oder eine überzeugende Fußgänger-Kampagne. Mit einem Preisgeld von 100 000 Franken will der prix pegasus die Entwicklung und Umsetzung von Projekten fördern und neuen Ansätzen zum Durchbruch verhelfen, die zur Einsparung von Energie im Verkehr beitragen. Denn ein Drittel des Energieverbrauchs in der Schweiz werde für die Mobilität aufgewendet, ein großer Teil davon in Form fossiler Brennstoffe (Benzin, Diesel).

Die Folgen dieser Mobilität seien bekannt, so EnergieSchweiz: Luft- und Klimabelastung, Lärm, Staus, Kulturlandverlust etc. Mitmachen dürfen alle, die ein Projekt auch umsetzen können: Organisationen, Firmen, Gemeinden oder Kantone und Privatpersonen. Gesucht sind nicht allein technische Lösungen, sondern vor allem Ideen, wie die Mitmenschen zu einem bewussteren Mobilitätsverhalten motiviert werden können. Nicht nur die Preissumme sei attraktiv, sondern auch die Möglichkeit für alle nominierten Projekte, sich anlässlich der Preisverleihung der Öffentlichkeit und somit möglichen Partnern und Investoren vorstellen zu können. Die Preisverleihung findet statt am 22. Juni 2004 anlässlich des 7. Internationalen Energieforums sun21 in Basel.

Die Wettbewerbsunterlagen sind erhältlich unter www.prixpegasus.ch.

30.12.2003   Quelle: sun21
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Plambeck: Windpark-Projekte in Frankreich genehmigt

Die ersten Genehmigungen für die Windpark-Projekte der Plambeck Neue Energien AG in Frankreich liegen vor. Die Ventura S.A., die zu 80 Prozent zur Plambeck Neue Energien AG gehört und für den Konzern die Windpark-Pojekte in Frankreich akquiriert, projektiert und realisiert, erhielt jetzt Baugenehmigungen für die ersten beiden Windparks.  Das berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Diese Projekte sollen realisiert sich in Küstenregion im Nordenwesten Frankreichs, unweit der Küste des Ärmelkanals. Sie verspreche besonders hohe Erträge. Mit dem Bau der Windparks, in denen jeweils 10 Megawatt (MW) Windenergieleistung installiert werden soll 2004 begonnen werden. Damit ergäben sich für Ventura S.A. und Plambeck Neue Energien AG erste Umsätze und Ergebnisse aus dem zielgerichteten Auslandsengagement in Frankreich.

Das regulatorische Umfeld für Windenergie in Frankreich entwickelt sich laut Plambeck weiter positiv. Zuletzt sei dies deutlich geworden durch eine gemeinsame Vorgabe der Umweltministerin und der Industrieministerin vom 10. September 2003 ("Circulaire Bachelot"). Hier wurden die für die Erteilung der Baugenehmigungen zuständigen Präfekten aufgefordert, die Genehmigungsverfahren zu erleichtern, um die Umsetzung von Windpark-Projekten zu beschleunigen. Damit soll sichergestellt werden, dass Frankreich die nationalen und damit auch die europäischen Ziele zur Steigerung des Anteils an erneuerbaren Energien erreicht. Es sei zu erwarten, dass der französische Markt an Dynamik gewinne und die Genehmigungsverfahren für künftige Projekte zügiger abgewickelt würden, heißt es in der Pressemitteilung der Plambeck Neue Energien AG.

30.12.2003   Quelle: Plambeck Neue Energie AG
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DBU-Projekt: „Sonnenfänger“ für Energie und Wohlbefinden

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Der "Sonnenfänger" versorgt Räume mit Tageslicht und blendet nicht bei der Bildschirmarbeit

Die Freiburger Spectral GmbH hat mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) einen „Sonnenfänger“ entwickelt, der Büros an Stelle von Glühbirnen mit natürlichem Tageslicht beleuchten und noch dazu Energie sparen kann.  Die DBU förderte das Projekt mit rund 155.000 Euro. „Wir gehören zu der ersten Generation, die Dreiviertel ihres Lebens in künstlichem Licht verbringt, sei es zu Hause oder im Büro“, erklärt DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde. Dabei hätten zahlreiche wissenschaftliche Studien gezeigt, wie wichtig Sonnenlicht für den menschlichen Biorhythmus und die Gesundheit ist. „Deshalb brauchen wir neue Beleuchtungstechnologien, die Licht für eine biologische Stimulation liefern, ohne mehr Energie zu verbrauchen als künstliche Lichtquellen“, so Brickwedde.

Gemeinsam mit den Firmen BSR Bomin Solar Research (Lörrach) und Jungbecker (Olpe) entwickelte die Spectral GmbH zwei Varianten, die Sonne als Hauptlichtquelle in Räumen zu nutzen. „Das Prinzip des Sonnenfängers ist einfach, aber wirkungsvoll“, erläutert Paul Heinrich Neuhorst, Geschäftsführer der Spectral GmbH: „In die Südwand eines Gebäudes integrieren wir ein flaches Fenster, das nicht größer als ein Viertel Quadratmeter ist. Das Licht wird entweder auf ein Linsensystem oder auf eine so genannte Lichtleiterplatte konzentriert und gleichmäßig im Raum verteilt. Beide Varianten sehen aus wie eine stilvolle, längliche Bürodeckenlampe“, erläutert Neuhorst.

Beleuchtung nach der Sonnenuhr

Dafür, dass zu jeder Tageszeit ausreichend Licht gespendet wird, sorgen Lamellen im Inneren des Systems. Sie werden über einen Sensor und einen kleinen Motor so gesteuert, dass sie sich im Laufe des Tages stets nach der Sonneneinstrahlung richten. Sollte das Tageslicht einmal nicht ausreichen, springt eine herkömmliche Leuchte ein, die in den Sonnenfänger integriert ist. Neuhorst sieht seinen Sonnenfänger klar im Vorteil gegenüber anderen Systemen, die Tageslicht für die Bürobeleuchtung abschöpfen: „Der Sonnenfänger braucht wenig Platz, ist wartungsfrei und langlebig, kann fest in die Fassade eingebaut werden und sieht dabei noch gut aus“, so der Spectral-Chef. Ein weiterer Vorteil bestehe darin, dass natürliches Licht nicht bei der Bildschirmarbeit blende. Hinzu komme der Energiespareffekt. Im Vergleich zu Büro-Leuchtstoffröhren spare der Sonnenfänger jährlich bis zu 102 Kilowattstunden Strom, das sei so viel, wie ein Kühlschrank in einem Jahr verbrauche, betont Neuhorst.

Kaum zu überbieten sei der Wohlfühl-Faktor von Sonnenlicht. „Was das natürliche Tageslicht betrifft, sind wir chronisch unterversorgt, sogar im Sommer, so Neuhorst. Gerade dann würden in Büros die Jalousien heruntergelassen, um sich vor Hitze und blendender Sonne zu schützen, und stattdessen Leuchten angeknipst. Kunstlicht decke jedoch nur einen Bruchteil des Strahlenspektrums der Sonne ab. Der Sonnenfänger hingegen liefere das volle Spektrum, das eine angenehme Raumatmosphäre schaffe und vitalisierend wirke. Beides könne zur Verhinderung von Zivilisationskrankheiten beitragen.

29.12.2003   Quelle: DBU
Bildquelle: DBU

 

Tiefengeothermie: Ministerbesuch beim Hot-Dry-Rock-Projekt Soultz-sous-Forêts

Gleich drei Minister hatte das Team des „Deep Geothermal Energy Programme“ in Soultz-sous-Forêts (Elsaß) vor Weihnachten zu Gast.  Die franzöische Umweltministerin Roselyne Bachelot, Frankreichs Außenhandelsminister François Loos und die Umweltministerin von Rheinland-Pfalz, Margit Conrad, informierten sich über die Arbeiten an der dritten Tiefbohrung.

Bis 2006 soll an dem „klassischen“ Standort der europäischen Hot-Dry-Rock-Forschung ein Pilotkraftwerk mit einer installierten Leistung von sechs Megawatt entstehen. Die weiteren Planungen sehen den Ausbau bis auf 25 MW vor. "Die breite Einführung von Kraftwerken nach dem Vorbild von Soultz-sous-Forêts könnte entscheidende Beiträge zum Klimaschutz, aber auch zur Verringerung der Abhängigkeit von Energieimporten leisten" sagte Ministerin Conrad. "Die technischen Erfahrungen und Erkenntnisse, die in Soultz-sous-Forêts gewonnen wurden, sind richtungsweisend für die zukünftigen Möglichkeiten der Erdwärmenutzung“, so Conrad weiter.

In ihrer Pressemitteilung hob die Ministerin hervor, dass die in Soultz gewonnenen Erkenntnisse auch für ihr Rheinland-Pfalz von Bedeutung seien. Frau Conrad sieht ihr Bundesland mit seinen Kraftwerksprojekten in Speyer, Landau, Offenbach/Pfalz und Worms als Referenzregion für die Geothermie in Deutschland.

Seit den 90er Jahren wird in Soultz erfolgreich Geothermie-Geschichte geschrieben. Das Europäische Hot-Dry-Rock-Forschungsprogramm hat entscheidend zur Weiterentwicklung der Stromerzeugung mit der Energie aus der Tiefe beigetragen. Finanziert wurde das Vorhaben im wesentlichen aus Fördermitteln der Europäischen Union, aus Deutschland und Frankreich.

Seinerzeit hatte das Projekt als reines wissenschaftliches Forschungsvorhaben begonnen, aber bereits früh das Interesse der Industrie geweckt. Die Arbeiten werden mittlerweile von der Europäischen Wirtschaftlichen Interessenvereinigung "Wärmebergbau" (EWIV Wärmebergbau) durchgeführt, zu der sich eine Reihe von Unternehmen zusammengeschlossen haben, die in der HDR-Technologie eine Option für die Zukunft sehen. Zur EWIV gehören die EdF & Electricité de Strasbourg S. A. (Frankreich); die Pfalzwerke AG (Deutschland); ENEL Green Power S. p. A. (Italien); Shell Exploration & Production B. V. (Niederlande) und der deutsche Geothermie-Spezialist BESTEC GmbH, der die Geschäftsführung des Konsortiums ausübt.

Mehr zum Projekt in Soultz finden Sie auf der Homepage der Geothermischen Vereinigung http://www.geothermie.de oder unter http://www.soultz.net.

29.12.2003   Quelle: Geothermische Vereinigung e.V.
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Raumordnungsverfahren für Offshore-Windpark Nordergründe abgeschlossen

Die Bezirksregierung Lüneburg hat das Raumordnungsverfahren für den geplanten Offshore-Windpark Nordergründe der Energiekontor AG mit der Landesplanerischen Feststellung abgeschlossen  Damit werde die Vereinbarkeit von bis zu 25 Windenergieanlagen mit einer maximalen Nennleistung von je 5 Megawatt, die bis zu rund 170 m hoch sein können, mit den Erfordernissen der Raumordnung festgestellt. Die Planung zur Umsetzung dieses Projektes könne nun zügig weiter gehen, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Der Offshore-Windpark, mit dessen Bau bis 2006 begonnen werden soll, wird in der Wesermündung rund 20 km nördlich von Wilhelmshaven und gut 20 km nordwestlich vor der Wurster Küste liegen.

Die Bezirksregierung Lüneburg habe die positive Entscheidung getroffen, weil der Windpark gegenüber der ursprünglichen Planung verkleinert worden sei und er zur Sammlung von Erfahrungen diene für weiter in der Nordsee in tieferem Wasser geplanten Offshore-Windparks. Vorteile des Vorhabens auf den Nordergründen seien das noch relativ flache Wasser und die Nähe zu den Häfen sowie zum Land. Durch die jetzt geplante Größe würden die möglichen Beeinträchtigungen des Naturschutzes, der Fischerei und des Landschaftsbildes auf ein akzeptables Maß reduziert.

Für den Windpark ist eine Kabelanbindung zur Einspeisung in das Stromnetz erforderlich. Dafür sei noch eine Detailabstimmung mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung über die Querung von Weser und Jade erforderlich. Sobald diese erfolgt ist, werde die Landesplanerische Feststellung entsprechend ergänzt, so die Energiekontor AG.

Die Energiekontor AG könne jetzt die Unterlagen für die noch erforderliche Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz erarbeiten. Für diese Genehmigung ist ebenfalls die Bezirksregierung Lüneburg zuständig. Neben der Klärung technischer Details ist dabei eine formelle Verträglichkeitsprüfung nach dem Niedersächsischen Naturschutzgesetz durchzuführen, in der die Vereinbarkeit des Windparks mit dem „Natura 2000-Netz“ der EU noch genauer geprüft wird. Dabei geht es um die Vereinbarkeit mit den im Wattenmeer liegenden Naturschutz- und Vogelschutzgebieten.

Mit dem Bau des Offshore-Windparks Nordergründe verbinde das Land Niedersachsen die Erwartungen auf die Weiterentwicklung und den Ausbau der Windenergie auf dem Meer und besonders auf die damit verbundene wirtschaftliche Entwicklung des niedersächsischen Küstenraums, so das Unternehmen.

29.12.2003   Quelle: Energiekontor AG
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Greenpeace-Aktion in Hanau: Plutonium-Fabrik Hanau in die Schrottpresse

25 Greenpeace-Aktivisten haben am 23.12.2003 eine rund zwei Meter große Schrottpresse vor der Siemens-Plutoniumfabrik in Hanau aufgebaut, um gegen den geplanten Verkauf der Anlage an China zu protestieren.  Das berichtet die Umweltorganisation in einer Pressemitteilung. Auf einem Transparent der Umweltschützer steht: "Weihnachtswunsch 2003: Wer den Atomausstieg predigt, muss die Plutonium-Fabrik Hanau in die Schrottpresse geben. Keine Deals mit Atombombentechnik". Greenpeace fordert Siemens und die Bundesregierung auf, den geplanten Export der Anlage zu stoppen. "Plutonium-Technik lässt sich immer militärisch missbrauchen", warnt Greenpeace-Atomexpertin Susanne Ochse. "Die Anlage in Hanau muss jetzt endlich verschrottet werden. Nur so lässt sich ein Beitrag zu einer friedlicheren Welt leisten“, so Ochse weiter."

Die Hanauer Fabrik werde von der EU als so genannte "Dual-Use"-Anlage eingestuft, so Greenpeace. Das bedeute, sie könne doppelt genutzt werden, sowohl zivil als auch militärisch. Greenpeace habe in einem Rechtsgutachten nachgewiesen, dass die Bundesregierung den Export-Antrag der Siemens AG ablehnen müsse. Anderenfalls würde sie gegen das Außenwirtschaftsgesetz und das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen.

Die Hanauer Fabrik ist laut Greenpeace eines der zentralen Elemente der Plutoniumwirtschaft. Sie beginne in den so genannten Wiederaufarbeitungsanlagen. Dort werden abgebrannte Brennelemente chemisch getrennt in Plutonium, Uran und Spaltprodukte. Das Plutonium könne anschließend entweder zum Bau von Atombomben genutzt oder zu Brennstoff für Atomreaktoren verarbeitet werden - wie es auch in Hanau geplant war, heißt es in der Greenpeace-Pressemitteilung.

Die Plutoniumwirtschaft führe dazu, dass waffenfähiges Plutonium in großen Mengen verfügbar werde, verarbeitet und transportiert werden könne, betont Greenpeace. Fast 200 000 Kilogramm Plutonium seien im Rahmen "ziviler" Atomprogramme in Wiederaufarbeitungsanlagen in den vergangenen Jahrzehnten gewonnen worden. Zum Vergleich: für den Bau einer Atombombe seien nur rund 10 Kilo Plutonium notwendig. Diese enormen Plutoniummengen stellen laut Greenpeace ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, denn eine lückenlose Überwachung sei nicht möglich.

23.12.2003   Quelle: Greenpeace e.V.
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EEG: Solarenergie-Förderverein warnt vor Verschlechterung der Vergütungspflicht

Von der Öffentlichkeit unbemerkt sei in den vom Bundeskabinett verabschiedeten Gesetzesentwurf für eine Neufassung der Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vom 17.12.03 eine „strukturelle Verschlimmerung“ eingebaut worden, kritisiert der Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV).  Die Änderung gegenüber dem Entwurf vom 18.11.03 betreffe alle Sparten der erneuerbaren Energien. Konkret gehe es um die Frage, ab wann der Netzbetreiber die Einspeisevergütung zahlen muss, so der SFV.

Im ersten Entwurf des Bundesumweltministeriums vom August 2003 sei eine wesentliche Stärkung der Rechtsposition des Anlagenbetreibers vorgenommen worden, so der SFV: In § 5, der die Vergütungspflicht regelt, sei die Vergütungspflicht der Netzbetreiber an das Angebot der Stromerzeuger gekoppelt worden. In der Begründung Teil B habe sich zudem folgende Erläuterung zur Inbetriebnahme gefunden: "(...) Abgestellt wird auf den Zeitpunkt, an dem der Anlagenbetreiber erstmalig Strom zur Einspeisung in das Netz anbietet. Es ist daher ausreichend, wenn der Anlagenbetreiber das seinerseits Erforderliche getan hat, um Strom ordnungsgemäß in das Netz einspeisen zu können. Insbesondere kommt es nicht auf den Anschluss der Anlage oder eine Abnahme der Anlage durch den Netzbetreiber an. (...)"
Im Kabinettsentwurf vom 17.12.03 stehe nun jedoch, die Netzbetreiber seien verpflichtet, Strom aus erneuerbaren Energien erst dann zu vergüten, wenn sie ihn abgenommen haben, betont der SFV.

Damit bleibe es beim unbefriedigenden Zustand des alten EEG, bemängelt der Verein. Durch Verweigerung des Netzanschlusses könne sich der Netzbetreiber weiterhin der Vergütungspflicht entziehen. Da es auch keine Strafbestimmung gebe, sei der Anlagenbetreiber ihm wirtschaftlich ausgeliefert. Die Frage nach den Bedingungen der Vergütungspflicht sei deshalb sehr wichtig, weil sich die Netzbetreiber in der Vergangenheit mehrmals ihrer Zahlungspflicht entzogen hätten, indem sie den Anschluss von Anlagen zur Stromproduktion aus erneuerbaren Energien in rechtswidriger Weise verweigert hätten. Der Unterschied zwischen den zur Diskussion stehenden Gesetzesformulierungen ("angebotener Strom" oder "eingespeister Strom") wirke sich im Verlauf eines Streitfalles zu Lasten des Anlagenbetreiber aus, unterstreicht der SFV.

Weitere Informationen, besonders zu den prozesstaktischen Aspekten unter http://www.sfv.de/lokal/mails/wvf/verguetu.htm

23.12.2003   Quelle: SFV
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„Sonnen-Wanderer“ Vosseler in Bethlehem angekommen

Martin Vosseler, Arzt und Geschäftführer des Internationalem Energieforums „sun21“, ist am 16.12.2003 nach sechs Monaten Wanderschaft in Bethlehem eingetroffen. Vosseler pilgerte zu Fuß von Basel nach Bethlehem unter dem Motto „Es gibt genug Sonne für uns alle“.  Der Gründer der Schweizer Sektion der Organisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. kämpft für eine nachhaltige Energieversorgung: Vosseler engagiert sich für den Ersatz fossiler und nuklearer Energiequellen durch erneuerbare Energien. Für ihn ist die Energiewende nicht nur ein ökologisches Muss, sie birgt auch ein riesiges wirtschaftliches Potenzial für die Industrie.

Vom 28. Juni 2003 wanderte Vosseler durch die Schweiz, Deutschland, Österreich, die Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, die Türkei, Syrien, den Libanon und Jordanien. An Weihachten will er den Gottesdienst in der Geburtskirche in Bethlehem besuchen und anschließend am 29.12. mit einem Frachtschiff nach Montfalcone in Italien reisen. Von dort will er mit der Bahn in die Schweiz zurückkehren um am 12. Januar in Basel einzutreffen. Vosseler ist überzeugt, dass die Solarenergie eine große Chance ist, besonders für Israel, denn dort gebe es Sonnenenergie im Überfluss. Israel habe ein fortschrittliches Gesetz, das Sonnenkollektoren für jedes neue Haus vorschreibt. Es habe zudem ausgezeichnete Techniker und erfolgreiche Solar-Fabriken.

Bei seiner Ankunft in Bethlehem dankte Vosseler den Hunderten von hilfreichen Menschen am Weg, ohne die er nie angekommen wäre. Er berichtete von vielen sinnlichen Erlebnissen, unvergesslichen Eindrücken und beglückenden Begegnungen, die durch das Reisen zu Fuß möglich geworden seien. Vosseler sagte, er sei begeistert darüber, dass große Distanzen auch ohne fossile und nukleare Brennstoffe zurückgelegt werden könnten, wenn man sich genügend Zeit lasse.

Auf seiner Reise habe er die Symptome der Klimaveränderungen zu spüren bekommen: Extreme Hitze und Trockenheit in Mitteleuropa, ein früher Wintereinbruch in der Türkei, ungewöhnlich starke Regenfälle im Nahen Osten. Und er habe gestaunt: In Österreich, im Süden der Türkei und in Israel seien Sonnenkollektoren zur solaren Wassererwärmung bereits weit verbreitet. Und doch bleibe noch viel zu tun, bis die Umstellung auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz die dringend notwendige Priorität bekomme. Dafür sei er gewandert, und dafür werde er sich auch in Zukunft einsetzen.

23.12.2003   Quelle: sun 21
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EEG: Zweites Änderungsgesetz passiert Bundesrat

Der Bundesrat hat am 19. Dezember 2003 beschlossen, zu dem vom Deutschen Bundestag am 27. November 2003 verabschiedeten Zweiten Gesetz zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) keinen Antrag auf Einberufung des Vermittlungsausschusses zu stellen. Der Bundesrat hält den Gesetzesbeschluss sowohl hinsichtlich des Verfahrens als auch in der Sache für problematisch sowie einzelne Regelungen nicht für ausgereift. Um die Weiterentwicklung der Solarstromindustrie nicht zu gefährden, stellt der Bundesrat jedoch seine Bedenken gegen das Gesetz zurück und sieht von einer Anrufung des Vermittlungsausschusses ab.  Die verfahrenstechnische Kritik des Bundesrates richtet sich gegen ein Vorschaltgesetz für einen Teilbereich der EEG-Gesamtnovelle; inhaltlich bemängelt der Bundesrat die Einbeziehung der bisher haushaltsfinanzierten Photovoltaik-Ergänzungsförderung in die Umlagefinanzierung des EEG.

Der Bundesrat ist der Auffassung, dass die vorgesehene Ausweitung der EEG-finanzierten Förderung eine Beratung im Kontext der Gesamtnovellierung des EEG erfordert, deren wesentliches Ziel auch eine Kostenbegrenzung der EEG-Förderung insgesamt sein muss, heißt es in dem Beschluss vom 19.12.2003. Der Bundesrat sehe andererseits die Notwendigkeit, für die Marktbeteiligten im Bereich der Photovoltaik schon vor Inkrafttreten der Gesamtnovellierung grundsätzliche Klarheit über eine Folgeregelung zu dieser Ergänzungsförderung zur bisherigen EEG-Vergütung zu erhalten. Um in dieser Situation die notwendige Weiterentwicklung der noch jungen Photovoltaik-Industrie nicht zu gefährden, stelle der Bundesrat Bedenken gegen das vorliegende Gesetz zurück und sehe von einer Anrufung des Vermittlungsausschusses mit Blick auf die damit verbundene Verfahrensverzögerung ab.

Der Bundesrat behalte sich jedoch vor, im Rahmen der folgenden Gesamtnovellierung des EEG auch die neuen Regelungen zur Fotovoltaikförderung in die Gesamtberatung einzubeziehen und im Einzelnen gegebenenfalls Änderungen zu fordern. Dies betreffe beispielsweise eine weiterhin leistungs- oder mengenmäßige Begrenzung (Deckelung) der EEG-geförderten Photovoltaik-Stromeinspeisung insgesamt; die Einführung eines Ausschreibungsverfahrens für große Photovoltaik-Anlagen; die Sachgerechtheit der vorgesehenen Zusatzförderung für so genannte Fassadenanlagen; die Sachgerechtheit der vorgesehenen Begrenzung der Zusatzförderung kleinerer Photovoltaik-Anlagen auf gebäudegebundene Anlagen. Weiter mahnt der Bundesrat die Sachgerechtheit einer Regelung von Anforderungen an Zweck und Inhalt von Bebauungsplänen an, welche die Förderfähigkeit von Photovoltaik-Anlagen und damit faktisch deren Zulässigkeit begründen sollen. Außerdem will der Bundesrat die Sachgerechtheit der vorgesehenen Aussetzung der Vergütungsdegression im Jahr 2004 überprüfen.

Der Deutsche Bundestag hatte am 27.11.2003 mit den Stimmen von SPD, Bündnis 90 / Die Grünen und der Union das Photovoltaik-Vorschaltgesetz zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verabschiedet. Das Gesetz enthält verbesserte Einspeisevergütungen für Solarstrom ab Anfang 2004. Die Betreiber von Photovoltaikanlagen sollen demnach bis zu 62,4 Cent je Kilowattstunde erhalten. Derzeit wird Sonnenstrom mit 45,7 Cent/kWh vergütet. Mit der Zustimmung des Bundesrates kann das Gesetz bereits zum 1.1.2004 in Kraft treten. Das Vorschaltgesetz zum EEG war notwendig geworden, nachdem im Sommer diesen Jahres das 100.000 Dächer-Solarstrom-Programm ausgelaufen war.

22.12.2003   Quelle: Deutscher Bundesrat
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Emissionshandel: Erste Erfahrungen mit der Emissionsmengen-Erhebung

In den meisten Bundesländern endete am 5.Dezember 2003 die Frist für die Erhebung der CO2-Emissionen durch die Betriebe. Diese Daten bilden die Grundlage für den so genannten nationalen Allokationsplan und sind daher von großer Bedeutung für die Behörden. Erfahrungen der DEKRA Umwelt GmbH zeigen, dass bei der Datenerhebung teilweise erhebliche Schwierigkeiten zu bewältigen waren.   Generell seien die Betriebe auf die Erhebung recht gut vorbereitet gewesen und hätten den Großteil der erforderlichen Daten innerhalb kurzer Zeit verfügbar gemacht, heißt es in einer DEKRA-Pressemitteilung. Dies gelte besonders für die Mengen der eingesetzten Brennstoffe und der Produkte, die mit Einsatz dieser Brennstoffe hergestellt wurden. Schwieriger sei gewesen, Unterlagen über die Genauigkeit dieser Daten zu erhalten. Häufig sei nicht bekannt, mit welcher Genauigkeit die Brennstoffmengen ermittelt werden, die vom Lieferanten in Rechnung gestellt wurden.

Eine größere Hürde hätte jedoch die vom Bundesumweltministerium zur Verfügung gestellte Software zur Datenerhebung dargestellt, so die DEKRA. Einige Betriebe hätten Probleme gehabt, das Programm zu starten. Aber auch Betriebe, welche die Software starten konnten, hätten Schwierigkeiten gehabt, weil die Benutzeroberfläche des Programms anders aufgebaut sei, als die Benutzer es von ihren Microsoft-Applikationen gewohnt waren. Zum anderen seien einige der verwendeten Schlüsselbegriffe nicht gut definiert und so für die Benutzer schwer zu fassen gewesen. Auch sei die Dokumentation zur Software nicht sehr verständlich, kritisiert die DEKRA. Dies gelte besonders für den "Schnelleinstieg". Etliche Benutzer seien überfordert gewesen und hätten auch nicht die Zeit gehabt, sich gründlich einzuarbeiten. Deshalb stelle sich die Frage ob die Daten, die jetzt den Länderbehörden zur Verfügung stehen, wirklich vollständig und "richtig" genug seien, um als Grundlage für den nationalen Allokationsplan zu dienen.

Unklar sei für einige Betriebe auch gewesen, ob sie unter den Emissionshandel fallen oder nicht. Beispielsweise sei ein Betrieb von der Landesbehörde aufgefordert worden, Daten über seine Emissionen zu liefern - der Anlagentyp des Betriebs sei aber von der Bundesbehörde explizit als nicht zum Emissionshandel zugehörig eingestuft worden. In einem anderen Fall sei ein Betrieb von der Behörde nicht angeschrieben worden, obwohl Anlagen nach Anhang I der Richtlinie 2003/87/EG vorhanden waren und der Betrieb damit zu den Teilnehmern des Emissionshandels zähle.

Unter dem Strich sei festzuhalten, dass viele Betriebe froh gewesen seien, für die Bearbeitung der Behördenanfragen auf externe Sachverständige wie zum Beispiel die DEKRA Umwelt GmbH zurückgreifen zu können. Dies hätte ihnen vor allem die Zeit raubende Einarbeitung in die Software erspart. Darüber hinaus sei so eine kompetente Diskussion darüber ermöglicht worden, wie der Betrieb optimal abgebildet werden kann, um Nachteile bei der Vergabe der CO2-Zertifikate zu vermeiden. Schließlich markiere diese Datenerhebung erst den Beginn des Emissionshandels, betont die DEKRA. Ab 2006 sollen jährlich Berichte über die Emissionsmengen geliefert werden. Daher sei es für die Betriebe sinnvoll, gut vorbereitet zu sein.

22.12.2003   Quelle: DEKRA Umwelt GmbH
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Workshop „Energie in der Landwirtschaft“ sucht Dialog mit der Politik

Das bisher überwiegend mit Fachleuten besetzte Netzwerk „Energie im ökologischen Landbau“ sucht das Gespräch mit Bundes-, Landes- und Lokalpolitikern.  Auf der Grünen Woche in Berlin bietet es einen Workshop an, der sowohl zur Einführung dienen soll als auch eine Diskussionsplattform für Experten bietet. Der Workshop am 23.01.2004 im ICC wird Referate bieten zu den Themen Biogas, Bauen mit der Sonne, Solarstrom, Kraft-Wärme-Kopplung, Wärmepumpen, Biokraftstoffe und Neue Technologien mit dem Schwerpunkt Vergasung. Im Anschluss an die Referate sei Gelegenheit zu einer ausgiebigen Diskussion mit den Fachleuten und Mitgliedern. Für Mitglieder des Themennetzwerkes oder Politiker, die kostenfrei Mitglied werden wollen, sei die Tagungsgebühr inklusive Verpflegung und Eintritt in die Grüne Woche von regulär 75,00 € auf 25,00 € gesenkt worden.

Für die Zukunft unserer Gesellschaft spiele die Landwirtschaft eine wichtige Rolle, betonen die Veranstalter. Dies sei auch in energiewirtschaftlicher Sicht der Fall. Ob als Lieferant für nachwachsende Energierohstoffe, als Technologieträger oder Energienutzer, überall gewännen Land- und Forstwirte größere Bedeutung als regenerative Energiewirte.

Das „Themennetzwerk Energie im ökologischen Landbau“ habe sich mit Unterstützung des Förderprogramms Ökolandbau der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Laufe des letzten Jahres formiert. Mitglieder des Netzwerks seien derzeit fast 250 Fachleute, Einzelinteressierte und Unternehmen. Wie bereits im letzten Workshop des Netzwerks in Rostock beschlossen, werde das Netzwerk administrativ von der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie betreut. Für die Arbeit in allen Themenbereichen werden noch Mitglieder gesucht, die Interesse an dem Aufbau einer Arbeitsgruppe oder eines themenbezogenen Gesprächskreises haben. Mehr über Ziele und Hintergründe des offenen und kostenfreien Netzwerks erfahren Interessierte unter http://www.dgs.de/netzwerk-energie.

22.12.2003   Quelle: DGS

 

„strom magazin-award“ geht an alle Stromanbieterwechsler

Die Gewinner des „strom magazin awards“ im Dezember 2003 sind alle Verbraucher, welche die Strompreise ihres regionalen Anbieters mit anderen Angeboten vergleichen und den Anbieter wechseln, wenn es günstigere Tarife gibt.  So begründet das Informationsmagazin für den liberalisierten Markt seine Auszeichnung. Die Vergabe des awards an wechselbereite Verbraucher erfolgte, weil der ohnehin schon schwache Wettbewerb auf dem Strommarkt nur so überleben könne.

Das neue Jahr stehe vor der Tür und mit ihm weiter steigende Strompreise, so das strom-magazin. Und das, obwohl die Ökosteuer 2004 erstmals nicht weiter angehoben werde. Da dieses Ausrede für nächstes Jahr wegfalle, hätten sich die Stromanbieter etwas neues einfallen lassen: Gestiegene Großhandelspreise und gestiegene Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Beide Gründe würden von Verbraucherverbänden und Politik gleichermaßen als absurd und fadenscheinig bezeichnet. Stattdessen wolle sich die Energiewirtschaft die Taschen nochmals richtig füllen, bevor ihr ab Mitte nächsten Jahres ein Regulierer etwas ernster auf die Finger schaue. Davon seien zumindest die Verbraucherverbände überzeugt.

Den Verbrauchern jedoch scheine dies weiterhin egal zu sein. Denn nach wie vor machten sie zu wenig Druck und hätten einfach keine Lust, den Stromanbieter zu wechseln und ihrem regionalen Versorger auf diesem Weg zu zeigen, dass sie nicht alles mit sich machen lassen, stellt das strom-magazin fest. Dabei sei der Wechsel des Stromanbieters heute so einfach wie noch nie. Und er lohne sich. In verschiedenen Gebieten könnten bis zu 100 Euro im Jahr gespart werden - und selbst wenn es weniger sei, würden die regionalen Versorger zumindest bemerken, was die Kunden von ihrer Preispolitik halten.

Aus diesem Grund verleihe das strom-magazin den letzten award dieses Jahres an alle Verbraucher, die sich bewusst für einen Stromanbieter entscheiden und die Strompreise des regionalen Versorgers nicht als "Gesetz" einfach hinnehmen. Nur so bleibe der Wettbewerb auf dem Strommarkt ansatzweise attraktiv, denn der eine oder andere Stromanbieter biete durchaus gute Tarife.

22.12.2003   Quelle: www.strom-magazin.de

 

WBGU: Klimaschutzziele deutlich höher als bisher setzen

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) fordert in seinem Sondergutachten "Über Kioto hinaus denken: Klimaschutzstrategien für das 21. Jahrhundert" wesentlich ambitioniertere Klimaschutzziele.  In dem Gutachten, das anlässlich der Mailänder Klimakonferenz den Bundesministern Edelgard Bulmahn (BMBF) und Jürgen Trittin (BMU) übergeben wurde, stellt der WBGU fest, dass gefährliche Klimaänderungen nur noch vermeidbar sind, wenn der vom Menschen verursachte Ausstoß von Kohlendioxid bis 2050 global um etwa 45-60% gegenüber 1990 gesenkt werden kann. Dies bedeute, dass die Industrieländer ihren Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um mindestens 20% verringern müssen. Bis 2012 haben sie sich dazu verpflichtet, die Emissionen bezogen auf 1990 um 5% zu reduzieren.

Nur noch 1,4 °C weitere Erwärmung tolerierbar

Der zur Vermeidung gefährlicher Klimaänderungen verbleibende Spielraum hat sich laut WBGU in den vergangenen Jahren weiter verringert. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung weist darauf hin, dass nur noch eine globale Erwärmung um weitere 1,4 °C tolerierbar sei. Seit Beginn der Industrialisierung habe sich die globale Mitteltemperatur bereits um 0,6 °C erhöht. Ab einer Erwärmung um mehr als 2 °C (und einer Änderungsrate von mehr als 0,2 °C pro Jahrzehnt) würden gefährliche Klimaänderungen sehr wahrscheinlich. Ohne eine konsequente Klimaschutzpolitik werde diese Grenze im 21. Jahrhundert überschritten. Zu den Folgen gefährlicher Klimaänderungen zählt der WBGU beispielsweise zunehmende Gesundheitsgefährdungen durch Ausbreitung von Malaria, eine erhöhte Gefahr von Ernteausfällen in der Landwirtschaft, die Verknappung von Süßwasser durch Häufung von Dürren oder den Beginn einer Kaltphase im atlantisch-europäischen Raum durch den Ausfall des Golfstroms.

Verpflichtungen gerecht gestalten

Globale Klimaschutzpolitik sei ohne baldige Einbindung aller Länder nicht möglich, so der WBGU. Der Einstieg der Entwicklungsländer in Verpflichtungen zur Emissionsbegrenzung muss nach Ansicht des WBGU so gestaltet werden, dass sie ihr Recht auf Entwicklung wahrnehmen können. Dies bedeute, eine vorübergehende Zunahme ihrer Emissionen zuzulassen. Gleichzeitig müssten die Industrieländer ihren Anteil am globalen Kohlendioxidausstoß weiter senken. Dieser für beide Seiten stetige Prozess soll im Jahr 2050 zu einer Angleichung ihrer Pro-Kopf-Emissionen führen.

Keine Alternativen zum Kioto-Prozess

Für eine erfolgreiche Klimaschutzpolitik sei aber auch die baldige Ratifizierung des Kioto-Protokolls durch Russland erforderlich. Angesichts der zahlreichen Aktivitäten zum Klimaschutz in einzelnen US-Bundesstaaten und des sich aus der Klimaschutzpolitik ergebenden innovativen wirtschaftlichen Potentials sei zudem mittelfristig wieder mit der Unterstützung der USA zu rechnen. Der WBGU betont, dass aufgrund mangelnder Alternativen jedes Infragestellen des Kioto-Protokolls die globale Klimaschutzpolitik um Jahre zurückwerfen und die Vermeidung gefährlicher Klimafolgen äußerst erschweren würde.

Gesondertes Protokoll für natürliche Kohlenstoffvorräte aushandeln

Um zu verhindern, dass weitere wertvolle Kohlenstoffvorräte verloren gehen, ist laut WBGU eine Eindämmung der Entwaldung und der damit verbundenen Emissionen dringend erforderlich. Das im Kioto-Protokoll vereinbarte Anrechnungsverfahren für biologische Quellen und Senken von Treibhausgasen ist nach Ansicht des WBGU nicht geeignet, Anreize zum Erhalt der für den Klimaschutz wichtigen Ökosysteme zu geben. Der WBGU empfiehlt daher zusätzlich eine vom Kioto-Protokoll getrennte Vereinbarung zum Erhalt natürlicher Kohlenstoffvorräte auszuhandeln. Um extreme Preissprünge auf dem Markt für Emissionsrechte zu glätten und damit Unsicherheiten abzufedern, empfiehlt der WBGU, dem Emissionshandel eine "Klimazentralbank" beiseite zu stellen. Ohne verlässliche Emissionsberichte der Länder seien ein zielgenauer Klimaschutz und ein funktionsfähiger Emissionshandel nicht machbar. Daher sollten nur solche Länder Emissionsrechte verkaufen können, deren Treibhausgasinventare hohen Qualitätsanforderungen genügen.

Klimaschutz mit globaler Nachhaltigkeitspolitik verzahnen

Um das Klimaschutzziel zu langfristig niedrigen Kosten erreichen zu können, müsse die Klimaschutzpolitik mit globaler Struktur- und Entwicklungspolitik verzahnt werden. Die Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen Industrie- und Entwicklungsländern sei eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche globale Klimaschutzpolitik. Dazu empfiehlt der WBGU, den Technologietransfer zu verstärken und die Märkte für Produkte aus Entwicklungsländern weitestgehend zu öffnen. Dieser Entwicklungsprozess wird sowohl die Kosten des Klimaschutzes langfristig senken als auch zu geringerem Bevölkerungswachstum beitragen.

21.12.2003   Quelle: WBGU

 

Neue Photovoltaikanlage: Solarstrom über den Köpfen der taz

Die Tageszeitung „taz“ bekommt ab sofort Energie von "ganz oben": Die Sonnen am Weihnachtsbaum auf dem Dach der Redaktion leuchten mit sauberem Solarstrom.  Das ist einer neu installierten Photovoltaikanlage zu verdanken, welche die NaturEnergie AG und der BUND vor wenigen Tagen angebracht haben. Die Anlage auf dem imageträchtigen Dach in der Kochstraße wurde am 19.12.2003 eingeweiht, berichtet die NaturEnergie AG in einer Pressemitteilung.

Die Solaranlage auf dem Redaktionsdach besteht aus 28 Modulen auf einer Fläche von 30 Quadratmetern und soll jährlich 3.700 Kilowattstunden kWh Strom in das Netz einspeisen. Damit bleiben der Umwelt Jahr für Jahr rund 2,3 Tonnen CO2 erspart. Um diese Menge an CO2 zu binden müssten über 1.160 Bäume gepflanzt werden.

Die NaturEnergie AG habe sich zum Bau der Anlage entschlossen, da rund 50 Berliner Mitglieder des BUND Strom der Marke „NaturEnergie Gold“ beziehen. Von jeder verbrauchten Kilowattstunde Strom fließen laut NaturEnergie 2,5 Cent direkt in den Ausbau Erneuerbarer Energien. Unter anderem mit diesen Mitteln finanziert der bundesweit tätige Grünstromhändler die 34.000 Euro teuere Solaranlage. Für den BUND und die NaturEnergie ist die taz-Anlage ein "Leuchtturm für ein anderes energiepolitisches Denken und Handeln". Die NaturEnergie hofft, dass möglichst viele Berliner die Aktion sympathisch finden und auf sauberen Strom umsteigen.

"Wir wollen mit unserem Engagement zeigen, dass sich jeder an der Energiewende aktiv beteiligen kann. Diese Anlage ist in doppelter Hinsicht wegweisend in der Stadt: Wer zu NaturEnergie Gold wechselt, trägt direkt zum Zubau bei. Zum anderen zeigt sie, dass auch auf Dächern des Altbaubestands Solaranlagen gebaut werden können – hier ist noch viel Potenzial in der Stadt", so Stefan Bundscherer, Landesgeschäftsführer des BUND. "Mit den Kooperationspartnern konnten wir endlich eine Solaranlage auf unser Verlagsgebäude setzen. Damit unterstützt die taz ganz praktisch eine nachhaltige Energiegewinnung," sagte taz-Geschäftsführer Andreas Bull. "Die Solaranlage auf dem Dach der taz ist ein Zeichen für den sichtbaren Ausbau der erneuerbaren Energien, den die Natur-Energie mit wachsendem Kundenstamm in ganz Deutschland leistet," erklärte Jochen Ulrich, Marketing Manager Geschäftskunden bei der NaturEnergie.

21.12.2003   Quelle: NaturEnergie AG
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Erstes deutsch-chinesisches Umweltforum in Peking eröffnet

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Margarete Wolf, und der chinesische Umweltminister Xie Zhenhua haben am 17.12.2003 in Peking das erste gemeinsame Umweltforum beider Länder eröffnet. "China hat riesige Potenziale im Bereich der Energieeffizienz und beim Ausbau der erneuerbaren Energien“, sagte Margareta Wolf.  „Ich bin zuversichtlich, dass dieses Forum in Hinblick auf die Weltkonferenz für Erneuerbare Energien im Juni 2004 einen Beitrag zum Austausch von Erfahrungen in den Bereichen Umwelt und Energie leisten wird", so die Staatssekretärin. Die Verbesserung der Energieeffizienz und der Einsatz erneuerbare Energien zahle sich für beide Seiten aus. Die globale Umwelt werde entlastet und die Wirtschaft belebt. "Das hilft uns auch daheim. Es ist ohne Frage eine Kooperation zum gegenseitigen Vorteil", erklärte Wolf.

Deutschland und China hatten auf der deutsch-chinesischen Umweltkonferenz 2000 in Peking regelmäßig stattfindende Umweltforen vereinbart, die der Lösungsansätze für chinesische Umweltprobleme entwickeln sollen. Das diesjährige Forum veranstaltete das Bundesumweltministerium gemeinsam mit dem Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (APA/BDI), dem chinesischen Umweltministerium (State Environmental Protection Administration - SEPA) und der China Federation of Industrial Economics (CFIE).

Frau Wolf hob Chinas riesiges Potenzial zur Steigerung der Energieeffizienz und zum Ausbau der erneuerbaren Energien hervor. Sie betonte die Beteiligung der deutschen Wirtschaft an diesem Anliegen und das vorhandene Know-How der Unternehmen, diese Potenziale zu erschließen: "Ich freue mich über das Engagement der deutschen Wirtschaft bei diesem Forum. Deutschland kann im internationalen Vergleich im Klimaschutz auf große Erfolge verweisen. Angesichts der Notwendigkeit einer weltweiten Energiewende liegt in einem ausgewogenen Mix von Energieeffizienz und mehr erneuerbare Energien der Schlüssel für eine zukunftsfähige Energieversorgung. Deutschland ist Vorreiter und Katalysator dieser Entwicklung und hat demonstriert, dass Wirtschaftswachstum bei sinkendem Energieverbrauch möglich ist. Ein umweltverträglicher Energiemix dient nicht nur dem Klimaschutz. Zwei Milliarden Menschen weltweit verfügen noch über keinen Stromanschluss. Erneuerbare Energien können durch ihre dezentralen Einsatzmöglichkeiten unter anderem in den ländlichen Regionen der Entwicklungsländer einen wesentlichen Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten," sagte Frau Wolf.

20.12.2003   Quelle: BMU

 

BUND: „Subventionsabbau und Kürzungen ohne politisches Konzept“

„Die Beschlüsse von Bundestag und Bundesrat am 19.12.2003 torpedieren die Umweltpolitik der letzten Jahre. Sie erfüllten nicht den selbst gesteckten Anspruch von Rot-Grün, die wichtigsten Reformprojekte dieser Legislaturperiode am Leitbild der Nachhaltigkeit auszurichten.“ Das ist das Fazit des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), zu den gestrigen Beratungen im Parlament und in der Ländervertretung.  
Kürzungen in wichtigen Bereichen wie bei Energiesparmaßnahmen, der Minderung grenzüberschreitender Emissionen, der Reduzierung von Umweltbelastungen und der Förderung des ÖPNV hätten zur Folge, dass ökologische Ziele aufgegeben würden und wieder mehr Abgase die Luft vergifteten, heißt es in der BUND-Pressemitteilung. Umweltpolitisch sinnvolle Sparvorschläge wie die Senkung der Gelder für den Autobahnbau oder eine Subventionskürzung beim Flugverkehr seien leider nicht aufgegriffen worden.

"Energiesparen ist zum Volkssport geworden und umweltfreundliche Verkehrsmittel haben wieder mehr Kunden gewonnen. Dieser positive Trend wird zunichte gemacht, wenn die Sparbeschlüsse Wirklichkeit werden, „ warnt BUND-Bundesgeschäftsführer Gerhard Timm. „Hier bedarf es dringender Nachbesserung. Umweltschädliches Verhalten und Wirtschaften darf nicht weiter belohnt werden. Die extrem umweltschädlichen Steuervergünstigungen und Subventionen bei der Steinkohle, den Pendlern, im Flugverkehr und für Neubauten auf der grünen Wiese müssen weg. Bundesregierung und Bundesrat dürfen die Chancen, Finanz- und Umweltprobleme gleichzeitig zu lösen, nicht aufgeben“, so Timm.

Sinnvoll seien die Abschaffung der derzeit jährlich fünf Milliarden Euro teuren Steuererbefreiung im Flugverkehr und die weitere Kürzung der Entfernungspauschale. Die Steinkohlesubventionen müssten bis 2010 auslaufen, Steuerprivilegien für die Atomenergie ganz abgeschafft werden, fordert der BUND. Mit weiteren Kürzungen bei der Eigenheimzulage, der Dieselsteuer-Ermäßigung und den Ökosteuer-Ermäßigungen könnten kurzfristig insgesamt mehr als 10 Milliarden Euro pro Jahr eingespart werden. "Eine ökologisch und verkehrspolitisch glaubhafte Handschrift ist bei der jetzigen Politik nicht erkennbar. Die Bundesregierung und vor allem die Grüne Partei müssen alles tun, um die Umweltpolitik nicht zu einem reinen Feigenblatt herabzuwürdigen. Es liegen genug Vorschläge für sinnvolle Sparmaßnahmen auf dem Tisch, sie müssen nur Wirklichkeit werden“, fordert Timm.

20.12.2003   Quelle: BUND
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Studie zur Photovoltaik und Solarthermie: „Markt für Solarenergie heiter bis bewölkt“

Weltweite PV-Entwicklung; Sarasin-Prognose.
Weltweite PV-Entwicklung; Sarasin-Prognose.

Ab 2004 soll das neu gefasste Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) dazu beitragen, den Anteil regenerativer Energien an der Stromerzeugung bis zum Jahr 2010 auf 12,5 Prozent zu verdoppeln. Eine aktuelle Studie der Bank Sarasin bestätigt die optimistischen Prognosen für Photovoltaik und Solarthermie, sieht aber weltweit auch Risiken.  Das Vorschaltgesetz zur Novelle des EEG, das am 1. Januar 2004 in Kraft treten soll, bringt für die Solarbranche in Deutschland längerfristige Sicherheit, so die Sarasin-Studie. Die Novelle soll die Finanzierungslücken in der Photovoltaikbranche durch das Auslaufen des 100.000-Dächer-Solarstrom-Programms. Wegen der hohen Kosten werde die Photovoltaikbranche noch länger von Förderprogrammen abhängig bleiben, betont die Bank. Da wenige Länder so weit reichende Programme wie Deutschland hätten, bestünden weltweit gesehen Grenzen für das Wachstum des Solarenergiemarkts. Zudem berge die Abhängigkeit von Förderprogrammen das Risiko politischer Kehrtwendungen.

Vor diesem Hintergrund lautet der Titel der Studie „Solarenergie – heiter oder bewölkt?“ Die auf nachhaltige Kapitalanlagen spezialisierte Bank Sarasin liefert mit Blick auf die Marktaussichten für Photovoltaik und Solarthermie die Antwort gleich mit: Den großen Marktchancen für die Solarenergie stehen auch wirtschaftliche Risken gegenüber.

Solarzellenproduktion wird 2003 erneut um 40 Prozent wachsen

Die Photovoltaik weist für 2003 eine eindrucksvolle Erfolgsbilanz aus. „Die Produktion von Solarzellen wird auch 2003 ihr Wachstum konsequent fortsetzen“, fasst Andreas Knörzer, Leiter Sustainable Investment bei der Bank Sarasin, die Entwicklung zusammen. Wie in den letzten Jahren sei eine Wachstumsrate von ungefähr 40 Prozent erreicht worden, so dass das Produktionsvolumen auf 560 Megawatt angewachsen ist. Der Weltmarktführer Sharp habe seine Produktion um 60 Prozent aufgestockt und erst kürzlich eine neue Fertigungslinie in Betrieb genommen

Deutschland ist beim Einsatz von Solarkollektoren EU-Vorreiter

Auch der Markt für Solarkollektoren ist seit Mitte der 90er Jahre weltweit mit dreizehn Prozent pro Jahr gewachsen. Die solarthermischen Kollektoren werden vor allem im privaten Gebäudebereich für die Erzeugung von Warmwasser und Heizungsenergie installiert. Der dominierende Solarthermie-Markt ist China mit 56 Prozent der global im Einsatz befindlichen Kollektorflächen. In Europa ist Deutschland mit rund 38 Prozent der in der EU installierten Kollektorfläche Spitzenreiter. Im weltweiten Vergleich liegt das wenig sonnenverwöhnte Deutschland mit einem Anteil von sechs Prozent hinter Japan und der Türkei. Weltweit werde die neu installierte Kollektorfläche gegenüber dem Jahr 2002 um neunzehn Prozent zulegen, prognostiziert Sarasin

Großes Potenzial bei solarthermischer Kraftwerkstechnologie

Dagegen erwacht die solarthermische Kraftwerkstechnologie erst aus ihrem Winterschlaf. Sie kann in sonnenreichen Regionen in größerem Stil einen Beitrag zur Elektrizitätsversorgung leisten. Diese Technologie beruht auf der Konzentration von Sonnenlicht zur Dampferzeugung. Die schon seit fast 20 Jahren in der Erprobung befindliche Technik erlebt mit der Neuauflage staatlicher Förderprogramme in Spanien einen zweiten Frühling. „Der weitere Erfolg der Kraftwerkstechnologie hängt davon ab, ob sich aus den in Planung befindlichen Projekten weitere Impulse entwickeln“, so Eckhard Plinke, Leiter des Sustainability Research bei Sarasin.

Branchenwachstum eng an politische Rahmenbedingungen gekoppelt

Die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen laut Sarasin-Studie, dass das Fortschreiben der glänzenden Wachstumsraten in allen Bereichen der Solarenergie noch immer mit Fragezeichen versehen ist. Die Unsicherheiten, die sich aus politischen Veränderungen ergeben, und deren Auswirkungen auf Förderprogramme stellen für alle Technologien der Erneuerbaren Energien ein typisches Risiko dar. Insbesondere in Deutschland und Japan konnte die Photovoltaik-Branche von den günstigen politischen Rahmenbedingungen profitieren. Längerfristig müssen alle Technologien ihre Konkurrenzfähigkeit ohne Nutzung von Subventionen unter Beweis stellen. Ob dies gelingt, stehe bei der Solarenergie nicht in der Sonne, sondern in den Sternen, so Sarasin.

Unterschiedliches Wachstum bei Photovoltaik und Solarthermie

Vor diesem Hintergrund fallen die Prognosen der Sarasin-Analysten vergleichsweise konservativ aus: „In den kommenden zwei Jahren erwarten wir ein Wachstum des Photovoltaik-Markts von über 20 Prozent und danach eine Abflachung“, bestätigt Andreas Knörzer. Die von der Bank Sarasin prognostizierte Marktentwicklung entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Zuwachsrate von ungefähr 14 Prozent bis zum Jahr 2010. Dann rechnet Sarasin mit einem Marktvolumen von über 1.500 Megawatt, was einer weltweit installierten photovoltaischen Leistung von knapp zwölf Gigawatt entsprechen würde. Die Sarasin-Prognose des Solarthermie-Marktes, der weniger stark von Subventionen abhänge, fällt hingegen positiver aus. Bis 2010 wird mit einem Wachstum der neu installierten Kollektorfläche von durchschnittlich 22 Prozent pro Jahr gerechnet. Wegen der Unsicherheiten über den Erfolg der derzeit geplanten Kraftwerksprojekte wagen die Sarasin-Experten bei der Entwicklung der solarthermischen Kraftwerke hingegen keine Prognose.




19.12.2003   Quelle: Bank Sarasin & Cie AG
Bildquelle: Bank Sarasin und Cie. AG
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Trittin: Keine Vorfestlegungen für Atomüll-Lager Schacht Konrad

„Der niedersächsische Umweltminister versucht offenbar verzweifelt, Niedersachsen zum Atomklo der Republik zu machen“. Mit diesen Worten kritisiert Bundesumweltminister Jürgen Trittin seinen niedersächsischen Kollegen Hans-Heinrich Sander (FDP) in einer Pressemitteilung. „Nach seinem Engagement für ein Atommüll-Endlager in Gorleben hat er sich gestern für ein Endlager für schwach- und mittelradioaktiven Abfall in Schacht Konrad bei Salzgitter eingesetzt“, so Trittin weiter.  Mit seiner Äußerung, Schacht Konrad müsse in Betrieb gehen, ignoriere Sander einmal mehr die Sorgen und Einwände der betroffenen Bevölkerung, erklärte der Bundesumweltminister.

Der Planfeststellungsbeschluss für Schacht Konrad werde zur Zeit gerichtlich überprüft, heißt es in der BMU-Pressemitteilung. Mit einer Festlegung, bereits nach den ersten Entscheidungen der ersten Instanz mit der Umrüstung des Bergwerkes zum Endlager zu beginnen, würden zudem teure Fakten geschaffen, bevor Rechtssicherheit herrsche. Für besondere Eile gebe es jedoch überhaupt keinen Grund.

Infolge des Ausstiegs der Bundesrepublik aus der Atomkraft und neuer Techniken zur Behandlung der radioaktiven Abfälle werde das erwartete Volumen des einzulagernden Atommülls im Vergleich zu älteren Schätzungen deutlich geringer ausfallen, so das BMU. Die Bundesregierung vertrete daher die Auffassung, dass für die Endlagerung aller Arten radioaktiver Abfälle ein einziges Endlager ausreicht. Dieses müsse 2030 betriebsbereit sein, erst dann sei die Strahlung des hochradioaktiven Mülls der Atomkraftwerke so weit abgeklungen, dass ein Einlagerung möglich ist. Diese Zeit gelte es zu nutzen, um das vom Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte (AK End) entwickelte Verfahren zur Endlagersuche umzusetzen. Es werde einen möglichst breiter Konsens in dieser wichtigen Frage angestrebt. Wer dagegen in Gorleben oder in Konrad Fakten schaffen wolle, der betreibe die Spaltung unserer Gesellschaft, so Trittin.

19.12.2003   Quelle: BMU

 

Niedersachsen: Windpark Hänigsen ist am Netz

In der Gemeinde Hänigsen bei Burgdorf (Region Hannover) speisen zwei Windenergieanlagen vom Typ Vestas V-80 mit jeweils 2.000 Kilowatt (kW) Generatorleistung Strom in das Netz der Avacon AG ein.   Bisher seien 42 Kommanditisten an dem Windpark beteiligt, berichtet die SunMedia Energieanlagen GmbH in einer Pressemitteilung. Überwiegend Bürger aus der Region hätten sich mit Anteilen ab 5.000 Euro am Eigenkapital der Betriebsgesellschaft beteiligt. Beteiligungen durch Interessenten, auch außerhalb der Region, seien weiterhin möglich. Die Beteiligung als Kommanditist sei nicht nur aus ökonomischer sondern auch aus ökologischer Sicht interessant, betont das Unternehmen. Die zwei Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 4 Megawatt (MW) sollen auf der Grundlage von zwei Windgutachten jährlich gut 6,5 Millionen Kilowattstunden umweltfreundlichen Windstrom produzieren. Dies entspreche einer Einsparung von rund 3.800 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid. Die 6,5 Millionen Kilowattstunden Windstrom decken rechnerisch den Jahresstrombedarf von 1.750 Vier-Personen-Haushalten, also 7.000 Menschen.

Die Windkraftanlagen vom Typ V80/2.000 kW werden vom weltweit größten Anlagenhersteller Vestas in Husum produziert. Die Windräder am Standort Hänigsen haben einen Rotorkreisdurchmesser von 80 Metern und eine Nabenhöhe von 78 Metern. Laut Ertragsprognose erwarten die Initiatoren über die zwanzigjährige Betriebsdauer der Anlagen insgesamt 295 Prozent Ausschüttung (bezogen auf das eingesetzte Eigenkapital), das sind durchschnittlich rund 14,8 Prozent pro Jahr. Der Windpark Hänigsen ist das fünfte Projekt der SunMedia Energieanlagen GmbH, die bislang Windkraftanlagen bei Lichtenau, Peine, Salzgitter und Bremen errichtet hat. Zwei weitere Anlagen dieses Typs sollen im kommenden Jahr am Standort Hänigsen errichtet werden. Die Windgutachten berücksichtigen diese beiden zusätzlichen Anlagen bereits.

19.12.2003   Quelle: SunMedia Energieanlagen GmbH

 

Jürgen Trittin: Emissionshandel leistet wichtigen Beitrag zum Klimaschutz

Das Bundeskabinett hat am17.12.2003 auf Vorschlag von Bundesumweltminister Jürgen Trittin die gesetzlichen Grundlagen für den Handel mit Rechten zur Emission von Treibhausgasen beschlossen. Der Emissionshandel soll 2005 EU-weit beginnen.  "Der Emissionshandel leistet einen wichtigen Beitrag zur Erfüllung unserer Klimaschutzverpflichtung. Er gibt der Wirtschaft ein effizientes und kostengünstiges Instrument in die Hand, ihre klimaschädlichen Emissionen zu reduzieren. Die deutsche Industrie wird zu den Gewinnern zählen und vom Emissionshandel profitieren“, sagte Trittin.

Das Kabinett verabschiedete den Entwurf des Treibhausgas-Emissionshandelsgesetzes (TEHG) sowie eine Verordnung, die unter anderem den Anwendungsbereich und das Genehmigungsverfahren für die beteiligten Industrieanlagen regelt. Mit dem TEHG und der Verordnung wird die EU-Richtlinie zum Emissionshandel in nationales Recht umgesetzt, die seit Oktober in Kraft ist. Die Bundesrepublik hat sich im Rahmen der EU-Lastenteilung verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2010 um insgesamt 21 Prozent gegenüber 1990 zu verringern. Davon sind laut Trittin bereits gut 19 Prozent erbracht.

Der Emissionshandel bezieht in der ersten Phase 2005 bis 2007 nur Kohlendioxid ein. Die erfassten Anlagen müssen nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz genehmigt sein. Das Bundesumweltministerium hat eine Liste mit 2.631 Anlagen veröffentlicht, deren Betreiber ab 2005 am Emissionshandel teilnehmen dürfen. Spätestens dann dürfen energieintensive Anlagen CO2 nur noch emittieren, wenn sie hierfür eine Genehmigung besitzen und die erforderlichen Emissionszertifikate vorweisen können. Die Zuteilung der Zertifikate erfolgt nach einem Allokationsplan, der vom Bundesumweltministerium aufgestellt wird. "Durch den möglichen Handel mit den Zertifikaten findet Klimaschutz dort statt, wo er zu den geringsten Kosten verwirklicht werden kann. Das ermöglicht gleichermaßen ökologisch wirksames und ökonomisch effizientes Handeln“, erläutert Trittin. Studien gingen davon aus, dass der Emissionshandel der deutschen Industrie im Vergleich zu anderen Maßnahmen wie der Selbstverpflichtung zum Klimaschutz eine Kostenentlastung von bis zu 500 Millionen Euro pro Jahr bringen werde.

Weitere Informationen zum TEHG und zur Verordnung sind in einem Hintergrundpapier enthalten, das als PDF-Datei (74 kByte) heruntergeladen werden kann beim BMU unter http://www.bmu.de/files/hintergrund_pm237.pdf oder beim BMU-Pressereferat erhältlich ist (030/28550-2015/2018).

Den Entwurf zum Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz (TEHG) und die zugehörige Verordnung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz samt Begründung bietet das BMU an unter http://www.bmu.de/de/1024/js/download/b_emissionshandel_entwuerfe/

18.12.2003   Quelle: BMU
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Fachverband Biogas: Mit der EEG-Novelle droht herber Rückschlag

"Die Kabinettsvorlage zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) setzt die Zukunft der deutschen Biogasbranche aufs Spiel" kommentiert der Präsident des Fachverbands Biogas e.V. den am 17.12.2003 vorgelegten Regierungsentwurf zur Neufassung des EEG.  Der Entwurf sehe deutliche Verschlechterungen zum derzeit geltenden Gesetz vor. "280.000 Arbeitsplätze könnten in der Biogasbranche gesichert und neu geschaffen werden. Außerdem kann Biogas im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energien rund um die Uhr Grundlaststrom erzeugen. Warum wir trotzdem von der Bundesregierung deutlich schlechter als z.B. die Photovoltaikbranche behandelt werden sollen, ist uns ein Rätsel", ergänzt Verbandspräsident Josef Pellmeyer. Aufgrund dieser aktuellen Entwicklungen würden den Unternehmen der Biogasbranche nach Angaben des Verbandes Banken mittlerweile Kredite verwehrt. Der bisher weltweit führenden deutschen Biogasbranche drohe bei Umsetzung der Kabinettsvorlage ein herber Rückschlag, so der Fachverband Biogas.

In dem Entwurf der Bundesregierung zur Novellierung des EEG seien entgegen der am 5.11.03 von Bundesumweltminister Jürgen Trittin gemachten Ankündigungen eindeutige Verschlechterungen für die Biogasnutzung vorgesehen, kritisiert der Verband. So solle die Laufzeit der Vergütung von 20 auf 15 Jahre verkürzt werden. Demgegenüber erhielten Solarenergie und Windkraft weiter eine auf 20 Jahre garantierte Vergütung. Die Vergütung von Neuanlagen solle in jedem Jahr um zwei statt wie bisher um ein Prozent gesenkt werden. "Wie die Biogasbranche die Preise für ihre Anlagen in den nächsten 10 Jahren um ca. 35 Prozent senken soll, müsste uns die Bundesregierung einmal erklären. Andere Industrieanlagen werden allein schon inflationsbedingt jährlich um ca. zwei Prozent teurer. Durch hocheffiziente Prozesssteuerung, Ausweitung der Serienproduktion von Biogasanlagen und optimierte Anbauverfahren für nachwachsende Rohstoffe wird Energie aus Biogas im Gegensatz zu Energie aus Öl, Gas und Kohle billiger werden. Doch die Politik sollte das realistisch Machbare im Auge behalten“, erklärte Pellmeyer.

Zudem decke der in der Kabinettsvorlage als "Bonus" bezeichnete Zuschlag von 2,5 Cent für die Nutzung von Energiepflanzen in Biogasanlagen nicht einmal die Produktionskosten der Energiepflanzen - ganz abgesehen von der Logistik und Verarbeitungstechnik dafür. "Mehrere Gutachten haben die notwendige Vergütung eindeutig belegt. Landwirte müssen Energiepflanzen zumindest kostendeckend anbauen. Hierfür ist ein Ausgleich in Höhe eines Zuschlages von sechs Cent zwingend notwendig“, fordert Pellmeyer.

Die deutsche Biogasbranche leide wegen der überfälligen Novelle des EEG nun schon seit einem Jahr unter einem absoluten Investitions-Stop. Der Umsatz sei im Jahr 2003 um 60% Prozent eingebrochen. "Auch wenn die Rückwirksamskeits-Klausel im jetzigen Kabinetts-Entwurf einige Projekte wieder auf den Weg bringen wird, so bleibt die Energiegewinnung aus Energiepflanzen weiterhin unwirtschaftlich. Ohne eine richtungsweisende Anpassung des EEG kann von keinem Kunden eine Investitions-Entscheidung verlangt werden. Die Folge für die Unternehmen der Branche sind existenziell: Fachlich hoch-qualifizierte und erfahrene Mitarbeiter müssen zur Kostensenkung ausgestellt werden. Noch nie sind so viele Biogas-Unternehmen in die Insolvenz gegangen", erklärte Markus Ott, Vizepräsident des Fachverbands und Sprecher der Biogas-Unternehmen im Verband. Die Auswirkungen auf Investoren und Kreditinstitute könne sich jeder ausmalen. Es fehlten die liquiden Mittel für dringend nötige Forschungs- und Entwicklungsarbeiten.

"Wenn der Novellierungsentwurf in der Debatte nicht schnellstens und entscheidend verbessert wird, dann wird die Branche weiter krank-geschrumpft", warnt Ott. Die Folgen seien klar: Biogas werde seine Funktion der "grünen Regelenergie" im Energie-Mix auf Jahre nicht leisten können. Leidtragende seien somit auch Windkraft und Photovoltaik, die aufgrund ihrer unregelmäßigen Produktion auf eine erneuerbare Ausgleichs-Energie angewiesen seien.

Biogas wird aus Gülle, Festmist, Abfällen der Lebensmittelindustrie und nachwachsenden Rohstoffen wie beispielsweise Gras und Mais gewonnen. Seine Produktion und Umsetzung zu Strom und Wärme ist CO2-neutral und trägt somit nicht zum Treibhauseffekt bei. Das nach der Energieproduktion entstehende organische Material ersetzt energie-intensiven und umweltschädigenden Mineraldünger in der Landwirtschaft.

18.12.2003   Quelle: Fachverband Biogas e.V.
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Bundesverband WindEnergie: EEG-Novelle ist „Bremsklotz für Innovation“

Als „Bremsklotz für die Innovation“ bezeichnet Dr. Peter Ahmels die am 17.12.2003 vom Bundeskabinett beschlossene Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).  Der Präsident des Bundesverbandes WindEnergie (BWE) kritisiert besonders die so genannte 65-Prozent-Regelung. Nach Paragraf 10 sollen künftig Windanlagen entsprechend dieser Regel nur noch gefördert werden, wenn sie einen Windstärke-Referenzwert von 65 Prozent erreichen.

„Die Politik will, dass Windräder immer effektiver werden. In den letzten zehn Jahren konnte die Leistung von Windrädern um 40 Prozent gesteigert werden. Dadurch kann man bereits heute an windschwächeren Standorten profitabel Windstrom gewinnen“, sagte Ahmels. Mit der Neuregelung gehe nun der Anreiz verloren, die Anlagen für windschwächere Standorte weiterzuentwickeln. Investiert würde nur dort, wo Rendite zu erwarten sei, erwartet Ahmels. „Uns wäre lieber, der Gesetzgeber überlässt den Investoren, wo sie bauen“, so der BWE-Präsident. Als direkte Folge der 65-Prozent-Regelung würden bis 2006 ein Drittel der derzeit vorbereiteten Windparks verhindert. „Indirekt vernichtet die Regel Entwicklungspotential“, so Ahmels. Positiv sei immerhin, dass das neue Gesetz jetzt auf den Weg gebracht worden sei. „Die monatelange Diskussion kam praktisch einem Investitionsstop gleich“, betont Ahmels. Er hoffe, dass die Fachleute der Regierungsfraktionen nun im Gesetzgebungsverfahren die 65-Prozent-Regel „praxisbezogen korrigieren“.

18.12.2003   Quelle: BWE
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Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul: Armut mit erneuerbaren Energien bekämpfen

„Nur wenn wir viel stärker als bisher erneuerbare Energien nutzen und mit Energie insgesamt effizienter umgehen, wird uns in Zukunft nicht die Luft ausgehen.“ Das erklärte Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul anlässlich der zweiten Sitzung des Internationalen Lenkungsausschusses (International Steering Comitee).  Dieses Gremium berät die Bundesregierung bei der Vorbereitung der Konferenz für Erneuerbare Energien, die im Juni 2004 in Bonn stattfinden wird. „Das Bekenntnis zu erneuerbaren Energien ist ein Bekenntnis zu Nachhaltigkeit und Armutsbekämpfung“, hob die Ministerin hervor.

Fast zwei Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu kommerzieller Energie, die meisten von ihnen leben in Entwicklungs- und Schwellenländern. „Um diesen Menschen Entwicklungschancen zu bieten, müssen sie Zugang zu kommerzieller Energie haben“, so die Ministerin. Zudem bedeute die Nutzung erneuerbarer Energien auch, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wie Erdöl zu verringern. „Das Konzept der erneuerbaren Energien ist auch eine Alternative zu Konzepten, die einseitig auf Erdöl setzen und zudem Fragen der Energieeffizienz vernachlässigen.“

Schon auf der Konferenz für Nachhaltige Entwicklung in Johannesburg im Jahr 2002 hatte das Bundesentwicklungsministerium angekündigt, im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit innerhalb von 5 Jahren (2003 – 2007) eine Milliarde Euro für Energieprogramme einzusetzen: 500 Millionen Euro für Erneuerbare Energien und 500 Millionen Euro für Maßnahmen zur Energieeffizienz.

Die Ministerin dankte den Mitgliedern des Internationalen Lenkungsausschusses für ihre Bereitschaft, die Konferenz vorzubereiten und für die gemeinsamen Ziele zu werben. Besonders begrüßte sie Mohamed T. El-Ashry, den ehemaligen Generaldirektor und Vorsitzenden der Global Environment Facility (GEF). Herr El-Ashry wird bei der Internationalen Konferenz für Erneuerbare Energien die Sitzungsleiter bei ihrer Arbeit unterstützen. Dem internationalen Lenkungsausschuss gehören rund 50 anerkannte Führungs- und Entscheidungsträger aus Regierungen, den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen, der Zivilgesellschaft, der Privatwirtschaft und Nichtregierungsorganisationen an.

Weitere Informationen unter: http://www.renewables2004.de

18.12.2003   Quelle: Internationale Konferenz für Erneuerbare Energien, Bonn 2004
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Sunways AG: Finanzvorstand Fessler scheidet aus

Bernd Fessler, Finanzvorstand der Konstanzer Sunways AG, scheidet
zum 31. Dezember 2003 aus dem Unternehmen aus.
  Bis auf Weiteres bleibe er Sunways beratend verbunden, berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Die Sunways AG befinde sich weiterhin in einer starken Wachstumsphase, so das Unternehmen. Über die strategische Weiterentwicklung und die Ausgestaltung des Ausbaus der Vertriebsaktivität habe es zuletzt unterschiedliche Auffassungen zwischen dem Aufsichtsrat und Bernd Fessler gegeben.

Da keine Einigkeit erzielt werden konnte, scheide Fessler auf eigenen Wunsch und in freundschaftlichem Einvernehmen aus. „Wir bedauern die Entscheidung von Herrn Fessler und danken ihm für die geleistete wertvolle Arbeit“, so der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Dr. Roland Bahr. Fessler gehört dem Unternehmen seit Oktober 2000 an und habe den Börsengang von Sunways im Februar 2001 maßgeblich mitgestaltet.

18.12.2003   Quelle: Sunways AG

 

CDU/CSU-Sprecher Paziorek: EEG-Novelle nicht zustimmungsfähig

Die vom Bundeskabinett verabschiedete Novelle des EEG ist für die Union in dieser Form nicht zustimmungsfähig.  Das erklärte der umweltpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Dr. Peter Paziorek MdB, änlässlich der Verabschiedung der Novelle des Erneuerbare- Energien-Gesetzes (EEG) am 17.12. 2003 im Bundeskabinett. Die Novelle müsse in wesentlichen Teilen bei den anstehenden Beratungen im Deutschen Bundestag überarbeitet werden, so Paziorek.

Zwar bekenne sich die CDU/CSU-Bundestagsfraktion zum Verdopplungsziel der Europäischen Union, den Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch bis zum Jahr 2010 auf 12,5 Prozent zu erhöhen. Aber besonders mit Blick auf eine effizientere Gestaltung der Förderung der einzelnen erneuerbaren Energien und der Begrenzung der Kosten bestünden noch erhebliche Defizite. Auch werde die Union eine Vernachlässigung von Biomasse und Wasserkraft gegenüber der Windenergie nicht akzeptieren, kündigte Paziorek an.

Bei der Windenergie müsse sichergestellt werden, dass es zu keinem weiteren Zubau an ungünstigen Standorten komme und die Überförderung an windgünstigen Standorten beendet wird, heißt es in der Presserklärung des Unions-Sprechers. Die Vorschläge der Bundesregierung reichten dafür nicht aus, kritisiert Paziorek.

Nach Auffassung von Paziorek ist die Biomasse der große Verlierer der Novelle. Die vorgeschlagene Verkürzung des Förderzeitraums und die Ausgestaltung der Fördersätze würden deren Existenz gefährden. Gleichzeitig werde dadurch auch die Erschließung weiterer Biomasse-Potenziale verhindert. Die Union werde eine solche Politik nicht mitmachen, betonte Paziorek.

Durch die Einbeziehung naturrechtlicher Vorschriften in das EEG sieht Paziorek die Existenz der kleinen Wasserkraft gefährdet. Diese naturrechtlichen Vorschriften hätten im EEG nichts verloren. Die vorliegende EEG Novelle reiche jedoch nicht aus, um die erneuerbaren Energien zielorientiert und effizient zu fördern. So setze sich die Union für eine Förderung der Windenergie im Offshore- Bereich ein, hier sollte mit dem Ausschreibungsmodell ein neues Fördersystem eingeführt werden, verlangt Paziorek.

Die Union fordert die Bundesregierung, insbesondere den Bundesumweltminister auf, die vorliegende EEG Novelle noch einmal deutlich nachzubessern. Nur so könne es zu einer Förderung der erneuerbaren Energien kommen, die ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist.

17.12.2003   Quelle: CDU/CSU - Bundestagsfraktion
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Kabinett beschließt EEG-Novelle

Das Bundeskabinett hat am 17.12.2003 auf Vorschlag von Bundesumweltminister Jürgen Trittin den Entwurf der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beschlossen. Das berichtet das Bundesumweltministerium in einer Pressemitteilung.  Die Regelungen des Photovolatik-Vorschaltgesetzes wurden übernommen. "Wir wollen die erneuerbaren Energien konsequent weiter ausbauen. Ziel der Bundesregierung ist, den Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten Stromversorgung bis zum Jahr 2010 auf mindestens 12,5 Prozent und bis zum Jahr 2020 auf mindestens 20 Prozent zu steigern", sagte Bundesumweltminister Trittin. Mit der Novelle soll eine Entwicklung fortgeschrieben werden, die bereits jetzt in Deutschland zu rund 135.000 Arbeitsplätzen und einem Umsatzvolumen von 10 Milliarden Euro pro Jahr geführt habe. "Mit dem EEG haben wir eine neue Industriebranche begründet und zugleich eines der weltweit wirkungsvollsten und effizientesten Instrumente für den Klimaschutz entwickelt", so der Minister.

Mit der Neufassung des EEG werden die Rahmenbedingungen für Strom aus erneuerbaren Energien differenziert und weiterentwickelt. Bei der Windenergie erwartet die Bundesregierung in den kommenden Jahren der Schwerpunkt des Ausbaus an guten Windstandorten im Binnenland. Gegenüber dem laufenden Jahr sollen für Anlagen, die im nächsten Jahr an das Netz gehen, die Vergütungssätze um rund 6,3 Prozent an guten Küstenstandorten und um rund 2,3 Prozent an guten Binnenlandstandorten abgesenkt werden. Die Degression der Vergütungssätze soll von bislang 1,5 Prozent im Jahr auf 2 Prozent erhöht werden. "Damit sollen Kostensenkungspotentiale besser ausgeschöpft werden, damit die Windstromerzeugung noch schneller wettbewerbsfähig wird", erklärte Trittin. Besondere Anreize seien für das so genannte "Repowering", also der Ersatz älterer, kleinerer Anlagen durch moderne und leistungsstarke, vorgesehen. Windschwache Standorte sollen künftig von der Vergütung nach dem EEG ausgeschlossen werden. Die Windenergienutzung auf See soll mit verbesserten Rahmenbedingungen zügig vorangetrieben werden.

Bei der Stromerzeugung aus Biomasse sollen kleinere Anlagen mit weniger als 150 Kilowatt Leistung künftig besser gefördert werden. Einen Bonus geben soll es für den Einsatz nachwachsender Rohstoffe und einen weiteren Bonus beim Einsatz innovativer Technik wie Brennstoffzellen oder Kraft-Wärme-Kopplung. Bei der Photovoltaik, der Erzeugung von Solarstrom, soll ein Vorschaltgesetz den drohenden Fadenriss bei der Entwicklung der Branche nach dem erfolgreichen Ende des 100.000-Dacher-Solarstrom-Programms verhindern. Die vom Bundeskabinett verabschiedete Novelle übernimmt diese Regelungen. Bei der Erzeugung von Strom aus Wasserkraft werden weiterhin Wasserkraftanlagen bis 5 Megawatt Leistung gefördert, allerdings müssen ökologische Anforderungen erfüllt werden.

Neu ist die Einbeziehung großer Wasserkraftanlagen bis 150 MW Leistung. Dabei muss in Folge von Erweiterungsmaßnahmen das Leistungsvermögen der Anlagen mindestens um 15 Prozent gesteigert werden. Vergütet wird dann nur die durch die Erweiterung neu hinzu gekommene Strommenge, nicht jedoch die bereits heute erzeugte. Etwa zwei Dutzend größere Wasserkraftwerke an Deutschlands Flüssen können von dieser Regelung profitieren. Mit der Geothermie steht eine neue, besonders viel versprechende Sparte der erneuerbaren Energien in den Startlöchern. Die Bedingungen für die Stromerzeugung aus Erdwärme werden mit der EEG-Novelle deutlich verbessert, so das Bundesumweltministerium
Der Gesetzentwurf wird nun zunächst dem Bundesrat zugeleitet. Bei zügigem Verlauf der parlamentarischen Beratungen könne das Gesetz schon im Frühjahr 2004 in Kraft treten, heißt es in der BMU-Pressemitteilung.

17.12.2003   Quelle: BMU
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Bern: Baugesuch für größtes Sonnenkraftwerk der Schweiz eingereicht

Die BKW FMB Energie AG, Bern, hat das Baugesuch zur Errichtung des größten schweizerischen Sonnenkraftwerks auf den riesigen Dachflächen des „Stade de Suisse Wankdorf“ in Bern eingereicht.  Wegen starker Nachfrage nach dem dort produzierten Sonnenstrom, der als „1 to1 energy sun star“ verkauft wird, soll die Spitzenleistung von rund 600 Kilowatt auf bis zu einem Megawatt ausgebaut werden, berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Gleichzeitig unterbreitet die BKW FMB Energie AG den Baubewilligungsbehörden das Gesuch zum Bau einer Besucherplattform auf dem Stadiondach. Auf dieser erlebnisorientiert ausgestalteten „BKW-Energieplattform“ sollen die Interessierten das Sonnenkraftwerk besichtigen können, sich an Hand von Modellen und Online-Messdatenvergleichen mit Energietechnologien auseinandersetzen und die einzigartige Aussicht auf Bern und die Alpen genießen können.

Das geplante Sonnenkraftwerk soll auf einer Fläche von gut 5.000 Quadratmetern für rund Millionen Schweizer Franken (3,23 Millionen Euro) errichtet werden und eine Spitzenleistung von rund 600 Kilowatt aufweisen. Es leiste dank der wissenschaftlichen Auswertung durch die von der BKW FMB Energie AG geführte Gesellschaft „Mont-Soleil“ auch einen Beitrag zur weiteren Entwicklung der Photovoltaik. 25 Gemeinden der Region Bern sind von der BKW FMB Energie AG eingeladen worden, zur Förderung der erneuerbaren Energien an der Vermarktung des Sonnenstroms mitzuwirken. Als Gegenleistung sollen erfolgreich mitwirkende Gemeinden in den Genuss attraktiver Angebote kommen, beispielsweise der Nutzung der BKW-Energieplattform oder von VIP-Stadionplätzen zu Vorzugskonditionen.

Sollte die Nachfrage nach „1 to1 energy sun star“ das Angebot übersteigen, könne das Sonnenkraftwerk auf über 8.000 m2 und eine Spitzenleistung von rund einem Megawatt ausgebaut werden, so die BKW FMB Energie AG. Die Zusatzkosten beziffert das Unternehmen auf zirka drei Millionen Franken. Die geplante multifunktionale BKW-Energieplattform soll zusammen mit dem Sonnenkraftwerk errichtet und im Frühsommer 2005 fertiggestellt werden.

17.12.2003   Quelle: BKW FMB Energie AG

 

Freiburg: Erste Mieter im Solar Info Center

Eingangsbereich des SIC Freiburg.
Eingangsbereich des SIC Freiburg.

Das Freiburger Solar Info Center (SIC) als bundesweites Kompetenzzentrum für Planen und Bauen mit erneuerbaren Energien hat seinen Betrieb aufgenommen. Die ersten Mieter sind im Dezember eingezogen, berichtet das SIC in einer Pressemitteilung.  Bisher seien bereits 42% der 14.000m2 Nutzfläche fest vermietet, über weitere 30% der Flächen werde verhandelt. „In Anbetracht der allgemeinen Situation im Büromarkt sind wir damit sehr zufrieden“, kommentierte Geschäftsführer Prof. Rolf C. Buschmann. „Die Stadt Freiburg hat das Projekt Solar Info Center seit den ersten Anfängen vor 12 Jahren unterstützt. Wir freuen uns, nun erste gemeinsame Projekte und Kooperationen angehen zu können“, so Gerda Stuchlik, Bürgermeisterin für Umwelt, Bildung und Sport. Bei Vollbetrieb werden über 40 Firmen ihre Dienstleistung im Solar Info Center anbieten.

Zu den ersten Mietern gehören die Firmen Energieagentur Regio Freiburg GmbH, das Architekturbüro Hansen, Dr. Klaus Heidler Solar Consulting, die PSE Projektgesellschaft Solare Energiesysteme mbh, die planungsgruppe buschmann, die phasea Baugestalt Hansen und Nielsen GmbH, die solares bauen GmbH, das Fraunhofer-Solar Building Innovation Center SOBIC, das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, die center general plan, inView Groupware & Datentechnik GmbH, das Vertriebszentrum der ReSys AG, fesa e.V., die Rechtsanwälte Flaig und Binder, die Trainer-Werkstatt Bernd Höppner und die W94 Baugesellschaft und Gecotec e.V. (Gesellschaft für Internationalen Austausch von Eco-Technologien). Der Seminar- und Veranstaltungsbereich soll voraussichtlich im Mai 2004 den vollen Betrieb aufnehmen. Mit dem Beginn des kommenden Jahres können die Räume jedoch bereits besichtigt und gebucht werden.

17.12.2003   Quelle: Solar Info Center GmbH
Bildquelle: SIC

 

Strom und Gas: Regierung will EU-Richtlinien bis Mitte 2004 umsetzen

Die Bundesregierung strebt an, die beiden Beschleunigungsrichtlinien der Europäischen Union für Strom und Gas bis zum 1. Juli 2004 umzusetzen. Dies geht hervor aus ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion.  Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) arbeite derzeit an einem Referentenentwurf zur Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes. Für die Energiewirtschaft gebe es auf der Grundlage einschlägiger Regelungen im derzeit geltenden Energiewirtschaftsgesetz "hinreichende Rechtssicherheit", antwortete die Bundesregierung auf die Frage der Unionsfraktion, ob nach dem Auslaufen der Verbändevereinbarungen zu Strom und Gas zum Jahresende Rechtssicherheit bestünde. Da die geplante Regulierungsbehörde für den Strom- und Gasmarkt nach den EU-Vorgaben zum 1. Juli 2004 arbeitsfähig sein müsse, werde ein Aufbaustab gebildet, der bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post angesiedelt sein soll, so die Bundesregierung. Die erforderlichen haushaltsrechtlichen Voraussetzungen seien bereits geschaffen worden.

Die CDU/CSU-Fraktion hatte sich am 18. November 2003 in einer Kleinen Anfrage danach erkundigt, warum die Bundesregierung noch keinen Gesetzentwurf zur Umsetzung der EU-Beschleunigungsrichtlinie für Strom und Gas vorgelegt habe. Die Richtlinie sieht laut CDU/CSU-Fraktion die Einführung eines "regulierten Netzzugangs" bis zum 1. Juli 2004 vor. Um die Vorgaben fristgerecht umzusetzen, sei eine umfangreiche Tätigkeit des Gesetzgebers erforderlich. Die Union wollte wissen, welche Regelungen der EU-Richtlinie, sofern sie bis zum 1. Juli nächsten Jahres nicht umgesetzt werden, unmittelbare Wirkung im nationalen Recht haben.

17.12.2003   Quelle: Deutscher Bundestag

 

Solar-Fabrik AG erhält Auftrag über 9,2 MW Solarstrommodule von RWE Schott Solar

Die Solar-Fabrik AG hat am 12.12.2003 einen Großauftrag über die Lieferung von Solarstrom-Modulen mit einer Gesamtleistung von 9,2 Megawatt (MW) von RWE Schott Solar erhalten.   Das berichtet das Freiburger Unternehmen in einer Pressemitteilung. Zusammen mit dem Überhang aus 2003 ergebe sich eine Auftragsmenge für das Wirtschaftsjahr 2004 von 10 Megawatt. Dies entspreche rund zwei Drittel der für 2004 geplanten Jahresproduktion. Mit diesem Auftrag habe die Solar-Fabrik AG ihr Ziel erreicht, eine gute Grundauslastung ihrer Produktionsstätten sicherzustellen, betont das Unternehmen.

Entscheidend für die Auftragsvergabe an die Solar-Fabrik AG seien die hohe Produktqualität und die Lieferzuverlässigkeit des Freiburger Modulherstellers gewesen. Diese sichere hohe Stromerträge im Betrieb der Solarstromanlagen und garantiert deren Wirtschaftlichkeit. "Der Auftrag von RWE ist der bislang größte in der Unternehmensgeschichte der Solar-Fabrik AG. Wir sind wieder auf Erfolgskurs", freut sich der Vorstandsvorsitzende Georg Salvamoser. Der Auftrag sei ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der Solar-Fabrik AG. Er verdeutliche gleichzeitig die positive Grundstimmung, die in der gesamten Solarbranche herrsche, seit die Vergütungssätze für Solarstrom im Vorschaltgesetz zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ab 1.1.2004 festgelegt wurden.

Die langfristig angelegte Kooperation mit RWE Schott Solar hatte laut Solar-Fabrik AG im Jahr 2003 ein Liefervolumen von 5 Megawatt und soll auch im Jahr 2005 fortgesetzt werden. Das Auftragsvolumen von 10 Megawatt entspreche einer Modulfläche von 100.000 Quadratmetern. Mit dem damit erzeugbaren Sonnenstrom lasse sich der Jahresenergiebedarf von etwa 3.300 Haushalten decken, was der Umwelt jedes Jahr 5.500 Tonnen Kohlendioxid (CO2) erspare.

16.12.2003   Quelle: Solar-Fabrik AG

 

Trittin zum Ende der Klimakonferenz: Internationale Klimapolitik am Scheideweg

Die Aufgabe der 9. Konferenz der Klimarahmenkonvention in Mailand sei in erster Linie gewesen, Bilanz zu ziehen, was seit dem Gipfel von Rio de Janeiro im Jahr 1992 erreicht wurde. In Mailand sei deutlich geworden, dass die internationale Klimapolitik am Scheideweg stehe, erklärte Bundesumweltminister Trittin am Ende der Konferenz.  Auf der einen Seite stehe das Kyoto-Protokoll, das für einen multilateralen Ansatz im Rahmen der UN stehe und völkerrechtlich verbindliche Emissionsreduktionen für die Industrieländer vorsehe, so Trittin. Hinter dem Kyoto-Protokoll stünden inzwischen 120 Staaten, die es ratifiziert haben - allen voran die EU, Japan, Kanada und sämtliche wichtigen Entwicklungsländer wie beispielsweise Brasilien, Südafrika, Indien, China. Auf der anderen Seite stehe der Ansatz unverbindlicher Absprachen, die auf eine Kooperation in der künftigen Erforschung neuer Technologien hinauslaufe. Dies sei der Ansatz der USA, denen Australien gefolgt sei, so der Minister.

„Wir können es uns aber angesichts der bereits heute erkennbaren Folgen des Klimawandels nicht erlauben, weiter untätig abzuwarten. Dies gilt erst recht, wenn man die Szenarien der Wissenschaft sieht, die bis 2100 einen globalen Temperaturanstieg von bis zu 5,8°C erwarten. Unser Ziel muss es sein, den Temperaturanstieg bis zum Ende des Jahrhunderts auf maximal 2°C zu begrenzen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Bundesumweltministers. Deshalb hätten die EU-Mitgliedstaaten in Mailand ihre Bereitschaft zur Umsetzung des Kyoto-Protokolls bekräftigt. Sie wollten trotz der noch ausstehenden Ratifizierung des Abkommens durch Russland bereits jetzt alles unternehmen, was zur Umsetzung des Protokolls notwendig ist. Die Länder der EU würden Anfang 2005 europaweit den Emissionshandel einführen und damit genau das tun, was das Kyoto-Protokoll vorgebe: Es würden absolute Reduktionsziele gesetzt, verbunden mit einer großen Flexibilität für die Staaten und die Industrie, wie diese zu erreichen sind. Dies zeige, dass das Kyoto-Protokoll gerade keine "Zwangsjacke" sei, wie von Seiten der amerikanischen Delegation auch in Mailand wieder behauptet worden sei.

Die Bundesregierung habe auf der Mailänder Konferenz weitere Unterstützung für die von ihr einberufene Weltkonferenz für Erneuerbare Energien (Renewables2004) gewonnen. Ein besonderer Erfolg sei, dass sich eine Reihe arabischer Staaten (Marokko, Tunesien, Ägypten, Sudan, Djibuti, Syrien und Jemen) zum Ausbau der erneuerbaren Energien bekannt hätten. Jemen habe seine Bereitschaft erklärt, im kommenden Jahr eine regionale Vorbereitungskonferenz für die renewables2004 auszurichten, so Trittin.

Die Klimakonferenz in Mailand habe letzte Regelungslücken zur Ausgestaltung des Kyoto-Protokolls geschlossen. So seien beispielsweise die Regeln zur Anerkennung von Aufforstungsprojekten in Entwicklungsländern verabschiedet worden. Demnach müssten solche Projekte nach ökologischen und sozioökonomischen Kriterien geprüft werden. Außerdem sollen Waldverluste zum Verlust von vorher erteilten Emissionsgutschriften führen, egal ob sie durch Abholzung oder Waldbrände bedingt wurden. Die nächste Vertragsstaatenkonferenz (COP 10) wird Anfang Dezember 2004 in Buenos Aires stattfinden.

16.12.2003   Quelle: BMU
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EU-Initiative: 500 Millionen Euro für den Klimaschutz:

Margot Wallström, die für Umweltpolitik zuständige EU-Kommissarin, und der Präsident der Europäischen Investitionsbank (EIB), Phillippe Maystadt, haben am 12.12.2003 eine Initiative zum Klimaschutz vorgestellt, die im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems (ETS) den Ausstoß von Treibhausgasen verringern soll. Der Plan sieht vor, Mittel in Höhe von 500 Millionen Euro für zwei bis drei Jahre in Form besonders strukturierter Darlehen bereitzustellen.   Empfänger der Finanzspritzen würden Projektträger sowohl innerhalb und außerhalb der EU sein, besonders aber diejenigen, die sich am EU-Emissionshandelssystem beteiligen und sich um eine Reduzierung ihrer Treibhausgase bemühen. Zusätzlich seien weitere Maßnahmen zur Finanzierung und technischen Hilfe von Klimaschutzprojekten in Schwellen- und Entwicklungsländer geplant, von denen man eine Beteiligung am (ETS) erwarten könne.

EU-Kommissarin Wallström begrüßte die EIB-Initiative: Es sei äußerst erfreulich, dass die Klimapolitik der EU von Seiten der EIB unterstützt werde. „Die neuen Mittel werden dazu beitragen, dass der europäische CO2-Handel in Gang kommt. Damit wird deutlich, dass er nicht nur innerhalb der EU sondern sogar in anderen Ländern Investitionschancen bietet“, sagte Wallström.

EIB-Präsident Maystadt kündigte an, dass die Europäische Investitionsbank nun nach Partnern zur Ausarbeitung verschiedener Vorschläge suche. Man brauche eine breite Koalition von kreativen und pragmatischen Partnern, um dem Klimawandel effektiv zu begegnen. „Die EIB wird gemeinsam mit ihren Partnern in der Geschäfts- und Finanzwelt auch weiterhin neue Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung suchen und umsetzten“, so Maystadt.

Seit der Gültigkeit der EU-Emissionshandelsrichtlinie im Oktober 2003 ist der CO2-Markt Wirklichkeit. Das ETS wird 2005 in Kraft treten und auf den Gebieten der Stromerzeugung, Mineralölraffinerien, Stahlindustrie, Baustoffherstellung und Zellstoff- und Papierindustrie gelten.

16.12.2003   Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission in der Bundesrepublik Deutschland
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Greenpeace: Export der Hanauer Plutoniumfabrik möglicherweise strafbar

Wenn die Bundesregierung den Export der Plutoniumfabrik Hanau nach China genehmigt, macht sie sich möglicherweise strafbar. Das gehe aus einem juristischen Kurzgutachten hervor, das die Hamburger Kanzlei Günther, Heidel, Wollenteit & Hack im Auftrag der Umweltorganisation erstellt hat, berichtet Greenpeace in einer Pressemitteilung.  Das Gutachten weise nach, dass die Bundesregierung bei der Genehmigung des Exports keinen Ermessensspielraum habe: Sie müsse den Antrag der Firma Siemens ablehnen - sonst verstoße sie gegen das Außenwirtschaftsgesetz und gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Greenpeace fordert die rot-grüne Regierung auf, sich an die bestehenden Gesetze zu halten und den Export umgehend abzulehnen. "Bei Anlagen, die in irgendeiner Weise für die Herstellung von Atomwaffen nützlich sein können, ist der Gesetzgeber kompromisslos", erklärt Rechtsanwalt Michael Günther. "Schon die bloße Möglichkeit der Waffenproduktion reicht, um eine Exportgenehmigung auszuschließen. So liegt der Fall zur Zeit bei der Hanauer Plutoniumfabrik."

Nach dem Außenwirtschaftsgesetz (AWG) könne die Ausfuhr von Gegenständen nach "pflichtgemäßem Ermessen" bereits dann beschränkt werden, wenn diese "bei der Entwicklung, Erzeugung ... von Waffen, Munition und Kriegsgerät (nur) nützlich" sein können, heißt es in der Pressemitteilung. Zwar sehe das AWG einen Ermessensspielraum vor. Dieser reduziere sich aber auf Null, wenn das Empfängerland in einem Krisengebiet liege - wie China: Das Land stehe im Konflikt mit seinen Nachbarn Taiwan und Indien, so Greenpeace.

Das Kriegswaffenkontrollgesetz lasse, wenn es um Atomwaffen gehe, überhaupt kein Ermessen zu. Es verbiete bereits die entfernte "Förderung der Herstellung von Atomwaffen". Dabei könne sich die Bundesregierung auch dann schon strafbar machen, wenn sie eine solche Förderung zwar nicht beabsichtige, aber leichtfertig in Kauf nehme, warnt Greenpeace. Ob ein Land schon Atomwaffen besitze, spiele juristisch keine Rolle. "Vor diesem Hintergrund ist es mehr als Hohn, wenn die Bundesregierung behauptet, sie habe keinen Ermessens-Spielraum, den Export zu verweigern - Rot-Grün verdreht damit die Gesetzesbindungen in ihr Gegenteil", kritisiert Greenpeace-Atomexpertin Susanne Ochse.

Die Hanauer Plutonium-Anlage sei bei der EU als so genannte "Dual- Use"-Anlage eingestuft, erläutert Greenpeace. Das heiße: Sie könne zweifach (dual) genutzt werden, sowohl zivil als auch militärisch. Deshalb würde eines der beiden genannten Gesetze allein bereits ausreichen, um den Export der Fabrik nach China zu untersagen, so die Umweltorganisation. Daran ändere sich auch nichts, wenn China seine Atomanlagen unter die Kontrolle der Internationalen Atomenergiebehörde stellt. Sollte sich die Bundesregierung über diese Gesetze hinwegsetzen, müsse sie mit Ermittlungsverfahren rechnen, so Greenpeace.

15.12.2003   Quelle: Greenpeace e.V.

 

Marktanreizprogramm: neue Richtlinien zur Förderung erneuerbarer Energien

Das Bundesumweltministerium (BMU) verbessert die Förderung des Marktzugangs für erneuerbare Energien im Rahmen des Marktanreizprogramms (MAP).   Ab 2004 gelten neue Förderrichtlinien, die der gestiegenen Nachfrage nach Fördergeldern Rechnung tragen, so das BMU in einer Pressemitteilung. Zudem werde der Kreis der Antragsberechtigten erweitert. Künftig können neben privaten Nutzern auch Kommunen, kommunale Einrichtungen und Kirchen Anträge im Rahmen des MAP stellen. Das BMU weist darauf hin, dass Freiberufler sowie kleine und mittlere Unternehmen die Förderung erst nach der Genehmigung durch die EU-Kommission nutzen können.

Die neuen Richtlinien gelten bis Ende 2006. Das Marktanreizprogramm werde gespeist aus den Ökosteuereinnahmen, die bei der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien anfallen, so das BMU. Im nächsten Jahr stehen dafür laut BMU 200 Millionen Euro zur Verfügung. Im Jahr 2003 seien 190 Mio. Euro zur Verfügung gestellt worden. Die Mittel sollen bis 2006 kontinuierlich auf 230 Mio. Euro erhöht werden. Im Rahmen dieses Programms fördert der Bund den stärkeren Einsatz erneuerbarer Energien durch Zuschüsse oder Teilschulderlasse, mit denen zinsgünstige Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vorzeitig teilweise getilgt werden.

Mit Zuschüssen werden Solarkollektoranlagen, Photovoltaikanlagen für Schulen und Universitäten sowie Anlagen zur Verbrennung fester Biomasse unterstützt. Die Anträge bearbeitet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Biogasanlagen, große Anlagen zur Verbrennung fester Biomasse, Wasserkraftanlagen und Anlagen zur Nutzung der Tiefengeothermie werden im Rahmen der Richtlinie von der KfW mit Darlehen und von der Bundesregierung mit Teilschulderlassen gefördert.

Zentrales Ziel des Marktanreizprogramms ist es, durch Investitionsanreize den Absatz von Technologien zur Nutzung der erneuerbaren Energien im Markt zu stärken und dazu beizutragen, dass deren Kosten gesenkt und deren Wirtschaftlichkeit verbessert wird. Bundesumweltminister Jürgen Trittin: "Mit den neuen Förderrichtlinien stärken wir die Investitionsanreize und schaffen Investitionssicherheit. Von der Erweiterung der Antragsberechtigten im kommunalen Bereich erwarte ich Impulse für den Ausbau der erneuerbaren Energien."

Die neuen Richtlinien wurden am 13.12.003 im Bundesanzeiger 234 veröffentlicht. Sie sind im Internet abrufbar unter http://www.bmu.de/files/ee_marktanreiz.pdf. Förderanträge sind ebenfalls über Internet zu erhalten unter den Adressen http://www.bafa.de oder httP://www.kfw.de.

15.12.2003   Quelle: BMU
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Solarfonds für derzeit weltgrößtes Photovoltaik-Projekt vollständig gezeichnet

Der Solarfonds der voltwerk AG für den Solarpark in Hemau bei Regensburg ist vollständig gezeichnet. 288 private Investoren haben das erforderliche Eigenkapital in Höhe von rund sechs Millionen Euro zur Verfügung gestellt, berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung.   Das Gesamt-Investitionsvolumen des vier Megawatt Projekts lag bei 18,4 Millionen Euro. Auch der Solarfonds des noch in Bau befindlichen 1,4 Megawatt-Solarparks Saarbrücken sei bereits vollständig gezeichnet. Karsten Reetz, Geschäftsführer der für den Vertrieb verantwortlichen voltwerk ökologische Beteiligungen GmbH, freut sich über die rasche Platzierung sämtlicher Solarprojekte der voltwerk AG: „Wir danken den Anlegern für das Vertrauen und werden für die Vielzahl der Interessenten, denen auf Grund der großen Nachfrage leider keine Anteile mehr zugewiesen werden konnten, weitere ökologisch wie ökonomisch attraktive Solar- und Windbeteiligungen anbieten.“ Um der enormen Nachfrage gerecht zu werden, bietet die voltwerk AG jetzt ein kleines Kontingent für ein bereits in Betrieb befindliches solares Dachprojekt in Thüringen zur Zeichnung an.

Dank der Partnerschaften mit renommierten Bankhäusern zur Finanzierung und zum Vertrieb von ökologischen Fondsanteilen, sieht sich die voltwerk AG auf einem Erfolg versprechenden Weg, ihren Beitrag zum zügigen Ausbau der Photovoltaik noch zu steigern. Allein die zuletzt ans Stromnetz gegangenen Solarparks in Hemau und Sonnen entsprächen in ihrem Gesamtvolumen etwa sieben Prozent der insgesamt in Deutschland in 2002 neu installierten Photovoltaikleistung. „Mit diesen Projekten konnten wir den Kapitalmarkt für die Photovoltaik öffnen, da größere Investoren erst ab einem nennenswerten Angebotsvolumen in einen Markt einsteigen. Für den Ausbau dieser Zukunftstechnologie sind jetzt weitere Großprojekte von entscheidender Bedeutung,“ erklärt Frank Wolff, der bei der voltwerk AG als Vorstand für die Projektrealisierung verantwortlich ist.

"Große Solarprojekte beschleunigen den Ausbau der Solarenergie erheblich. Sie sind Basis für solartechnische Massenproduktion, Kostenreduktion und Innovationsvorsprung. Ihre Finanzierung mittels Solarfonds ebnet den Weg für sichere, saubere und wettbewerbsfähige Energiegewinnung durch die Sonne", erklärt Carsten Körnig, Geschäftsführer der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V (UVS). Nach einer aktuellen Schätzung des Bundesumweltministeriums hatte eine Familie 1990 für eine durchschnittliche Photovoltaik-Anlage mit einer Gesamtleistung von drei Kilowatt noch rund 38.000 Euro zu bezahlen, heute liegt der Preis bei rund 20.000 Euro.

Die voltwerk AG ist nach eigenen Angaben der führende Anbieter von Solarfonds in Europa. Das aus der Initiative „Heidelberg Solar“ hervorgegangene Unternehmen hat in den vergangenen Jahren die derzeit größten Solarparks in Deutschland realisiert. Das Projektvolumen sei von 70 Kilowatt im Jahre 1999 auf eine Gesamtspitzenleistung zum Jahresende 2003 von über 10 Megawatt gestiegen.

15.12.2003   Quelle: voltwerk AG

 

EU-Kommission: Neue Vorschriften, damit Mitgliedstaaten mehr Energie sparen

Eine in allen Mitgliedstaaten durch gesteigerte Energieeffizienz erzielte 1%ige Energieeinsparung würde bedeuten, dass in der gesamten EU im Jahr 2012 eine jährliche Energieeinsparung von rund 6 % erreicht wird.  Dieses ehrgeizige Ziel hat sich die Kommission mit ihrem neuen Richtlinienvorschlag zur Verbesserung der Energieeffizienz in der Europäischen Union und zur Förderung des Marktes für Energiedienstleistungen gesetzt. Der Vorschlag soll einen sparsamen Energieverbrauch in der Union fördern und einen Rahmen schaffen mit gemeinsamen Begriffsbestimmungen, Instrumenten, methodischen Zielen und Verpflichtungen sowohl für den öffentlichen als auch den privaten Sektor.

Die Kommission hat ihren Vorschlag für eine neue Richtlinie zur Förderung der kostenwirksamen und effizienten Energienutzung in der Europäischen Union am 10.12.2003 vorgelegt. Demnach müssten die Mitgliedstaaten zwei Energieeinsparziele erreichen und sicherstellen, dass Energieanbieter für den Zeitraum 2006-2012 Energiedienstleistungen anbieten.

Das allgemeine Endenergieeinsparziel von 1 % pro Jahr bedeutet, dass 1 % des Energievolumens eingespart werden muss, das in den vergangenen fünf Jahren an Endkunden verteilt und/oder verkauft wurde. Diese Einsparungen müssen in folgenden Sektoren vorgenommen werden: Haushalte, Landwirtschaft, gewerblicher und öffentlicher Sektor, Verkehr und Industrie. Alle Energiearten werden berücksichtigt, von Elektrizität und Erdgas bis hin zu Fernwärme und -kühlung, Stein- und Braunkohle, land- und forstwirtschaftliche Energieerzeugnisse und Kraftstoffe.

Das nachfrageseitige, sektorspezifische Ziel heißt, dass der öffentliche Sektor der Mitgliedstaaten einen besonderen Beitrag zur Erreichung dieses Gesamtziels leisten soll. Er müsste mindestens 1,5 % Energie pro Jahr einsparen, vor allem durch ein energieeffizientes öffentliches Beschaffungswesen. Diese Einsparung würde ebenfalls einen Beitrag zum allgemeinen jährlichen Einsparziel von 1 % leisten.

Eine angebotsseitige Verpflichtung zum Verkauf von Energiedienstleistungen soll die Energieversorger oder Einzelhandelskunden zwingen, Energiedienstleistungen in ihre Energieversorgung und ihren Energieabsatz zu integrieren, bis 5 % ihrer Kunden abgedeckt sind. Alternativ sollen so genannte Energieaudits angeboten werden. Der Richtlinienentwurf schaffe durch gemeinsame Begriffsbestimmungen, Instrumente und Methoden einen harmonisierten Rahmen, um die Mitgliedstaaten bei der Erreichung dieser Ziele und der Einhaltung ihrer Verpflichtungen zu unterstützen.

Über diesen Vorschlag im Bereich der Energieeffizienz hinaus hat die Kommission auch ein neues Maßnahmenpaket zur Förderung von Investitionen in den europäischen Übertragungs-/Fernleitungs- und Erzeugungs-/Gewinnungssektoren vorgeschlagen. Ziel ist es, den Wettbewerb zu stärken und die Wiederholung von Stromausfällen wie in diesem Sommer zu vermeiden.

15.12.2003   Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission in der Bundesrepublik Deutschland

 

Konferenz „EuroSun2004“ – Call for Papers-Frist läuft

Die europäische Solarkonferenz EuroSun2004 wird im Juni 2004 in Fachvorträgen, Foren und Workshops das gesamte Spektrum der erneuerbaren Energien und damit verwandter Themen wie Tageslichtnutzung oder Brennstoffzellen abdecken. Derzeit läuft der Call for Papers, der Interessenten dazu einlädt, ihre wissenschaftlichen Abstracts einzusenden.   Das Organisationsteam hat eine eigene Internetseite eingerichtet, die schnell und komfortabel das Hochladen der wissenschaftlichen Beiträge ermöglicht. Die Abgabefrist endet am 26.01.2004.

Ein besonderer Schwerpunkt wird auf Fragen der Energiepolitik und des Marktes liegen, so die Veranstalter. Führende Wissenschaftler, Ingenieure, Architekten wie auch Unternehmens- und Behördenmitarbeiter aus Europa werden neueste Entwicklungen vorstellen und diskutieren. Die Konferenzsprache ist englisch.

Die EuroSun2004 findet statt vom 20. bis 23. Juni 2004 in Freiburg. Sie ist die fünfte Konferenz der Sektion Europa der International Solar Energy Society (ISES Europe) und gleichzeitig das 14. Internationale Sonnenforum der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS). Schon 1996 haben die beiden Verbände gemeinsam mit der Projektgesellschaft Solare Energiesysteme mbH die Reihe der EuroSun-Konferenzen in Freiburg eröffnet, die seither im zweijährigen Turnus in jeweils anderen Ländern stattfinden. Direkt im Anschluss an die EuroSun2004 öffnet die Intersolar 2004, Europas größte Fachmesse für Solarenergie, in Freiburg ihre Pforten. Diese Kooperation lässt Forschung und Markt der erneuerbaren Energien in Europa enger zusammenrücken.

Weitere Informationen zur Konferenz und Möglichkeit zu Einreichung von Beiträgen unter http://www.eurosun2004.de.
Informationen zur Intersolar unter http://www.intersolar.de

15.12.2003   Quelle: PSE GmbH

 

Sun Power baut 1-MW Solarkraftwerk in Nord-Kalifornien

Das Unternehmen Sun Power & Geothermal Energy, Inc. hat einen Vertrag abgeschlossen über die Planung und den Bau einer 8,4 Millionen Dollar teuren Solarstromanlage für das Butte County Center in Oroville.   Das berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Das geplante Solarkraftwerk wird zu den zehn größten Solarstromanlagen der USA gehören. Sun Power will über 9.000 Module von Sharp mit jeweils 185 Watt installieren, die von der Sharp Manufacturing Company of America in Memphis hergestellt werden, einem Tochterunternehmen der Sharp Electronics Corporation.

Vier Solargeneratoren mit einer Gesamtleistung von einem Megawatt sollen drei Gebäude zu 100 % mit Strom versorgen. Das Verwaltungsgebäude des Bezirks sowie zwei Gefängnisse. Das Solarkraftwerk wird aus zwei ebenerdigen Photovoltaikanlagen, einer Anlage auf einem Dach sowie Module auf einem Parkhaus bestehen. Das Solarkraftwerk wird zu 50% über das “Self-Generation” Förderprogramm des Energieversorgers Pacific Gas & Electric finanziert und von der California Public Utilities Commission verwaltet.

Die Einwohner von Butte County verdienten Lob für diese unabhängige Energieversorgung, welche als Beispiel für anderer kalifornische Kommunen diene, sagte Sun Power & Geothermal Energy-Präsident Dan Thompson. Das Solarkraftwerk bringe ökologische Vorteile für die gesamte Region und sei eine vorzügliche Gelegenheit für Studierende und die Öffentlichkeit, etwas über die Energieversorgung zu lernen, besonders über Solarenergie, so Thompson weiter.

14.12.2003   Quelle: Sun Power & Geothermal Energy, Inc
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Bayern: Drei Familien betreiben 297 kW-Solarkraftwerk auf freiem Feld

Im bayerischen Grauenthal/Unterbrücklein (Landkreis Kulmbach) wird ein solares Großkraftwerk mit einer Spitzenleistung von 297 Kilowatt (kWp) auf rund 15.000 Quadratmetern Fläche jährlich rund 270.000 Kilowattstunden Energie produzieren.   Die Eigentümer der Anlage, die Landwirtfamilie Wolfgang Schmidt aus Thurnau sowie die Familien Günther und Herbert Stöcker aus Neudrossenfeld freuen sich, dass die 2.970 amorphen Solarmodule des japanischen Herstellers Mitsubishi Heavy Industries nun am Netz sind. Die Familien und Helfer installierten die Anlage innerhalb von drei Monaten. Eine durchdachte Aufständerung habe die leichte und schnelle Montage möglich gemacht, berichtet die Phönix Sonnenstrom AG, welche Module, Wechselrichter, Anlagenkonfiguration und Know-how lieferte. Die Kosten der Freiflächenanlage seien niedriger als für ein Aufdachmontagesystem. Neunzig Wechselrichter vom Typ „Sunnyboy 3000“ speisen den Strom in das Netz des örtlichen Stromversorgers E.ON ein. Für den Bau und den Anschluss an das Stromnetz war die Firma K&S Richter aus Peesten verantwortlich.

In seinem Grußwort zur Einweihung am 28.11.2003 beglückwünschte Neudrossenfelds Bürgermeister Schaar die drei Familien zu ihrem außergewöhnlichen Engagement für den Umweltschutz. Er sei stolz darauf, dass auch die Gemeinde zum reibungslosen Ablauf der Realisierung habe beitragen können. Schon 1996 sei Neudrossenfeld mit dem Umweltpreis des Umweltministerium ausgezeichnet worden. Mit der Photovoltaik-Freilandanlage sei wieder ein Schritt in die richtige Richtung getan. Er setze fest auf weitere Nachahmer, so der Bürgermeister. Bauherr Stöcker bedankte sich stellvertretend für die Eigentümer bei allen Beteiligten für die gute und gelungene Zusammenarbeit. „Wir freuen uns über das solare Großprojekt – und dies nicht nur als eine sichere Investition in eine sonnige Zukunft.“

14.12.2003   Quelle: Phönix SonnenStrom AG
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Fünffache Auszeichnung für das Wuppertal Institut

Fünf Projekte des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie wurden von NRW-Ministerpräsident Peer Steinbrück und Bärbel Höhn, Umweltministerin des Landes, im Rahmen der Agenda 21 NRW als „Best Practice“-Beispiele ausgezeichnet.   Sie zeigen eine erfolgreiche Umsetzung anwendungsorientierter Nachhaltigkeitsforschung in der Praxis und animieren potenzielle Projektinitiatoren zur Nachahmung. Die Vorhaben leisten nach Meinung der Auswahlgremien in besonderer Weise einen Beitrag zur Zukunftsgestaltung in Nordrhein-Westfalen.

„Die fünffache Auszeichnung ist eine Bestätigung für die Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Wuppertal Instituts", so Prof. Dr. Peter Hennicke, Präsident des Wuppertal Instituts. Denn "Beispiele auf regionalen Ebene aufzeigen", so Hennicke weiter, "bedeutet sich den globalen Problemen zu stellen und gleichzeitig für die nachhaltige Entwicklung der Region Nordrhein-Westfalen einen Beitrag zu leisten."

Das Wuppertal Institut wurde für folgende Projekte ausgezeichnet:

Energy+:

Ziel ist die Unterstützung der Entwicklung und Marktdurchdringung von hoch effizienten Kühl- und Gefriergeräten. Das Programm basiert auf einem offenen Dialog und der Kooperation von Herstellern, Händlern sowie institutionellen und privaten Käufern.

Energie- und Klimaschutzinventur Stadt Münster 2000 - Bilanz von Energieeinsatz und Emissionen von Treibhausgasen.

Im Auftrag der Stadt Münster wurde eine Energie- und Klimainventur Münster für 2000 erstellt. Sie zeigt, dass es der Stadt durch konsequente Bearbeitung der Empfehlungen des Beirats für Klima und Energie der Stadt Münster gelungen ist, die CO2-Emissionen leicht zu verringern und eine deutliche Emissionsminderung bis 2005 aufgrund eingeleiteter Maßnahmen erwartet werden kann.

KURS 21. Schulen unternehmen Zukunft.

Das Ziel des DBU-geförderten Projektes ist es, einen Nachhaltigkeitsdialog zwischen Schulen und Unternehmen zu initiieren und auf der Basis von "Lernpartnerschaften" zunächst in ausgewählten Bundesländern und langfristig bundesweit zu institutionalisieren.

Solar- und Sparprojekt Aggertal-Gymnasium Engelskirchen, sowie Solar- und Sparprojekt Willibrord-Gymnasium Emmerich am Rhein.

In beiden Schulprojekten geht es darum, den Bau von größeren Photovoltaik-Anlagen (bis 50 kW-Leistung) mit Maßnahmen der Beleuchtungssanierung und sonstigen Energieeinsparinvestitionen zu verbinden und so den Strombedarf zu reduzieren. Das Besondere der Projekte ist ihre Finanzierung über ein Bürgercontracting.

Links:
http://www.energy-plus.org
http://www.wupperinst.org/Projekte/Energie/4179.html
http://www.kurs-21.de
http://solarundspar.de

13.12.2003   Quelle: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie

 

Allianz pro Schiene: Eigenheimzulage nur mit Kind und ohne Auto

Im Zusammenhang mit der zur Zeit im Vermittlungsausschuss diskutierten Abschaffung der Eigenheimzulage hat die Allianz pro Schiene eine neue Lösung vorgeschlagen: Gefördert werden sollen nur noch Haushalte mit mindestens einem Kind und ohne Auto.   Mit dieser Reform könnten nach Angaben der Allianz pro Schiene soziale und ökologische Politikziele erreicht werden: Die Familienförderung und eine nachhaltige Siedlungsentwicklung. Die Allianz pro Schiene ist ein Zusammenschluss von 16 Non-Profit-Organisationen und 35 Wirtschaftsunternehmen, darunter die Umweltverbände BUND und NABU.

"Die CDU blockt bei der Streichung der Eigenheimzulage mit der Begründung, Familien müssten gefördert werden. Tatsächlich wird die Zulage nicht für Kinder, sondern für den Garagenbau ausgegeben", erklärte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene. In 3- oder 4-Personenhaushalten gebe es oft mehr Autos als Kinder. Autofreie Wohnprojekte, "ohne Stress durch Verkehrslärm und Abgase, und ohne Angst, die Kinder zum Spielen auf die Strasse zu lassen", seien kinderfreundlicher als die "obligatorische Doppelgarage", so Flege. Autofreie Wohngebiete in Hamburg, Freiburg, Münster und München erfreuen sich laut Allianz pro Schiene großer Beliebtheit, was lange Wartelisten belegten.

Die vorgeschlagene Reform der Eigenheimzulage würde nach Auffassung der Allianz zudem dafür sorgen, dass Familien stärker berücksichtigt würden, die tatsächlich einer Förderung bedürfen. Es sei zu erwarten, dass sich nicht alle Bauherren für autofreies Wohnen entscheiden. Dies vermindere den Kreis der Geförderten und erweitere den finanziellen Handlungsspielraum. "Wenn jemand eine staatliche Bauförderung bekommt, sollte es sozial und ökologisch begründet sein“, so Flege.

Die Allianz pro Schiene weist auf den "besorgniserregenden" Flächenverbrauch in Deutschland hin. Täglich würden nach wie vor 117 Hektar für Siedlungs- und Verkehrsflächen zugebaut. Allein der Verkehr beanspruche mittlerweile eine Fläche in der Größe des Landes Thüringen. "Die bisherige Eigenheimzulage fördert den Flächenverbrauch und muss ökologisch umgestaltet werden", betonte der Geschäftsführer des Schienenbündnisses. Die von Autos beanspruchte Fläche in Deutschland sei inzwischen größer als alle Wohnflächen. Eine Kopplung der Eigenheimzulage an autofreies Wohnen stärke den öffentlichen Verkehr und vermindere so den Flächenverbrauch.

13.12.2003   Quelle: Allianz pro Schiene
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BUND zum Klimagipfel: Schröder soll Druck auf Russland erhöhen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert die Bundesregierung auf, Russland zur Ratifizierung des Kyoto-Protokolls zu drängen. Bei der Klimakonferenz von Mailand sei die Grundlage geschaffen worden, um das Protokoll ohne weitere Verzögerung in Kraft zu setzen.  Den USA sei es nicht gelungen, die Verhandlungen zu behindern, so der BUND.

"Bundeskanzler Schröder muss Präsident Putin klar sagen, dass seine Hinhaltetaktik dem Ansehen Russlands schadet. Außerdem verschenkt das Land die Chance zum Aufbau einer modernen Energieversorgung. Durch das Kyoto-Protokoll würden Investitionen und effiziente Technologien nach Russland gelockt, sagte BUND-Bundesgeschäftsführer Gerhard Timm.

Äußerst kritisch sieht der BUND den Beschluss, das Anpflanzen von Monokultur-Wäldern und gentechnisch veränderten Bäumen als Klimaschutz-Maßnahme anzuerkennen. Gemeinsam mit seinen internationalen Partnern von Friends of the Earth will der BUND weltweit gegen diese „ökologisch verheerenden“ Forstprojekte protestieren. Die Bundesregierung solle sich verpflichten, derartige Schlupflöcher nicht zu nutzen.

Die für 2004 in Bonn geplante Welt-Konferenz für erneuerbare Energien bringe neuen Schwung in die internationalen Verhandlungen, so der BUND. Auch das im Koalitionsvertrag angekündigte Ziel, die deutschen Emissionen bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent zu senken, sei ein wichtiges Zeichen. Denn mit dem Kyoto-Protokoll könne lediglich ein noch stärkerer Anstieg der Emissionen gestoppt werden. Langfristiges Ziel müssten weltweit gleiche Obergrenzen für die Pro-Kopf-Emission von Treibhausgasen sein, damit die Belastung des Klimas auf ein verträgliches Maß abgesenkt werden könne. Dies würde in den Industrieländern eine Reduktion des CO2-Ausstoßes von mindestens 80 Prozent bis 2050 erfordern.

"Wenn die Bundesregierung weiter international für den Klimaschutz werben will, muss sie zeigen, dass sie ihre Versprechen halten kann. Ihr Schweigen zum bisherigen Ziel, die CO2-Emissionen bis 2005 um ein Viertel zu reduzieren, verheißt nichts Gutes. Statt konsequentem Klimaschutz propagiert sie überzogene Straßenbaupläne und subventioniert weiter den Klimakiller Steinkohle“, kritisiert der BUND-Klimaexperte Daniel Mittler.

Der BUND fordert von der Bundesregierung ein neues Klimaschutzprogramm, das die bis 2020 notwendigen Maßnahmen festlegt. Vor allem in den Bereichen Energie, Verkehr und Finanzen seien drastische Veränderungen notwendig. Außerdem dürften der Industrie beim geplanten Emissionshandel keine Schlupflöcher zugestanden werden.

12.12.2003   Quelle: BUND
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Emissionshandel: über 2.600 Anlagen werden teilnehmen

Das Bundesumweltministerium (BMU) hat heute eine Liste mit 2.631 Anlagen veröffentlicht, deren Betreiber ab dem Jahr 2005 am Emissionshandel teilnehmen können.   Im Rahmen der Beteiligung der Öffentlichkeit an der Aufstellung des so genannten "Nationalen Allokationsplanes" sei die Liste noch bis zum 31. Dezember dieses Jahres im Internet zugänglich, berichtet das BMU in einer Pressemitteilung.

Am 1. Januar 2005 soll der Handel mit Treibhausgas-Emissionszertifikaten nach der EU-Emissionshandelsrichtlinie starten. Er biete den Unternehmen die Möglichkeit, ihren freiwillig zugesagten Beitrag zum Klimaschutz so kostengünstig wie möglich zu verwirklichen, so das BMU. Der nationale Zuteilungsplan regelt die kostenlose Verteilung der Zertifikate. Dieser Plan muss von der Bundesregierung bis zum 31. März 2004 an die EU-Kommission übermittelt werden. Nach Anhang III der EU-Richtlinie enthält der Zuteilungsplan eine Liste der am Emissionshandel teilnehmenden Anlagen.

Das Bundesumweltministerium hat auf der Grundlage von Daten der Bundesländer eine vorläufige Liste mit Angaben zur Identifikation der Anlagen und der Betreiber erstellt. Diese Liste wird vom 12. Dezember 2003 bis zum 31. Dezember 2003 auf den Internetseiten des BMU veröffentlicht. Sie bietet den Unternehmen frühzeitig Gelegenheit zu überprüfen, ob ihre Anlagen korrekt erfasst worden sind.

Falls Änderungen oder Ergänzungen erforderlich sind sowie bei Fragen, ob eine bestimmte Anlage dem Emissionshandel unterliegt, sollen sich die Betreiber an ihre zuständige Landesimmissionsschutzbehörde wenden und das Bundesumweltministerium parallel per Email benachrichtigen unter der Adresse EH-Anlagen@bmu.bund.de.

Die Liste der Teilnehmer am Emissionshandel kann als Excel-Datei (701 kByte) heruntergeladen werden unter http://www.bmu.de/files/anlagenliste.xls

12.12.2003   Quelle: BMU
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Österreich: Solarenergie schafft Arbeitsplätze

Mehrfamilienhaus in Wien. 202 m² Kollektorfläche für 200 Wohnungen.
Mehrfamilienhaus in Wien. 202 m² Kollektorfläche für 200 Wohnungen.

Eine aktuelle Studie beweist die solare Wirtschaftsbelebung am Beispiel des Impulsprogramms Sonnenland Kärnten. Das berichtet der Verband Austria Solar in einer Pressemitteilung.  Im Mai dieses Jahres sei das „Impulsprogramm Sonnenland Kärnten“ mit dem ehrgeizigen Ziel gestartet, die Zahl der neu errichteten thermischen Solaranlagen im Jahr 2003 von 600 (im Jahr 2002) auf 3.000 zu erhöhen. Mit einer deutlich verbesserten Förderung und offensiven Marketingmaßnahmen sollte der Kärntner Solaranlagenmarkt zusammen mit dem Handwerk forciert werden.

Die Erwartungen des Impulsprogramms seien übertroffen worden, so Austria Solar: Am 3. Dezember wurde bei einem Solargipfel in Klagenfurt eine Untersuchung des Instituts für höhere Studien (IHS) in Kärnten präsentiert, die alle wirtschaftlichen und ökologischen Effekte des Programms analysierte. Demnach wurden dieses Jahr 3.150 Solaranlagen in Kärnten errichtet, womit das ambitionierte Ziel von 3.000 neuen Anlagen sogar überschritten ist. „Mit einer Wertschöpfung von insgesamt 21,7 Millionen Euro und 70 neuen Vollzeitarbeitsplätzen hat das Impulsprogramm die Erwartungen übertroffen und zu einer solaren Wirtschaftsbelebung vor allem in kleinen und mittelständischen Betrieben geführt“, betont der Obmann des Verbandes Austria Solar, Robert Kanduth. Etliche Kärntner Installateure hätten in diesem Jahr bereits ein Drittel des Umsatzes mit Solaranlagen gemacht. Mehr als die Hälfte der befragten Handwerksbetriebe habe die Absicht, auch im nächsten Jahr zusätzliches Personal und Lehrlinge einzustellen.

Die Studie des IHS Kärnten ergab, dass über 80 Prozent der Solaranlagen in bestehenden Gebäuden errichtet wurden und knapp 20 Prozent in Neubauten. Jede vierte Solaranlage wurde größer ausgelegt und trägt auch zur Heizung bei, die durchschnittliche Kollektorfläche dieser Anlagen liegt bei 16,6 Quadratmetern. Die Umwelt wird durch die 3.150 Solaranlagen jährlich um fast 3.000 Tonnen CO2 entlastet, hat das IHS errechnet. „Das Impulsprogramm Sonnenland Kärnten hat gezeigt, welche wirtschaftlichen und ökologischen Chancen einem Bundesland offen stehen, wenn es ernsthaft auf die Sonne setzt“, sagte Günther Kohlmaier, Vertriebsleiter von Sonnenkraft Österreich und Mitauftraggeber der Studie zu den Ergebnissen. Es werde sich zeigen, ob auch andere Bundesländer diese Chancen erkennen und diesem Beispiel folgen.

12.12.2003   Quelle: Austria Solar
Bildquelle: S.O.L.I.D.
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Neue Brennstoffzellen-Bildungsprogramme für das Handwerk

Das Elektro-Ausbildungszentrum Aalen e.V. (EAZ) wird im Auftrag des Landes Baden-Württemberg Weiterbildungskonzepte für das innovative Technologiefeld der Brennstoffzellen erarbeiten.  Schwerpunkt des Projekts „H2-Profi - Weiterbildungskonzeption für den Betrieb von mobilen und stationären Brennstoffzellenanlagen“ sind praxisorientierte Lernmodule für die Installation, Inbetriebnahme und Wartung. Die Lernprogramme sollen gewährleisten, dass Fachhandwerker sich möglichst nah in ihrer Alltagswirklichkeit wiederfinden, so das EAZ.

Noch sei der Einsatz von Brennstoffzellen in großem Stil Zukunftsmusik, heißt es in einer Pressemitteilung des EAZ. Doch das Ausbildungszentrum werde dem Handwerk das nötige Wissen vermitteln können, wenn diese Energiewandler auf Wasserstoffbasis in einigen Jahren in Heizungsanlagen oder Autos stecken. Von der Bedeutung der Brennstoffzelle ist das EAZ überzeugt: „Die Energievorräte nehmen ab“, sagte der EAZ-Vorsitzende Klaus Kukla bei der Übergabe des Bewilligungsbescheids für das Projekt. Es gelte, neue Energiequellen zu erschließen. Wasserstoff sei bei angemessener Nutzung der „Brennstoff für die Ewigkeit“. Während es bis zur Marktreife im Automobilbereich noch dauern werde, sah EAZ-Leiter Fritz Staudacher bei Heizungsanlagen eine größere Anwendungsnähe. Deshalb werde sich das Weiterbildungskonzept für den Betrieb von mobilen und stationären Brennstoffzellen-Anlagen vor allem mit dem Thema Heizung beschäftigen.

Das EAZ habe mit seinen Projekten den Finger am Puls der Praxis, lobte Dr. Martin Willke vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium. Bei der Markteinführung von Brennstoffzellen-Anlagen könne man den Betrieben die Weiterbildungsangebote des EAZ rechtzeitig zur Verfügung stellen. Geplant sind 22 „dynamische“ Module: Was sich in der technologischen Entwicklung bei den Herstellern und Betreibern tue, fließe zeitnah in die Unterlagen ein. Zielgruppen sind laut Willke Facharbeiter, Meister und Inhaber kleinerer und mittlerer Betriebe des Kfz-Handwerks, des Sanitär-, Heizungs- und Klima-Handwerks, des Elektrohandwerks und die Anlagenbetreiber. Der erste Pilotkurs begann Ende November, das Gesamtkonzept soll 2006 stehen. Kooperationspartner des EAZ ist das Weiterbildungszentrum Brennstoffzelle Ulm. Die gemeinsame Arbeit stehe auf festen Wurzeln, sagte Rolf Schäfer von der Handwerkskammer Ulm.

12.12.2003   Quelle: Elektro-Ausbildungszentrum Aalen e.V.

 

Intersolar 2004: Boom bei Ausstellernachfrage

Ende November erwartet die Solarbranche für das kommende Jahr ein starkes Marktwachstum.   Dieser positive Trend spiegle sich auch bei der Branchenmesse Intersolar 2004 wider, die vom 24. Juni bis 26. Juni in Freiburg stattfindet, berichten die Veranstalter in einer Pressemitteilung. Bereits ein halbes Jahr vor Beginn seien 85 % der 15.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche belegt. Insgesamt werden 280 Aussteller erwartet, davon 25 % aus dem Ausland. Auf der Intersolar 2003 waren Unternehmen aus 20 Ländern vertreten, Besucher kamen aus 62 Nationen zu Europas größter Fachmesse für Solartechnik.

"Die Solarbranche in Deutschland blickt angesichts der gesicherten Rahmenbedingungen einem erfolgreichen Jahr 2004 entgegen", so Gerhard Stryi-Hipp, Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarindustrie (BSi). Mit der Verabschiedung des Photovoltaik-Vorschaltgesetzes sei Deutschland einer der weltweit attraktivsten Märkte für Solarstromanlagen. Das Gesetz sieht eine Vergütung für Solarstrom von 45,7 ct/kWh bis 62,4 ct/kWh je nach Anlage vor. Auch in der Solarthermie gebe es Neuerungen: Das Marktanreizprogramm fördert ab Januar 2004 die Erweiterung bestehender Solarwärmeanlagen und Kommunen werden künftig als Antragssteller akzeptiert. "Im kommenden Jahr rechnen wir wieder mit zweistelligen Zuwachszahlen für die Solarbranche", erklärt Stryi-Hipp.

Die klare Gesetzeslage gibt den deutschen Solarunternehmen die Investitionssicherheit für ein weiteres Branchenwachstum, das sich auch auf der Intersolar 2004 zeige. "Die frühe Auslastung der Ausstellerplätze beweist: Der Markt ist positiv und die Intersolar hat sich als die europaweit führende Branchenmesse etabliert", so die Veranstalter Markus Elsässer (Solar Promotion) und Klaus W. Seilnacht (Messe Freiburg). Für die Intersolar 2004 erwarten sie verstärktes internationales Interesse auf Aussteller- und Besucherseite. "Deutschland dient mit seinen erfolgreichen Förderprogrammen vielen Ländern als Vorbild", erläutert Stryi-Hipp.

Aktuelle Informationen zur Intersolar 2004 im Internet unter http://www.intersolar.de.

12.12.2003   Quelle: Solar Promotion GmbH

 

Klimakonferenz: WWF drängt Russland zur Ratifizierung des Kyoto-Protokolls

WWF-Protest: „Weckruf für Putin“ in Mailand.
WWF-Protest: „Weckruf für Putin“ in Mailand.

Nach der Anreise der zuständigen Minister geht der Klimagipfel in Mailand jetzt in die heiße Phase. Mit einer symbolischen Aktion drängten Aktivisten des WWF den russischen Präsidenten Wladimir Putin, die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls nicht zu verschlafen.   In einer Performance am Tagungsort "weckten" Naturschützer im Bärenkostüm einen Putin-Darsteller, der auf dem Kyoto-Protokoll eingeschlafen war, und forderten ihn auf, die russische Ratifizierung endlich über die Bühne zu bringen.

Das Inkrafttreten des Kyoto-Abkommens ist an zwei Bedingungen geknüpft. Zum einen müssen mindestens 55 Staaten den Vertrag ratifizieren. Diese Bedingung wurde inzwischen erfüllt: 120 Staaten haben unterzeichnet. Doch erst wenn Russland mitmacht, wird das Protokoll zu einem völkerrechtlich verbindlichen Vertrag. Denn damit das Protokoll in Kraft tritt, müssen überdies Länder an Bord sein, die gemeinsam für mindestens 55 Prozent der 1990 in den Industrieländern ausgestoßenen Kohlendioxidemissionen verantwortlich waren. Derzeitiger Stand: rund 44 Prozent. Erst mit dem russischen Anteil von 17, 4 Prozent könnte das Protokoll in Kraft treten.

"Rußland trägt die volle Verantwortung , damit das einzige multilaterale Klimaschutzabkommen wirksam wird", betonte Jennifer Morgan, Leiterin der Klimaabteilung beim WWF. Präsident Putin dürfe nicht zulassen, dass sich die Ratifizierung weiter verzögere. Der WWF weist darauf hin, dass sich durch die Ratifizierung erhebliche Chancen für die russische Industrie, zum Beispiel für die Gaswirtschaft, ergäben. Die Industrie könne in großem Maß vom so genannten "Joint Implementation" profitieren. Dabei geht es darum, dass andere Industrieländer in Russland in Projekte zur Emissionsreduktion investieren könnten. Russland würde seine Energie sauberer erzeugen, während sich die ausländischen Unternehmer die eingesparten Emissionen auf ihre eigenen Klimaschutzziele anrechnen könnten.

11.12.2003   Quelle:
Bildquelle: Quelle: WWF

 

Marktanreizprogramm: Verbesserungen für die tiefe Geothermie

Am 01. Januar treten die neuen "Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien" in Kraft. Für die so genannte tiefe Geothermie ergeben sich einige entscheidende Verbesserungen gegenüber dem alten "Marktanreizprogramm".  Das berichtet die Geothermische Vereinigung e. V. in einer Pressemitteilung. Ein wichtiger Punkt sei, das nun auch Kommunen, kommunale Betriebe oder Körperschaften öffentlichen Rechts Anträge stellen können. Bis zu 40% der Investitionssumme könnten künftig aus Bundesmitteln gefördert werden. Die alte Richtlinie habe den Bundesanteil auf 20% begrenzt und eine Beteiligung der Bundesländer vorausgesetzt.

Die Beteiligung der Bundesländer sei jedoch häufig entfallen, auf Grund nicht vorhandener eigener Länderprogramme, fehlender Mittel oder einfach aus mangelndem politischen Willen, so die Geothermische Vereinigung. Die Förderung erfolgt über Darlehen und durch Teilschuldenerlasse aus Eigenmitteln der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Der Teilschuldenerlass beträgt 103 EUR je Kilowatt errichteter Nennwärmeleistung, höchstens jedoch 1.000.000 EUR je Einzelanlage. Für ein im Rahmen der Investition zu errichtendes Fernwärmenetz wird ein zusätzlicher Teilschuldenerlass von 50 EUR pro Meter Rohrleitung und höchstens 600.000 EUR gewährt, wenn ein Mindestwärmeabsatz von 1,5 Megawattstunden pro Jahr und Meter Rohrlänge nachgewiesen wird.

Die Fördersätze für die tiefe Geothermie sollen ab 2005 sinken. Die Förderung ist bis zum 31.12.2006 befristet. Anträge können bis zum 15.10.2006 eingereicht werden. Über die Fortführung der Richtlinie über das genannte Datum hinaus soll auf Grundlage einer Programmevaluierung im Herbst 2005 entschieden werden.

Den kompletten Text der Richtlinie gibt es unter
www.geothermie.de

11.12.2003   Quelle: Geothermische Vereinigung e.V.
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Erster Windfonds mit Kostengarantie über 20 Jahre

In einem Gesamtpaket übernehmen Hersteller, Initiator und Generalübernehmer beim aktuellen „Windfonds Elbmündung“ das technische Kostenrisiko über 20 Jahre.  Das berichtet die Nürnberger UmweltBank AG, die den Fonds exklusiv vertreibt, in einer Pressemitteilung. Diese Garantie sei neu am deutschen Markt und gehe über die üblichen Gewährleistungszeiträume weit hinaus, so die UmweltBank.

„Wir suchen als unabhängiger Spezialist für unsere Kunden die besten Fonds aus. Bei einem solchen Angebot mit einer Wartungsgarantie über 20 Jahre ist die Nachfrage entsprechend groß. Innerhalb von nur zwei Wochen sind 40 Prozent des Eigenkapitals von 4,9 Mio. Euro bereits platziert“, erläutert UmweltBank-Expertin Beate Haller.

Beim Windfonds Elbmündung werden die Aufwendungen für Wartung, Reparaturen und Ersatzinvestitionen in den ersten zwölf Jahren vom Hersteller GE Wind Energy übernommen, berichtet die UmweltBank. In dieser Zeit garantiere der Hersteller zudem eine 98-prozentige Verfügbarkeit der Anlagen. Für weitere acht Jahre sicherten der Initiator und der Generalübernehmer/ Technische Betriebsführer die Einhaltung der prognostizierten Wartungs- und Instandhaltungskosten zu.

Anleger können beim Windfonds Elbmündung zwischen einer 12-jährigen und einer im Prinzip unbefristeten Laufzeit ihrer Beteiligung wählen. Bei einer Laufzeit von 20 Jahren können laut UmweltBank AG Renditen nach Steuern von bis zu 9,2 % erreicht werden. Der Windpark sei komplett errichtet und gehe am 8. Dezember ans Netz.

11.12.2003   Quelle: UmweltBank AG

 

Bundesumweltminister Trittin: Das EEG hat sich bewährt

Das Kabinett hat heute auf Vorschlag von Bundesumweltminister Jürgen Trittin die Antwort auf eine Große Anfrage der Opposition zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beschlossen. Darin wird betont, dass sich das EEG bewährt und in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg der Nutzung erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung bewirkt habe.  Dies gelte vor allem für die Windenergie, aber auch Biomasse, Solarstrahlung, Wasserkraft und Geothermie seien gezielt unterstützt worden. "Das EEG ist ein erfolgreiches Instrument zur Erreichung der Klimaschutzziele. Es hat zur Entwicklung von Industriezweigen geführt und zur Sicherung bestehender und Schaffung neuer Arbeitsplätze beigetragen. Die positive Branchenentwicklung verbessert dabei auch Deutschlands Exportchancen“, so Trittin. Die EEG-Novelle soll laut Bundesumweltministerium noch im Dezember im Kabinett verabschiedet werden und nach der parlamentarischen Beratung im Frühjahr 2004 in Kraft treten.

Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch konnte laut BMU von 4,6 Prozent im Jahr 1998 auf rund 8 Prozent in diesem Jahr gesteigert werden. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Anteil bis 2010 auf mindestens 12,5 Prozent zu erhöhen. Die Novelle des EEG soll dazu beitragen, dass der Anteil bis 2020 mindestens 20 Prozent erreicht. "Es gibt derzeit keine realistische Alternative zum Einspeise- und Umlagesystem des EEG, um die Ziele zum Ausbau der erneuerbaren Energien zu erreichen“, erklärte Trittin. Die Bundesregierung bekräftige ihr Ziel, dass erneuerbare Energien mittel- bis langfristig ihre Wettbewerbsfähigkeit im Energiebinnenmarkt erreichen.

Aus umwelt- und klimapolitischer Sicht besonders hervorzuheben seien die durch die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien eingesparten Emissionen: Derzeit würden neben Luftschadstoffen, welche verantwortlich seien für die bodennahe Ozonbildung (8.400 Tonnen) und die Versauerung der Böden (40.000 Tonnen), etwa 20 Millionen Tonnen Kohlendioxid infolge des EEG eingespart. Insgesamt würden heute durch die erneuerbaren Energien rund 50 Millionen Tonnen Kohlendioxidemissionen vermieden.

Die Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage zur Reform des EEG wird in Kürze abrufbar sein unter http://www.bmu.de

10.12.2003   Quelle: BMU
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Atom-Export: Siemens verzichtet auf staatliche Bürgschaften

Im Zusammenhang mit dem Verkauf einer Turbine für einen neuen Atommeiler nach Finnland will Siemens keine staatlichen Bürgschaften in Anspruch nehmen.  Das berichten BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN auf ihren Internetseiten. Die Partei sehe im Verzicht von Siemens auf die Bürgschaft „einen ersten Erfolg“ im Streit um die Atompolitik der rot-grünen Regierung, erklärte Michaele Hustedt, energiepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion. Der koalitionsinterne Konflikt um die geplante Lieferung der Hanauer Plutonium-Anlage nach China sei dagegen noch nicht beigelegt, so die Grünen. Die grüne Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt erklärte in Berlin, die Bundestagsfraktion lehne den Export „als politisch nicht sinnvoll“ ab.

Schon am Montag hatte der Parteivorsitzende Reinhard Bütikofer klargestellt, dass BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN den von der Siemens angestrebten Export für falsch halten. Es gelte dagegen alle politischen und juristischen Mittel auszuschöpfen. Auch Göring-Eckardt verlangte eine Klarstellung, dass China die Anlage nicht für militärische Zwecke nutzen könne, wenn der Export juristisch nicht zu verhindern sei. In diesem Zusammenhang seien internationale Kontrollen sinnvoll.

Nicht akzeptabel ist für die Grünen ein Export des Reaktorkerns des Schnellen Brüters in Kalkar nach China, heißt es in einem Beschluss der grünen Bundestagsfraktion vom 9.12.2003. Dieser Kern enthalte die unbenutzten Brennelemente des Brutreaktors und damit zirka 1,6 Tonnen Plutonium. Die Brennelemente gehörten zwar RWE/RSNR, so die Grünen, befänden sich aber in staatlicher Verwahrung in Hanau. Um einen Rückbau der Atomanlage in Hanau nicht zu verzögern, sei diese Lagerungsmöglichkeit bis 2005 unter Auflagen bis 2008 befristet.

Es sei völlig unklar, in welcher Weise das Plutonium in China eingesetzt würde, warnen die Grünen. Daher könne derzeit kein sicherer Einsatz dieses hoch sensiblen Elementes gewährleistet werden. Dies wäre aber eine Grundvoraussetzung für eine Exportgenehmigung. Darüber hinaus würde ein solcher Export hohe Transportrisiken aufwerfen, egal ob der Kern per Luftfracht, auf dem Landweg oder mit dem Schiff nach China gebracht werden würde. Der Export des Reaktorkerns sei daher nicht akzeptabel, betonen die Grünen.

10.12.2003   Quelle: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
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EU will mehr Solarstrom – 30 % Wachstum in der letzten Dekade

Der kürzlich ins Leben gerufene Wissenschaftliche EU-Beirat für Photovoltaik-Technologie will den Anteil des Solarstroms in Europa erhöhen.  Der Rat besteht aus 18 Mitgliedern, die zu den bedeutendsten dieses Technologiesektors zählen und geht auf eine Initiative der Kommissare de Palacio (Energie und Transport) und Busquin (Forschung) zurück.

Der Beirat soll einen Bericht und eine Agenda über zukünftige Strategien hinsichtlich der Photovoltaik-Nutzung entwickeln. Solarenergie habe nach jüngsten Prognosen ein erhebliches Potential, heißt es in einer Pressemitteilung der Europäischen Kommission. Immerhin habe dieser Bereich in Europa in der letzten Dekade ein Wachstum von 30 Prozent pro Jahr verzeichnet.

„Bis jetzt hat Solarenergie nur einen kleinen Anteil an der gesamten Energiemenge, die in der EU generiert wird. Dies wird sich nicht verändern, bis ehrgeizigere Maßnahmen in die Wege geleitet werden. Wir müssen überlegen, wie wir die technischen, rechtlichen und sozio-ökonomischen Hindernisse überwinden, um letztlich ein Umfeld zu schaffen, in dem sowohl die europäische Industrie als auch die europäische Gesellschaft der Gewinner ist“, sagte der für Forschung zuständige Kommissar Busquin

Europa ist derzeit nach Japan und vor den USA der weltweit zweitgrößte Hersteller von Photovoltaik-Anlagen. Der europäische Anteil an der Gesamtproduktion liegt bei 24 Prozent. Die Europäische Kommission hat in den letzten 10 Jahren über 200 Millionen Euro für fast 200 Projekte aus den Bereichen Forschung, Entwicklung und Präsentation ausgegeben. Beim Einsatz und bei der Nutzung von Solarenergie liegt Deutschland europaweit mit Abstand an erster Stelle, gefolgt von den Niederlanden und Italien.

10.12.2003   Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission in der Bundesrepublik Deutschland
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CO2-Emissionen der Stromversorger stiegen trotz bevorstehendem Emissionshandel

Eine neue Studie von PricewaterhouseCoopers (PwC) zeigt die Entwicklung des CO2-Ausstoßes der Stromerzeuger in der EU auf: Das Emissionsvolumen der 21 größten Stromerzeuger ist 2002 auf 693 Millionen Tonnen gestiegen.   Das sind 0,8 Prozent mehr Kohlendioxid (CO2) als im Jahr 2001. Im Verhältnis zur um 1,3 Prozent gestiegenen Stromerzeugung, ergibt sich allerdings eine Verringerung der spezifischen Emissionen um 0,5 Prozent von 360 auf 358 kg CO2/MWh.

Unter den größten CO2-Emittenten in der EU waren im vergangenen Jahr die deutschen Unternehmen RWE an erster und E.ON an vierter Stelle zu finden, so die PWC-Studie „Climate Change and the Power Industry“. Die Studie ist die zweite ihrer Art: Bereits im Oktober 2002 hatten PwC und Enerpresse, ein französischer Anbieter von Informationen aus der Energiewirtschaft, zum ersten Mal die Emissionen der europäischen Stromerzeuger untersucht. Seitdem sei die Konsolidierung der Energiebranche fortgeschritten, viele Unternehmen seien aufgekauft und ihre Produktionskapazitäten von anderen Stromerzeugern übernommen worden. Hintergrund der erneuten Bewertung ist der bevorstehende Handel mit Emissionsrechten, der am 1. Januar 2005 in der EU beginnen wird.

EU zählt zu Vorreitern bei der Umsetzung des Kyoto-Protokolls. Die EU hat als eine der ersten Vertragsparteien einen Schritt zur Umsetzung des Kyoto-Protokolls unternommen, in dem die internationalen Rahmenbedingungen für die Verringerung und den Handel mit Emissionsrechten festgelegt sind. Danach können energieintensive Unternehmen ab 2005 in der Union untereinander mit Emissionsrechten für Treibhausgase handeln. Wer den Schadstoffausstoß stärker senkt als verlangt, kann den Überschuss an Emissionsrechten an jene verkaufen, die das ihnen gesetzte Limit überschreiten.

Der gesamte Ausstoß an Kohlendioxid in den 15 EU-Staaten beträgt jährlich rund 3,3 Milliarden Tonnen (Gigatonnen); etwas weniger als ein Drittel (900 Millionen Tonnen) entfällt auf die Strom- und Wärmeerzeugung. Von diesen 900 Millionen Tonnen CO2 wurden im Jahr 2002 drei Viertel von den 21 größten Stromerzeugern in Europa verantwortet. Die größten CO2-Emittenten im Jahr 2002 waren laut PWC das deutsche Unternehmen RWE mit 127 Millionen Tonnen, ENEL (Italien) mit 75 Millionen Tonnen, Vattenfall (Schweden) mit 68 Millionen Tonnen, E.ON (Deutschland) mit 64 Millionen Tonnen und Endesa (Spanien) mit 59 Millionen Tonnen.


Die Umfrage “Climate Change and the Power Industry von PwC” kann kostenfrei im pdf-Format heruntergeladen unter: http://www.pwc.com/energy

10.12.2003   Quelle: PriceWaterhouseCoopers
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Solarpreis für unermüdliches Engagement für atomkraftfreie Energieversorgung

Ursula und Michael Sladek von den Elektrizitätswerken Schönau GmbH (EWS) erhielten am 2. Dezember 2003 den Europäischen Solarpreis.   Der „Oskar“ unter den Preisen für die Förderung regenerativer Energien“, wie Eurosolar-Präsident Hermann Scheer die Auszeichnung nannte, wurde vor 10 Jahren ins Leben gerufen. Vierzehn Preisträger aus acht verschiedenen Ländern wurden dieses Jahr von Eurosolar geehrt, darunter Ursula und Michael Sladek für „ihr unermüdliches Engagement für eine atomkraftfreie Energieversorgung.“

Die aus einer Bürgerbewegung hervorgegangenen Elektrizitätswerke Schönau setzen sich für Stromeinsparung, effiziente Energienutzung und die Förderung solarer Energien ein, sowohl als lokaler Netzbetreiber im eigenen Netz, als auch bundesweit als erfolgreicher Ökostromanbieter. Das Förderprogramm „Rebellenkraftwerke“ soll den Aufbau einer dezentralen, flexiblen und ökologischen Energieerzeugungsstruktur vorantreiben. Das Programm tragen die EWS–Kunden mit dem so genannten Sonnencent im Stromtarif mit. Der Sonnencent fließt direkt in die Förderung von umweltfreundlichen Neuanlagen. Durch das Förderprogramm konnten laut EWS bisher deutschlandweit 650 dezentrale Anlagen in Bürgerhand realisiert werden (Photovoltaik, Kraft-Wärme-Kopplung, Wasserkraft, Biogas).

„Die Elektrizitätswerke Schönau“, so Geschäftsführerin Ursula Sladek bei der Preisverleihung, „werden den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen und alles dafür tun, dass die Vision einer solaren Energieversorgung möglichst schnell Realität wird. Jeder kann auf vielfältige Weise und mit seinen Möglichkeiten dazu beitragen: dem sparsamen Umgang mit Energie, dem Bezug von atomkraftfreiem und klimafreundlichem Strom aus Schönau und dem damit verbundenen ´Umleiten von Geldströmen´, dem Bau einer eigenen Solaranlage oder der Installation eines kleinen Blockheizkraftwerkes“, beschrieb Sladek die Möglichkeiten der Kunden.

10.12.2003   Quelle: EWS
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Greenpeace contra "Doppelmoral der Regierung in der Atompolitik"

15 Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace protestieren am 9.12.2003 unter dem Brandenburger Tor gegen die Atom-Export-Pläne der Bundesregierung.  "Gestern Plutoniumfabrik nach China, heute Steuergelder für AKW in Finnland....und morgen? Schluss mit den rot-grünen Atomdeals, Herr Fischer, Herr Schröder", ist auf Deutsch, Englisch und Finnisch auf Transparenten zu lesen. Einige der Aktivisten halten die Nationalflaggen von China, Finnland und Deutschland in der Hand. Mit diesem "etwas anderen Begrüßungskomitee" will Greenpeace den finnischen Ministerpräsidenten Matti Vanhanen in Berlin empfangen.

Greenpeace fordert die Regierung auf, weder eine von Siemens beantragte Kreditbürgschaft für den Bau eines finnischen Atomreaktors zu genehmigen, noch der Lieferung der Hanauer Plutonium-Fabrik nach China zuzustimmen." Der neue Pro-Atom-Kurs der Bundesregierung muss gestoppt werden. Es gibt nicht die geringste Notwendigkeit für die Bundesregierung, den Bau eines neuen Atomkraftwerks in Finnland über eine Hermes-Bürgschaft auch noch politisch zu legitimieren“, so Greenpeace-Energie-Experte Jörg Feddern.

Auch der mögliche Export der Hanauer Plutoniumfabrik nach China ruft den Widerstand der Umweltschützer hervor. "Wer ernsthaft meint, man könne eine militärische Nutzung der Plutonium-Fabrik hundertprozentig ausschließen, ist entweder naiv oder belügt sich selbst", so Feddern. Die Hanauer Plutoniumfabrik führe als Teil der so genannten zivilen Plutoniumwirtschaft dazu, dass große Mengen waffenfähiges Plutonium verarbeitet und transportiert werden können. Plutonium ist der Grundstoff zum Bau von Atombomben.

"Auf der einen Seite hat die rot-grüne Koalition den Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland beschlossen, weil diese Technik zu viele unbeherrschbare Risiken in sich birgt. Doch gleichzeitig soll Atomenergie außerhalb der deutschen Grenzen gefördert werden. Das ist Doppelmoral", betont Feddern.

09.12.2003   Quelle: Greenpeace e.V.
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Verbände: Stromkonzerne bereichern sich auf Kosten der Verbraucher

Die deutschen Stromkonzerne bereichern sich auf Kosten der deutschen Verbraucher. Mit diesem Urteil kritisierte am 9.12.2003 Prof. Edda Müller die bundesweit angekündigten Preiserhöhungen für Strom.  "Dabei ist RWE, e.on und Co. keine Begründung zu absurd, so die Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv). Weder der Ausbau der erneuerbaren Energien noch steigender Regelenergiebedarf oder Kraftwerksinvestitionen könnten für Preissteigerungen verantwortlich gemacht werden.

"Die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien sind in diesem Jahr gesunken", erklärte Johannes Lackmann, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) auf der gemeinsamen Pressekonferenz von vzbv, BEE, Bund der Energieverbraucher und Bundesverband Neuer Energieanbieter (BNE)."Die Stromwirtschaft berechnet ihren Kunden 2003 im Schnitt 0,42 Cent pro kWh für den Stromanteil aus erneuerbaren Energien. Kurz vor Jahresabschluss zeigt sich, dass dieser Wert um 25% überhöht ist“, kritisiert Lackmann. Dass e.on, RWE und andere jetzt behaupteten, sie müssten stattdessen wegen einer steigenden EEG-Umlage die Strompreise erhöhen, sei völlig abwegig.

Ebenfalls schlichtweg falsch sei, dass ein erhöhter Regelenergiebedarf bestehe und die Kosten deswegen steigen würden. Lackmann: "Für steigende Regelenergiekosten ist nicht die Windenergie verantwortlich sondern die Selbstbedienungsmentalität der Energiekonzerne. Wie sonst ist zu erklären, dass trotz Zubau von Windrädern die Regelenergiemenge in Deutschland nicht gestiegen ist, die Konzerne dafür aber inzwischen die doppelten Preise verlangen?"

Mit einer Erhöhung der Netzentgelte erreichten die großen Energieversorger jetzt vor allem zwei Ziele, so Henning Borchers, Geschäftsführer des Bundes Neuer Energieanbieter: "Zum einen werden bei den Netznutzungsentgelten weitere Gewinne gemacht. Zum anderen wird dringend notwendiger Wettbewerb verhindert. Quersubventionierung und überhöhte Netzentgelte hindern unabhängige Stromanbieter daran, in die alten Monopolstrukturen vorzudringen."

"Für die Strompreise gibt es nur eine Richtung: Sie müssen sinken. Dass die Strompreise nun steigen sollen, schlägt dem Fass den Boden aus. Während die Wirtschaft mit einen neuen Höchststand an Insolvenzen verzeichnet, genehmigt sich die Stromwirtschaft eben nochmal einen Nachschlag von gut fünf Milliarden Euro. Die Gewinne von e.on sind im laufenden Jahr um 33% gestiegen, die von RWE um 25%“, stellt Aribert Peters fest, Vorsitzender der Bundes der Energieverbraucher.

Die vier Verbände fordern von der Bundesregierung die schnelle Einrichtung einer Wettbewerbsbehörde, die gegen die Machenschaften der Stromkonzerne angehen soll. Die angekündigten Preissteigerungen müssten bereits heute vom Bundeskartellamt und der Strompreisaufsicht der Länder unterbunden werden, fordern die Verbände.

09.12.2003   Quelle: vzbv - Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.

 

Grüne zum Atom-Export: „Militärische Nutzung muss zweifelsfrei ausgeschlossen werden“

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN halten den von Siemens angestrebten Export der Atom-Anlage Hanau für falsch und bedauern, dass Bundeskanzler Gerhard Schröder im Vorfeld keinen entsprechenden Einfluss auf Siemens genommen habe.  Das sagte der Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Reinhard Bütikofer, am Montag nach den Sitzungen des grünen Parteirats und Bundesvorstands in Berlin. Der Vorstand, die Bundestags-Fraktionsführung und die grünen Bundesminister verfolgten in dieser Angelegenheit eine völlig einheitliche Linie, so Bütikofer . Besonders, weil es sich beim Atomausstieg um ein gemeinsames Projekt von Rot-Grün handle.

Am Wochenende hatte sich der grüne Bundesaußenminister Joschka Fischer zu einem klärenden Gespräch mit Bundeskanzler Schröder getroffen. Die jetzt anstehende rechtliche Prüfung des Exports durch den Ausfuhrkontrollausschuss sei, "keine Pro-forma-Prüfung", so Bütikofer. Eine einseitige Zusage aus China, dass es mit der Anlage "gute Absichten" verfolge, reiche nicht, stellte Bütikofer klar.

Eine klare Ansage gibt es von den Grünen zur Anfrage Chinas nach dem in Hanau lagernden Plutonium: "Dieses Geschäft wäre mit dem Atomgesetz nicht zu vereinbaren", erklärte Bütikofer. Auch eine Zusage zu einer möglichen Hermes-Bürgschaft für den Verkauf einer Reaktor-Turbine zum Bau eines Atomkraftwerks in Finnland werde es von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN nicht geben. Eine grundsätzliche Klärung zum Umgang mit Hermes-Bürgschaften soll es zwischen den Koalitionspartnern im kommenden Jahr geben.

09.12.2003   Quelle: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
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Fachtagung: ,,Öko-Sprit“ für die Autos von morgen

Dr. Thomas Schott, geschäftsführender Vorstand des ZSW, eröffnet die RFN-Tagung
Dr. Thomas Schott, geschäftsführender Vorstand des ZSW, eröffnet die RFN-Tagung.

Die treibenden Kräfte für die Einführung regenerativer Kraftstoffe sind die Klima- und Agrarpolitik, die Versorgungssicherheit sowie die Sortimentausweitung auf dem Kraftstoffmarkt. Kurzfristige Kraftstoffoptionen auf regenerativer Basis sind zunächst Biodiesel und Ethanol, die in naher Zukunft in Mischung mit konventionellen Kraftstoffen angeboten werden.   Ohne Probleme sind Beimischraten von je 5% Biodiesel zu Diesel beziehungsweise Ethanol zu Benzin möglich. Das sind die wichtigsten Ergebnisse der Fachtagung Regenerative Kraftstoffe, die am 13 und 14. Nov. 2003 in Stuttgart stattgefunden hat. Die Veranstaltung, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Netzwerkes ,,Regenerative Kraftstoffe“ (ReFuelNet, RFN), fand mit über 100 Teilnehmern aus Forschung, Industrie und Politik großes Interesse, berichtet das Stuttgarter Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) in einer Pressemitteilung. In 22 Vorträgen wurden Entwicklungstrends, Forschungsansätze und Perspektiven für die Kraftstoffe von morgen beleuchtet.

Aus politischer Sicht sei Planungssicherheit über das Jahr 2009 hinaus erforderlich, da dann die Steuerbegünstigung für die regenerativen Kraftstoffe ende, so Dr. Michael Specht, Leiter des Fachgebiets Regenerative Energieträger und Verfahren am ZSW. Die wahrscheinlichsten Optionen für die künftige Versorgung seien synthetische Benzin/Dieselkraftstoffe und Methanol als flüssige Energieträger sowie SNG (substitute natural gas) als Erdgasersatz sowie langfristig Wasserstoff. Aus heutiger Sicht scheine die Fokussierung auf eine einzige Alternative nicht sinnvoll. Zu unwägbar seien Faktoren wie beispielsweise völlig neue Betankungs-Infrastrukturen oder Kraftstofferträge pro Hektar landwirtschaftlicher Anbaufläche. Eine Erhöhung des Marktanteils von ,,Öko-Sprit“ in der Europäischen Union bedeutet erhebliche Chancen für die Technologieentwicklung und damit die Schaffung von bis zu 75.000 Arbeitsplätzen im Industrie- und Agrarbereich pro Prozent Ersatz rohöl-basierter Kraftstoffe durch regenerative Kraftstoffe.

Um die europäischen Zielquoten zur Substitution herkömmlicher Kraftstoffe von 5,75% bis zum Jahr 2010 beziehungsweise 8% bis 2020 zu erreichen, seien noch erhebliche Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen zu leisten: Derart hohe Anteile seien mit den etablierten Technologien zur Erzeugung von Biodiesel und Ethanol in Europa kaum zu leisten. Deshalb müssten Forschung und Entwicklung bekannte Technologien aus der Öl- und Kohleverarbeitung auf die Biomasse übertragen, wie etwa die Senkung der Verfahrenskomplexität und eine Skalierung der Baugröße, welche dem dezentralen Anfall der Biomasse Rechnung trägt.

Der vorläufige Tagungsband steht als pdf-Datei zur Verfügung unter http://www.refuelnet.de und wird in Kürze in gedruckter Form beim Forschungsverbund Sonnenenergie FVS erhältlich sein.


09.12.2003   Quelle: ZSW; ReFuelNet
Bildquelle: ReFuelNet

 

Marktanreizprogramm zu Gunsten erneuerbarer Energien ändert sich

Ab dem kommenden Jahr gibt es statt 125 Euro pro Quadratmeter Sonnenkollektor-Fläche nur noch 110 Euro Zuschuss vom Bund. Dafür entfällt die Größenbegrenzung für solarthermische Anlagen künftig.  Das berichtet der BINE Informationsdienst in einer Pressemitteilung. Die ersten 200 Quadratmeter Kollektorfäche werden in Zukunft mit 110 Euro gefördert, jeder weitere Quadratmeter mit 60 Euro. Die Erweiterung bestehender Kollektoran-lagen wird ebenfalls mit 60 Euro pro Quadratmeter gefördert.

Steigen werden die Anforderungen an die Sonnenkollektoren: Ab 1. Juni 2004 werden nur noch Produkte gefördert, deren jährlicher Wärmeertrag 525 Kilowattstunden pro Quadratmeter bei einem solaren Deckungsanteil von 40 Prozent beträgt. Zudem müssen die Kollektoren die Kriterien des Umweltzeichens RAL-UZ 73 erfüllen. Auch die solare Schwimmbadheizung wird nächstes Jahr gefördert und zwar mit 80 Prozent der Fördersätze für normale Kollektoranlagen.

Hausbesitzer, die eine Solaranlage installieren wollen, sollten sich beeilen, rät der BINE Informationsdienst. Wenn der Zuschuss noch in diesem Jahr bewilligt werde, gälten die höheren Fördersätze auch dann, wenn die Anlagen erst im nächsten Jahr installiert werde. Zeit lassen können sich hingegen die Käufer von Biomasseheizungen. Für sie werden die staatlichen Zuschüsse steigen: Automatisch beschickte Holzpelletskessel ab 8 Kilowatt (kW) bis maximal 100 kW Nennwärmeleistung erhalten einen Zuschuss von 60 Euro je kW, mindestens jedoch 1.700 Euro. Der Kesselwirkungsgrad muss mindestens 90 Prozent betragen. Neu im Förderprogramm sind von Hand beschickte Holz-Vergaserkessel von 15 kW bis 100 kW Leistung, die Pufferspeicher mit einem Mindestvolumen von 55 Liter pro kW beheizen. Dafür gibt es künftig 50 Euro je kW, mindestens jedoch 1.500 Euro.

Weitere Informationen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontolle (BAFA); Postfach 51 60; 65726 Eschborn; solar@bafa.de; http://www.bafa.de

09.12.2003   Quelle: BINE Informationsdienst
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Geothermie: ORMAT sichert sich Auftrag für neues Kraftwerk in Japan

Geothermischer Kraftwerkskomplex in Hatchobaru.
Geothermischer Kraftwerkskomplex in Hatchobaru.

Seinen ersten Auftrag aus Japan verzeichnet der israelisch-amerikanische Turbinen- und Anlagenbauer ORMAT.  Für den geothermischen Kraftwerkskomplex in Hatchobaru wird das Unternehmen eine ORC-Turbine mit einer Leistung von 2 Megawatt (MW) liefern. Dort arbeiten bereits zwei Anlagen mit einer installierten Kapazität von insgesamt 110 MW, berichtet die Geothermische Vereinigung in einer Pressemitteilung. Die Kraftwerke produzieren Strom mit Heißwasser aus Reservoiren in Tiefen von 1000 bis 1800 Metern. Der Auftraggeber, die Kyushu Electric Power Co. Inc., will mit dem neuen Aggregat Wasser und Dampf aus einer Bohrung nutzen, die wegen ihres niederen Drucks bislang nicht in den normalen Kraftwerksbetrieb integriert werden konnte. Die ORC-Maschine wäre die erste ihrer Art in Japan.

Für Kyushu Electric Power stellt die Anlage daher einen Testfall dar. "Sollen die Ergebnisse des Feldtests zufriedenstellend ausfallen, werden Anlagen dieses Typs auch an anderen Standorten eingesetzt werden" erklärte der Chef der Abteilung Wärmekraftwerke im Japan Eletricity Journal.

09.12.2003   Quelle: Geothermische Vereinigung e.V.
Bildquelle: ORMAT
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Europäische Konferenz beschäftigt sich mit politischen Optionen erneuerbarer Energien

Politische Aspekte, Marktentwicklung und Perspektiven erneuerbarer Energien bis zum Jahr 2020 sind die Schwerpunkte der “European Conference for Renewable Energy - Intelligent Policy Options”, die vom 19.-21.01.2004 in Berlin stattfinden wird.  Das kündigte der Europäische Rat für Erneuerbare Energien (EREC) in einer Pressemitteilung an. Die Schirmherrschaft der Konferenz übernehmen die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Loyola de Palacio, Kommissarin für Energie und Transport, und Bundesumweltminister Jürgen Trittin.

Das wesentliche Ziel der Konferenz sei das Wachstum der erneuerbaren Energien in der erweiterten Europäischen Union und darüber hinaus zu beschleunigen. Die Veranstaltung in Berlin ist die europäische Vorbereitungskonferenz für regionale Initiativen zur Unterstützung der weltweiten Entwicklung erneuerbarer Energien als Antwort auf den Klimawandel. Die Beschlüsse der Konferenz sollen in eine Erklärung eingehen, welche gemeinsam mit den Ergebnissen weiterer Regionalkonferenzen in Afrika, Asien und Lateinamerika auf der Weltkonferenz für Erneuerbare Energien im Juni 2004 in Bonn behandelt werden sollen.

“Dies ist eine der zentralen Gelegenheiten für Interessengruppen und Politiker im Bereich der Erneuerbaren Energie, ihre Anliegen und Ansichten auszudrücken – sie darf nicht versäumt werden“, sagte die Europa-Parlamentarierin Mechtild Rothe (SPD). Die Konferenz wird organisiert von der Europäischen Kommission, dem Bundesumweltministerium, EREC, EUFORES (European Forum for Renewable Energy Sources), INSULA (International Scientific Council for Island Development) und der Berliner Energie Agentur

Auf der Tagesordnung der Konferenz stehen am 19. Januar die Bewertung der aktuellen „Campaign for Take-Off for Renewable Energies 1999 – 2003” und der Start einer neuen Kampagne für die öffentliche Wahrnehmung eines nachhaltigen Europas ( “Public Awareness Campaign for an Energy Sustainable Europe”) Am 20. Januar geht es um Politik für Erneuerbare Energien in den europäischen Märkten; am 21. Januar werden die Perspektiven bis zum Jahr 2020 behandelt. Diese Ziele seien wesentlich für die mittel- und langfristige Politik für Erneuerbare Energien, damit diese künftig ihren Beitrag zur Energieversorgung und zur Senkung der CO2-Emissionen leisten könnten, so EREC.

Auf der Konferenz werden unter anderem sprechen die EU-Umweltkommissarin Margot Wallström und Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

„In der erweiterten Europäischen Gemeinschaft müssen die Beitrittsländer damit beginnen, nationale Strategien zu entwickeln, um die Vorgaben der EU im Bereich erneuerbarer Energien zu erfüllen“, sagte EREC-Präsident Professor Arthouros Zervos. „Die Konferenz wird sie dabei unterstützen, indem sie Erfahrungen und Erfolge bei der Nutzung erneuerbarer Energien aufzeigt und den weiteren Weg weist“, so Zervos.

08.12.2003   Quelle: EREC
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Neue Studie: Kalifornien kann erneuerbare Energien verzehnfachen

Um seine weltweite Spitzenstellung bei der Produktion von Ökostrom zu halten, wird der US-Bundesstaat Kalifornien die Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien weiterhin kräftig vorantreiben.  Das ist das Ergebnis eines Berichts, den die California Energy Commission (CEC) Ende November vorgelegt hat.

Der „Renewable Resources Development Report“ soll im Dezember im Parlament beraten werden. Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass es in Kalifornien und den angrenzenden Staaten umfangreiche Potenziale für die Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen gebe. Das grüne Strompotenzial liege um den Faktor zehn höher als die gegenwärtige Produktion. Derzeit beträgt der Anteil des grünen Stroms an der kalifornischen Energieproduktion etwa 11%. Die rund 30 Milliarden Kilowattstunden werden aus Erdwärme, Biomasse, Wind- und Sonnenenergie erzeugt.

Zusätzlich zeige der Report, dass eine wirtschaftliche Ökostromproduktion möglich ist, wie sie im „Renewable Portfolio Standard” (dem Grünstrom-Gesetz des Landes) gefordert wird, so die CEC. Viele Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien könnten bereits ökonomisch mit konventionellen Kraftwerken mithalten. Außerdem sänken die Kosten der Erneuerbaren und sie würden auch weiter sinken.

In Kalifornien befinden sich die drei größten Windparks der USA sowie die größten solarthermischen Kraftwerke der Vereinigten Staaten. Der „Sonnenstaat“ sei zudem der drittgrößte Photovoltaik-Markt der Welt mit einer installierten Leistung, die zehn Mal so hoch sei als in jedem anderen Staat. Solarstrom ist laut California Energy Comission die am schnellsten wachsende Energieform Kaliforniens. Im Jahr 2000 waren 10 Megawatt (MW) installiert, heute sind es bereits 50 MW.

Der 2002 in Kraft getretene Renewables Portfolio Standard, gibt vor, dass bis zum Jahr 2017 rund 20% der Elektrizität aus erneuerbaren Ressourcen kommen müssen. Mit einem neuen Aktionsplan soll dieses Ziel bereits im Jahr 2010 erreicht werden, so die CEC.

Der "Renewable Resources Development Report" kann heruntergeladen werden unter http://www.energy.ca.gov/reports

08.12.2003   Quelle: California Energy Comission
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SMA unterstützt Elektrifizierung in Uganda

Solarstromanlage in Bulyansungwe.
Solarstromanlage in Bulyansungwe.

Seit Oktober 2003 wird das ugandische Dorf Bulyansungwe mit Solarstrom versorgt: Eine Photovoltaikanlage mit 3,6 Kilowatt installierter Leistung liefert den Strom für die Versorgung der Schule und das Internat, berichtet die SMA Regelsysteme GmbH in einer Pressemitteilung.   Damit bestehe in dem Dorf eine für ostafrikanische Verhältnisse ausgezeichnete Versorgungsqualität, denn bislang seien die Dörfer dort weitgehend von der elektrischen Versorgung abgeschnitten. Die fehlende Versorgung erschwerte in der Vergangenheit die Ausbildung der im Internat lebenden Kinder. Das Projekt konnte mit der Unterstützung von SMA und weiterer Unternehmen realisiert werden. Die netzunabhängige Energieversorgung besteht aus einer Photovoltaik-Anlage mit zwei Sunny Boy String-Wechselrichtern und einem Inselwechselrichter vom Typ Sunny Island. Der modulare Aufbau des Sunny Island und die Kopplung der Komponenten auf der Wechselstrom-Seite ermöglichen bei Bedarf eine komfortable Erweiterung des Netzes. Sie kann mit geringen Kosten von den Dorfbewohnern durchgeführt werden. Damit sei auch künftig eine optimale Versorgung sichergestellt.

Seit Mitte der 90er Jahre wurde der Aufbau einer Infrastruktur im Dorf Bulyansungwe durch den Verein Together e.V. gefördert. Der Verein mit Sitz in Helsa bei Kassel unterstützte neben dem Bau der Schule und des Internats auch den Aufbau einer Wasserversorgung. Nach einem Kontakt zu SMA war die Idee entstanden, durch die Elektrifizierung die Lebensqualität im Dorf weiter zu verbessern und damit besonders den im Internat untergebrachten Kindern optimale Bedingungen für den Schulbesuch und die Ausbildung zu bieten. Ein SMA-Team war vor Ort im Einsatz und übernahm die Installation der Wechselrichter und den Aufbau der elektrischen Infrastruktur. Die SMA-Mitarbeiter engagierten sich für das Vorhaben zum Teil in ihrem Urlaub.

Neben der SMA haben zum Erfolg des Projekts beigetragen das Kindermissionswerk „Die Sternensinger“ (Aachen);
der ISET e.V. Aachen; das Berufsbildungszentrum Waldau (Kassel); Shell Solar (München); Rosendahl Energietechnik (Krefeld);- Deutsche Exide Standby GmbH (Büdingen) und die UMEX GmbH mit Sitz in Dresden. Das Solarkraftwerk soll im nächsten Jahr dem ugandischen Staatspräsidenten Moseveni vorgestellt werden. Gleichzeitig soll diese Begegnung auch Gelegenheit zu einem Austausch über die Weiterentwicklung des Projekts bieten.


08.12.2003   Quelle: SMA Regelsysteme GmbH
Bildquelle: SMA Regelsysteme GmbH

 

Windkraft: REpower verstärkt Aktivität in China

Die REpower Systems AG, nach eigenen Angaben führender Anbieter von Windenergieanlagen – besonders in der Multi-Megawatt-Klasse –, intensiviert ihre Geschäftsaktivität in China.  Im Rahmen der Wirtschaftsdelegationsreise von Bundeskanzler Gerhard Schröder unterzeichnete der Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Fritz Vahrenholt am 1.12.2003 in Peking zwei Absichtserklärungen, berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Zum einen sei ein Vorvertrag über die Gründung eines Joint Ventures mit der Tianjin Hi-Tech Holding Group geschlossen worden, das die REpower Anlage MD77 produzieren und vertreiben soll. Flankierend sei ein so genannter Letter of Interest (LOI) mit dem Tianjin People's Government unterzeichnet worden, in dem sich die Regierung zur Förderung konkreter Windparkprojekte verpflichtet. Ein erster Park mit mindestens 15 Megawatt ist für die erste Hälfte des Jahres 2005 vorgesehen.

REpower will den chinesischen Markt zukünftig auch mit der Multi-Megawatt-Technologie (Anlagen größer als 1 Megawatt) beliefern. Ziel des Joint Ventures mit der Tianjin Hi-Tech Holding Group sind die Produktion und der Vertrieb der Windkraftanlagen vom Typ MD 77 in China. Die REpower Systems AG soll mit 55 Prozent Mehrheitsgesellschafterin dieses Beteiligungsunternehmens werden. Der potentielle Joint Venture Partner ist in der rasant wachsenden Wirtschaftsmetropole Tianjin ansässig, etwa eine Autostunde östlich von Peking. Der dort von der Tianjin Hi-Tech Holding Group betriebene Hochtechnologiepark soll um 30 Quadratkilometer erweitert werden, wobei ein Schwerpunkt auf erneuerbaren Energien liegt. Bis 2008 plant das Joint Venture die Installation von 300 Megawatt.

07.12.2003   Quelle: REpower Systems AG
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Atom-Export: Grüne fordern Koalitionsgespräch

Der von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in Aussicht gestellte Export der Hanauer Plutonium-Fabrik nach China findet nicht die Zustimmung der Grünen.  Krista Sager, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, sagte am Freitag, es gebe zu diesem Thema noch Klärungsbedarf zwischen den Koalitionspartnern. Über den Export werde im Ausfuhr-Kontrollausschuss der Bundesregierung entschieden. Daran beteiligt seien unter anderem das Ressort Wirtschaft und das Auswärtige Amt, nicht aber das Umweltministerium, kritisieren die Grünen. Ähnlich äußerte sich Grünen-Chef Reinhard Bütikofer, der darauf verwies, das es sich auch nicht um ein „Drei-Männer-Geschäft“ zwischen Gerhard Schröder, Jürgen Trittin und Joschka Fischer handle, sondern "um eine Angelegenheit, die zwischen SPD und Grünen vernünftig geklärt werden muss".

Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte vor kurzem auf seiner China-Reise den Export der stillgelegten Plutonium-Fabrik in Aussicht gestellt. Die Anlage zur Herstellung von Mischoxid-Brennelementen war in den 90er Jahren von Siemens in Hanau geplant und gebaut worden, wurde aber letztlich nie in Betrieb genommen, da sie keine abschließende atomrechtliche Betriebsgenehmigung erhielt. Bundesumweltminister Jürgen Trittin hatte am Donnerstag erklärt, "kein Grüner" habe Interesse daran, dass die Hanauer Anlage eines Tages in China aufgebaut werde. Es gehe jetzt darum zu prüfen, wie man verhindern könne, dass Siemens "sein Eigentum" nach China verkaufe.

Die Grünen verlangen vor allem eine Garantie dafür, dass die Brennelemente-Fabrik in China ausschließlich zivil genutzt werden soll. Rein theoretisch könne die Anlage auch als Baustein zur Herstellung von waffenfähigem Plutonium genutzt werden. Dies sei möglich, wenn die Anlage Brennelemente produziere, bei deren Weiterverwendung in einem so genannten Schnellen Brüter auch waffenfähiges Plutonium entstehe. Das Bundesumweltministerium habe diese Einschätzung bestätigt, heißt es auf den Internetseiten der Grünen. Deshalb fordere ihre Partei auch eine zuverlässige internationale Kontrolle, die nicht von einem auf den anderen Tag beendet werden könne, so Krista Sager.

Für die Grünen stehe außerdem fest, dass die Unterstützung eines solchen Geschäfts durch eine so genannte Hermes-Bürgschaft oder andere Garantien des Bundes nicht in Frage komme. An einer verweigerten Hermes-Bürgschaft sei der Export der Hanauer Anlage nach Russland bereits schon vor einigen Jahren gescheitert.

06.12.2003   Quelle: Bündnis90 / Die Grünen
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NABU-Baupreis 2004 ausgeschrieben

Der Naturschutzbund NABU schreibt zum zweiten Mal einen Baupreis für nachhaltiges Bauen und Renovieren aus. Bauherren, Architekten, Planer sowie kommunale Bauträger und Wohnungsgesellschaften sind aufgerufen, sich mit ihren Projekten zu bewerben.   Im Mittelpunkt des Wettbewerbs stehen Alternativen zum Neubau. Mit Unterstützung der Aachener Stiftung Kathy Beys und des Umweltbundesamtes konnte das Preisgeld für den Sieger auf 4.000 Euro verdoppelt werden.

Mit der Auszeichnung sollen Bauherren und Architekten dazu angeregt werden, alte Gebäude ideenreich umzubauen, Häuser aufzustocken, bestehenden Wohnraum sinnvoller sowie Energie effizienter zu nutzen und umweltfreundliche Baustoffe einzusetzen. Die Voraussetzung für eine Teilnahme am NABU-Baupreis 2004 erfüllen Gebäude, die in den letzten fünf Jahren als bestehendes Bauwerk umgebaut oder saniert wurden. Zugelassen sind gewerbliche, private und öffentliche Gebäude. Neubauten sind vom Wettbewerb ausgeschlossen.

Der NABU-Baupreis wurde erstmals 2003 vergeben. Prämiert wurden sieben Architekten und Bauherren aus dem ganzen Bundesgebiet für beispielhafte Umbauprojekte und Sanierungen. Der erste Preis ging nach Dresden an die Familie Pitz Korbjuhn, die mit pfiffigen Ideen und wenig Geld ein ehemaliges Baugeschäft zum Einfamilienhaus mit Bürogebäude umnutzten.

Bewerber können ihre Unterlagen einreichen beim NABU in 53223 Bonn. Die vollständige Bewerbung sollte einen gefalteten Lageplan, Grundrisse, Fotos sowie einen Bericht über Art, Nutzung, Größe, Kosten des Umbaus und Alter des Gebäudes enthalten. Einsendeschluss ist der 31. Mai 2004. Weitere Informationen gibt es unter http://www.Nachbar-Natur.de oder in der NABU-Bundesgeschäftstelle unter Tel. 0228-40360.

06.12.2003   Quelle: NABU

 

Phönix SonnenStrom AG baut erste solare Lärmschutzwand an Bahnstrecke

Solarstrom-Module auf Lärmschutzwand.
Solarstrom-Module auf Lärmschutzwand.

Ab Anfang 2004 wird eine Photovoltaikanlage der Phönix SonnenStrom AG nicht nur die Anwohner der Bahnstrecke München-Rosenheim vor Lärm schützen, sondern auch Solarstrom produzieren.  Die solare Lärmschutzwand entlang ist ein Pilotprojekt im Rahmen des Lärmsanierungsprogramms der Deutsche Bahn AG. An der Bahnlinie in Vaterstetten nahe München entsteht eine rund 400 Meter lange Solarstromanlage mit einer Spitzenleistung von 20,2 Kilowatt (kWp), die im Frühjahr 2004 auf bis zu 180 kWp ausgebaut werden soll. Auftraggeber der solaren Lärmschutzlösung ist die Phönix SonnenFonds GmbH & Co. KG.

Die 202 amorphen Solarmodule des japanischen Herstellers Mitsubishi Heavy Industries sind auf einem neuartigen Lärmschutzwandsystem montiert. Auf einer Höhe von über vier Metern wird die Photovoltaikanlage jährlich bis zu 17.800 Kilowattstunden Strom erzeugen. Eine besondere Herausforderung für das Bauteam der Phönix SonnenStrom AG ist die Arbeitszeit zwischen Mitternacht und 5 Uhr früh. Auf Grund der Entfernung zwischen Lärmschutzwand und Gleisen von etwa 3 Metern kann nur zu Gleissperrzeiten gearbeitet werden, bei abgeschalteten Oberleitungen.

Im Rahmen der Einweihungsfeier des ersten Teils der Lärmschutzwand am 2. Dezember wies die parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Iris Gleicke, besonders auf die Nachhaltigkeit des Projektes hin: die Verwendung von heimischem Lärchenholz mit Stroh als Absorptionsmaterial in Kombination mit einer Photovoltaikanlage. Sie wünsche sich mehr Projekte dieser Art, so Gleicke.

05.12.2003   Quelle: Phönix SonnenStrom AG
Bildquelle: Phönix SonnenStrom AG
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Startschuss für deutsch-tschechisches Windpark-Projekt im Erzgebirge

Deutschland und Tschechien wollen in Louèná/Wiesenthal im Erzgebirge einen Windpark errichten.  Entsprechende Verträge seien am 2.12.2003 unterzeichnet worden von der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Simone Probst, und dem tschechischen Vizeumweltminister Dr. Tomáš Novotný. "Das Vorhaben soll die Nutzung der Windenergie bei unseren Nachbarn voranbringen. Mit der Erschließung des Windkraft-Potenzials in Tschechien leisten wir gemeinsam einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz", sagte Frau Probst.

Nach Ansicht von Simone Probst wird mit diesem Projekt ein Schritt in Richtung zukunftsfähige Energieversorgung in Tschechien getan. Der Windpark Louèná/Wiesenthal umfasse drei Anlagen mit einer Leistung von je 600 Kilowatt. Das Investitionsvolumen belaufe sich auf insgesamt rund 2,7 Millionen Euro, wobei das Bundesumweltministerium Foerdermittel in Höhe von über 800 000 Euro zur Verfügung stelle. Im Rahmen seines Programms "Pilotprojekte Ausland" habe das BMU neben dem neuen Windpark-Projekt bereits 21 Vorhaben in Europa im Umfang von insgesamt 87 Millionen Euro unterstützt, davon allein in Tschechien 16 Vorhaben im Umfang von rund 57 Millionen Euro.

05.12.2003   Quelle: BMU

 

Umweltministerium: „ARD-Magazine schießen gegen Windkraft“

„Konservative Magazine der ARD“ hätten sich gegen die Windkraft eingeschossen, kritisiert das Bundesumweltministerium (BMU) auf seinen Internetseiten.  Den Auftakt gemacht habe das MDR-Magazin "Fakt" im August; am 25. November habe der Bayerische Rundfunk (BR) mit einem Beitrag für "Plusminus" nachgezogen. Während "Fakt" allen Ernstes behaupte habe, die Windenergie sorge in Deutschland "vor allem dafür, dass die Reichen reicher werden und Arbeitsplätze wegen der hohen Kosten verloren gehen", konstatiere die "Plusminus"-Redaktion des BR einen "massiven Wertverlust" von Eigenheimen durch Windkraftanlagen und spreche von einer „Teil-Enteignung".

Das Magazin "Plusminus" schließe aus einem Einzelfall, dass Grundstücke durch "benachbarte Windräder" an Wert verlören, entgegnet das BMU. Als Ursachen dafür würde Schattenwurf durch die Rotoren und Lärm genannt. Der Film lasse völlig offen, wie eng die Nachbarschaft der Windräder zu dem Wohnhaus der erwähnten Familie tatsächlich ist. Er zeige nur Kühe, die vom Schatten rotierender Windräder offensichtlich unbeeindruckt weiden. Ebenso wenig werde die Äußerung der Grundstückseigentümerin belegt, der Rotor-Lärm sei so laut, dass man im Haus nachts nicht bei offenem Fenster schlafen könne.

Es sei unbestreitbar, dass Windenergieanlagen - ebenso wie Strommasten und andere Industriebauwerke - Auswirkungen auf den Menschen oder die Natur haben können, so das BMU. Art und Stärke dieser Auswirkungen hingen allerdings sehr stark von der Planung und dem Standort der Windkraftprojekte ab. Um negative Auswirkungen zu vermeiden, komme es vor allem darauf an, vor Ort geeignete Standorte auszuweisen. Diesbezüglich habe es vor allem in der Frühphase der Windkraftentwicklung von Seiten der örtlichen Genehmigungsbehörden in manchen Fällen Versäumnisse gegeben. Es sei aber unredlich, solche Beispiele zu verallgemeinern, unterstreicht das Bundesumweltministerium.
Eine allgemein gültige Aussage, ob Wertminderungen durch Windenergieanlagen verursacht werden und wie hoch diese gegebenenfalls sind, lässt sich nach Aussage des BMU nicht treffen. Dies hänge von der jeweiligen Beurteilung des Einzelfalls ab. In der Rechtssprechung der Verwaltungsgerichte seien bisher die auf solche Einwände gestützten Klagen gegen die Rechtmäßigkeit von Baugenehmigungen für Windenergieanlagen sämtlich ohne Erfolg geblieben. Deshalb sei auch der von "Plusminus" erhobene Vorwurf der "Teil-Enteignung" absurd, kontert das BMU.

Das Bundesumweltministerium wendet sich auch gegen einen weiteren Kritikpunkt der Plusminus-Redaktion: Das Magazin habe unter Berufung auf eine nicht näher bezeichnete Studie behauptet, Windkraftwerke hätten auf Grund mangelnder Ästhetik auch "negative Wirkungen" auf den Tourismus. Eine aktuelle Studie des Bielefelder SOKO-Instituts für Sozialforschung und Kommunikation vom Juli 2003 habe jedoch ergeben, dass Windenergieanlagen von Touristen im Vergleich zu anderen Störungen weitaus weniger wahrgenommen beziehungsweise als störend empfunden würden. So hätten 75,9% der Befragten Atom- und Kohlekraftwerke, 64,5% Fabrikschornsteine und 41% Hochspannungsleitungen als störend empfunden, Windenergieanlagen störten dagegen nur 27%.

05.12.2003   Quelle: BMU

 

Solarstromanlagen: SFV warnt vor Zählerinstallation vor dem 01.01.2004

Der Solarenergie-Förderverein e.V. (Aachen) rät hinsichtlich der Installation des Zählers für neue Photovoltaikanlagen zur Zurückhaltung.  Üblicherweise sei die Installation eines Zählers mit einer Funktionsprüfung verbunden. Dazu werde PV-Anlage kurz eingeschaltet und gelte damit als in Betrieb genommen, selbst dann, wenn anschließend die Sicherung herausgenommen werde. Dies könne bedeuten, dass der Betreiber nur die geringere Einspeisevergütung des Jahres 2003 erhalte und nicht die für das kommende Jahr vorgesehene, höhere Vergütung.

Ein Betreiber habe den SFV darauf aufmerksam gemacht, dass sein Netzbetreiber ihm angeboten hätte, den Einspeisezähler noch im Jahr 2003 zu installieren, die PV-Anlage aber erst im neuen Jahr 2004 in Betrieb zu nehmen. Im Streitfall könnte dieses Vorgehen als Versuch gedeutet werden, den Sinn des Gesetzes zu umgehen, so der SFV.

04.12.2003   Quelle: SFV

 

Grüne: Nuklear-Export nach China falsches Signal

Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen hält den geplanten Verkauf der stillgelegten Hanauer Nuklearanlage nach China für falsch.   Die Atomenergie sei keine zukunftsfähige Technologie. Aus diesem Grund habe Deutschland den Ausstieg beschlossen und mit seiner Umsetzung begonnen, heißt es in einer Pressemitteilung der Fraktion. In der Europäischen Union und in internationalen Gremien setzten sich die Grünen für ein Ende der Privilegierung dieser hochriskanten Technik ein.

Ein Export der Hanauer Anlage wäre ein Verstoß gegen das Gebot der politischen Kohärenz von Innen- und Außenpolitik, betonen die Grünen. Die Unterstützung eines solchen Geschäftes durch eine Hermes-Bürgschaft oder andere Garantien des Bundes komme nicht in Frage. Da es sich bei dem geplanten Geschäft um eine privatwirtschaftliche Transaktion handeln würde, rücke die Frage der rechtlichen Beurteilung ins Zentrum: Nach Einschätzung der Grünen bietet das Atomrecht keine Handhabe für eine Untersagung des geplanten Verkaufs, da die Hanauer Anlage nie in Betrieb gewesen sei und Aspekte des Strahlenschutzes deshalb nicht zu berücksichtigen seien.

Die Bundesregierung müsse aber prüfen, inwieweit der beabsichtigte Export im Widerspruch zu Paragraph 7 des Außenwirtschaftsgesetzes stehe. Danach könne bei einer Störung des "friedlichen Zusammenlebens der Völker" ein Export versagt werden. Dies betreffe vor allem die Frage der Proliferation von waffentauglichem Plutonium und den Einstieg in die Brütertechnologie. Diese Aspekte seien auch vor dem Hintergrund geopolitischer Ambitionen Chinas und regionaler Konflikte zu beurteilen, fordern die Grünen. Die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen erwarte von der Bundesregierung, dass sie gerade in wirtschaftlich aufstrebenden Staaten wie China verstärkt für zukunftsfähige Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien und für moderne Kraftwerkstechnik werbe.

04.12.2003   Quelle: Bündnis 90 / Die Grünen
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Fraunhofer ISE: Papierdünne Solarzellen mit 20% Wirkungsgrad

Papierdünne Solarzellen mit 20% Wirkungsgrad
Extrem dünn und besonders leistungsfähig: ISE-Solarzellen

Forscher des Freiburger Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) haben eine 37 Mikrometer (µm) dünne, kristalline Silicium-Solarzelle mit einem Wirkungsgrad von 20.2% hergestellt.  Mit der Entwicklung zeigen die ISE-Forscher, dass Materialeinsparung und höhere Wirkungsgrade gleichzeitig möglich sind. Diese Anforderungen ergeben sich aus den relativ hohen Kosten für das Ausgangsmaterial kristallines Silicium, aus dem mehr als 90% aller weltweit hergestellten Solarzellen bestehen. Im Vergleich zu den neuen Solarzellen sind heutige Industriezellen mit 300 µm (= 0,3 mm) noch vergleichsweise dick und mit etwa 16% Wirkungsgrad deutlich weniger leistungsfähig.

„Man erkennt sofort, welch enormes Potenzial noch in der bewährten kristallinen Silicium-Technologie vorhanden ist - und wir haben nun auch die Technologie, dieses Potenzial in einer industriellen Fertigung abzurufen „ sagt Gerhard Willeke, Leiter der Abteilung Solarzellen im ISE. Die Freiburger Solarzellenforscher haben einen kostengünstigen Prozess entwickelt, mit dem es möglich ist, Solarzellen mit hohen Wirkungsgraden selbst aus ultradünnen Siliciumscheiben herzustellen. Ganz entscheidend für das erfolgreiche Resultat sei ein am Fraunhofer ISE entwickeltes und patentiertes Verfahren für die Rückseitenkontaktierung der Solarzelle.

Die so genannte LFC-Technik bietet eine ideale Möglichkeit, hohes Wirkungsgradpotenzial mit niedrigen Herstellungskosten zu verbinden. LFC steht für „Laser Fired Contacts „. Die notwendigen teuren und langsamen Photolithographie-Schritte auf der Rückseite entfallen damit. In den herkömmlichen Laborprozessen mussten mit hohem Aufwand kleine Löcher in der Isolierschicht geöffnet werden, um danach die Rückseitenelektrode aus Aluminium aufzubringen. „Bei der LFC-Prozessierung dampfen wir die Aluminiumschicht direkt auf die Passivierungsschicht und feuern dann mit einem Laser das Metall durch, um so die lokalen Kontakte herzustellen“, erklärt Stefan Glunz, Koordinator des Marktbereichs Monokristalline Siliciumsolarzellen.

Dieser Prozess sei kostengünstig, Material schonend, äußerst schnell - er dauert nur eine Sekunde pro Solarzelle - und funktioniere unabhängig von Scheibendicke und -dotierung. Das sei genau richtig für eine industrielle Massenfertigung. Einen Nischenmarkt für superdünne Hochleistungszellen gibt es bereits in der Luft- und Raumfahrt. Für den terrestrischen Massenmarkt sei allerdings noch Forschung und Entwicklung in deutlichem Umfang erforderlich, um die ultradünnen Scheiben kostengünstig herzustellen. Die Herstellung von Solarzellen auf ultradünnen Wafern wird im Rahmen eines Projekts des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit BMU gefördert.

04.12.2003   Quelle: Fraunhofer ISE
Bildquelle: Fraunhofer ISE

 

Fachverband Wärmedämmung klagt über Marktverzerrung bei der Förderung regenerativer Energien

Der Fachverband Transparente Wärmedämmung e.V. bezweifelt, dass Solarwärme mit dem Marktanreizprogramm (MAP) zu Gunsten erneuerbarer Energien konsequent genug gefördert wird.  Die Förderung solarthermischer Anlagen mit 110 € pro Quadratmeter Kollektorfläche ab 2004 (statt 125 €/m2 wie bisher) habe bisher nicht verhindern können, dass die Marktentwicklung der potenziell wirtschaftlicheren Solarthermie gegenüber der über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geförderten Photovoltaik stark ins Hintertreffen geraten sei, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes. Während für die Photovoltaik für das Jahr 2003 etwa 300% der installierten Leistung von 2000, dem Startjahr des EEG, prognostiziert werde, wachse der Solarthermiemarkt im selben Zeitraum nur um 20%. Deutliche Einbrüche seien in den Jahren 2002 und 2003 zu erkennen, betont der Fachverband TWD.

Private Verbraucher, die erneuerbare Energien nutzen wollen, würden auf Grund der verzerrten Fördersituation von den effizienten solarthermischen Anlagen weggelockt, kritisiert der Verband. Noch schwieriger als für die bereits eingeführten solarthermischen Wasser- und Luftkollektoren sei die Situation für die Solarheizung mit transparenter Wärmedämmung, einem rein passiven Solarsystem. Hier kämpfe die Branche seit zwei bis drei Jahren um das pure Überleben eines energetisch sinnvollen Systems. Mit minimalen Produktionszahlen lasse sich keine "economy of scale" entwickeln. Notwendige Investitionen in eine effizientere Produktion blieben aus, und die fehlende Wirtschaftlichkeit werde jedem Vertriebspartner „um die Ohren geschlagen“.

„Was läge näher als das Markteinführungsprogramm so zu modifizieren, dass eine positive Marktentwicklung überhaupt erst einmal beginnen kann?“, so der Fachverband TWD. Dies sei mit minimalem finanziellem Einsatz möglich. Trotz vielfältiger Bemühungen des Fachverbandes TWD e.V. zeigten die neu veröffentlichten Richtlinien zum Marktanreizprogramm, dass sich das Umweltministerium weiterhin taub stelle. Dass damit das eigentliche Ziel des Programms verfehlt werde, die große Hemmschwelle für neue Technologien etwas abzusenken und so die Markteinführung zu erleichtern, sei die logische Konsequenz. Insofern seien die stolzen „Feiertagsreden zur Verbesserung der Fördersituation“ wohl verfehlt, so der Verband.

Der Fachverband Transparente Wärmedämmung e.V. fordert das Bundesumweltministerium auf, die Benachteiligung der thermischen Solarenergie grundsätzlich zu überdenken, besonders aber die Unterstützung der solaren Wandheizung mit Transparenter Wärmedämmung.

04.12.2003   Quelle: Fachverband Transparente Wärmedämmung e.V.
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DBU-Projekt erhielt den Europäischen Solarpreis

Solarstromanlage auf dem Gemeindezentrum Waltenhofen
Solarstromanlage auf dem Gemeindezentrum Waltenhofen.

Der Europäische Solarpreis 2003 in der Kategorie „Solares Bauen“ ging an die Kirchengemeinde Waltenhofen bei Kempten.  Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück hat den Bau der Solarstromanlage im Oberallgäu mit über 19.000 Euro gefördert. "Wir gratulieren der Kirchengemeinde Waltenhofen und freuen uns, dass ihr Engagement und ihr Bekenntnis zur Solarenergie geehrt wird", sagte Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU. Die Europäische Vereinigung für erneuerbare Energien (Eurosolar) ehrt mit dem Europäischen Solarpreis beispielhafte Initiativen zur Nutzung der Sonnenenergie.

Die Sonnenstromanlage der Kirchengemeinde Waltenhofen ist kein Einzelfall. Mit ihrem inzwischen abgeschlossenen Förderprogramm "Kirchengemeinden für die Sonnenenergie" hat die DBU über 700 Gemeinden in ganz Deutschland mit rund 13 Millionen Euro dabei unterstützt, Solaranlagen zu errichten. Auf Dächern von Kindergärten, Gemeindezentren, Pfarrhäusern und Kirchen sind Solaranlagen entstanden, die Strom erzeugen, Wasser erwärmen und Räume beheizen.

"Gefördert wurden besonders Anlagen, die sich gut auf Privathaushalte übertragen lassen", erklärt Brickwedde. "Die Vorbildfunktion der Kirchen soll möglichst viele Hausbesitzer von dem Prinzip der Solaranlagen überzeugen." Deshalb zeige in jeder der Kirchengemeinden eine Anzeigetafel ständig an, wie viel Strom der Sonne aktuell abgezapft wird. So auch in Waltenhofen: Seit Ende Dezember 2002 produzieren die Module auf dem Dach des Gemeindezentrums der evangelisch-lutherischen Auferstehungskirche Strom. Bei günstigen Bedingungen kann die Anlage jährlich 6.000 bis 7.000 Kilowattstunden Strom erzeugen - genug, um den Bedarf des Gemeindezentrums fast vollständig zu decken, so die Kirchengemeinde.

"Wir müssen die technischen Potenziale nutzen, Ressourcen zu schonen und Energie zu sparen", so Brickwedde. "Nur so lässt sich der Ausstoß von Klima schädigendem Kohlendioxid verringern. Eine Solaranlage auf einem Kirchendach ist deshalb ein Symbol für einen anderen Umgang mit Energie. Auch dafür steht der Europäische Solarpreis."

04.12.2003   Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
Bildquelle: Johann Früh
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SPD: Russland darf Kyoto-Protokoll nicht blockieren

Die SPD-Bundestagsfraktion fordert den russischen Präsidenten Wladimir Putin und das russische Parlament (Duma) auf, endlich Klarheit bei der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls durch Russland zu schaffen.  Das erklärte der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion, Michael Mueller in einer Pressemitteilung. Faktisch hängte es inzwischen allein von Russland ab, ob das nach harten Auseinandersetzungen vereinbarte Protokoll in Kraft treten könne. Nach dem "Ausstieg der USA" wäre ohne die russische Unterschrift eine zentrale Bedingung nicht zu erfüllen: Damit das Protokoll völkerrechtlich verbindlich in Kraft treten kann, muss es von Industrieländern ratifiziert worden sein, die gemeinsam mindestens 55 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen von 1990 auf sich vereinten.

Die russische Regierung habe in der Vergangenheit die Ratifikation mehrfach angekündigt. Aber bis heute sei ein entsprechender Beschluss der Duma blockiert, so Müller. Formal werde dabei mit möglichen Einschränkungen bei der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung argumentiert. Das sei zu kurz gedacht: Wie in anderen Ländern sei es auch in Russland notwendig, eine höhere Energieproduktivität zu erreichen. Russland müsse zudem ein Interesse daran haben, sich vom ökologischen Kolonialismus anderer Länder abzugrenzen. Die
Ratifizierung des Kyoto-Protokolls sei die Chance, einen wichtigen Schritt in Richtung auf eine globale Verantwortung zu übernehmen. Auch in diesem Fall dürften kurzfristige ökonomische Interessen der langfristigen volkswirtschaftlichen Vernunft nicht entgegen stehen.

03.12.2003   Quelle: SPD-Bundestagsfraktion
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Klimawandel: EU-Mitgliedsstaaten müssen mehr tun

Wenn die Mitglieder der Europäischen Union nicht zusätzliche Anstrengungen zur Senkung der Treibhausgasemissionen unternehmen, wird Europa die im Kyoto-Protokoll festgesetzen Ziele verfehlen.  Das ist das Ergebnis einer Zwischenbilanz, die EU-Umweltkommissarin Margot Wallström am 2.12. in Brüssel vorgestellt hat. Der Bericht zeigt eine Besorgnis erregende Trendwende: Die ab 1990 gesunkenen Emissionen sind in den Jahren 2000 und 2001 wieder gestiegen. Ohne zusätzliche Anstrengungen würden die EU insgesamt sowie 13 der 15 Mitgliedsstaaten die Vorgaben zur Senkung der Emissionen nicht erfüllen.

Nur Schweden und Großbritannien werden ihre Ziele erreichen, so der EU-Bericht. Deutschland würde sein Ziel knapp verfehlen. Wenn Spanien seine bisherige Politik fortsetze, werde dort der Ausstoß im Jahr 2010 um knapp ein Drittel über dem zugesagten Ziel liegen. Auch Österreich, Belgien und Irland stünden ohne weitere Anstrengungen nicht wesentlich besser da; in diesen Ländern würden die Emissionen um 20 % steigen.

Im Kyoto-Protokoll hatte sich die EU verpflichtet, die für den Klimawandel verantwortlichen Gase bis zum Jahr 2012 deutlich zu verringern, beispielsweise Kohlendioxid. «Wenn nicht mehr getan wird, werden die EU als Ganzes und die Mehrheit der Mitgliedstaaten ihre Kyoto-Ziele verfehlen», kommentierte Wallström. In Briefen an die Mitgliedsstaaten nimmt sie vor allem jene Länder in die Pflicht, die bislang noch keine ausreichenden Maßnahmen zur Erfüllung der Verpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll ergriffen haben.

Die Zeit werde knapp, warnt Wallström. „Maßnahmen, welche die EU und ihre Mitgliedstaaten in den nächsten zwei bis drei Jahren nicht ergriffen haben, werden uns nicht helfen, unsere Kyoto-Ziele zu erreichen“, so die Umweltkommissarin. Wallström drängt nun darauf, dass die EU und ihre Mitglieder bereits im kommenden Jahr zusätzliche konkrete Maßnahmen benennen.

Der Bericht der EU-Kommission vom November 2003 kann heruntergeladen werden als PDF-Dokument (252 kB) unter http://europa.eu.int/comm/environment/climat/com(2003)735_de.pdf

03.12.2003   Quelle: Europäische Union online
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EUROSOLAR und KfW verleihen Europäische Solarpreise

Die Europäischen Solarpreise sind am 2.12.2003 in der KfW-Niederlassung Berlin an 14 Preisträger vergeben worden. Seit 1994 werden die Europäischen Solarpreise von EUROSOLAR ausgeschrieben, seit 1999 findet die Verleihung in Zusammenarbeit mit der KfW Förderbank statt.  "Der erfolgreiche Ausbau der Nutzung Erneuerbarer Energien ist das Ergebnis zweier komplementärer Elemente: persönlichem Engagement einerseits und systematischer Förderung andererseits“, hob KfW-Vorstandsmitglied Detlef Leinberger in seinem Grußwort an die Preisträger hervor. Alleine im laufenden Jahr habe die KfW Förderbank Investitionen in Erneuerbare Energien mit einem Volumen von rund 4 Milliarden Euro angeschoben.

Die Preise wurden in zehn verschiedenen Kategorien vergeben: Der Städtepreis ging an die Gemeinde Werfenweng in Österreich für das Projekt "Sanfte Mobilität, sanfter Tourismus - Auf dem Weg zur energieautarken Gemeinde". Für eine sanfte Mobilität in der Gemeinde werden Besuchern Elektroautos, E-Scooter oder E-Funrider, Fahrräder und Pferdekutschen zur Verfügung gestellt, um ihnen ein ganzheitliches und umweltschonendes Urlaubskonzept anzubieten.

Den Unternehmenspreis erhielt die Kompogas AG (Schweiz). Der Unternehmer Walter Schmidt engagiert sich schon seit nahezu 30 Jahren im Bereich der nachhaltigen Technologien. Seit 1991 widmet er sich der Energiegewinnung von "Kompogas" aus Bioabfällen. Der Preis für Eigentümer oder Betreiber von Anlagen geht an den Gutsbesitzer Raphaël Freiherr von Loë auf Schloss Wissen bei Weeze am Niederrhein (Deutschland). Der Gutsbetrieb produziert künftig neben Raps und Rüben auch Strom und Wärme aus einer Biogasanlage. Die 2,2 Millionen Euro teure Anlage finanzierte der Gutsbesitzer aus eigener Tasche.

Den Vereinspreis erhält "DS Trade and Industry" (Dänemark), der größte Arbeitgeber- und Handelsverband in der dänischen metallverarbeitenden Industrie. Viele der 2400 Mitgliedsunternehmen sind in die Produktion, Wartung und Installation von Produkten mit Energie- und Umweltbezug involviert. Eine Energie- und Umweltgruppe informiert die Mitglieder und die Öffentlichkeit über wichtige Entwicklungen im Bereich der Erneuerbaren Energien.

Der Preis für solares Bauen geht an die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Waltenhofen und an die Architekten Lichtblau (Deutschland) für den Neubau eines Gemeindezentrums mit integrierter Kirche, der in einem energetisch ganzheitlichen Konzept verwirklicht wurde.

Den Medienpreis erhält die spanische Zeitschrift "ERA SOLAR" – zu deutsch "Solarzeitalter" -, die in diesem Jahr ihr 20. Erscheinungsjahr feiert, und welche die erste Publikation Spaniens war, die ausschließlich über Erneuerbare Energien berichtet hat. Weiterhin erhält den Medienpreis Jörg Kachelmann (Schweiz/Deutschland), dessen exakte Vorhersagen von 10 TV-Anstalten und zahlreichen Rundfunkanstalten genutzt werden. Bei seinen Moderationen gibt er dem Zuschauer auf verständliche, kompetente und interessante Weise Einblick in die Wetter- und Klimavorgänge.

Den Preis für Transportsysteme mit Erneuerbaren Energien erhalten die Choren Industries GmbH (Deutschland) und Dr. Philippe Chartier (Frankreich). Choren ist ein mittelständisches Unternehmen unter Leitung von Dr. Bodo Wolf, das technologisch führend beim Aufbau einer solaren Stoff- und Energiewirtschaft mitwirkt. Mit der Entwicklung des weltweit patentierten Carbo-V-Verfahrens ist der Choren-Gruppe erstmals in der Welt die Erzeugung von teerfreiem Brenn- und Synthesegas aus Biomassen aller Art gelungen. Dr. Philippe Chartier leistete als Agrar-Wissenschaftler wichtige Beiträge bei der Untersuchung des Pflanzenwachstums und des Mikroklimas.

Der Preis für Bildung/Ausbildung geht an die Sarigerme Renewable Energy Group (Türkei), die mit gesellschaftlichem Engagement, erfolgreichen Bildungsprojekten und aktiver Verbreitung der eigenen Ideale im Bereich der Erneuerbaren Energien hervorsticht, und an Sergio Los (Italien), der sich während seiner fast 30-jährigen Lehrtätigkeit an der Universität Venedig der nachhaltigen Architektur sowie dem Städtebau verschrieben hat.

Ein Sonderpreis für besonderes persönliches Engagement erhalten Ursula und Michael Sladek, Elektrizitätswerke Schönau GmbH (Deutschland), die sich eine kernkraftfreie Stromversorgung ihrer Kommune zum Ziel gesetzt und den Rückkauf des Schönauer Stromnetzes vom überregionalen Betreiber organisiert haben. Einen Sonderpreis für außereuropäische Zusammenarbeit erhält die non-profit-Organisation Grameen Shakti (Bangladesh), die sich der Energieversorgung in jenen Gebieten Bangladeshs verschrieben hat, die nicht an das nationale Stromnetz angeschlossen sind.

Weitere Informationen zu den Solarpreisträgern unter .

03.12.2003   Quelle: KfW

 

Umfrage: 74 Prozent der Deutschen in Sorge um Klimawandel

Der Klimawandel ist für die Bundesbürger kein abstraktes Phänomen mehr, sondern wird als realistische Bedrohung eingeschätzt.   In einer aktuellen WWF-Umfrage stuften 74 Prozent der Befragten die Gefahren durch die Klimaveränderungen als groß oder sehr groß ein. Entsprechend ausgeprägt sei der Wunsch, in Zukunft verstärkt auf erneuerbare Energie zu setzen. Auf die Frage nach der bevorzugten Energiequelle für künftige Kraftwerke entschieden sich 72 Prozent für erneuerbare Energien und 22 Prozent für Gaskraftwerke. Kohle bevorzugten nur fünf Prozent.

Der WWF wertet diese Ergebnisse als klares Plädoyer für einen schrittweisen Ausstieg aus der Kohle. Rund die Hälfte der deutschen Kraftwerke muss im nächsten Jahrzehnt aus Altersgründen vom Netz, betont der WWF in einer Pressemitteilung anlässlich der Klimakonferenz (COP 9) in Mailand vom 1.-12. Dezember. "Es wäre nicht nur teuer und ökologisch unsinnig, die alten Anlagen durch neue CO2-Schleudern zu ersetzen, sondern auch politisch unklug", so Regine Günther, Leiterin des Klimareferats beim WWF Deutschland.

Die WWF-Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut IPSOS aus Mölln durchgeführt. Die Wissenschaftler fragten unter anderem, inwieweit die Investitionspolitik der Stromkonzerne die Bundesbürger bei ihrer Wahl des Energieversorgers beeinflusst. 58 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihren Stromversorger gegebenenfalls wechseln würden. Für einen großen Teil hängt die Entscheidung über den Versorger auch vom Preis ab. Für fast 40 Prozent käme ein Wechsel aus diesem Grund nicht in Frage. Auffällig: Frauen liegt sauberer Strom offensichtlich besonders am Herzen. Die Bereitschaft, den Energieversorger zu wechseln, wenn dieser ihren Wünschen nach Kohlendioxid armer Energie nicht nachkommt, ist bei ihnen rund zehn Prozent höher als bei den Männern.

Im Vorfeld der Vertragsstaatenkonferenz zum Klimaschutz in Mailand wollte der WWF zudem wissen, was die Deutschen von der Klimaschutzpolitik der Bundesregierung halten. 35 Prozent meinen, die Bundesregierung tue genügend, um dem Klimawandel wirksam zu begegnen. Fünf Prozent sind der Ansicht, dass eher zuviel getan werde. Die überwiegende Mehrheit (58 Prozent) glaubt hingegen, dass die deutsche Regierung zu wenig oder sogar viel zu wenig tue.

Für den WWF stützen die Ergebnisse eine zukunftsweisende Energiepolitik. Der Stromsektor nehme hierbei eine Schlüsselrolle ein, denn mehr als ein Drittel der weltweit vom Menschen erzeugten CO2-Emissionen sei auf die Stromversorgung zurückzuführen. Die Verbrennung von kohlenstoffreichen Energieträgern wie Stein- und Braunkohle zur Stromerzeugung führe weltweit jährlich zu einem Ausstoß von rund 24 Milliarden Tonnen Kohlendioxid. "Eine nachhaltige Energiepolitik basiert auf drei Säulen: dem Abschied von der Kohle, verbesserter Effizienz und dem Ausbau der erneuerbaren Energien", skizziert Regine Günther den Weg in die Stromversorgung von morgen. Dies sei nach der vorliegenden Umfrage auch das, was die Bundesbürger von Industrie und Politik erwarten.

03.12.2003   Quelle: WWF Deutschland
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Wasserkraft: Prominente Rückendeckung für Rheinfelden

Bundesumweltminister Jürgen Trittin informierte sich am 2.12.3003 auf Einladung der EnBW Energie Baden-Württemberg AG über den geplanten Kraftwerksneubau der EnBW-Tochter NaturEnergie AG im südbadischen Rheinfelden. Der Neubau des ältesten Flusskraftwerks Europas sei bundesweit das größte Bauvorhaben im Bereich der regenerativen Energien, berichten EnBW und NaturEnergie AG in einer Pressemitteilung.   Das Projekt könne jedoch nur verwirklicht werden, wenn der Neu- und Ausbau von großen Wasserkraftwerken durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert werde wie andere erneuerbare Energien. So lägen die Stromgestehungskosten von 9 Cent pro Kilowattstunde für die Große Wasserkraft deutlich über den Stromgestehungskosten für Kohle oder Kernkraft. Die Chancen für die Förderung durch das EEG steigen, so die Unternehmen: Im Regierungsentwurf der EEG-Novelle, die derzeit in den Parlamentsausschüssen beraten wird, ist die Neue Große Wasserkraft ab 5 Megawatt Leistung enthalten. Darauf hatten sich zuvor Umwelt- und Wirtschaftsminister nach längeren Verhandlungen geeinigt.

Bei der Besichtigung des Wasserkraftwerks erklärte Trittin: "Das Projekt ist ein Meilenstein für eine bessere Nutzung des Potenzials der großen Wasserkraft. Dies kommt nicht nur dem Klima zugute, sondern gibt auch Impulse für Wirtschaft und Arbeit in der Region. Die Bundesregierung schafft mit der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die geeigneten Rahmenbedingungen." Der Minister wies darauf hin, dass der Ausbau der Wasserkraft umweltgerecht erfolgen müsse. Mit der Novelle des EEG würden erstmals Anreize zur Erneuerung und zum Ausbau großer Wasserkraftanlagen von 5 bis 150 Megawatt (MW) vorgesehen. Wasserkraftanlagen mit einer solchen Leistung und mit 4.500 bis 5.500 Volllaststunden haben im Vergleich zu konventionellen Kraftwerken sehr hohe Wirkungsgrade, vergleichsweise lange Laufzeiten und ein hohes CO2-Einsparpotenzial.

"Im Energiemix der Zukunft müssen und werden die regenerativen Energien einen zunehmend wichtigen Beitrag leisten. Unter ihnen ist die große Wasserkraft aus unserer Sicht die wirkungsvollste und zuverlässigste. Die EnBW will deshalb ihr traditionell vorbildliches Engagement in diesem Bereich zum Nutzen aller fortsetzen und nach Möglichkeit erweitern“, sagte Prof. Dr. Utz Claassen, Vorstandsvorsitzender der EnBW Energie Baden-Württemberg AG. Gerhard Haury, NaturEnergie-Aufsichtsratsvorsitzender und als Vorstand der Energiedienst AG "Bauherr" des neuen Wasserkraftwerks, wertet den Besuch Trittins und Claassens als Signal zum Aufbruch. Wenn das EEG mit der Neuen Großen Wasserkraft verabschiedet werde, könne man im Jahr 2005 über den Bau des Maschinenhauses entscheiden und spätestens 2012 mit dem neuen Kraftwerk ans Netz gehen: "Wir stehen gedanklich bereits in den Startlöchern“, sagte Haury. Derzeit werde in Rheinfelden bereits am ersten Bauabschnitt gearbeitet, einem neuen Stauwehr, das bis zum Jahr 2007 fertig gestellt werden soll. Es wird rund 76 Millionen Euro kosten, das gesamte Kraftwerk wird mit mehr als 400 Millionen Euro veranschlagt.

Durch den Neubau des Wasserkraftwerks Rheinfelden könnte zusätzlich emissionsfreier Strom für 165.000 Haushalte produziert werden, heißt es in der Pressemitteilung. Die durchschnittliche Jahresproduktion soll im Vergleich zum Altkraftwerk von derzeit 185 Millionen kWh auf 600 Millionen kWh erhöht werden. Das neue Kraftwerk werde auch beim Naturschutz eine Vorreiterrolle spielen. Die derzeitige Fischtreppe wird durch ein 800 Meter langes naturnahes Umgehungsgewässer ersetzt, das als Lachslaichgewässer dienen soll. In Baden-Württemberg gibt es für den Ausbau der Großen Wasserkraft neben Rheinfelden weitere vielversprechende Projekte: Im Oberrheinkraftwerk Iffezheim ist eine zusätzliche fünfte Turbine geplant, am Hochrhein soll das Rheinkraftwerk Reckingen ausgebaut werden, und in Albbruck-Dogern ist der Einbau einer Wehrturbine beabsichtigt. An allen genannten Kraftwerken ist die EnBW beteiligt. In den kommenden zehn Jahren könnte durch den Ausbau der Neuen Großen Wasserkraft ein zusätzliches Stromerzeugungspotenzial von mehr als einer Milliarde Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr erschlossen werden. Die Mehrkosten durch die EEG-Förderung der Neuen Großen Wasserkraft für die Verbraucher betragen laut EnBW lediglich 0,01 Cent pro kWh Strom.


03.12.2003   Quelle: NaturEnergie AG; EnBW Energie Baden-Württemberg AG; BMU

 

Freiburg: „Sonnenschiff“ feiert Richtfest

Modell des Freiburger Sonnenschiffs.
Modell des Freiburger Sonnenschiffs.

Anlässlich des Richtfests des Sonnenschiffs stellt die Freiburger Solarsiedlung GmbH das multifunktionale Nutzungskonzept des ersten Service-Zentrums in Plusenergiebauweise vor. Das Gebäude produziert künftig mit über 1500 Quadratmetern Solarzellen mehr Energie als es benötigt.   Zirka 5000 Quadratmeter Nutzfläche stehen in Zukunft für Einzelhandelsgeschäfte, Büros und Praxisräume zur Verfügung. Die Fertigstellung des Sonnenschiffs ist für den Sommer 2004 geplant. Die Solarsiedlung GmbH habe insgesamt 20 Millionen Euro in den Bau des Sonnenschiffs investiert. Zu den ersten, die sich im Sonnenschiff niederlassen, gehört das Öko-Institut, berichtet die Solarsiedlung GmbH in einer Pressemitteilung.

Mit dem markanten Gebäude entstehe ein modernes und qualitativ hochwertiges Verkaufs- und Dienstleistungszentrum, das sich mit seinen innovativen Serviceleistungen am Bedarf der Nachbarschaft und der Region Freiburg ausrichten wird. Es soll als Repräsentationsobjekt für Anbieter dienen, die ihre Schwerpunkte in den Bereichen Umwelt, Energie und Gesundheit setzen. Das Sonnenschiff runde die Solarsiedlung architektonisch ab. Darüber hinaus stehe das architektonische und energetische Konzept für zukunftsfähiges Bauen. "Wir haben es geschafft, wirtschaftliche Aspekte, umweltfreundliches Bauen, kulturelles Schaffen und soziale Bedürfnisse unter einem Dach zu vereinen" so Rolf Disch, Geschäftsführer der Solarsiedlung GmbH.

Das international angesehene Öko-Institut hat laut Solarsiedlung GmbH über 900 Quadratmeter Bürofläche im Kopfbau des Sonnenschiffs gekauft. "Das Öko-Institut am Bug des Sonnenschiffs wird damit zum Lotsen in die Zukunft", unterstreicht Disch. Es liegen bereits weitere Anfragen von verschiedenen Interessenten vor, die bereits 80 % der Fläche des Sonnenschiffs abdecken.

02.12.2003   Quelle: Solarsiedlung GmbH
Bildquelle: Solarsiedlung GmbH.

 

Solarstromanlagen: SFV gibt Hinweise zu Inbetriebnahme und Vergütung

Der Solarenergie-Förderverein e.V. (SFV) rät den Errichtern neuer Solarstromanlagen, diese im Zweifelsfall erst nach dem 31.12.03 in Betrieb zu nehmen.  Der Verein beantwortet damit die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt, um in den Genuss der mit dem Photovoltaik-Vorschaltgesetz zum EEG beschlossenen Einspeisevergütung zu kommen. So könne vermieden werden, dass Betreiber von Photovoltaikanlagen, die ohne einen Kredit aus dem 100.000 Dächer-Programm errichtet wurden, den für 2003 vorgesehenen, niedrigeren Vergütungssatz erhalten.

Auch die Einspeisung in das Hausnetz gilt als Inbetriebnahme, warnt der SFV. Außerdem könnten bei einer Ersteinspeisung in das Hausnetz Probleme bei der Erlangung der Vorsteuerabzugsberechtigung entstehen. Diese stehe dem Betreiber - zumindest bei kleineren Anlagen - üblicherweise nur dann zu, wenn die Anlage von Anfang an für eine Direkteinspeisung vorgesehen und auch so betrieben wurde. Um Missverständnisse zu vermeiden, empfiehlt der SFV einen Hinweis auf der Installationsrechnung, dass es sich um eine "PV-Anlage zur Volleinspeisung in das öffentliche Netz" handelt.

Weitere Tipps und Hinweise unter www.sfv.de Rubrik "Anlage planen"

02.12.2003   Quelle: SFV
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Ökostrom: EWE NaturWatt senkt Preise

Der Oldenburger Grünstromanbieter EWE NaturWatt GmbH wird seine Produkte im neuen Jahr günstiger anbieten.   Das berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Möglich werde die Preissenkung von 17,30 auf 15,85 Cent pro Kilowattstunde (kWh) beim Produkt „NaturWatt Strom“ durch eine Veränderung der eingespeisten Energieanteile zu Gunsten der Wasserkraft.

Für das zweite Grünstromangebot, den „NaturWatt Strom plus“, sinke der Preis von 19,30 auf 18,50 Cent pro kWh. Hier bleibe die Mischung aus Wind- und Wasserkraft von 49 beziehungsweise 50 Prozent, sowie der Sonnenenergie zu einem Prozent unverändert. Die Grundgebühr werde leicht angehoben, sie steige um 1,72 Euro pro Monat. Insgesamt würden ab nächstem Jahr die Preise für NaturWatt Strom im Schnitt um vier Prozent sinken, für NaturWatt Strom plus um knapp ein Prozent. Das Versorgungsgebiet von EWE NaturWatt und seinen Vertriebspartnern reicht von der Nordseeküste bis zum Harz, berichtet die EWE NaturWatt GmbH.

„Die Preissenkung ist die konsequente Fortsetzung unserer bisherigen Preispolitik: Sauberer Strom zum kleinen Preis. Vorraussetzungen dafür sind eine günstige Kostenstruktur, gute Einkaufskonditionen und starke Vertriebspartner, die alle an einem Strang ziehen. Außerdem passt die Strategie hervorragend zu unserer Mutter EWE AG, die traditionell zu den günstigsten Strom- und Gasanbietern in Deutschland zählt“, kommentiert Dr. Martin Baumert, Geschäftsführer der EWE NaturWatt GmbH, die neuen Tarife.

„Stromkunden kommen zu uns, weil sie ihren Strombedarf aus regenerativen Quellen und zudem CO2-frei decken wollen. Für diese Kunden kaufen wir Energie ausschließlich aus Wind-, Wasser- und Sonnenkraft aus ausgewählten Anlagen ein“, so Dr. Baumert. Die Energie werde dann entsprechend dem Nachfrageprofil der Kunden zeitgleich in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Der grüne Strom sei deshalb „sauber“, weil NaturWatt ausschließlich Energie aus regenerativen Quellen einkaufe. Dabei schaue der TÜV dem Unternehmen technisch sehr genau auf die Finger und zusätzlich werde die EWE NaturWatt GmbH regelmäßig durch einen Wirtschaftsprüfer kontrolliert.

02.12.2003   Quelle: EWE NaturWatt GmbH

 

SPD: Vernunft siegt bei Solarstrom-Förderung

Das von den Regierungsfraktionen in das Parlament eingebrachte Vorschaltgesetz zur Förderung der Photovoltaik, hat am 27.11.2003 eine breite Mehrheit gefunden. Es verhindere nach dem Auslaufen des erfolgreichen 100.000 Dächer-Programms einen Fadenriss in einer jungen Zukunftsbranche, erklärte Marco Bülow, Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion für Erneuerbare Energien.  Mit dem Vorschaltgesetz soll die Erfolgsstory der Solarbranche fortgesetzt werden, sagte Bülow. Dies sei ein weiterer Meilenstein für eine nachhaltige Energiewende. Nach anfänglicher Skepsis habe die Regierungsfraktion die Mehrheit der Union dafür gewinnen können, dem Vorschaltgesetz ebenfalls zuzustimmen. Noch immer gebe es Unionspolitiker, welche den Vormarsch der Erneuerbaren Energien verhindern wollten. Allmählich setzten sich aber Vernunft und Fortschritt durch. Das sei gut für die Branche, für viele Arbeitsplätze und für die Umwelt.

Die einst fortschrittlich liberale FDP müsse jetzt aufpassen, nicht endgültig den Anschluss zu verpassen, warnt Bülow. Das Bündnis für eine weitere konsequente Förderung der erneuerbaren Energien werde immer größer. Damit wachse auch die Zuversicht, dass die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) mit einer noch breiteren Zustimmung verabschiedet werden kann. Gesetze allein reichten jedoch nicht aus, erinnert Bülow und warnt davor, sich auf den Lorbeeren auszuruhen: „Wir müssen am Ball bleiben, um unseren Technologievorsprung in internationale Aufträge umzuwandeln. Dazu gehört es auch, dass endlich die Märchen über die angeblich so hohen Förderkosten aufhören. Noch nie hat eine Energieform so hohe Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen aufgewiesen wie die Erneuerbaren Energien. Keine Energieform hat solch eine hohe Beschäftigungswirkung und ist so umweltschonend wie die Erneuerbaren Energien. Darüber sollten wir reden und nicht wieder alles zerreden, bis uns andere Länder überholen und wir das Nachsehen haben.“

Weitere Informationen zum Vorschaltgesetz unter http://www.solarserver.de/eeg_verguetungssaetze.html

01.12.2003   Quelle: SPD-Bundestagsfraktion
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Statistisches Bundesamt: 13 Milliarden Euro Umsatz mit Umweltschutz

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist der Umsatz mit ausschließlich für den Umweltschutz bestimmten Waren, Bau- und Dienstleistungen nach aktuell vorliegenden Zahlen für das Jahr 2001 im Vergleich zum Vorjahr um 3,7% auf insgesamt 13 Milliarden Euro gestiegen (+ 465 Millionen Euro).   Diese Produkte werden für die Bereiche Luftreinhaltung, Abfallwirtschaft, Gewässerschutz, Naturschutz und Lärmschutz angeboten.

Den größten Anteil an der Umsatzsteigerung hatten die Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe mit einem Plus von 702 Millionen Euro auf 8,9 Milliarden Euro in 2001 (+ 8,5%). Im Bereich der Dienstleistungen, überwiegend für Unternehmen, ist eine Zunahme um 46 Millionen Euro auf 1,3 Milliarden Euro zu verzeichnen (+ 3,6%). Demgegenüber verminderte sich der umweltspezifische Umsatz im Baugewerbe um 283 Millionen Euro auf 2,7 Milliarden Euro (- 9,4%).

Von den insgesamt im Jahr 2001 am Umweltmarkt erwirtschafteten 13 Milliarden Euro entfielen auf das Inland 10,1 Milliarden Euro (77,7%); mit dem Ausland wurden 2,9 Milliarden Euro erzielt (22,3%).

Während der Inlandsumsatz mit umweltspezifischen Waren, Bau- und Dienstleistungen weitgehend stagnierte (- 0,1%), legten die Exporte
zu: Gegenüber 2000 stieg das Exportvolumen um 476 Millionen Euro (+ 19,3%). Dies erkläre auch die schwache Umsatzentwicklung im Baugewerbe: Der Export von Bauleistungen für den Umweltschutz sei traditionell sehr gering. Im Jahr 2001 seien lediglich 0,9% des Umsatzes des Baugewerbes mit dem Ausland erwirtschaftet worden, so das Statistische Bundesamt.

01.12.2003   Quelle: Statistisches Bundesamt; ots.

 

Beck Energy bietet Solarkraftwerke in Selbstverwaltung als Kapitalanlage

Mit den Freiflächen-Solarparks Dimbach und Mainbernheim II bietet die Beck Energy GmbH (Volkach) ab sofort eine neuartige Kapitalanlage im Bereich Solarinvestment.  Das berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Die Erfahrungen aus der Projektierung und Errichtung vieler Solarparks seien in die neuen Projekte, darunter die Solarparks Mainbernheim I und Reupelsdorf, eingeflossen. Die ersten Kraftwerksblöcke in beiden Solarparks seien bereits realisiert worden und sollen noch im November an Investoren übergeben werden, so Beck Energy.

Anlegern bietet das Unternehmen die Möglichkeit, einzelne Kraftwerke innerhalb der Solarparks zu kaufen und in Selbstverwaltung zu betreiben. Damit entfielen die bei Solar- oder Windfonds üblichen Platzierungskosten. Sowohl die Finanzierung als auch die Abschreibungsmöglichkeiten könnten individuell angepasst und optimiert werden, betont die Beck Energy GmbH.
Die auf maximale Erträge ausgelegte Technik und die niedrigen Nebenkosten der Beck Energy-Solarparks ermöglichten hohe und auf lange Zeit stabile Renditen bei vergleichsweise niedrigem Risiko.

Beck Energy-Geschäftsführer Bernhard Beck freut sich über die breite Zustimmung zum neuen Solarstromgesetz im Bundestag: „Sowohl die rot-grüne Koalition als auch die Unionsfraktionen haben mit der Verabschiedung des Gesetzes Weitsicht bewiesen. Mit dem kommenden Photovoltaik- Vorschaltgesetz hat der Bundestag die Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Betrieb von Solarstromanlagen in den nächsten 20 Jahren und die Weiterentwicklung der Solarindustrie zu einem bedeutenden Wirtschaftssektor geschaffen.“ Hoch effiziente Solarstromtechnik auf der grünen Wiese biete nicht nur herausragende Erträge sondern auch allen Bürgern ohne eigenes Dach die Möglichkeit, sich in Sachen Solarstrom zu engagieren und dabei zu verdienen, fasst Beck sein Angebot zusammen.

01.12.2003   Quelle: Beck Energy GmbH

 

Umfrage: Gute Noten für Windenergie-Fonds

Die überwiegende Mehrheit der Kommanditisten, die ihr Geld in Windfonds angelegt haben, ist mit ihren Beteiligungen zufrieden.  Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Bundesverbandes WindEnergie (BWE). Der Verband wertete 959 Fragebögen von Kommanditisten aus. Im Durchschnitt hätten sie ihre Projekte mit einer „3+“ bewertet. „Bemerkenswert ist dieses Ergebnis vor allem vor dem Hintergrund, dass die Liquidität einiger Windparks derzeit unter den windschwachen Jahren leidet“, erklärte BWE-Präsident Dr. Peter Ahmels. Bei den Kommanditisten, die ihr Urteil abgegeben haben, handle es sich nicht nur um Kleinanleger, so der BWE. 37 Prozent der Befragten hätten bereits mehr als 25.000 Euro investiert, 78 Prozent mehr als 10.000 Euro.

Aus Sicht des BWE ist besonders erfreulich, dass mehr als drei Viertel (76,2 Prozent) der Windfonds-Kommanditisten noch einmal in einen Windpark investieren würden. „Dass die Gesellschaften für Geschäftsführung, Informationspolitik und Mitspracherecht eine Durchschnittsnote von 2,5 erhalten haben, zeigt, dass viele Projekte weit besser sind als ihr Ruf“, so Ahmels. „Die Kommandististen-Umfrage zeigt außerdem, dass der BWE bezüglich der Qualität der Windpark-Fonds die richtigen Schritte unternommen hat“, ergänzt Jens-Peter Wolters, Vorsitzender des BWE-Anlegerbeirates. „Denn die eindeutige Mehrzahl der Anleger würde bei einer neuen Beteiligung besonderen Wert legen auf eine Windprognose nach BWE-Standards, auf die Bewertungskriterien des BWE Anleger-Infos sowie auf eine aussagefähige Leistungsbilanz, für die der Anlegerbeirat des BWE mittlerweile ebenfalls Standards erarbeitet hat.“

Der Verband hält es für wichtig, dass die Politik mit einem eindeutigen Bekenntnis zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) das große Vertrauen der Kapitalanleger nicht aufs Spiel setze, denn die künftigen Investitionen im Bereich der regenerativen Energien seien dringend auf das Geld privater Anleger angewiesen.

01.12.2003   Quelle: Bundesverband WindEnergie e.V.

 

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