Solar News Archiv April 2004

 
 

SunTechnics: Neues High-Tech-Solarmodul mit 13,7% Wirkungsgrad

Modul STM 180 F.
Modul STM 180 F.

SunTechnics erweitert sein Produktangebot für die Photovoltaik um ein neues Hochleistungsmodul, berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Das STM 180 F bringe höchste Erträge dank des hohen Wirkungsgrads von 13,7 Prozent. Mit diesem Wirkungsgrad gehöre das Produkt zu den Spitzenreitern auf dem Markt.   Die niedrige Leistungstoleranz von nur 3 Prozent und eine Leistungsgarantie von 25 Jahren sichern auch langfristig die effiziente Umwandlung des Sonnenlichts in umweltfreundlichen Strom, betont SunTechnics.

Mit 48 monokristallinen Hochleistungszellen und einer Nennspitzenleistung von 180 Watt ist das STM 180 F sowohl für die private Hausdachanlage als auch für solare Großprojekte bestens geeignet. Der korrosionsfreie Aluminium-Rahmen ist verwindungssteif und erhöht die gesamte Stabilität der Anlage. Das spezielle Solar-Sicherheitsglas minimiert Reflexionen dank seiner strukturierten Oberfläche und trägt so zur Leistungsfähigkeit bei. Die fast quadratische Form und die tief dunkelblaue Färbung der Solarzellen setzen optische Akzente auf dem Dach. Mit der Kombination aus höchster Qualität, effizienter Leistung und ästhetischem Anspruch füge sich das STM 180 F nahtlos in die Produktpalette der Solarprofis ein.

Neben der hohen Produktqualität aller zum Einsatz kommenden Systembauteile gibt die Komplettgarantie von SunTechnics Investitionssicherheit: Die darin enthaltene Ertragsgarantie sichert volle 90 Prozent der individuell prognostizierten solaren Erträge für den Anlagenbetreiber ab, auch wenn die Sonne nicht wie erwartet scheint, beton SunTechnics. Die Verbindung von Know-how, Qualität und Service überzeuge: Allein im vergangenen Jahr hätten die Solarspezialisten über 1.000 Anlagen für ihre Kunden installiert. Neben vielen privaten Anlagen zählen auch architektonisch beispielhafte Solarfassaden und der aktuell weltgrößte Solarpark in Hemau bei Regensburg zu den Referenzprojekten der erfahrenen Ingenieure von SunTechnics.

30.04.2004   Quelle: SunTechnics Solartechnik GmbH
Bildquelle: SunTechnics
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Windenergie: Frankreich will aufholen

Im Rahmen der Richtlinie der Europäischen Union, die eine Erhöhung des Anteils an Strom aus erneuerbaren Energien von 13,4% auf 22% im Jahre 2010 vorsieht, scheine die Windenergie unumgänglich zu sein, berichtet die französische Organisation für Umwelt- und Energiewirtschaft ADEME im Bulletin Wissenschaft Frankreich Nummer 52.  In Frankreich sei die Windenergie-Kapazität mit nur 253 Megawatt (MW) noch sehr gering, im Gegensatz zu 14.609 MW in Deutschland, 3.110 MW in Dänemark, 6.411 MW in Spanien und 648 MW in Großbritannien so L’Agence de l’Environnement et de la Maîtrise de l’Energie (ADEME).

Obwohl Frankreich diese Energiequelle ausgebaut habe, sei das gesetzte Ziel, 21% des Energiebedarfes durch erneuerbare Energien im Jahre 2010 zu decken, noch nicht erreicht. Frankreich werde in den kommenden Jahren in die Windenergie investieren, um bis 2007 eine Windkraft-Kapazität zwischen 2.000 MW und 6.000 MW zu erreichen (das heißt zwischen 1.000 und 3.000 Windturbinen). Bis 2010 sollen Windenergieanlegen mit einer Leistung zwischen 7.000 und 10.000 MW installiert sein.

Durch den Einsatz der Windräder sei es möglich, jährliche Emissionen von 3 bis 6 Tonnen Kohlendioxyd zu vermeiden. Aktuell stehen laut ADEME Windturbinen in 14 französischen Regionen: 44% im Languedoc-Roussillon, 22% in der Region Pays de la Loire und 13% in der Region Nord-Pas-de-Calais. Kürzlich sei eine öffentliche Ausschreibung für einen offshore Windpark erfolgt, der ungefähr 500 MW liefern werde. Die ADEME hat mehrere Handbücher über die Windkraft-Nutzung veröffentlicht.

Informationen in französischer und zum Teil auch in englischer Sprache gibt es unter im Internet unter
http://www.suivi-eolien.com

http://www.eole.org
und http://www.energies-renouvelables.org.


30.04.2004   Quelle: ADEME; Wissenschaft-Frankreich Nummer 52; April 2004
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Solar-Bundesliga: Führungswechsel in der Landeswertung NRW

Die münsterländische Kommune Saerbeck hat zum Ende dieser Saison die letztjährige Siegerstadt Ense vom obersten Treppchen der nordrhein-westfälischen Meisterschaft in der Solarbundesliga verdrängt. Das berichtet die Energieagentur NRW in einer Pressemitteilung.  Zum zweiten Mal wurde in diesem Jahr eine Landeswertung der Solar-Bundesliga ermittelt. Gesucht waren die Kommunen in NRW mit der höchsten Dichte von Solaranlagen. Bei der Solarwärme zählte die Kollektorfläche pro Einwohner, bei der Photovoltaik wurden die installierten Kilowatt pro Einwohner gewertet. 44 Kommunen haben sich in der Meisterschaftsrunde 2003/04 an dem "Titelrennen" beteiligt, das von der Zeitschrift Solarthemen und der Deutschen Umwelthilfe veranstaltet und von der Energieagentur NRW ausgerichtet wird. Dabei bringt es Saerbeck in der Endabrechnung auf 23 Punkte. Auf den weiteren Plätzen folgen knapp dahinter Ense (21 Punkte) und Westerkappeln (14). Bielefeld (5) hat bei den Großstädten ab 100.000 weiter die Nase vorn und schaffte es in dieser Kategorie auf Platz 1 vor Münster (4) und Herne (3).

Saerbeck punktete mit dem Mix der dort installierten Solarwärme- und Solarstromanlagen. Zusammen verfügen die Anlagen zur Umwandlung von Sonne in Strom über eine Leistung von 330.480 Watt, das entspricht rund 49 Watt pro Einwohner. Etwas mehr Solarstromanlagen hat Ense mit rund 56 Watt pro Kopf zu bieten. Die meisten Solarwärmeanlagen pro Kopf sind in Westerkappeln zu finden. Die Gemeinde im Tecklenburger Land mit ihren rund 11.300 Einwohnern kommt auf 0,11 Quadratmeter pro Kopf im Vergleich zu voran gegangenen Jahr hat sich hier die installierte Fläche sogar verdoppelt.

"Kommunen wie Saerbeck, Ense und Westerkappeln zeigen, dass die Solarenergie nicht nur im Süden Deutschlands genutzt werden kann", erklärt Solarthemen-Redakteur Andreas Witt zum Ende der Saison: "Und die guten Beispiele zeigen auch, wo andere Kommunen mit etwas Sportsgeist hin gelangen können." Prof. Dr. Norbert Hüttenhölscher, Leiter der Energieagentur, bot allen Kommunen seine Hilfe an, die ihre Solarkraft stärken wollen,: "Die Energieagentur sieht sich auch als Trainer der Kommunen. Dabei lohnt es sich, die Sonne in Nordrhein-Westfalen zu nutzen."

"Nach der Saison ist vor der Saison", sagt Solarthemen-Redakteur Andreas Witt. Er fordert alle Kommunen in NRW auf, das Instrument Solarbundesliga zu nutzen. Zu finden ist es im Internet unter
www.solarbundesliga.de


30.04.2004   Quelle: Energieagentur NRW

 

Traunstein verpflichtet Betriebe in neuem Gewerbepark zur Sonnenstromgewinnung

Der neue Gewerbepark der Stadt Traunstein setzt auf ein eigenes Umwelt-Image, den Solarstrom. "Neben der Nutzung des ehemaligen Kasernengeländes, der Prinz-Eugen-Kaserne, ist uns bei diesem städtebaulichen Vorhaben nicht nur der Erhalt eines prägenden Lindenbestandes ein zentrales Anliegen sondern auch die Photovoltaik. Der neue Gewerbepark soll ein zukunftorientiertes Image bekommen, von dem die Betriebe profitieren", so Traunsteins Oberbürgermeister Fritz Stahl. Damit es aber nicht nur bei diesem Leitbild bleibe, verpflichtet die Stadt Traunstein die Betriebe dazu, entweder eine eigene Solarstromanlage zu bauen oder das Dach einem Betreiber zur Verfügung zu stellen.   Mit den neuen Einspeisevergütungen würden sich diese Anlagen auch wirtschaftlich rechnen. Die konkrete Umsetzung sei damit aber noch nicht garantiert. Eine verankerte Vertragsstrafe von 300 Euro pro Quadratmeter möglicher Solarnutzungsfläche ist an die Stadt Traunstein zweckgebunden für Solarprojekte zu zahlen, wenn keine Anlage realisiert wird, berichtet Diplomingenieur Peter Rubeck, der die Projektentwicklung seitens der Planungsgruppe Strasser + Partner GbR Traunstein betreut.

Der Umsetzungswille der Stadt Traunstein trage erste Früchte: Zwei Lebensmittelmärkte beziehungsweise Discounter haben ihre Anlagen bereits in Betrieb, berichtet Rubeck. Städtebaulich besonders gelungen sei die Anlage der EDEKA-Chiemgau eG mit einer Leistung von rund 69 Kilowatt, die auf dem Flachdach mit einer Dachbegrünung kombiniert ist. Die Anlage von ALDI SÜD mit 15 Kilowatt Leistung sei demgegenüber sehr gut einsehbar. In diesem Jahr würden voraussichtlich auch eine fassadenintegrierte Photovoltaikanlage, die erste ihrer Art südlich von München, und eine weitere Anlage auf einem Flachdach hinzukommen.

"Das Engagement und die Zielstrebigkeit der Stadt Traunstein bei der Umsetzung des Solargewerbeparkes dürfte auch bundesweit Anerkennung finden. Wichtig ist aber vor allem, dass mit den Solarstromanlagen Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit sinnvoll verbunden und ein Imagegewinn für die Betriebe erzielt wird, wenn diese damit auch aktiv werben", so Rubeck.

Die Region vom Watzmann bis zum Wendelstein gehört hinsichtlich der Nutzung der Photovoltaik mit einer installierten Gesamtleistung von über 10 Megawatt zu den aktivsten Regionen im Bundesgebiet und wurde im vergangen Jahr mit dem Deutschen Solarpreis ausgezeichnet.

29.04.2004   Quelle: Planungsgruppe Strasser + Partner GbR

 

Umweltschutz: DBU engagiert sich in den EU-Beitrittsländern

Am 1. Mai treten zehn neue Staaten der Europäischen Union bei. Damit gehören offiziell weitere 75 Millionen Menschen und 738.000 Quadratkilometer mehr zu Europa. "Die EU-Erweiterung bietet enorme Chancen, gerade für den Umweltschutz. Umweltprobleme machen vor nationalen Grenzen nicht Halt. Jetzt können wir gemeinsam mit den neuen EU-Ländern diese Probleme besser anpacken", erklärt Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).  Als größte Umweltstiftung Europas baue die DBU ihre internationale Aktivität kontinuierlich aus. "Das vereinte Europa ist ohne innovativen Umweltschutz nicht denkbar und nicht zukunftsfähig", so Brickwedde weiter. Neben exzellenter Forschung und Technik sei die Entwicklung eines ökologischen Bewusstseins durch Umweltbildung von zentraler Bedeutung. Die DBU habe in den neuen EU-Ländern bislang rund 150 Projekte mit 23,5 Millionen Euro gefördert. Schwerpunkt der internationalen Förderarbeit der Stiftung ist Mittel- und Osteuropa.

Ob Solardächer in Tschechien, eine deutsch-polnische
Umweltausstellung in Krakau, ein Informationszentrum im Nationalpark Kurische Nehrung in Litauen oder eine Pflanzenkläranlage nahe Riga in Lettland: das Förderspektrum der DBU im Ausland ist vielfältig. Die meisten Vorhaben wurden bislang in Polen und Tschechien unterstützt. "Beide Staaten sind unsere unmittelbaren Nachbarn mit vielen gemeinsamen Umweltinteressen", begründet Brickwedde. "Doch auch in Lettland, Litauen, Estland, Ungarn, der Exklave Kaliningrad, in der Slowakei sowie in Bulgarien und Rumänien haben wir Projekte gefördert."

Grenzüberschreitende Vorhaben

Viele DBU-Projekte sind grenzüberschreitend. So wurde eine Reihe
von Vorhaben im ehemaligen "Schwarzen Dreieck" gefördert, der Region zwischen Polen, Tschechien und Sachsen. Soeben gestartet ist ein deutsch-polnisches Klimaschutzprojekt der Universitäten Breslau und Wuppertal, bei dem Verfahren zur Erfassung Klima schädigender Gase entwickelt werden sollen. Beim Medienprojekt "Jugend und Umwelt" recherchieren deutsche Klassen Umweltthemen in der Region ihrer polnischen oder tschechischen Partnerschulen, während die Schüler dort über ökologische Probleme in der Nähe deutscher Schulen schreiben. Die Berichte werden in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
sowie in zwei polnischen und tschechischen Tageszeitungen veröffentlicht. Das Kooperationsprojekt des Instituts zur Objektivierung der Lern- und Prüfungsverfahren (IZOP) und der FAZ läuft seit 2000.

Beispielhafte Projekte

Moderne, umweltorientierte Unternehmensführung will das Hamburger International Network for Environmental Management (INEM) in den drei baltischen Staaten etablieren. In enger Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern in Lettland, Litauen und Estland sowie dortigen Unternehmensverbänden wird betriebliches Umweltmanagement vermittelt. Die DBU fördert das Projekt seit 2002.

Seit Mai 2003 unterstützt die DBU ein Projekt zur Erhaltung der Burg Hohenstein in Polen. Die im 14. Jahrhundert vom deutschen Orden erbaute Burg, die als Bildungseinrichtung genutzt wird, ist durch Umweltbelastungen schwer geschädigt. In dem deutsch-polnischen Modellvorhaben soll gezeigt werden, wie grundsätzliche Fragen der Umweltverträglichkeit und Energieeinsparungen an national wertvollen, denkmalgeschützten Gebäuden gelöst werden können.

Eine besondere Investition in die Zukunft sind die Stipendienprogramme der DBU. Seit 1997 bietet die DBU gemeinsam mit der Stiftung des DBU-Umweltpreisträgers von 1997, Prof. Nowicki (Warschau), jährlich 15 hoch qualifizierten polnischen Nachwuchswissenschaftlern ein Stipendium für einen sechs- bis zwölfmonatigen Studienaufenthalt in der Bundesrepublik. 2001 trat das deutsch-baltische Stipendienprogramm hinzu: 21 DBU-Stipendiaten aus Estland, Lettland und Litauen sowie aus Kaliningrad forschen seither jährlich in Deutschland. Soeben angelaufen ist ein Programm für 15 tschechische junge Forscher. Für ihre Stipendiaten stellte die DBU bisher eine Fördersumme von über zwei Millionen Euro bereit.

29.04.2004   Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
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BUND: EU-Osterweiterung bringt gefährliche Atomreaktoren in die Gemeinschaft

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat zum 18. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe die EU-Beitrittsländer Litauen, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien aufgefordert, die Bemühungen zum Abschalten ihrer Atomkraftwerke zu verstärken. Die fünf Länder brächten mit der Erweiterung am 1. Mai zusätzliche atomare Risiken in die Gemeinschaft, die niemand verantworten könne, heißt es in einer Pressemitteilung des BUND.  Die Reaktoren an den Standorten Ignalina, Temelin, Dukovany, Bohunice, Mochovce, Paks und Krsko seien schnellstmöglich durch alternative Stromerzeugung zu ersetzen, fordert der BUND. Der bisherige Zeitplan zur Abschaltung von Ignalina und Bohunice müsse verkürzt, die anderen Atomkraftwerke in die Pläne einbezogen werden.

Mit der Erweiterung verschärfe sich in der Gemeinschaft auch das Problem der Entsorgung und Endlagerung des radioaktiven Atommülls. Jeder weitere Betriebstag der Atommeiler vergrößere den nuklearen Abfallberg. Zwischenlager müssten über lange Zeiträume gesichert werden, nirgendwo gebe es ein Endlager für hochradioaktiven Müll, stellt der BUND fest.

"Tschernobyl mahnt jedes Jahr erneut dazu, im Kampf gegen die Atomkraft nicht nachzulassen. Von den neunzehn Atomreaktoren in fünf neuen EU-Staaten gehören zwei zum Tschernobyl-Typ: Ignalina 1 und 2 in Litauen. Die beiden slowakischen Reaktoren in Bohunice ähneln den in Greifswald aus Sicherheitsgründen Stillgelegten vom Typ WWER 440-230. Der slowenische Druckwasserreaktor Krsko steht in einem Erdbebengebiet. Alle diese Risiken sind enorm. Was wir brauchen ist der schnelle Atomausstieg in den neuen wie in den alten EU-Staaten. Hier setzen nur noch Frankreich, England und Finnland auf die Atomkraft", so die BUND-Atomexpertin Renate Backhaus.

Die neuen EU-Staaten hätten enorme Potenziale an erneuerbaren Energien wie Wasser, Wind und Biomasse. Große Reserven gebe es auch bei der Energieeinsparung, betont der BUND. Zum Beispiel werde die gleiche Einheit am Bruttosozialprodukt in den Beitrittsländern mit durchschnittlich dreifach höherem Energieeinsatz erzeugt wie in den alten EU-Ländern.

Der BUND fordert die Bundesregierung auf, die Bemühungen der mittel- und osteuropäischen Staaten beim Ausstieg aus der Atomstromerzeugung stärker zu unterstützen. Auf keinen Fall dürften deutsche Industrieunternehmen dazu beitragen, die Laufzeiten für die gefährlichen Atomreaktoren zu verlängern.

Eine Übersicht der 19 Reaktoren in den EU-Erweiterungsländern bietet der BUND im Internet unter
http://www.bund.net/lab/reddot2/pdf/akw_beitrittsstaaten.pdf

29.04.2004   Quelle: BUND
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Atomfabrik Hanau: Greenpeace lässt die Sektkorken knallen

Den Stopp des Exports der Hanauer Atomfabrik nach China feiert Greenpeace am 28.04.2004 vor den Toren der Siemens-Fabrik. Etwa 20 Umweltschützer haben Riesen-Sektflaschen mitgebracht und lassen die Korken knallen. Ein Banner fordert: "Atomfabrik Hanau jetzt verschrotten!"  Gestern hatte die chinesische Regierung mitgeteilt, dass die Verhandlungen über einen Kauf der Anlage gestoppt sind. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, sich nun für den Export zukunftsfähiger Energietechnik nach China einzusetzen: Erneuerbarer Energien, bei denen kein gefährlicher Atommüll entsteht und Arbeitsplätze geschaffen werden.

"Der gescheiterte Export nach China hat gezeigt: Ein Verkauf der Anlage, egal in welches Land, ist rechtlich und politisch nicht durchsetzbar", sagt Susanne Ochse, Atomexpertin von Greenpeace. "Siemens muss sich dieser Realität endlich stellen und aufhören, seine gefährliche Plutoniumfabrik wie einen Ladenhüter feilzubieten. Bis zum Jahresende muss die Anlage unbrauchbar gemacht werden", so Ochse.

Bereits 1995 habe Siemens das Vorhaben aufgeben müssen, die Fabrik in Deutschland in Betrieb zu nehmen. Daraufhin habe der Konzern im Jahr 2000 versucht, die Anlage nach Russland zu verkaufen - ebenfalls ohne Erfolg, blickt Greenpeace zurück. Im Fall China hatte die Bundesregierung keinen rechtlichen Spielraum, den Export zu genehmigen - das habe ein juristisches Gutachten im Auftrag von Greenpeace bereits im Dezember 2003 nachgewiesen. Die Bundesregierung hätte laut Greenpeace mit einer Genehmigung gegen das Außenwirtschaftsgesetz und das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen, so die Umweltschützer.

28.04.2004   Quelle: Greenpeace e. V.
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Hanauer Atomanlage geht endgültig nicht nach China

Hoch erfreut zeigt sich die hessische Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN darüber, dass der Verkauf der Hanauer Atomanlage nach China vom Tisch ist: Laut einer dpa-Meldung aus Peking habe ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums mitgeteilt, die Verhandlungen seien eingestellt. Der chinesische Ministerpräsident werde das Atomgeschäft auch bei seinem Besuch in Deutschland Anfang kommende Woche nicht mehr ansprechen. DIE GRÜNEN darüber, dass der Verkauf der Hanauer Atomanlage nach China vom Tisch ist: Laut einer dpa-Meldung aus Peking habe ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums mitgeteilt, die Verhandlungen seien eingestellt. Der chinesische Ministerpräsident werde das Atomgeschäft auch bei seinem Besuch in Deutschland Anfang kommende Woche nicht mehr ansprechen.  "Dies ist ein großer Erfolg für alle, die sich gegen den Export der Hanauer Atomfabrik nach China stark gemacht haben. Eine Atomanlage, deren Betrieb in Deutschland nicht zu verantworten ist, darf auch in China nicht betrieben werden", sagte der Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN, Tarek Al-Wazir. Die Landtagsfraktion der GRÜNEN hatte sich an der Aktion "Hanau selber kaufen" beteiligt.

DIE GRÜNEN fordern Siemens auf, ihren Exportantrag zurückzuziehen, damit auch die formale Prüfung des Exportantrags durch die Bundesregierung beendet werden kann. "Diese Anlage ist weltweit nicht zu verkaufen, selbst zu einem Schnäppchenpreis nicht. Damit sie nicht immer wieder wie das Ungeheuer von Loch Ness auftaucht, sollte Siemens sie jetzt endgültig zu einem Fall für den Alteisenhandel machen", so Al-Wazir.

Betriebsgelände des stillgelegten Brennelementewerkes soll industriell genutzt werden

Das Hessische Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz teilte mit, das Betriebsgelände des stillgelegten Brennelementewerkes der NUKEM Hanau GmbH solle industriell genutzt werden. Das Umweltministerium hat der NUKEM Hanau GmbH eine Zustimmung zur Entlassung des Areals "Teilfläche 1" aus dem Geltungsbereich des Atomgesetzes erteilt. Gleichzeitig wurde die Nutzung der Fläche als Industriegelände bewilligt, berichtet das Ministerium in einer Pressemitteilung.

Die Produktionsstätte NUKEM-A wird seit Oktober 2000 zurückgebaut. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Entlassung aus dem Geltungsbereich des Atomgesetzes für das gesamte Anlagengelände zu erreichen. Nachdem fast alle Gebäude abgerissen wurden, werde gegenwärtig das Erdreich von Kontaminationen befreit, so das hessische Umweltministerium. Im vergangenen Jahr hat die NUKEM Hanau GmbH die Entlassung der Teilfläche 1 beantragt, die sich innerhalb der ehemaligen Zaunanlage im Nordosten des Geländes befindet. Die Gesamtfläche soll später von der Geländeinhaberin, der Degussa AG, industriell genutzt werden. Vor dem Abriss der Gebäude befanden sich unter anderem Büro- und Messräume, der Verpackungs- und Kontrollbereich sowie der Teilbereich Entwicklung und eine Wache auf der Fläche. Die Gebäude seien mitsamt der Fundamente sowie den befestigten Oberflächen abgebaut und, nach vollzogenen Freigabe- und Kontrollmessungen durch den Gutachter TÜV SÜDDEUTSCHLAND, entsorgt worden. Das Erdreich unter den einstigen Gebäuden sei mit rund 50 Zentimeter abgetragen worden. Die dadurch entstandenen Baugruben seien mit natürlichem, unbelastetem Material aufgefüllt worden.

28.04.2004   Quelle: Pressestelle der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im hessischen Landtag; Hessisches Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz

 

USA: Evergreen Solar verdoppelt Photovoltaik-Kapazität

Der US-Hersteller Evergreen Solar Inc. berichtet, das Unternehmen habe seine Produktionskapazität gegenüber dem Jahr 2003 verdoppelt. Mit einer weiteren Fertigungslinie habe die Produktion nun eine Kapazität von 6 Megawatt (MW). "Ich bin sehr zufrieden mit dem Fortschritt, den wir mit der zweiten Produktionslinie erreicht haben und die neuen Schmelzöfen sind Teil dieser Leistung. Mit der ausgebauten Wafer-Produktion und den Anlagen der zweiten Fertigungslinie haben wir wichtige Schritte zum Ausbau der Produktion unternommen", sagte Evergreen-Chef Richard M. Feldt.  Evergreen berichtet, darüber hinaus habe das Unternehmen es geschafft, den laufenden Produktionsausstoß auf 4,5 MW zu steigern. Sämtliche Produkte seien bereits verkauft und eine wachsende Nachfrage zu erkennen. "Unsere Abnehmer bekunden weiterhin eine große Nachfrage und freuen sich über die verbesserte Verfügbarkeit", sagte der stellvertretende Verkaufschef Dr. Rex D'Agostino. Die starke Nachfrage und die Kapazitätsausweitung seien wesentlich für die weitere Festigung der wirtschaftlichen Position von Evergreen Solar, fügte Feldt hinzu. Weil die zweite Produktionslinie in den nächsten Monaten hochfährt und das Produktvolumen steigt, sind wir auf dem besten Weg, den Umsatz zu erhöhen, die Herstellungskosten zu senken und das Unternehmensergebnis zu verbessern.

28.04.2004   Quelle: Evergreen Solar

 

"renewables 2004": Jemen-Konferenz setzt Signal im Mittleren Osten

Als Signal für die Nutzung der erneuerbaren Energien in den Ländern des Mittleren Ostens hat Bundesumweltminister Jürgen Trittin die Ergebnisse der Konferenz in Jemen vom 21.04 – 22.04. 2004 bezeichnet. Zum Abschluss betonten Vertreter von fast 20 Staaten, dass es in dieser Region ein großes Potential für die Nutzung der erneuerbaren Energien gebe, so das Bundesumweltministerium in einer Pressemitteilung. Besondere Bedeutung für den Aufbau einer zukunftsfähigen Energieversorgung würden diese Länder der angestrebten Partnerschaft mit Europa beimessen.  An der Konferenz nahmen Minister und andere hochrangige Regierungsvertreter teil, UNEP-Direktor Klaus Töpfer, Vertreter von Unternehmen, aus der Forschung sowie Nichtregierungsorganisationen. Die Konferenz diente der Vorbereitung der internationalen Konferenz für erneuerbare Energien ("renewables2004"), die vom 1. bis 4. Juni in Bonn stattfinden wird.

"Um Armut zu überwinden sind vor allem der Zugang zu Wasser und Energie notwendig. Hier bieten gerade die erneuerbaren Energien den ärmeren Ländern des Südens Entwicklungsmöglichkeiten", so Trittin. Die Versorgung möglichst vieler Menschen in ländlichen Gebieten mit preiswerter Energie sei ein entscheidender Faktor, um die Landflucht zu bremsen. Der Mittlere Osten verfüge über ein riesiges Potenzial an Sonnen- und Windkraft, Europa über Know-how und Kapital. Das seien Voraussetzungen, die sich in einer Partnerschaft hervorragend ergänzen und von der beide Seiten profitieren könnten. Gerade für deutsche Unternehmen dieser Branchen, die über einen hohen technologischen Stand verfügen, zeigten sich neue Märkte, so Trittin.

Zur Nutzung des Sonnenpotenzials im Mittleren Osten wären beispielsweise solarthermische Kraftwerke geeignet, erklärte Trittin. Sie produzieren große Mengen Strom und ihre Abwärme kann auch zur Meerwasserentsalzung genutzt werden. Sie könnten damit einen Beitrag zur Lösung des größten Problems dieser Region leisten, der Trinkwaserversorgung. Bundesumweltminister Trittin hatte 2002 eine Initiative zur Markteinführung solarthermischer Kraftwerke gestartet. Ziel ist, innerhalb von zehn Jahren eine Kapazität von 5.000 Megawatt Leistung in den Ländern des Südens zu installieren. Derzeit gebe es Gespräche mit mehreren nordafrikanischen Ländern über solche Projekte.

"Wir stehen vor einer gewaltigen Herausforderung: Wir müssen Armut und Klimawandel gleichzeitig bekämpfen. Damit wir erfolgreich voran kommen, brauchen wir eine weltweite Energiewende" betonte Trittin. Dazu gehören laut Trittin neben dem forcierten Ausbau der erneuerbaren Energien auch erhebliche Effizienzsteigerungen bei der Nutzung der fossilen Energien.

28.04.2004   Quelle: BMU
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Energiekontor AG: Ergebnis 2003 unter den Vorjahreswerten

Der Jahresabschluss der Bremer Energiekontor AG wurde am Freitag, den 16. April 2004, durch den Aufsichtsrat festgestellt und gebilligt. Wie erwartet liege das Ergebnis unter den Vorjahreswerten, berichtet das Unternehmen in einer ad-hoc-Mitteilung.  Die Energiekontor AG mit Sitz in Bremen ist eine europaweit tätige Entwicklungs- und Betreibergesellschaft zur Realisierung von Windkraftprojekten.

Im Geschäftsjahr 2003 konnten laut Energiekontor AG Umsatzerlöse in Höhe von 69,503 Millionen Euro realisiert werden (Vorjahr: EUR 102,288 Mio.). Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) beträgt nach Angaben des Unternehmens minus 932.000 Euro (Vorjahr: 9,197 Millionen Euro), das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit liege bei 513.000 Euro (Vorjahr: 10,373 Millionen Euro). Ein Konzernüberschuss von 192.000 konnte laut Energiekontor AG realisiert werden (Vorjahr: 6,437 Millionen Euro).

Wesentliche Gründe für diese Entwicklung sei die lange andauernde Diskussion um das Erneuerbare-Energien Gesetz (EEG), das die gesetzliche Grundlage für den Ausbau der Windenergie darstellt, so die Energiekontor AG. Vor diesem Hintergrund hätten sowohl Banken als auch institutionelle und private Investoren Zurückhaltung gezeigt. Das neue EEG werde nach Angaben des Bundesverbandes Windenergie Mitte Juli 2004 in Kraft treten und nach Einschätzung der Gesellschaft eine positive Signalwirkung für die Branche haben.

28.04.2004   Quelle: Energiekontor AG

 

Bundesumweltminister Trittin spricht in Washington und New York über Klimaschutz

Bundesumweltminister Jürgen Trittin führt vom 26.- 28.04.2004 politische Gespräche in Washington und New York. Im Mittelpunkt des dreitägigen Besuchsprogramms stehen Fragen des Klimaschutzes, des internationalen Ausbaus der erneuerbaren Energien und der nachhaltigen Entwicklung.   Insbesondere will Trittin für die Teilnahme an der Weltkonferenz für Erneuerbare Energien "Renewables04" werben, die vom 1. bis 3. Juni auf Einladung der Bundesregierung in Bonn stattfindet.

Zu den Gesprächspartnern Trittins in der amerikanischen Hauptstadt zählen unter anderem Senator Joe Liebermann, die Kongressabgeordneten Wayne Gilchrest und John Olver sowie der umweltpolitische Berater von Präsident Bush, James Connaughton. Auf dem Programm steht außerdem ein Vortrag über Umweltpolitik in Zeiten der Globalisierung vor geladenen Gästen des renommierten Brookings Institute.

In New York nimmt Trittin am Ministersegment der diesjährigen Sitzung der UN-Kommission für nachhaltige Entwicklung (CSD) teil. Die CSD hat sich das Ziel gesetzt, bis 2015 den Anteil der Weltbevölkerung zu halbieren, der keinen Zugang zu frischem Trinkwasser und einer sanitären Grundversorgung hat.

Mit Blick auf die "Renewables 2004" lädt das Umweltministerium am Rande der CSD-Sitzung zu einer hochrangig besetzten Veranstaltung in New York ein, bei der für die Ziele der renewables 2004 geworben werden soll und ein Meinungsaustausch über den Folgeprozess geführt wird. Neben der amerikanischen Vize-Aussenministerin Paula Dobriansky werden die Umweltminister Brasiliens, Thailands, Kenias und des Jemen an der Veranstaltung teilnehmen. In diesen Ländern haben regionale Vorbereitungskonferenzen für die Bonner Konferenz im Juni stattgefunden. Ebenfalls zugesagt haben der Vorsitzende der UN-Kommission für Nachhaltige Entwicklung, Norwegens Umweltminister Brende, Greenpeace International, das World Resources Institute sowie Wirtschaftsvertreter aus Deutschland und der USA.

Zum Abschluss seines Aufenthalts in den USA wird Bundesumweltminister Trittin eine Grundsatzrede an der Fakultät für internationale Beziehungen an der Columbia Universität halten.

27.04.2004   Quelle: BMU
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Türkei: Moderne Anlage zur solaren Kühlung in Betrieb

"Solare Kühlung hat eine große Zukunft vor sich. Wenn die Sonne heiß vom Himmel brennt, werden in vielen klimatisierten Räumen große Kühlenergiemengen benötigt. Gerade im touristisch erschlossenen Mittelmeerraum verschlingen Klimaanlagen gewaltige Strommengen und sind entscheidende Ursache für wachsenden Stromverbrauch," das erklärte Hans-Josef Fell MdB forschungs- und technologiepolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen anlässlich der Inbetriebnahme der ersten solaren Kühlung im Iber Hotel (Sarigerme) an der türkischen Mittelmeerküste.  Die hochmoderne solare Kühlung sei wegweisend für die umweltfreundliche Bereitstellung von Kühlenergie. In seiner Rede stellte MdB Fell die großen Chancen für den Klimaschutz , vereinbar mit einer weiteren touristische Entwicklung heraus. Hochrangige Vertreter der Energieministerien der Türkei und Nordrhein-Westfalens unterstrichen mit ihrer Anwesenheit die Bedeutung dieser in Deutschland entwickelten Technologie.

Mit einem Parabolrinnenkollektor (180 m2) wird Heißdampf erzeugt, der eine Kältemaschine antreibt. Gleichzeitig kann der Heißdampf auch in der großen Wäscherei des Hotelkomplexes genutzt werden. Entwickelt und installiert wurde das Konzept von der Firma Solitem aus Aachen, unter Leitung des Entwicklers Dr. Lokurlu. In der ersten einjährigen Betriebsphase werden bereits ca. 25 Prozent der im Sommer anfallenden Kühlenergie des großen Hotelkomplexes mit der Sonne produziert. Im kommenden Jahr ist eine wesentliche Erweiterung geplant. Eine zweite Anlage ist ebenfalls in der Türkei, in einen Hotel in Alanya im Bau.

Dass diese Anlage ausgerechnet im Iber Hotel in Sarigerme stehe, sei
kein Zufall, sondern reiht sich in die lange Tradition von Umweltschutzmaßnahmen dieses Hotels ein, betont Fell. So hat das Iber Hotel, unter seinem Direktor Herr Heinz Fugger seit 1997 jedes Jahr die weltweiten Umweltpreise der TUI Hotelkette erhalten.

27.04.2004   Quelle: Hans Josef Fell (MdB)

 

Photovoltaik: AG Solar Projekt als "Innovativstes Produkt"

Preisgekröntes Mess-System des TÜV-Rheinland

Die Jury des Photovoltaik-Symposiums in Staffelstein hat den so genannten "Merkur" an ein im Rahmen der AG Solar NRW entwickeltes Mess-System verliehen. Das mobile Gerät zur Überprüfung der in Modulfabriken eingesetzten Sonnensimulatoren wurde als innovativstes Produkt des Jahres ausgezeichnet, berichtet die Arbeitsgemeinschaft Solar NRW in einer Pressemitteilung.   Die Jury des Photovoltaik-Symposiums in Staffelstein hat den so genannten "Merkur" an ein im Rahmen der AG Solar NRW entwickeltes Mess-System verliehen. Das mobile Gerät zur Überprüfung der in Modulfabriken eingesetzten Sonnensimulatoren wurde als innovativstes Produkt des Jahres ausgezeichnet, berichtet die Arbeitsgemeinschaft Solar NRW in einer Pressemitteilung. Das System wurde vom Energie-Testzentrum des TÜV in Köln entwickelt. Es erfasst die Bestrahlungsstärkeverteilung in einem Teilbereich der Prüffläche. Als Sensoren werden 55 Solarzellen mit einer Abmessung von 100 mm x 100 mm verwendet, die in einem Modul verkapselt sind (5 Reihen mit jeweils 11 Zellen).

Alle Solarzellen des Prüfsystems werden über einen Messwiderstand (10 mW) im Kurzschluss betrieben. Das Kurzschlussstromsignal dieser Solarzellen dient als Messgröße für die Einstrahlung. Im Rahmen des Projektes sollten Mess- und Prüfverfahren für die Leistungsbemessung von PV-Modulen in Produktionsbetrieben mit Sonnensimulatoren entwickelt werden, welche die Rückführbarkeit der Messergebnisse auf Labormessungen verbessern und die Fertigungstoleranz verringern. Für die unterschiedlichen Solarzellen-Technologien (c-Si, a-Si, CdTe, CIS) wurden Spezifikationen und Kalibrierverfahren für die Verwendung von Sonnensimulationsanlagen erarbeitet. Speziell sollten Randbedingungen für den Einsatz von Sonnensimulatoren für qualifizierende Messungen in Produktionsbetrieben festgelegt werden, die zu einer Verringerung der Messunsicherheit beitragen und die Garantie eines Qualitätsstandards sicherstellen. Die mit dem Merkur ausgezeichnete Technik erlaube es, das Lichtspektrum sowie die Lichthomogenität mit vertretbarem Zeit- und Kostenaufwand zu überprüfen.

Die bisherigen Möglichkeiten mit einem stationären Sonnensimulator und mit einem Outdoor-Teststand seien im Hinblick auf die Vergleichbarkeit mit Herstellermessungen unzureichend¸ besonders bei Dünnschichtmodulen, da in Produktionsbetrieben überwiegend mit Blitzlicht-Sonnensimulatoren gearbeitet werde, so die AG Solar NRW.

Der Projektbericht in Form einer PDF-Datei (16 S., 5,5 MB) kann heruntergeladen werden unter http://www.ag-solar.de/projekte/berichte/26110800_2.pdf

27.04.2004   Quelle: AG Solar NRW
Bildquelle: AG Solar NRW

 

Biogas: Dynamische Prozesskontrolle maximiert Erträge

Im Rahmen eines durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) geförderten Projektes hat die Bremer UTEC GmbH ein Optimierungsverfahren für Biogasanlagen entwickelt. Es ermöglicht dem Betreiber, den biologischen Prozess zeitnah zu erfassen und bei Bedarf einzugreifen. Damit können Biogasanlagen besser ausgelastet und Störungen vermieden werden, so die FNR in einer Pressemitteilung.  Nach wie vor sei der Gärbehälter (Fermenter) für viele Betreiber ein Buch mit sieben Siegeln, betont die FNR. In seinem Inneren spielen sich biologische Prozesse ab, die - vergleichbar mit einer "Black Box" - von außen nicht zu erkennen sind. Oft sei die produzierte Gasmenge die einzige aussagekräftige Messgröße für den Betreiber. Dabei sei der Gärbehälter das Kernstück einer jeden Biogasanlage. Liege dort etwas im Argen, wirke sich das auf den Rest der Anlage und besonders auf die Gaserträge aus. Licht ins Dunkle soll nun das Verfahren der UTEC GmbH bringen. Zunächst in dem Projekt "Prozesskontrolle und Anlagenführung landwirtschaftlicher Biogasanlagen durch dynamische Betriebsweise" erforscht, bewährt sich das Verfahren derzeit in drei niedersächsischen Anlagen.

In den Versuchsanlagen werden mit Hilfe einer kostengünstigen Messtechnik in kurzen, regelmäßigen Abständen Daten ermittelt, die präzise über die biologischen Prozesse im Fermenter informieren. Der Betreiber könne dadurch sehen, ob seine Anlage an der Überlastungsgrenze laufe oder ob die verfügbaren Potenziale längst nicht ausgeschöpft seien. So die FNR. Neben der Analyse von Prozessabläufen bietet die dynamische Betriebsführung zudem den Dialog mit dem Gärbehälter. Wird dem Fermenter beispielweise mehr Substrat zugeführt, reagiere die Biologie umgehend und liefere neue Messergebnisse. Diese erlauben dann wiederum konkrete Aussagen über den Zustand der Anlage.

Harm Grobrügge aus Westervesede ist einer der ersten Landwirte, der im Dialog mit seinem 350m³-Fermenter steht. "Unter dem Kosten-Nutzen-Aspekt ist das Verfahren für mich das Ei des Columbus. Ehrlich gesagt habe ich meine Biogasanlage vorher mehr oder weniger im Blindflug betrieben. Das hat jetzt ein Ende". Anhand der Gärtestkurven, die sich aus den absoluten Messzahlen ergeben, sieht Harm Grobrügge, wie effizient die Anlage zu diesem Zeitpunkt fährt. "Läuft etwas nicht wie gewünscht, so kann ich sofort durch andere Substratmischungen und -mengen reagieren." Betriebsausfälle könnten dadurch von vornherein ausgeschlossen werden. Das sparte Kosten, Zeit und Ärger - und relativiert die Investitionskosten, die sich zwischen 5.000 und 15.000 Euro bewegen. "Alles in Allem ist die dynamische Prozessführung für mich ein enormer Gewinn. Meine Anlage ist optimal eingestellt und mein Arbeitsaufwand ist zudem geringer geworden", resümiert Grobrügge.

Detailinformationen sind bei der UTEC GMBH erhältlich: Tel.: 04 21/ 3 86 78-80, E-Mail: utec@utec-bremen.de

27.04.2004   Quelle: FNR

 

Greenpeace: Neue Energie-Website für Jugendliche

SolarGeneration - Logo
SolarGeneration - Logo

"Solar Walker" bauen sich ihr Solarhaus, treffen Gleichgesinnte und verabreden sich zu "Flashmobs". Das ist die Cyberworld auf http://www.solargeneration.de, der neuen Website des Greenpeace-Jugendprojektes für erneuerbare Energien.  Jeder Besucher kann sich dort in einer virtuellen Solarwelt eine Identität aufbauen aus den drei Elementen Avatar (Online-Figur), Icon und Mantra (persönliches Motto), berichtet Greenpeace in einer Pressemitteilung.

Im Online-Spiel verwandelt sich die strahlende Solarwelt plötzlich in eine unwirtliche Landschaft mit Tankstellen, Atomkraftwerken und Hochhäusern. Mit der Maustaste können die dreckigen, gefährlichen Objekte wieder in den schönen Solarworld-Zustand zurück verwandelt werden. Dafür gibt es Punkte und eine größere Zauberkraft in der Solarwelt. Außerdem bietet solargeneration.de Informationen zu erneuerbaren Energien und Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden: mit Banner-Download, E-Card-Contest und Protestmails an Politiker.

In dem Greenpeace-Jugendprojekt SolarGeneration engagieren sich in Deutschland, Frankreich und der Schweiz rund 500 junge Menschen für den Ausbau erneuerbarer Energien.

Ein Porträt der SolarGeneration finden Sie unter:
akteure.html

26.04.2004   Quelle: Greenpeace Deutschland e.V.
Bildquelle: Greenpeace
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NABU veranstaltet Fachtagung: „Naturschutz kontra Erneuerbare Energien?"

Praktische Lösungsansätze und Best-Practice-Beispiele stehen im Mittelpunkt der Tagung „Naturschutz kontra Erneuerbare Energien? Konfliktlösungsstrategien für die Praxis“. Naturschutzbund NABU organisiert die Veranstaltung am 19. Mai im Wissenschaftszentrum in Bonn. Der NABU möchte damit im Vorfeld der Internationalen Konferenz für Erneuerbare Energien „renewables 2004“ das Augenmerk darauf lenken, dass Konflikte zwischen Energieerzeugern und Naturschützern lösbar sind.  Neben der Windenergie werden auch andere Energieträger, wie Biomasse, Wasserkraft und Freiland-Photovoltaik, thematisiert.

Erneuerbare Energien leisten einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz. Förderung und Ausbau stehen daher für den NABU außer Zweifel. Die Errichtung von Anlagen zur Nutzung von Sonne, Wind, Wasser oder Biomasse kann jedoch abhängig vom Standort einen Eingriff in den Naturhaushalt bedeuten, der mit dem Erhalt der Artenvielfalt und naturnaher Lebensräume kollidiert, so der NABU in der Ankündigung der Veranstaltung.

Das begrüßenswerte Ziel der Bundesregierung, den Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromversorgung bis zum Jahre 2010 auf 12,5% und bis 2020 auf 20% zu erhöhen, stelle für alle Beteiligten eine große Herausforderung dar. Weitsichtige Planung und frühzeitiger Informationsaustausch könnten im Vorfeld zu einer Konfliktvermeidung führen. Aus diesem Grunde will der NABU Vertreter aus Planung, Verwaltung, Politik und Naturschutzverbänden zusammenbringen. Ziel ist, die Grundlage dafür zu schaffen, dass Akteure künftig in einen sachlichen Kommunikationsprozess eintreten. Referieren werden unter anderem Olaf Tschimpke, Präsident des NABU, und Peter Ahmels, Präsident des Bundesverbandes Windenergie.

Das Programm kann heruntergeladen werden unter
http://www.nabu.de/energie/tagung.pdf

Anmeldungen für die eintägige, kostenlose Veranstaltung können ab sofort erfolgen per E-Mail an NABU@NABU.de (Betreff: Tagung Erneuerbare Energien). Anmeldeschluss ist der bis zum 10. Mai 2004.

26.04.2004   Quelle: NABU

 

VDI: Brennstoffzelle kann Schlüsseltechnologie zur CO2-Reduktion werden

In Deutschland besteht ein Nachholbedarf bei der Unterstützung der Markteinführung von Fahrzeugen mit Brennstoffzellentechnik, so Experten auf einem Pressegespräch des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) während der Hannover Messe. "Die strategische Bedeutung dieses Marktsegments darf nicht unterschätzt werden", warnte Professor Dr. Wolfgang Winkler, Vorsitzender des VDI-Fachausschusses Brennstoffzellen. Als prinzipiell reversibler Energiewandler chemisch gebundener Energie habe die Brennstoffzelle das Potenzial zur Schlüsseltechnologie in neuen Antriebskonzepten, betont der VDI in einer Pressemitteilung.  Andere Länder seien in der Entwicklung und Förderung alternativer Antriebstechnologien Deutschland voraus, auch im Bereich der Hybridfahrzeuge. So habe ein japanischer Hersteller bereits mehr als 10.000 Hybridfahrzeuge auf den Markt gebracht. Die gewonnenen Erfahrungen könnten unmittelbar in die weitere Entwicklung einfließen und zudem könne eine leistungsfähige Zuliefererindustrie entstehen. In Deutschland sei ein so gut geplanter Strategieansatz zur Markteinführung von Brennstoffzellenfahrzeugen über die Vorstufe von Hybridfahrzeugen zurzeit nicht erkennbar. "Im Hinblick auf die wirtschaftliche Bedeutung der Automobilindustrie gibt dies Anlass zur Sorge", so Winkler.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) konzentriert seine Arbeit in diesem Bereich unter anderem auf die Entwicklung "Ressourcen schonender Fahrzeuge". Prof. Bernd Höfer, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes des DLR: "Brennstoffzellen werden sich aber zunächst und nur bei Nischenprodukten durchsetzen wie zum Beispiel bei Grubenfahrzeugen und bei den so genannten Auxiliary Power Units. Brennstoffzellen für den Antrieb haben erst dann sehr gute Aussichten für die Markteinführung, wenn die geeigneten Kraftstoffe aus nicht fossilen Primärenergien für den Verkehr zur Verfügung gestellt werden."

26.04.2004   Quelle: VDI Verein Deutscher Ingenieure

 

Größtes Solarkraftwerk der Welt in Portugal geplant

Eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 64 Megawatt (MW) soll bis zum Ende des Jahrzehnts in Portugal gebaut werden. Das "PROJECTO GIRASSOL" wäre das mit Abstand größte photovoltaische Solarkraftwerk weltweit und würde die im saarländischen Göttelborn geplante Anlage mit einer Spitzenleistung von 7,4 Megawatt (MW) bei weitem übertreffen.   Das Vorhaben umsetzen will die AMPER CENTRAL SOLAR, S.A. ein kommunales Unternehmen, das mehrheitlich öffentlichen Fonds gehört (90% Gemeinde Moura; 10% Renatura Network.com) und derzeit an die Börse geht. An dem Gemeinschaftsprojekt der portugiesischen Energiebehörde (DGE), wollen sich die Unternehmen Amper-Central Solar und BP Solar Spanien sowie eine portugiesische Investmentagentur beteiligen.

Die Gemeinde Moura in Landesinneren Portugals liege in einer Region, in der die Bevölkerungszahl in den vergangenen Jahren wegen der fehlenden Arbeitsplätze abgenommen habe, so AMPER CENTRAL SOLAR. Dennoch habe dieser Standort einige wichtige Vorteile, darunter die besonders hohe durchschnittliche Sonneneinstrahlung. Dieser natürliche Vorzug der Gegend erkläre, zusammen mit dem Interesse an einer Veränderung der wirtschaftlichen Grundlage ländlicher Regionen, dass diese Gemeinde als Standort für die weltgrößte Solarstromanlage ausgewählt worden sei, so das spanische Unternehmen.

Lesen Sie auch "Größte Solarstromanlage der Welt soll im Saarland gebaut werden"

26.04.2004   Quelle: Europäische Gemeinschaften; AMPER CENTRAL SOLAR, S.A; DGE

 

Berlin: Sprechende Papierkörbe mit Solarenergie

Bekanntlich sind Berliner nicht auf den Mund gefallen. Das gilt ab sofort dies auch für 20 Straßenpapierkörbe der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR). Werden sie „gefüttert“, sprechen Sie ihren Benutzer auf unterschiedliche Art und Weise an. So begegnen den Berlinern und ihren Gästen unerwartete Hörerlebnisse, berichten die Stadtreinigungsbetriebe in einer Pressemitteilung. Die umweltfreundliche Energie für die sprechenden Papierkörbe liefert die Sonne.   Strom aus der Steckdose wird nicht benötigt. In der Nacht löst ein Leuchtband am Einwurf die Sprache ab und gibt auch bei Dunkelheit dem Benutzer die notwendige Treffsicherheit. Die gelungene Anwendung erneuerbarer Energien ist entstanden in Zusammenarbeit mit der Solar Lifestyle GmbH. Der Firmengründer, ein erfahrener Tüftler, beschäftigt sich mit dem Einsatz von Sonnenenergie in mehreren Lebensbereichen.

Die sprechenden Papierkörbe bieten eine breite Palette an Reaktionen. So zeigen sich "Siggi Sport", "Hitlist Harry", "Kalle Kiez", "Rudi Ratgeber" und "Susi Schlau" in bester Talkmanier. Dementsprechend übermitteln sie beim Befüllen ihren Dank in mehreren Sprachen, belohnen den sportlichen Einwurf mit kräftigem Torschrei, geben Tipps für Szene-Events oder werben in eigener Sache für den diesjährigen BSR Kiezsommer. Damit sollen die 20 Papierkörbe zu Schaltstellen in Sachen Informationen werden. Aber vor allen seien sie Botschafter für ein sauberes Berlin und das mit guter Laune, so die BSR. Diese neuen Originale sind ein weiterer Bestandteil der Sauberkeitskampagne der BSR, mit denen im wörtlichen Sinne alle Altersgruppen „angesprochen“ werden, aktiv bei der Sauberhaltung Berlins mitzuwirken.

In den Sommerferien wird Kalle Kiez mit seinen Freunden auf Roadshow gehen. Kinder und Jugendliche werden ihnen in Freizeiteinrichtungen begegnen. So sollen die Kids spielerisch erleben, dass Sauberkeit "einfach cool ist". Aber auch an anderen Orten der Stadt werden die Körbe ihren Auftritt haben. Wo der jeweilige „Talk mit Korb“ zu erleben ist, wollen die BSR rechtzeitig mitteilen. Die sprechenden Papierkörbe seien also ein heißer Tipp für den Unterhaltungshit des kommenden Sommers. Die „Talkshow in Orange“ kann beginnen.

25.04.2004   Quelle: BSR
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"Woche der Umwelt" im Garten der Villa Hammerschmidt

Bundespräsident Johannes Rau lädt ein zu einer "Woche der Umwelt" vom 2. bis 5. Juni in den Garten der Villa Hammerschmidt in Bonn. Rund 60 Aussteller und täglich 1.000 Gäste werden erwartet, um sich mit dem Thema erneuerbare Energien zu beschäftigen.  Rau wird die "Woche der Umwelt" am 2. Juni um 11 Uhr eröffnen. Neben der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ist auch die NRW-Stiftung für Umwelt und Entwicklung Mitveranstalter, die Deutsche Energie-Agentur (dena) und EUROSOLAR unterstützen sie.

Hintergrund ist die Internationale Konferenz für Erneuerbare Energien, die Anfang Juni 2004 in Bonn zeitgleich stattfindet. Sie wurde von Bundeskanzler Gerhard Schröder auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung im September 2002 in Johannesburg angekündigt. Die Konferenz will der in Johannesburg angestoßenen Dynamik hin zu einem globalen Ausbau erneuerbarer Energien weitere Impulse verleihen.

Die "Woche der Umwelt" des Bundespräsidenten spricht zwei unterschiedliche Zielgruppen an: die interessierte Öffentlichkeit sowie Fachleute, die sich im Umfeld der Konferenz in Bonn aufhalten. Interessierten wird die Möglichkeit gegeben, praktische Informationen und Tipps zum alltäglichen Energiesparen zu erhalten. Dazu dienen die von der DBU und dena konzipierte interaktive Energieausstellung "Energie@home"und die Präsentation von rund 60 Projekten im Schwerpunkt der größten Umweltstiftung Europas durch weitere Aussteller.


25.04.2004   Quelle: DBU

 

Umweltschutz als "Jobmotor": Fast 1,5 Millionen Beschäftigte

In Deutschland sind fast 1,5 Millionen Erwerbstätige im Umweltschutz beschäftigt. Das sind 3,8 Prozent aller Arbeitnehmer. Das ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern des DIW, die das Bundesumweltministerium (BMU) und das Umweltbundesamt (UBA) in Auftrag gegeben haben.  Die Beschäftigung in diesem Bereich habe seit 1998 weiter zugenommen, so das BMU und das UBA in einer gemeinsamen Pressemitteilung. "Umweltschutz bleibt auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein beschäftigungspolitisch dynamischer Bereich. Die Ergebnisse der Studie zeigen einmal mehr, dass eine anspruchsvolle, zukunftsorientierte Umweltpolitik nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch gut für Wirtschaftswachstum und soziale Sicherheit ist", so Bundesumweltminister Trittin. UBA-Präsident Prof. Dr. Andreas Troge stellt fest: "Fast 1,5 Millionen Arbeitsplätze sind nur die Untergrenze der tatsächlichen Beschäftigungswirkungen des Umweltschutzes. Eine Reihe von Branchen haben wir wegen der Abgrenzungsprobleme oder fehlender Datengrundlagen bewusst nicht einbezogen. Dies gilt beispielsweise für den integrierten Umweltschutz und den Ökotourismus."

Die Berechnungen der Wissenschaftler des DIW (Deutsches Instituts für Wirtschaftsforschung) beziehen sich auf das Jahr 2002. Damit seien die aktuellsten verfügbaren Zahlen zu den Arbeitsplätzen im Umweltschutz ausgewertet worden. Die Zahl der Beschäftigten im Vergleich zu 1998 ist besonders gestiegen bei den erneuerbaren Energien (+ 52.000), dem Export von Umwelttechnologie (+ 25.000) sowie bei den umweltbezogenen Dienstleistungen (+ 22.500, davon 3.000 im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien). Damit seien Beschäftigungsrückgänge mehr als kompensiert worden, die auf geringere Umweltschutzinvestitionen speziell bei den Gebietskörperschaften und das konjunkturbedingte niedrige Niveau der Ausgaben im produzierenden Gewerbe zurückzuführen seien. "Das dynamische Wachstum der Beschäftigung in Zukunftsfeldern des Umweltschutzes wie den erneuerbaren Energien, modernen Umweltdienstleistungen und dem Export von Umweltschutztechnik belegen, dass hier bedeutende Innovationspfade vorhanden sind. Diese gilt es zu nutzen und weiter auszubauen", fordert Trittin.

Zu der Studie "Aktualisierung der Schätzung der Beschäftigungszahlen im Umweltschutz" gibt es ein Hintergrundpapier, das im Internet abgerufen werden kann unter
http://www.umweltbundesamt.de, Rubrik "Presse – Hintergrundpapiere

24.04.2004   Quelle: BMU
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Berlin: Grüne Welle mit grünem Strom

In den nächsten zwei Jahren werden rund 10.000 Abnahmestellen des Landes Berlin, darunter sämtliche Ampeln der Bundeshauptstadt mit umweltfreundlich erzeugtem Strom des Hamburger Anbieters LichtBlick – die Zukunft der Energie GmbH versorgt. Das berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Der Lieferumfang von LichtBlick an das Land werde in den Jahren 2005 und 2006 zusammen über 500 Millionen Kilowattstunden betragen.  LichtBlick werde damit seinen Stromabsatz nochmals deutlich steigern können.

Das Land Berlin hatte den Bezug von rund 900 Millionen Kilowattstunden elektrischer Energie europaweit ausgeschrieben. In der Ausschreibung wurde die Menge auf verschiedene Lose verteilt. LichtBlick habe den Zuschlag für alle angebotenen Teillieferungen erhalten. Die übrigen Lose gingen an den belgischen Versorger Electrabel.

„Dieser Auftrag ist ein bedeutender Meilenstein in unserer Firmengeschichte und bedeutet eine konsequente Fortsetzung des Wachstumskurses von LichtBlick“, so Heiko von Tschischwitz, Geschäftsführer des Hamburger Unternehmens. „Wieder einmal konnten wir mit unserem einmaligen Preis-Leistungs-Verhältnis im Markt überzeugen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem Land.“ Der von LichtBlick angebotene Strom werde zu 100 % aus regenerativer Erzeugung stammen. Die Einhaltung dieser Qualitätskriterien wird durch unabhängige Gutachter geprüft.

24.04.2004   Quelle: LichtBlick – die Zukunft der Energie GmbH
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CDU/CSU: Trittin muss Widersprüche beim Emissionshandel aufklären

"Mit dem Gesetz zum Nationalen Allokationsplan liegen jetzt endlich alle Regelwerke zur Umsetzung des Emissionshandels in Deutschland vor. Erst jetzt ist eine vernünftige inhaltliche Auseinandersetzung möglich." Das erklärten der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Klaus Lippold MdB, und der umweltpolitische Sprecher, Dr. Peter Paziorek MdB anlässlich des Beschlusses des Bundeskabinetts zum Gesetz über den Nationalen Zuteilungsplan. Differenzen im Gesetzentwurf seien noch zur klären.  Neben der Festlegung von verbindlichen nationalen Emissionszielen für die Industrie und die Energiewirtschaft werden auch für die anderen Sektoren verbindliche nationale Emissionsziele vorgegeben. Die für diese Sektoren festgelegte Menge trage der in diesem Bereich zu erwartenden Entwicklung allerdings in keiner Weise Rechnung, kritisieren die Unionspolitiker.

Unterschiede zwischen Allokationsplan und Gesetzentwurf

Im Entwurf des Bundesumweltministeriums zum Nationalen Allokationsplan vom 29. Januar 2004 seien für die Bereiche außerhalb des Emissionshandelssektors für die erste Handelsperiode von 2005 bis 2007 noch 363 Mio. Tonnen CO2 und für die zweite Handelsperiode von 2008 bis 2012 366 Mio. Tonnen CO2 veranschlagt. Der Gesetzentwurf hingegen sehe für die erste Handelsperiode 356 Mio. Tonnen CO2 und für die zweite Handelsperiode 351 Mio. Tonnen CO2 vor. Der Bundesumweltminister müsse erklären, wie es zu diesen Unterschieden kommt, fordern die Unionsfraktionen.

Die Höhe und das Zustandekommen der nationalen Reserve und der Sonderzuteilung sei undurchsichtig und nicht nachvollziehbar. Die Auswirkungen der verschiedenen Regelungen gelte es im Einzelnen noch zu prüfen. Insbesondere müsse sichergestellt sein, dass eine ausreichende Reserve für Neuanlagen vorhanden ist und damit Spielräume für Wirtschaftswachstum gelassen würden, so die Unions-Sprecher. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion fordert den Bundesumweltminister auf, die offenen Fragen schnell zu klären und Unklarheiten zu beseitigen.


23.04.2004   Quelle: CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
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Mecklenburg Vorpommern: Umweltminister für Solaranlagen auf ehemaligen Deponien

Prof. Dr. Wolfgang Methling, Umweltminister von Mecklenburg Vorpommern, hat sich am Tag der Erneuerbaren Energien für die Nutzung ehemaliger Deponien als Standort für Solarwärme- und Solarstromanlagen ausgesprochen. Anlässlich einer Präsentation auf der stillgelegten und sanierten Hausmülldeponie Rostock-Dierkow, dort soll die größte Photovoltaikanlage der Hansestadt mit einer Leistung von 300 Kilowatt (kWp) entstehen, sagte der Minister "Nicht jede Deponie ist dafür geeignet, aber wo der Boden und das Umfeld geeignet sind, die Standsicherheit gegeben ist und vor allem auch genügend Sonne scheint, sollte diese Möglichkeit der Nutzung regenerativer Energien durchaus häufiger praktiziert werden".   Ressourcen zu schonen und mit der Eigenerzeugung von Energie auf der Basis erneuerbarer Energiequellen zur Wertschöpfung und Versorgungssicherheit im Land beizutragen, sei ökologisch und ökonomisch sinnvoll und trage auch zur Schaffung von Arbeitsplätzen bei. "Nach der Errichtung der Photovoltaikanlage auf dem Südstadt-Klinikum (37.000 KWh jährliche Stromerzeugung) wird in Rostock ein weiteres herausragendes Beispiel der Solarenergienutzung verwirklicht", so der Minister.

Die baurechtliche Genehmigung zur Errichtung eines Solarkraftwerks auf der ehemaligen Deponie sei bereits erteilt worden, teilte Methling mit. Damit bestehe die Option zum Bau von drei Solarstromanlagen mit jeweils zirka 100 kWp. Ein Antrag auf Förderung für die Errichtung einer 100 kWp-Anlage werde gegenwärtig geprüft durch das Staatliche Amt für Umwelt und Natur (StAUN) Rostock sowie das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) in Güstrow. Vorgesehen sei, die zwei weiteren Anlagen mit je 100 kWp ohne Fördermitteleinsatz zu bauen. "Angesichts der Haushaltslage des Landes kann ich diese Initiative nur begrüßen. Denn die Stromeinspeisevergütung von 45,7 Cent pro Kilowattstunde für sich selbst tragende Anlagen und mindestens 54 Cent für Aufdachanlagen ist wirtschaftlich attraktiv", betonte der Minister.

In seinem Grußwort würdigte Minister Methling auch die Arbeit der Hansestadt Rostock an einem eigenen Klimaschutzkonzept: "Viele interessante Projekte sind in diesem Zusammenhang auf den Weg gebracht worden. Eines davon ist die Bewerbung um den European Energy Award (EEA)". Den EEA erhalten Städte und Gemeinden, die besondere Anstrengungen in der Energie- und Klimaschutzpolitik unternommen haben. Ein weiteres positives Beispiel sei der Beitritt Rostocks zum Klimabündnis Europäischer Städte (Allianza del Clima).

Zu den Ergebnissen, die in Mecklenburg-Vorpommern bei der Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes erreicht wurden, führte Minister Methling aus, dass der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch von 3,6% im Jahr 1997 auf zirka 18,0 % im Jahr 2002 gesteigert werden konnte. Damit liege Mecklenburg-Vorpommern weit über dem Bundesdurchschnitt von 8%. Durch eine Erhöhung der EU-Strukturfondmittel stünden dem Umweltministerium in diesem Jahr rund 4,5 Millionen Euro für den Klimaschutz zur Verfügung. Diese sollen Kommunen, Vereinen, Verbänden, Wohnungsgesellschaften und kommunalen Unternehmen zugute kommen, die in den Klimaschutz investieren und im Rahmen der Förderrichtlinie zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes des Landes förderberechtigt sind, so der Minister.


23.04.2004   Quelle: Umweltministerium Mecklenburg Vorpommern

 

"Tests 2003": Nachschlagewerk für Solarwärme-Profis erschienen

Auch in diesem Jahr gibt das Forschungs- und Testzentrum für Solaranlagen (TZS) des Instituts für Thermodynamik und Wärmetechnik (ITW) der Universität Stuttgart wieder das Nachschlagewerk "Tests" heraus. Die aktuellen und mit rund 400 Seiten umfangreichste Ausgabe 2003 enthält insgesamt 21 Prüfberichte.  "Tests 2003" enthält 14 Prüfberichte von Sonnenkollektoren, fünf Tests von Kombispeichern, zwei Tests von Solarreglern sowie einen Bericht über die Ermittlung der energetischen Amortisationszeit einer Solaranlage.

Ergänzend zu den Berichten sind zwei Simulationsstudien über die Berechnung der jährlichen Energieeinsparung durch solare Kombianlagen enthalten. Zusätzlich zu den Prüfberichten wurden acht ausgewählte Veröffentlichungen des ITW zu den Themen Kollektorertrag, Prüfung und Vergleich von Solaranlagen und Kombispeichern sowie zur energetischen Amortisationszeit von Solaranlagen mit in die Publikation aufgenommen.

"Tests 2003" kann bestellt werden beim Sekretariat des ITW, Pfaffenwaldring 6, 70550 Stuttgart, (Fax 0711/685-3503, email: pm@itw.uni-stuttgart.de). Preis: EURO 25,- zuzüglich Versandkosten (EURO 5,- innerhalb Deutschlands).


23.04.2004   Quelle: ITW Stuttgart

 

DBU: 268 Millionen Förderung für innovative Umwelttechnik

Passivhäuser verbinden hohen Wohnkomfort mit niedrigem Energieverbrauch.
Passivhäuser verbinden hohen Wohnkomfort mit niedrigem Energieverbrauch.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) zeigt auf der Weltmesse "Energy 2004" in Hannover vom 19. bis 24. April umweltentlastende Energietechnik aus Deutschland. Zu sehen sind die Ergebnisse DBU-geförderter Modellprojekte, darunter Energie sparende HiFi-Anlagen und ein Passivhaussystem. "Die fünf Projekte, die wir hier vorstellen, sind Beispiele für die rund 2.400 innovativen Ideen aus der Umwelttechnik, die wir seit unserer Gründung 1991 mit 268 Millionen Euro gefördert haben", sagte Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU.
  Mit am DBU-Stand in Halle 13 ist die Deutsche Energie-Agentur (dena), welche die "Initiative EnergieEffizienz" vorstellt. Die Initiative will die Verbraucher durch praktische Tipps zum sparsamen Umgang mit Energie bewegen. "Der Stand-by-Betrieb von Geräten wie Fernseher oder DVD-Spieler verschlingt in Deutschland jährlich rund 3,5 Milliarden Euro - das entspricht dem Verbrauch Berlins", rechnet Brickwedde vor. Die Initiative EnergieEffizienz ruft dazu auf, durch Stromsparen die Umwelt und das eigene Konto zu entlasten. Die Aktion wird gefördert von der DBU und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit.

Die Zukunft der Energiegewinnung liegt in den erneuerbaren Energien, betont die DBU. Zum Beispiel mit Solarkollektoren: hier wird Sonnenlicht durch beschichtete Kupferbleche in Wärme umgewandelt. Die Beschichtung der Oberfläche soll nur wenig Wärme abgeben, um Energieverluste zu verringern. Die Firma INTERPANE (Lauenförde) hat zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (Freiburg) eine neue umweltschonende Produktionstechnik für die Beschichtung der Bleche entwickelt, die eine bessere Sonnenausbeute ermöglicht. Die DBU hat
dieses Projekt mit rund 215.000 Euro unterstützt.

Sonnenenergie steht auch im Solarzentrum Hannover Region im Vordergrund. Die target GmbH aus Hannover hat das Zentrum gemeinsam mit dem Energie- und Umweltzentrum am Deister e. V. ins Leben gerufen. Das Zentrum in Springe-Eldagsen bietet die ganze Bandbreite innovativer umweltschonender Bau-, Haus- und Solartechnik. Das praxisnahe Bildungsangebot ist variabel auf verschiedene Zielgruppen zugeschnitten. Die DBU hat den Aufbau einer Solaranlage zur Demonstration im Zentrum mit 20.000 Euro gefördert.

Ein Rundum-Konzept für den Klimaschutz in den eigenen vier Wänden bietet das Passivhaus. Ein solcher Bau benötigt 90 Prozent weniger Energie als ein normales Wohnhaus, weil er besonders gut gedämmt ist. Das Passivhaus-Institut (Darmstadt) informiert auf der Energy 2004 rund um dieses Thema. Für seine maßgebliche Rolle bei der Entwicklung des Passivhauskonzeptes hat die DBU den Gründer und Leiter des Instituts, Dr. Wolfgang Feist, 2001 mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet.

Zur Energy 2004 ist eine neue Energiebroschüre der DBU erschienen: "Energie effizient - Wie Industrie und Gewerbe Energie sparen können". Die Publikation ist kostenlos erhältlich bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, An der Bornau 2, 49090 Osnabrück, Fax: 0541/9633-190, E-Mail: info@dbu.de.

23.04.2004   Quelle: DBU
Bildquelle: DBU
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Hannovermesse: Faszination Biokraftstoffe

Kraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffe präsentiert die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) auf der diesjährigen Hannovermesse. In Halle 13 Stand B34 zeigt sie nicht nur, was heute bei Biokraftstoffen Stand der Technik ist, sondern gibt auch Abschätzungen für die Zukunft.   Ob Biodiesel, Ethanol oder synthetische Kraftstoffe aus Biomasse, Biokraftstoffe stehen mehr denn je im Zentrum des öffentliches Interesses. Denn mit der Neufassung der Mineralölsteuergesetzes im November 2003 wurden die Karten auf dem Kraftstoffmarkt neu gemischt. Was aber in den Medien propagiert wird, sei nicht immer technisch machbar und ökonomisch und ökologisch sinnvoll, so die FNR in einer Pressemitteilung. Sachliche Information sei jetzt besonders wichtig, um Fehleinschätzungen zu vermeiden.

Mit ihrer Präsentation will die FNR nicht nur einen fachlich fundierten Überblick über das spannende Thema geben. Ziel ist es auch aufzuzeigen, welche Biokraftstoffe tatsächlich Perspektiven für die Zukunft bieten. Laut FNR könnten biogene Kraftstoffe mit insgesamt etwa 18,8 bis 26,8 Millionen Tonnen pro Jahr (Mio. t/a) etwa 60 % des heutigen Kraftstoffbedarfs im Straßenverkehr abdecken. Aufgrund der beschränkt verfügbaren Anbauflächen sei die Ethanolerzeugung jedoch nur begrenzt möglich, auch die Ausweitung des Rapsanbaus stoße schnell an natürliche Grenzen, so die FNR. Zum Jahresende 2003 hätten die Produktionskapazitäten für Biodiesel rund 1,3 Mio. t/a betragen gegenüber 533.000 t im Jahr 2001. Das größte Potenzial liegt laut FNR im Bereich der Methanolherstellung aus Holz und holzartiger Biomasse - allerdings sei hier die starke Konkurrenz aus anderen Bereichen der Holznutzung zu berücksichtigen, was sich besonders auf die Preise auswirken werde.

Die Hannovermesse findet statt vom 19. bis 24. April.

22.04.2004   Quelle: FNR

 

Emissionshandel: Kabinett beschließt Gesetzentwurf

Das Bundeskabinett hat am 21. April dem Gesetzentwurf über den Nationalen Zuteilungsplan für Treibhausgas-Emissionsberechtigungen zugestimmt (Zuteilungsgesetz - NAPG). Das Gesetz basiert auf dem Nationalen Allokationsplan für den Kohlendioxid-Emissionshandel, den die Bundesregierung am 31. März verabschiedet hatte. Das Gesetz legt die Regeln für die Zuteilung der Emissionsberechtigungen für die einzelnen Anlagen für die Zuteilungsperiode 2005 bis 2007 verbindlich fest.  Mit dem Gesetzentwurf habe die Bundesregierung die letzte notwendige gesetzliche Grundlage für die Einführung des Emissionshandels ab Januar 2005 in Deutschland geschaffen, berichte das Bundespresseamt.

Der Allokationsplan legt die Gesamtmenge an Treibhausgasen fest, die Energiewirtschaft und Industrie in Zukunft ausstoßen dürfen sowie die Verteilung der Emissionszertifikate auf die einzelnen Unternehmen. Er bildet die Grundlage für das Zuteilungsgesetz, das die im September 2004 erfolgende Zuteilung rechtsverbindlich regelt. Der nationale Allokationsplan wurde am 31. März an die EU-Kommission und die anderen EU-Mitgliedstaaten übermittelt. Damit hatte die Bundesregierung vollständig und fristgerecht die Vorgaben der EU-Richtlinie zur Einführung eines europaweiten Emissionshandelssystems erfüllt. Seitdem überprüft die EU die nationalen Allokationspläne der Mitgliedstaaten, damit der Emissionshandel im Januar 2005 beginnen kann.

Beitrag zum Klimaschutz

Die Einführung des Emissionshandels soll in erster Linie die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre reduzieren. Damit werde ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet, wenn es gelingt, den Treibhauseffekt zu bremsen, so das Bundespresseamt. Hierfür sei es notwendig, die Verpflichtungen der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen von 1992 und des Kyoto-Protokolls von 1997 zu realisieren. Deutschland hat sich zur Umsetzung des Kyoto-Protokolls verpflichtet, eine Reduktion seiner Treibhausgas-Emissionen im Zeitraum 2008 bis 2012 um durchschnittlich 21 Prozent gegenüber 1990 zu realisieren. Das Emissionshandelssystem mit absoluter Mengenbeschränkung in Deutschland soll einen wesentlichen Beitrag zur Einhaltung dieses Emissionsziels leisten.

Anreize zur Innovation

Ziel der Bundesregierung ist auch, durch den Emissionshandel Anreize zur Erneuerung des Kraftwerkparks in Deutschland durch zukunftsorientierte, hocheffiziente Kraftwerke zu schaffen und durch diese Modernisierung wesentliche Beiträge zum Klimaschutz zu erzielen. Für die Industrie und Energiewirtschaft bedeuten die Festlegungen zum Emissionshandel, dass sie von 2005 bis 2007 jährlich insgesamt 503 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausstoßen dürfen. Von 2008 bis 2012 sollen die Emissionen dann auf 495 Millionen Tonnen sinken. Dieses Ziel wird 2006 überprüft, da die anderen EU-Staaten noch keine Pläne bis 2012 vorgelegt haben. Bei einem nationalen Kohlendioxid-Emissionsziel in Höhe von 859 Millionen Tonnen pro Jahr in der Periode 2005-2007 verbleibt für Gewerbe, Handel und Dienstleistungen sowie Verkehr und Haushalte eine Gesamtmenge von 356 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr.
Das Verfahren konkret
Die Anlagenbetreiber stellen nach Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens Anträge, um Emissionszertifikate für ihre Anlagen zu erhalten. Diese Zertifikate werden für die gesamte erste Periode vergeben. Die Einzelheiten für die zweite Handelsperiode 2008 - 2012 wird ein weiteres Zuteilungsgesetz regeln, welches im Jahr 2006 verabschiedet werden soll.

22.04.2004   Quelle: Bundespresseamt
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DBU: Neue Broschüre stellt Klima schonende Innovationen vor

Wie viel Umweltschutz kann sich die Wirtschaft leisten? Diese Frage wird heftig diskutiert. Schließen sich Ökonomie und Ökologie aus? Die vielfältigen Möglichkeiten der Industrie, mit Energie sparsamer umzugehen, zeigt die neue Broschüre "Energie effizient" der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). "Wenn Umweltaspekte ins unternehmerische Handeln einbezogen werden, bedeutet das immer einen Gewinn für die Wirtschaft", erklärt DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde. "Wer etwa ein Energie sparendes Produktionsverfahren entwickelt, schont die Umwelt und senkt die Kosten." Wie das geht, demonstriert die kostenlose Broschüre an 18 konkreten Beispielen aus der Praxis.  "Diese belegen, dass kleine und mittelständische Firmen maßgebliche Impulsgeber sind", so Brickwedde. "Deshalb fördern wir ihre Forschungs- und Entwicklungsvorhaben besonders." Die DBU hat in der Energietechnik bisher rund 600 Projekte mit über 100 Millionen Euro unterstützt.

Energie sparen beginne im Kleinen, so die DBU - zum Beispiel bei Türsprechanlagen. Rund fünf Millionen gibt es in Deutschland, und sie fressen auch dann Strom, wenn es nicht klingelt. Die Firma Grothe (Hennef) hat mit DBU-Unterstützung ein Netzgerät für Sprechanlagen entwickelt, das den Stromverbrauch im Stand-by-Modus um 80 bis 90 Prozent verringert. Wären alle Sprechanlagen damit ausgestattet, ließen sich in Deutschland ungefähr 160.000 Megawattstunden Strom jährlich sparen - so viel, wie 45.000 Haushalte in einem Jahr verbrauchen. Der Umwelt blieben so rund 88.000 Tonnen Kohlendioxid jährlich erspart.

Viele schädliche Gase könnten auch beim Schmieden von Edelstahl verhindert werden. Schmieden verbraucht sehr viel Energie: ein typischer Schmiedeofen setzt im Jahr rund 4.000 Tonnen Kohlendioxid frei. Das Edelstahlwerk Kind & Co. aus Wiehl hat zusammen mit dem Betriebsforschungsinstitut BFI und der Firma Maerz-Gautschi (beide Düsseldorf) mit Hilfe der DBU eine neue Technik für industrielle Hochtemperatur-Schmiedeöfen entwickelt. Hierbei werden Wärmetauscher eingesetzt, die Abgaswärme aus dem Ofen speichern und für das Schmieden nutzen. 30 Prozent Brennstoff werden so gespart. Bei 400 Schmiedeöfen in Deutschland könnte die Umwelt so um 400.000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr entlastet werden. Die Technologie lässt sich auch auf andere Industrieöfen übertragen.

Weitere Beispiele, von der Energie sparenden Asphaltmischanlage über umweltfreundliches Buchbinden bis zum sparsamen Benzinmotor, sind in der kostenlosen Broschüre "Energie effizient" zu finden, erhältlich bei: Deutsche Bundesstiftung Umwelt, An der Bornau 2, 49090 Osnabrück, Fax: 0541/9633-190, E-Mail: info@dbu.de.

22.04.2004   Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
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Hamburg: Höhere Förderung für Solarwärmeanlagen mit Ertragsgarantie

Für den Einbau von Solarkollektoranlagen in Hamburg gewährt die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt Hamburg eine finanzielle Förderung von 160 Euro je Quadratmeter Kollektorfläche. Die Förderung erhält der installierende Fachbetrieb. Bewilligt wird die Förderung durch die Hamburger Innung Sanitär Heizung Klempner. Die Förderhöhe kann in Zukunft bei Anlagen mit mehr als 30 m² Kollektorfläche um 90 EUR je m² erhöht werden, wenn der Installationsbetrieb gegenüber dem Investor einen jährlichen Mindest-Ertrag der Anlage von 400 kWh/m²a vertraglich zusichert.  Bei Nichterreichung des Ertrags zahlt der Installationsbetrieb einen finanziellen Ausgleich.

Der Markt für Solarthermie in Hamburg hat schwierige Rahmenbedingungen, so die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt Hamburg. 80% der Hamburger Wohnungen befinden sich in Mehrfamilienhäusern. Hier spielen bei der Investitionsentscheidung betriebswirtschaftliche Kriterien gegenüber emotionalen Gesichtspunkten eine weit größere Rolle. Und leider schreibe die Solartechnik in vielen Fällen noch keine schwarzen Zahlen.

Die neue Förderung soll besonders den Markt für solarthermische Anlagen im Wohnungsbau weiter beleben, da sie nun deutlich höhere Planungssicherheit bietet. Die neue Förderrichtlinie ist mit dem Fachhandwerk und der Wohnungswirtschaft abgestimmt und sei dort sehr begrüßt worden. Die neue Förderrichtlinie "Klimaschutzprogramm Heizung + Solar" ist seit dem 1.4.2004 in Kraft. Erhältlich unter anderem im Info-Zentrum Hermannstraße, im SolarZentrum Hamburg oder im Internet unter:
http://www.arbeitundklimaschutz.de



22.04.2004   Quelle:
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Europäischer Solarpreis 2004 geht an die Bundesstadt Bonn

Die Bundesstadt Bonn erhält den Europäischen Solarpreis des Jahres 2004 in der Kategorie Städte und Gemeinden aufgrund der zahlreichen kommunalpolitischen Projektinitiativen zur Mobilisierung erneuerbarer Energien im Rahmen des Kommunalen Klimaschutzprogramms im vergangenen Jahrzehnt. Das berichtet EUROSOLAR in einer Pressemitteilung. Ein weiterer Grund für die Auszeichnung ist die in den vergangenen Jahren erworbenen Rolle Bonns als internationales Kommunikationszentrum für die Entwicklung einer globalen ökologischen Perspektive auf der Basis erneuerbarer Energien.  Bonn gehörte 1995 zu den wenigen deutschen Großstädten, die eine kostendeckende Vergütung für Solarstrom einführten. Die Städte und Gemeinden, die dieses Vergütungssystem über ihre Stadtwerke anboten, hätten damit einen tödlichen Fadenriss in der Markteinführung der photovoltaischen Technik und der diesbezüglichen Industrie verhindert, so EUROSOLAR. Damit hätten diese Kommunen die praktische Voraussetzung geschaffen für das 1999 gestartete 100.000 Dächer-Solarstrom-Programm der Bundesregierung einschließlich der Einspeisevergütung für Solarstrom im Erneuerbare-Energien-Gesetz von 2000. Ohne die Basis für die kostendeckende Vergütung durch Städte wie Bonn wäre es nicht möglich gewesen, dass Deutschland zum internationalen industriellen Vorreiter und Vorbild in der photovoltaischen Sonnenenergienutzung werden konnte. Hervorzuheben ist laut EUROSOLAR auch, dass auf 18 Bonner Schulen Photovoltaikanlagen errichtet wurden, um die junge Generation auch praktisch auf diese Zukunftsenergie vorzubereiten.

Neben der Photovoltaik-Initiative hat die Stadt Bonn 1996 über ihre Stadtwerke das „Förderprogramm Solarthermie“ gestartet und die städtischen Freibäder mit Solarabsorberanlagen mit einer Gesamtfläche von 2.725 Quadratmetern ausgestattet. Zu nennen seien darüber hinaus die städtischen Initiativen für die Kraft-Wärme-Kopplung mit zentralen Nahwärmelösungen in Wohngebieten, und das mit Pflanzenöl betriebene BHKW im Rheindorfer Hafen, das europaweit eines der größten ist, sowie zwei Blockheizkraftwerke an Kläranlagen, die mit Klärgas betrieben werden.

Initiativen und Energiesparprojekte

Die genannte Aktivität der Stadt Bonn zur Förderung erneuerbarer Energien stehen in konzeptioneller Verbindung mit Energiesparprojekten, beispielsweise der Beteiligung von 40 Bonner Schulen am „Fifty-fifty-Projekt“ der Kommune, bei dem für jeden in Eigeninitiative gesparten Euro eine Barauszahlung von 50 Cent an die Schule erfolgt. Die Mittel sind verfügbar zum Beispiel für weitere Energieinvestitionen. Im Rahmen des Projekts wurden bis zu 41% Energie eingespart.

In ihren städtischen Gebäuden hat Bonn in den letzten 25 Jahren den Heizenergieverbrauch um 36% und den Stromverbrauch um 19% senken können, womit 320.000 Tonnen CO2-Emissionen vermieden wurden. Kostensenkungen von 30,5 Millionen Euro standen dabei Investitionen in Höhe von 20 Millionen Euro gegenüber, womit der Beweis überzeugend erbracht wurde, dass Umweltinvestitionen auch zu besseren wirtschaftlichen Ergebnissen führen, betont EUROSOLAR.

1996 hatte die Stadt Bonn die seinerzeit gültigen bundesweiten Richtwerte zum Energiesparen bei der Bebauung städtischer Grundstücke um 25% abgesenkt, so dass 22% der zwischen 1998 und 2001 errichteten Häuser in Niedrigenergiebauweise erstellt wurden.

Breite Aufklärung und Motivation der Einwohner

Die gesellschaftliche Kommunikation für Erneuerbare Energien ist von entscheidender Bedeutung, weil die Ablösung konventioneller Energien nur durch einen Wechsel von bisherigen Großanbietern von Energie zu zahlreichen dezentralen Angebots- und Selbstversorgungsstrukturen erfolgen kann, so EUROSOLAR. Die Stadt Bonn veranstaltet deshalb seit 1996 die jährlichen „Bonner Solarwochen“, wofür sie im Jahr 2000 den Preis für „Öffentlichkeitsarbeit für den Klimaschutz in der Kommune“ des Klima-Bündnisses der Städte und des Bundesverbandes für Umweltberatung erhielt. Auch die 2002 in Zusammenarbeit mit dem Bonner Handwerk durchgeführte Solarwärme-Kampagne „Jetzt kriegen Sie was aufs Dach“, diente diesem Zweck.

Bonn als Zentrum für den internationalen Dialog

Eine besondere Rolle für die Vergabe des Europäischen Solarpreises an die Stadt Bonn spielt ihr Engagement als internationales Kommunikationszentrum und Dialogplattform für eine ökologische Energieperspektive, betont EUROSOLAR. Mehrfach sei Bonn Gastgeberstadt von Klimaverhandlungen gewesen: Der Weltklimagipfel von 2001 habe die Tür für die Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls geöffnet.

Die UN-Bonn ist Sitz von 12 Organisationen der Vereinten Nationen, darunter das Sekretariat der UN-Rahmenkonvention zum Klimawandel (UNFCCC), das UN-Sekretariat zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD), drei Sekretariate der Umweltbehörde der UN (UNEP) sowie das Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der UN-Universität. Von den über 170 in Bonn ansässigen staatlichen und nichtstaatlichen Einrichtungen und Organisationen, vor allem aus den Bereichen Umwelt und Entwicklung, widmen sich in der „Solaratmosphäre“ der Stadt immer mehr der Aufgabe der Mobilisierung erneuerbarer Energien. Dies komme auch in den Aktivitäten des von der Stadt Bonn, der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen und der Bundesregierung getragenen „Center for International Cooperation“ (CIC-Bonn GmbH) zum Ausdruck.

Nicht zuletzt war Bonn, mit Unterstützung der Stadt, der Ort für viele wegweisende internationale Konferenzen, die von EUROSOLAR zu Schwerpunktfragen Erneuerbarer Energien durchgeführt wurden: die beiden Europäischen Konferenzen „Solarenergie in Architektur und Stadtplanung“ (1998 und 2000), die erste und zweite Internationale Konferenz zur Finanzierung erneuerbarer Energien (1997 und 1998), sowie die seit 2001 in der Godesberger Stadthalle durchgeführte Konferenzserie „Der Landwirt als Energie- und Rohstoffwirt.“

"renewables 2004"; Weltforum für Erneuerbare Energien

Für die Internationale Konferenz über Erneuerbare Energien (1.-4. Juni 2004) und das zweite Weltforum für Erneuerbare Energien (29.-31. Mai 2004) des Weltrates für Erneuerbare Energien (WCRE) habe sich Bonn als prädestinierten Gastgeber erwiesen. Für die von EUROSOLAR und dem Weltrat für Erneuerbare Energien initiierte International Renewable Energy Agency (IRENA) wäre im Falle ihrer Realisierung die Stadt Bonn der optimale Standort, betont EUROSOLAR. Die Gründung einer IRENA ist mittlerweile Bestandteil der Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung und wird auch in einer Resolution des Bundestages gefordert.

21.04.2004   Quelle: EUROSOLAR
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Dänemark will zwei neue Offshore-Windparks und 900 Anlagen an Land bauen

Die Dänische Regierung hat sich am 30.März 2004 mit sechs Koalitionsparteien im Parlament über den Bau zweier Offshore-Windparks mit jeweils 200 Megawatt Leistung geeinigt. Außerdem sollen an Stelle von bestehenden Windkraftanlagen (WEA) mit einer Leistung bis 450 Kilowatt auf dem Festland neue WEA mit einer Kapazität von insgesamt 150 bis 200 MW erreichtet werden. Das berichtet die Welt-Windenergie-Vereinigung (WWEA) in einem Hintergrundpapier.  Die Wende in der dänischen Energiepolitik sei ein Erfolg des politischen Drucks der Opposition, der Verbände und der Windkraft-Branche, so die WWEA. Im Januar 2002 hatte die konservativ-liberale Regierung einen Förderstopp für erneuerbare Energien beschlossen. Auf der Grundlage der Einigung wird die Gesamtkapazität der erneuerbaren Energien in Dänemark von aktuell 3.200 MW auf rund 4.000 MW in den Jahren 2005 – 2008 wachsen, erwartet die WWEA. Einer der Windparks soll in der Nordsee nahe der bestehenden Offshore-Anlage gebaut werden. Der zweite Offshore-Windpark ist in der Ostsee geplant, nahe der Insel Omoe. Die Windkraftanlagen sollen für die ersten 12.000 Betriebsstunden eine feste Einspeisevergütung erhalten. Die Übereinkunft enthalte keinen Hinweis auf das Quotensystem und die Zertifikate, mit denen Dänemark 1998 erste Schritte unternommen hatte, die Vorgaben der EU im Ökostrombereich zu erfüllen, hält die WWEA fest. Diese Politik ist nach Auffassung der WWEA daran gescheitert, dass das Quotensystem zu wenig Anreize für Investitionen geschaffen habe und die erforderliche Effizienz nicht erreicht worden sei.

Das Abkommen enthält zudem die laut WWEA sensationelle Entscheidung, das Hochspannungsnetz zu verstaatlichen, um freien Zugang zu den Netzen zu schaffen und das Risiko einer Übernahme durch ausländische Konzerne zu beseitigen. In Zukunft soll das neue, staatliche Unternehmen EnergiNet Danmark für das Hochspannungsnetz verantwortlich sein.

21.04.2004   Quelle: WWEA
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Greenpeace legt Gegenentwurf zum Energiewirtschaftsgesetz vor

Greenpeace Deutschland hat am 15.04.2004 einen eigenen Entwurf zum Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) vorgelegt. Das Gesetz wird derzeit überarbeitet, weil die Europäische Union ab 1. Juli 2004 eine wirksamere Kontrolle der Stromwirtschaft vorschreibt. Bundeswirtschaftsminister Clement wolle die größten Schwächen des bisherigen Gesetzes fortschreiben, kritisiert Greenpeace. Den Schaden hätten Umwelt und Verbraucher, so die Umweltschutzorganisation.  Auf dem Strommarkt dominieren laut Greenpeace nach wie vor die ehemaligen großen Verbundunternehmen RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW. Sie erzeugen den Strom, ihnen gehören die Hochspannungsnetze, sie erheben die Gebühren für die Durchleitung. Auf der unteren Ebene verteilen die Stadtwerke und Regionalversorger mit ihren Niederspannungsnetzen den Strom an die Endkunden. Die Endverbraucher wissen in der Regel nicht, aus welcher Quelle ihr Strom stammt und wie der Strompreis zustande kommt, betont Greenpeace.

Im Gegensatz zum Entwurf von Bundeswirtschaftsminister Clement sieht der Greenpeace-Entwurf vor, dass eine Verpflichtung zum Klimaschutz in das Gesetz aufgenommen wird und dass die neu einzusetzende Regulierungsbehörde unabhängig vom Wirtschaftsministerium agieren soll. Weiter sollen Erzeuger von Strom aus erneuerbaren Energien nicht länger behindert werden. Stadtwerke und Regionalversorger sollen offen legen, wie die Durchleitungsgebühren zustande kommen, wie viel Strom aus welchen Quellen kommt und welche Umweltauswirkungen die Erzeugung dieses Stroms nach sich zieht (Kohlendioxid-Emissionen und radioaktiver Abfall).

Das Papier Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes:
Die Lücken des Clement-Entwurfs - der Gegenvorschlag von Greenpeace
kann bei
Greenpeace
heruntergeladen werden als PDF-Datei (65 KB)

21.04.2004   Quelle: Greenpeace e.V.
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Bundesverband Windenergie: Neu installierte Leistung auf Vorjahresniveau

Die großen Windenergieanlagen-Hersteller konnten im ersten Quartal diesen Jahres nahezu genau so viel Leistung neu installieren wie im Vergleichszeitraum, berichtet der Bundesverband Windenergie (BWE) in einer Pressemitteilung. "Mit rund 350 Megawatt neu installierter Leistung liegen wir praktisch auf dem Vorjahresniveau", erklärte BWE-Präsident Dr. Peter Ahmels auf der Hannover-Messe.  Nach einer Umfrage unter den führenden Anlagenherstellern und einer Hochrechnung des BWE wurden im ersten Quartal 2004 rund 215 neue Windenergieanlagen mit einer Leistung von rund 350 Megawatt aufgestellt (Vorjahr: 227 Ablagen und 353,5 MW).

Ende März 2004 seien damit rund 15.600 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 14.960 Megawatt (MW) in Deutschland installiert, so der BWE. Diese können in einem durchschnittlichen Windjahr 29,1 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugen, das entspricht 6,2 Prozent des deutschen Stromverbrauchs. Gegenüber der herkömmlichen Stromerzeugung werden dadurch 23,5 Millionen Tonnen des Treibhausgases CO2 vermieden. "Angesicht der langen und kontroversen Diskussion um die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes erfreut uns diese stabile Entwicklung", sagte Ahmels. Banken und Planer hätten sich zuletzt schwer getan, bereits angeschobene Projekte umzusetzen.

"Allerdings können wir die Auswirkungen der Novelle auf die weiteren Aufstellungen in diesem Jahr noch nicht abschätzen. Ich gehe davon aus, dass durch die starken Einschnitte einige geplante Projekte nicht mehr realisiert werden können. An bestimmten Standorten summieren sich die beschlossenen Gesetzesänderungen auf ein Minus von mehr als 10 Prozent. So wird die jährliche Degression der Vergütung mit zwei Prozent stärker zu Buche schlagen und die Laufzeit der Anfangsvergütung wird um bis zu 18 Monate reduziert", so Ahmels weiter.

Ahmels kommentierte auch die internationale Entwicklung der Windenergie: "Deutschland ist nach wie vor einer der wichtigsten Märkte für die Windenergie. Ein Drittel der weltweit installierten Leistung von 7.980 MW wurde 2003 in Deutschland aufgestellt. Bezieht man die neu installierte Kapazität jedoch auf die Einwohnerzahlen der Länder, haben Dänemark, Spanien und Österreich pro Kopf gerechnet Deutschland 2003 überholt. Wir müssen aufpassen, dass wir unsere technologische Spitzenstellung halten."

21.04.2004   Quelle: BWE

 

SPD zur Ökosteuer: Erfolgsmodell ökologische Steuerreform bestätigt

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ist eindeutig. An der Verfassungsmäßigkeit der sozial-ökologischen Steuerreform gibt es keinen Zweifel. Das gilt auch für die von den Beschwerdeführern behaupteten angeblichen Wettbewerbsverzerrungen." Das erklärten die stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Joachim Poss und Michael Mueller zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 20.04.2004.  Die Entscheidung sei zu erwarten gewesen, denn die rot-grüne Koalition hätte den Kreis der durch die Ausnahmen Begünstigten aus guten Gründen begrenzt, so die SPD-Politiker. Die deutschen Unternehmen sollten über reduzierte Steuersätze und einen Spitzenausgleich im internationalen Wettbewerb nicht benachteiligt werden. Dennoch habe das Urteil des Gerichts eine besondere politische Bedeutung, die über die rein rechtliche Betrachtung der entschiedenen besonderen Einzelfälle hinausgehe.

Die Verteuerung des Energieverbrauchs zu umweltpolitischen Zwecken sei nach dem Urteil verfassungsrechtlich unbedenklich. Diese Aussage des Bundesverfassungsgerichts zusammen mit seiner ausdrücklichen Billigung, die Steuermehreinnahmen zur Senkung der Rentenversicherungsbeiträge einzusetzen, sei die eigentliche Botschaft aus Karlsruhe, unterstreichen Poss und Müller.

Diese Botschaft sei zudem eine "Schlappe" für CDU/CSU und FDP, heißt es in der Pressemitteilung der SPD-Bundestagsfraktion. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts sollte die Opposition endlich dazu veranlassen, ihre Angriffe gegen die sozial-ökologische Steuerreform einzustellen. Das gelte ebenso für die Wirtschaftsverbände, die eine Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt trügen.

Die sozial-ökologische Steuerreform ist nach Auffassung der SPD erfolgreich, denn die Energieproduktivität sei deutlich gestiegen, der Kraftstoffverbrauch sei zurückgegangen und die Nachfrage nach energiesparenden Technologien habe zugenommen. Ohne die Ökosteuer seien die Beiträge zur Rentenversicherung heute um 2,5 Prozentpunkte höher. Dadurch seien 250.000 Arbeitsplätze gesichert beziehungsweise neu geschaffen worden.

Zu einer verantwortlichen Politik gehöre, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen, so Poss und Müller. Auch dies habe das Bundesverfassungsgericht bestätigt. Die Ausnahmen für das produzierende Gewerbe seien deshalb auch nur gerechtfertigt, so lange die Wirtschaft die Klimaschutzziele erfülle.

20.04.2004   Quelle: SPD-Bundestagsfraktion
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Verfassungsbeschwerden gegen Ökosteuer ohne Erfolg

Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts hat mit dem am 20.04.2004 verkündete Urteil die Verfassungsbeschwerden von zwei gewerblichen Kühlhausunternehmen und fünf Spediteuren betreffend die so genannte Ökosteuer zurückgewiesen. Das berichtet das Bundesverfassungsgericht in einer Pressemitteilung.  "Das Produzierende Gewerbe darf im Interesse der Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland durch steuerliche Vergünstigungen vor Wettbewerbsnachteilen geschützt werden, denen dieser Wirtschaftszweig infolge der finanziellen Belastungen durch die Stromsteuer und die Erhöhung der Mineralölsteuer auf Heizstoffe seit dem 1. April 1999 ausgesetzt sein könnte", so das Bundesverfassungsgericht. Die Kläger hatten sich durch die Ökosteuer willkürlich benachteiligt gesehen.

Jürgen Trittin: Ökosteuer ist wirkungsvolles Instrument für Umwelt und Arbeit

Das höchste deutsche Gericht habe die Ökosteuer für verfassungskonform erklärt und damit die Politik der Bundesregierung bestätigt, kommentierte Bundesumweltminister Trittin das Urteil. "Die Ökosteuer stellt ein wirkungsvolles und sinnvolles Instrument dar, von dem Umwelt und Arbeit gleichermaßen profitieren. Das Prinzip, den Verbrauch von Energie zu verteuern und die Arbeitskosten zu senken, hat sich bewährt", so Trittin. Die Ökosteuer entlaste die deutsche Wirtschaft bei den Arbeitskosten um über 18 Milliarden Euro. Ohne die Ökosteuer läge der Rentenbeitrag laut Trittin über 21 Prozent.

Die Ökosteuer wirke durch die Verteuerung von Energiekosten, betont Trittin. Seit dem Jahr 2000 seien die CO2-Emissionen des Verkehrs jährlich um 1 bis 1,5 Prozent gesunken - im vergangenen Jahr sogar um 2,5 Prozent. Die Ökosteuer Habe wesentlich dazu beigetragen, dass es bei den verkehrsbedingten CO2-Emissionen eine echte Trendwende gegeben habe. Gerade in diesem Bereich habe die Ökosteuer ihre Lenkungswirkung gezeigt, betont der Bundesumweltminister.

20.04.2004   Quelle: Bundesverfassungsgericht; BMU
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Staatssekretärin Wolf unterstreicht Verantwortung der OECD-Mitgliedstaaten beim Klimaschutz

Zum Stand der Umsetzung der "OECD-Umweltstrategie" treffen sich vom 19. bis 21. April 2004 in Paris hochrangige Regierungsvertreter aus allen OECD Mitgliedstaaten. Ziel der dreitägigen Veranstaltung ist, eine erste kritische Bilanz zu ziehen. Für die Bundesregierung nimmt Margareta Wolf, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, an der Konferenz teil. "Nur ein Drittel der OECD Mitgliedstaaten haben seit 1990 ihre Treibhausgasemissionen reduziert oder zumindest stabilisiert; die meisten davon allerdings als Folge wirtschaftsstruktureller Veränderungen und nicht als strategisches Konzept mit gezielten klimapolitischen Schritten" so Margareta Wolf.   Um den sich abzeichnenden erheblichen Klimaveränderungen mit zum Teil dramatischen Folgen zu begegnen, seien die OECD Mitgliedstaaten aufgerufen, verstärkt Maßnahmen zu ergreifen, gerade in der nationalen Klimaschutzpolitik.

Ziel der Konferenz wird es sein, sich im Kreise der OECD Mitgliedstaaten auf effizientere Maßnahmen im Bereich des Klimaschutzes, zum Abbau umweltschädlicher Subventionen oder einer besseren Einbindung umweltpolitischer Zielsetzungen in die gesamte Regierungspolitik zu verständigen, zum Beispiel in den Bereichen Energie-, Verkehrs-, Finanz- und Landwirtschaftspolitik. "Im Vorfeld der Konferenz begrüße ich die kritische Bilanz der OECD zur Umweltpolitik. Wir brauchen die OECD gerade auch in der Umweltpolitik, um die Aktivitäten der reichen Industriestaaten einschließlich der USA und Japan in einem internationalen Kontext zu bewerten", so Margareta Wolf.

Deutschland habe konsequent auf ökonomische Instrumente in seiner nationalen Klimaschutzpolitik gesetzt - dazu zählen die ökologische Steuerreform, das Erneuerbare-Energien-Gesetz, die Kraft-Wärme-Kopplung sowie die Klimaschutzvereinbarung der deutschen Industrie. Erfolge bei den immer bedeutsamer werdenden globalen Umweltthemen würden sich nur dann einstellen, wenn besonders alle großen OECD Mitgliedstaaten klimapolitisch an einem Strang ziehen.

Eine deutschsprachige Zusammenfassung der vorgelegten Bilanz kann auf der Homepage des BMU heruntergeladen werden. Die auch heute noch aktuelle OECD Umweltstrategie kann heruntergeladen werden unter http://www.bmu.de/files/env-strat-f.pdf. Weitere Informationen zum OECD Umweltministertreffen sind auf der OECD Homepage einzusehen: http://www.oecd.org/home

20.04.2004   Quelle: BMU
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Bayerisches Unternehmen fertigt Solarkocher für Entwicklungsländer

Solarkocher der Firma Sun and Ice GmbH
Solarkocher der Firma Sun and Ice GmbH

Mit Hilfe von Solarkochern will das junge Unternehmen Sun and Ice GmbH mit Sitz im bayerischen Feichten Rodungen von Wäldern in Entwicklungsländern vorbeugen. Die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) hat dem Sun and Ice Solarkocher in einem langjährigem Feldtest beste Noten vergeben, berichtet Sun and Ice in einer Pressemitteilung. Neben der umweltfreundlichen Art des Garens setzt Sun and Ice auch auf ein innovatives solarbetriebenes Kühlsystem, bei dem als Kältemittel nur Wasser und ein sandähnliches Mineral eingesetzt werden.  
"Wir wollen dazu beitragen, dass der weltweit wachsende Energiebedarf nachhaltig gedeckt wird: Die Sonne ist dabei unser kostenloser Lieferant", so Geschäftsführerin Ursula Zeuch. Die Sun and Ice GmbH baut auf den Ideen und Idealen der 1993 gegründeten EG-Solar auf. Ziel sei, durch die Verbreitung von Solarkochern die Brennholzkrise in betroffenen Ländern zu lindern und die Chancen für Aufforstungsmaßnahmen zu verbessern. Der Solarkocher, der aus einem Parabolspiegel besteht, in dessen Brennpunkt sich eine Aufhängevorrichtung für diverses Kochgeschirr befindet, habe sich inzwischen in über 80 Partnerländern über 18.000-fach bewährt. In über 30 Ländern seien mit Hilfe der EG-Solar Werkstätten für die Reparatur und Installation von Solarkochern eingerichtet worden.

Der Solarkocher arbeitet nach dem Prinzip der Bündelung der Sonnenstrahlen: Damit wird das Kochgut auf hohe Temperaturen erhitzt. Die Kocher eignen sich zum Kochen, Backen, Braten und Frittieren. Außerdem dienen sie zum Sterilisieren von medizinischen Geräten, zum Wasserabkochen und können für gewerbliche Zwecke wie Garküchen und Färbereien eingesetzt werden. Der Parabolspiegel besteht aus witterungsbeständigem Hochglanz-Aluminium, das Gestell aus verzinktem Stahl. Bei wolkenlosem Himmel leistet der Kocher 700 Watt. Damit können innerhalb von 25 Minuten drei Liter Wasser gekocht werden. Der Solarkocher ist robust und einfach zu handhaben.

Neben dem Solarkocher entwickelt die Sun and Ice derzeit ein umweltfreundliches solarbetriebenes Kühlsystem. Die Tage, an denen der größte Bedarf an Kühlung anfällt, decken sich mit jenen, an denen die maximalen solaren Energiegewinne möglich sind.

Anlässlich der 12. Internationalen Solarkochertagung Ende März in Burghausen präsentierte sich die neue Firma Sun and Ice erstmals der Öffentlichkeit. Zielgruppe sind Entwicklungs- und Hilfsorganisationen sowie Stiftungen. Wer die dezentrale Nutzung der Sonnenenergie in benachteiligten Regionen weiter vorantreiben will, kann sich an der Sun and Ice als stiller Gesellschafter beteiligen.





20.04.2004   Quelle: Sun and Ice GmbH; pressetext.de
Bildquelle: pressetext.de

 

Energie-Spezial im Wirtschaftsteil der ZEIT

Das Thema "Energie" gewinnt immer mehr an Bedeutung in unserer Gesellschaft. Aus diesem Grunde hat die Wochenzeitung ihren Wirtschaftsteil in der aktuellen Nummer 18. vom 22. April 2004 um den sechsseitigen Sonderteil "Energie Spezial" erweitert.   Die ZEIT liefert eine Zwischenbilanz zur Energiewende unter der Titel "Abschied von Kohle, Öl und Atom. Die Energiewende hat längst begonnen". Weiter beschäftigen sich die Autoren mit Mikrokraftwerken, dem Poker um die Erdgas-Reserven und geben Tipps, wie jeder Autofahrer mehr aus dem Tank herausholen kann.

Der Artikel "Ein sauberer Traum" schildert, wie die Kohlelobby emissionsfreie Kraftwerke anpreist, die laut ZEIT allerdings bisher nichts als eine Hoffnung darstellen. Unter der Überschrift "Strom, Sprit und Wärme vom Bauern" wird erläutert, wie nachwachsende Rohstoffe die Energieversorgung sichern und das Klima retten sollen. Schließlich stellt das Themen-Spezial der Zeit eine bayerische Familie vor, die ein innovatives Fahrzeug entwickelt hat- mit zwei Rädern und einem Wasserstofftank.


20.04.2004   Quelle: DIE ZEIT

 

Tag der Erneuerbaren Energien: Stadtwerke erinnern an "Stromwechsel"

Zum Tag der Erneuerbaren Energien (17.04) haben die deutschen Stadtwerke daran erinnert, dass umweltbewusste Bürger zügig und bequem dazu beitragen können, dass ihr Strompreis in den Ausbau erneuerbarer Energiequellen wie Sonne, Wasser, Wind, Biomasse oder Geothermie fließt - durch einen "Stromwechsel".   Mit energreen, der Ökostrommarke der Stadtwerke, sei diese Zweckverwendung garantiert, so die in der Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) zusammengeschlossenen Stadtwerke.

energreen ist zertifiziert vom Grüner Strom Label e.V., dem führende Umweltverbände und Institutionen angehören (u.a. BUND, NABU, Eurosolar) und mit dem Label "Gold" ausgezeichnet. Die energreen-Anbieter verpflichten sich, mindestens 80 Prozent des Aufpreises auf energreen-Strom in die Errichtung neuer Ökostrom-Anlagen zu investieren. Durch diese Garantie trage jeder einzelne energreen-Bezieher dazu bei, dass neue Ökostrom-Anlagen vor Ort gebaut werden und sich die verschiedenen Zukunftsenergien in Deutschland etablieren können.

Beim energreen-Bezug beträgt der Förderbetrag für erneuerbare Energien vier Cent/kWh plus Umsatzsteuer, so die ASEW. Der Umstieg auf energreen sei ganz einfach: weder ein Zähler- noch ein Leistungswechsel sei erforderlich. Die Verbraucher können Ökostrom energreen bei ihren Stadtwerken vor Ort beziehen. Insgesamt 78 Stadtwerke in Deutschland bieten als ASEW-Mitgliedsunternehmen energreen an, einige von ihnen bundesweit.

20.04.2004   Quelle: ASEW Energie und Umwelt Service GmbH & Co. KG

 

EUROSOLAR: Nur massive Nutzung erneuerbarer Energien kann globale Katastrophe abwenden

"Angesichts unmittelbar bevorstehender Verknappungen der weltweiten Erdöl- und Erdgasreserven, denen ein wachsender Energiebedarf gegenübersteht, und der zunehmenden Zahl emissionsbedingter Umweltkatastrophen im weltweiten Maßstab, drohen der Weltzivilisation unkontrollierbar werdende politische, wirtschaftliche, soziale und ökologische Krisen, die nur durch eine umfassende Mobilisierung erneuerbarer Energien abgelöst werden können". Das erklärte Hermann Scheer, Vorsitzender des Weltrats für Erneuerbare Energien und Präsident von EUROSOLAR aus Anlass der bevorstehenden Internationalen Konferenz für erneuerbare Energien in einer Pressemitteilung.   "renewables 2004": Internationale Konferenz für erneuerbare Energien

Vom 29. Mai bis 4. Juni wird es in Bonn die weltweit bisher größte Zusammenkunft von Akteuren geben, um weitere Schritte zur internationalen Verbreitung erneuerbarer Energien zu beraten. Anlass ist die Internationale Regierungskonferenz, die vom 1.-4. Juni stattfindet, und zu der Bundeskanzler Schröder auf der UN-Konferenz über nachhaltige Entwicklung im August 2002 eingeladen hatte. In diesem Rahmen wird am 2. Juni auf Einladung des Bundestages ein Internationales Parlamentarierforum über Erneuerbare Energien stattfinden. Parallel zu diesen Ereignissen wird Bundespräsident Johannes Rau im Garten der Villa Hammerschmidt zu einer Woche der Umwelt einladen, in der ebenfalls die erneuerbaren Energien im Zentrum stehen.

Zweites "Weltforum Erneuerbare Energien" will "World Renewable Energy Agenda" beschließen

Neben vielen weiteren Begleitveranstaltungen wird im Vorfeld dieser Ereignisse vom 29.-31. Mai das "Zweite Weltforum Erneuerbare Energien" durchgeführt, zu dem der Weltrat für Erneuerbare Energien (World Council for Renewable Energy, WCRE) und EUROSOLAR einladen. Auf dem Forum wollen Nichtregierungsorganisationen auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien aus allen Kontinenten ihre Forderungen für eine weltweite Förderung erneuerbarer Energien artikulieren und eine „World Renewable Energy Agenda“ beschließen.
Nach Auffassung des Weltrats für Erneuerbare Energien sollen diese Tage ein unüberhörbar werdendes Signal sein, dass die Zeit der Lippenbekenntnisse für erneuerbare Energien vorbei sei und massive Schritte in diese Richtung überall zwingend geboten seien.

"Kaum nennenswerte Regierungsinitiativen"

Der Weltrat für Erneuerbare Energien und EUROSOLAR wollen auf dem Weltforum unter anderem zeigen, dass bisher kaum eine Regierung tatsächlich nennenswerte Initiativen für die Mobilisierung regenerativer Energien eingeleitet hat. Die Vorbehalte, dass wirtschaftliche Gründe solchen Initiativen entgegenstünden, seien ungerechtfertigt, weil erneuerbare Energien zahlreiche makroökonomische Vorteile bringen, betonen der Weltrat und EUROSOLAR.

Weiter wollen der Weltrat und EUROSOLAR belegen, dass und wie es angesichts des tatsächlichen Potenzials erneuerbarer Energien möglich sein wird, den gesamten Energiebedarf der Menschheit mit regenerativen Energien zu decken. Besonders vordringlich sei, Strategien zur Unabhängigkeit vom Erdöl für den Kraftstoffsektor einzuleiten und hierbei der Schwerpunkt auf moderne Formen der Biokraftstoffe zu setzen.

Weltforum schlägt Handlungskonzepte vor

Die wichtigsten Schritte auf dem Weg zur globalen Energiewende sind für EUROSOLAR und den Weltrat unter anderem die Einrichtung einer Internationalen Agentur für erneuerbare Energien sowie eine UN-Universität für erneuerbare Energien, um das weltweite Ausbildungsdefizit in diesem Bereich rasch zu überwinden, vor allem im Bereich der Bau- und Ingenieurberufe. Die Weltbank und die anderen internationalen Entwicklungsbanken sollten ihr Portfolio für Energiekredite deutlich ausweiten und dieses ausschließlich auf erneuerbare Energien und Energieeffizienzinvestitionen konzentrieren.

Im Rahmen der staatlichen Entwicklungshilfe sollen die erneuerbaren Energien und Energieeffizienzprojekte absolute Priorität erhalten, weil sie das dauerhaft wirksamste Instrument zur Armutsbekämpfung und wirtschaftlichen Entwicklung seien, fordern Weltrat und EUROSOLAR. Weiter sollten die NATO-Staaten einen wachsenden Teil ihrer Rüstungsausgaben für die Mobilisierung erneuerbarer Energien in den Krisenregionen der Welt einsetzen und auf diesem Wege die „Green Cross“-Initiative Gorbatschows unterstützen.

Der atomare Nichtverbreitungsvertrag, der allen Mitgliedsstaaten einen Technologietransfer für Atomtechnik garantiert, soll ausgeweitet werden um die Verpflichtung zum Technologietransfer für erneuerbare Energien. Schließlich sollen gemeinsam globale industrielle Normen und Standards für erneuerbare Energien unverzüglich erarbeitet werden, um „nichttarifäre“ Einführungsbarrieren abzubauen. Außerdem forden Weltrat und EUROSOLAR, im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) Zollfreiheit für den Handel mit erneuerbaren Energie- und Energieeffizienztechniken einzuführen.

19.04.2004   Quelle: EUROSOLAR
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SunTechnics: Schönste Solarstrom-Anlage steht auf Niedrigenergie-Haus

Suntechnics-Solardach in Luxemburg

Die europaweit schönste private Photovoltaik-Anlage von SunTechnics hat das luxemburgische Partnerunternehmen Electricité STOOS geplant und installiert. Unter dem Beifall von über 100 Solarprofis aus Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz nahm Marc Karier, Geschäftsführer von Electricité STOOS, die Auszeichnung in Hamburg bei der alljährlichen Fachtagung entgegen.   Wie bereits im vergangenen Jahr kürten die SunTechnics-Partner die optisch ansprechendste Integration einer Solarstromanlage.

84 Solarmodule sind symmetrisch auf dem trapezförmigen Dach eines Niedrig-Energiehauses in Luxemburg installiert und fügen sich harmonisch in das Gesamtbild der blauen Dachziegel ein. "Die Installation der Anlage war eine große Herausforderung", freut sich Marc Karier über den Preis. So mussten die Module in einer Höhe von rund 20 Metern direkt an der Dachkante sturmfest installiert werden, was große Ansprüche sowohl an die Gestelltechnik als auch die Installationsfertigkeit der Monteure stellt. "Unsere technische Konstruktion und Planung hat den Hausbesitzer überzeugt. Denn die Anlage sollte nicht nur stabil montiert sein, sondern gleichzeitig auch optisch ansprechen", berichtet Karier. Sechs Tage haben die Fachleute von Electricité STOOS für die Montage der Module gebraucht. Jetzt liefert die Anlage jährlich über 6.300 Kilowattstunden umweltfreundlichen Strom in das öffentliche Netz.

Die SunTechnics Solartechnik GmbH ist eine der führenden Planungs- und Vertriebsgesellschaften für Solaranlagen in Europa. Über 1.000 Anlagen hat das Unternehmen allein im letzten Jahr für ihre Kunden neu geplant und installiert. "Unser Vorsprung beruht nicht zuletzt auf dem internationalen Erfahrungsaustausch unserer Ingenieure über technische und architektonische Sonderlösungen", erklärt Dr. Gerwin Dreesmann, Geschäftsführer der SunTechnics in Hamburg. Mit Electricité STOOS gewann ein luxemburgisches Unternehmen dieses Jahr den Preis. In Deutschland ist SunTechnics dank eines dichten Partnernetzes von Elektrofachbetrieben bundesweit kundennah vertreten. Neben privaten Dachanlagen und architektonischen Sonderlösungen gehören auch Großprojekte wie der aktuell weltgrößte Solarpark Hemau bei Regensburg zu den Referenzanlagen der SunTechnics Solartechnik GmbH.

19.04.2004   Quelle: SunTechnics Solartechnik GmbH
Bildquelle: SunTechnics
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KfW schreibt Energieeffizienzpreis 2004 für Unternehmen aus

Die KfW Förderbank vergibt unter dem Motto "Strom effizient nutzen" erstmalig den "KfW-Energieeffizienzpreis". Insgesamt 15.000 EUR Preisgeld erwarten Unternehmen mit zukunftsweisenden Lösungen für die Umsetzung von Stromeinsparmaßnahmen. Die betriebliche Aktivität soll den Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid wesentlich mindern und zugleich erhebliche Kosteneinsparungen realisieren können.  "Die ausgezeichneten Leistungen sollen in eindrucksvoller Weise demonstrieren, dass der rationelle Einsatz von elektrischer Energie nicht nur dem Klimaschutz zugute kommt, sondern die Unternehmen auch dabei unterstützt, ihre Energiekosten zu senken und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken," betonte Detlef Leinberger, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe.

Der Idee und Zielsetzung des Wettbewerbs liegt die Tatsache zugrunde, dass der Anteil des Stromverbrauchs am gesamten deutschen Endenergieverbrauch (Brennstoffe, Kraftstoffe, Strom) derzeit knapp 20 Prozent beträgt. Mit fast 40 Prozent trägt die Stromerzeugung jedoch überproportional zu den gesamten treibhauswirksamen Kohlendioxid-Emissionen in Deutschland bei. "Dies macht deutlich, wie wichtig es ist, bestehende Stromeinsparpotentiale auf der Nachfrageseite auszuschöpfen", sagte Leinberger.

Am Wettbewerb teilnehmen können kleine und mittelständische Unternehmen, deren Jahresgruppenumsatz 500 Millionen Euro nicht überschreitet und die in den letzten drei Jahren erfolgreich betriebliche Stromeinsparmaßnahmen umgesetzt haben. Die Bewerbungen können auch gemeinsam mit einem Kooperationspartner eingereicht werden, beispielsweise dem Lieferanten der Stromeinspartechnologie, einem Ingenieurbüro oder Contractor. Einsendeschluss ist der 30. Juni 2004.

Zur Finanzierung betrieblicher Energieeinsparmaßnahmen stellt die KfW langfristige, zinsverbilligte Darlehen aus dem ERP-Umwelt- und Energiesparprogramm sowie als Ergänzungsfinanzierung aus dem KfW-Umweltprogramm zur Verfügung. Informationen zu diesen Förderprogrammen finden gibt es unter www.kfw.de.

Detaillierte Informationen zum Wettbewerb und Auswahlverfahren liefern die Ausschreibungsunterlagen zum KfW-Energieeffizienzpreis 2004 unter http://www.kfw.de.

19.04.2004   Quelle: KfW

 

Lörrach: Zwei neue Solarkraftwerke mit 76 Kilowatt Leistung

Zwei weitere Anlagen des Solarstromparks Oberrhein werden in Lörrach eingeweiht. Auf den kostenlos zur Verfügung gestellten Dachflächen des Hallenbads in Lörrach und der Firma Ketterer & Liebherr in Lörrach-Hauingen installierte die S.A.G. Solarstrom AG die Solarstromalagen mit einer Gesamtleistung von 76 kWp.   An dem erfolgreich abgeschlossenen Solarstromfonds, beteiligten sich nach Angaben des Unternehmens zirka. 230 Anleger. "Das Engagement der Dachgeber ist ein wichtiger Bestandteil des Solarstrompark Oberrhein. Dadurch können sich viele Anleger für die Energiewende einsetzen und außerdem eine gute Rendite erwirtschaften.", bedankt sich Uwe Ilgemann, Vorstand der S.A.G. Solarstrom AG. Die beiden Anlagen ersparen der Umwelt jährlich 42 Tonnen des Treibhausgases CO2, so die S.A.G. Solarstrom AG in einer Pressemitteilung.

Auf dem Dach des Hallenbades wird eine 357 Quadratmeter große Solarstromanlage mit 47 kWp künftig jährlich rund 43.000 Kilowattstunden umweltfreundlichen Strom produzieren. Das reicht für die Versorgung von etwa 12 Haushalten. Mit diesem Dach stelle die Stadt Lörrach bereits die zweite kostenlose Fläche für den Solarstrompark Oberrhein zur Verfügung und werde damit erneut dem Titel "Energiestadt" gerecht, so die S.A.G. Solarstrom AG. "Mit der Bereitstellung unserer Dachflächen wollen wir das klimafreundliche Engagement Lörrachs unterstreichen. Der Solarstrompark Oberrhein hat mich von Anfang an begeistert. Ich selbst habe mich auch beteiligt," freut sich die Lörracher Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm.

Ein weiterer Standort ist das Dach der Ketterer + Liebherr GmbH im Lörracher Stadtteil Hauingen. Dort werden auf einer Fläche von 216 qm bei einer Kraftwerksleistung von 29 kWp jährlich 26.000 kWh Sonnenstrom erzeugt. Auch die Ketterer + Liebherr GmbH ist kein Solar-Neuling: Im Jahr 2000 nahm die Freiburger Zentrale ein Kraftwerk mit 450 qm Modulfläche in Betrieb. Dafür wurde das Fachhandelshaus für Kunststoffe, Industriebedarf und Bodenbeläge vom WWF und der S.A.G. Solarstrom AG zum Solarunternehmen 2000 gekürt. "Umweltfreundliche Energiegewinnung war für uns schon immer ein wichtiges Thema und zählt zu den Unternehmensleitsätzen", erklären Thomas und Eberhard Liebherr zur Bereitstellung Ihres Daches.

Die S.A.G. Solarstrom AG ist Initiator des Projekts Solarstrompark Oberrhein. Er ist ein Fondsprojekt, das Ende 2003 erfolgreich geschlossen wurde. "Wer Umweltengagement und Rendite verbinden will, kann sich aktuell am Solarstrompark Tauber-Franken beteiligen. Für die Anleger wird eine Rendite von 6,3 % prognostiziert" beschreibt Ilgemann auf die Vorzüge dieser Geldanlage.

18.04.2004   Quelle: S.A.G. Solarstrom AG

 

Trittin für Neuordnung der Umweltkompetenzen

Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat sich für eine Reform der Umweltkompetenzen bei der Neuordnung der föderalen Struktur der Bundesrepublik ausgesprochen. "Gegenwärtig sind die Gesetzgebungskompetenzen im Umweltbereich zersplittert. Das ist der Grund für das Schneckentempo mancher Reformen und Projekte und für Fristüberschreitungen bei der Umsetzung europäischer Richtlinien", sagte Trittin vor mehr als 150 Teilnehmern einer Tagung des Bundesumweltministeriums zur Föderalismusreform.   Ziel müsse sein, die Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit von Bund und Ländern zu verbessern. Der Bund müsse eine einheitliche Gesetzgebungskompetenz für den Bereich Umwelt erhalten, so Trittin.

Der Bund sei derzeit zwar grundsätzlich zuständig für die Gesetzgebung in den Bereichen Boden, Abfall, Luft, Lärm und Strahlung. Für Natur und Wasser könne er aber nur Rahmenrecht setzen. In diesen Fällen müssten dann sechzehn Landesgesetzgeber ausfüllende Vorschriften erlassen. "Das bedeutet regelmäßig einen Berg Mehrarbeit und führt ebenso regelmäßig zu überflüssigen Verzögerungen. Wir wollen Bürokratie abbauen, das Umweltrecht verschlanken und rationeller organisieren. Unsere nationale Zuständigkeitsordnung muss endlich europatauglich werden", forderte Trittin.

Rund 80 Prozent des deutschen Umweltrechts beruhen inzwischen auf Vorgaben der Europaeischen Union. Um beispielsweise die EU-Wasserrahmenrichtlinie in bundesdeutsches Recht zu überführen, sind alleine 33 Rechtsakte nötig: ein Wasserhaushaltsgesetz des Bundes, 16 Landeswassergesetze und 16 Landeswasserverordnungen. "Was die EU sektorenübergreifend geregelt hat, muss in Deutschland anschließend meist wieder sektoral aufgegliedert und Teile den Ländern aufgetragen werden.", sagte Trittin. Bei dieser sektoralen Arbeitsweise würden zudem häufig Nebenwirkungen in anderen Bereichen übersehen. So finde etwa bei der Diskussion um Gentechnik in der Landwirtschaft die Frage, welche Effekte die Ausbreitung transgenen Pollens in geschützten Naturräumen entfalten könnten, derzeit kaum Beachtung.

Neue Aktionsfelder für die Bundesländer sieht der Trittin beim Vollzug der Gesetze. "Hier liegt die Stärke der Länder. Die Behörden vor Ort kennen sich mit den konkreten Verhältnissen sehr viel besser aus als der Bund. Daher brauchen wir eine Stärkung der unteren Ebene", sagte Trittin. Der Bund solle sich auf übergreifende Regelungen beschränken. "Es gibt Bundeszuständigkeiten, die mich jedes Mal erneut erstaunen. Weshalb muss der Bund beispielsweise über Einzelprojekte wie die Ortsumgebung Barenburg entscheiden?", so Trittin.

Auch bei der Atomaufsicht denkt der Bundesumweltminister über Alternativen zur sogenannten "Bundesauftragsverwaltung" nach. Derzeit existieren in den Bereichen Kernenergie und Strahlenschutz mit der Bundes- und der jeweiligen Landeseben doppelte Verwaltungsstrukturen beim Vollzug. Um dies aufzuheben und zum Abbau von Bürokratie beizutragen schlägt Trittin vor, den Vollzug des Atomrechts beim Bund zu konzentrieren, den Strahlenschutz hingegen vollständig in Landeshände zu geben. Denn der Strahlenschutz betreffe nicht nur Atomkraftwerke, er reiche weit in den Gesundheits- und Arbeitsschutz hinein. "Die Föderalismusreform ist eine Chance für beide Seiten, für Bund und Länder. Wir müssen sie darüber hinaus zu einer Chance für besseren, effektiveren Umweltschutz machen", sagte Trittin.

18.04.2004   Quelle: BMU

 

dena: Europa ist Windenergiemarkt mit hohem Wachstumspotenzial

Nach dem rasanten Wachstum der letzten Jahre in Deutschland und Dänemark, den Pionierländern der Windenergienutzung, werden in Zukunft die internationalen Märkte für die Windbranche immer interessanter und wichtiger. Das berichtet die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) in einer Pressemitteilung anlässlich der Veröffentlichung des Exporthandbuchs Windenergie 2003/04.   Neben dem Repowering, der Offshore-Entwicklung und der Diversifizierung in neue Technologien auf dem heimischen Markt setzten daher nahezu alle Unternehmen der Branche mittlerweile auf die Erschließung ausländischer Märkte, so die dena.

Vor allem in den europäischen Nachbarstaaten fänden deutsche Unternehmen ein hohes natürliches Windpotenzial und viel versprechende politische Rahmenbedingungen. Dennoch sei die Zahl erfolgreich realisierter Projekte bislang vergleichsweise gering. Gezielte Unterstützung gibt es seit 2002 von der „Exportinitiative Erneuerbare Energien“ der dena. „Zuverlässige, aktuelle und umfassende Informationen über den Zielmarkt sind die wesentliche Basis für den erfolgreichen Einstieg in einen ausländischen Markt“, betont der verantwortliche dena-Bereichsleiter Markus Kurdziel und verweist auf den Internetauftritt www.exportinitiative.de.

Darüber hinaus veröffentlicht die Deutsche Energie-Agentur im Rahmen ihrer Exportinitiative praxisrelevante Exporthandbücher, so zum Beispiel über den europäischen Markt für Photovoltaik oder die Erneuerbaren Energie-Märkte in Polen und Brasilien. Aktuell erscheint das „Exporthandbuch Windenergie 2003/04 – Die europäischen Märkte im Vergleich“. Es informiert in zwei Bänden auf insgesamt 460 Seiten über die sehr unterschiedlichen energiepolitischen und energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen in insgesamt 28 Ländern. Betrachtet werden die 14 EU-Staaten (ohne Deutschland), die zehn EU-Beitrittsländer sowie die Schweiz, Kroatien, Norwegen und die Türkei.

Dabei garantiere die einheitliche Darstellung sowie die Auflistung der wichtigsten Kenndaten für jedes einzelne Land eine hohe Vergleichbarkeit, so die dena. Zudem enthält das Handbuch über 1.000 wichtige Adressen sowie ausführliche Analysen über die derzeit fünf bedeutendsten europäischen Windenergie-Märkte Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande und Portugal. Dabei handle es sich in erster Linie um Informationen zur Projektentwicklung, wie Standortsicherung, Raumplanungsrecht, Baugenehmigung oder Netzanschluss.

Das „Exporthandbuch Windenergie 2003/04“ gehört zur dena-Schriftenreihe der Exportinitiative Erneuerbare Energien und dient als Grundlage für Investitionsentscheidungen sowie als Orientierungshilfe während der gesamten Projektplanung und -realisierung. Weitere Informationen sind abrufbar unter www.exportinitiative.de.

17.04.2004   Quelle: dena

 

Worldwatch-Bericht: Die Anatomie der Ressourcenkriege

Worldwatch-Report über Ressourcenkriege.

Ressourcen heizen Konflikte an: Regierungen, Rebellen und Krieg führende Parteien haben Millionen Dollar damit verdient, konfliktträchtige Güter zu verkaufen wie beispielsweise Diamanten, Öl, Holz oder das Metall Tantal, Rohstoff für die Herstellung von Handys, Laptops und anderen elektronischen Geräten. Da sie sich mit dem Geld bewaffnen und ihre eigenen Taschen füllen, wuchs der Preis der Rohstoffkonflikte beispiellos: Über 5 Millionen Menschen wurden in den 90er Jahren getötet, rund 20 Millionen vertrieben und beträchtliche Umweltschäden verursacht. Das berichtet das Worldwatch-Institute in einer Pressemitteilung.   In einem neuen Report beleuchtet der Worldwatch-Forscher Michael Renner die Anatomie der Ressourcenkriege, untersucht Einzelfälle und bewertet die Bemühungen, die Verbindung zwischen Ressourcen und Konflikten zu kappen. Von Kolumbien über Angola bis nach Afghanistan sterben täglich Menschen, weil die Konsumgesellschaften Rohstoffe importieren und verbrauchen, ohne darauf zu achten, woher diese stammen, erläutert Renner.

Der Report: "The Anatomy of Resource Wars"; Worldwatch Paper Nummer 162, kann als PDF-Datei (91 Seiten) kostenlos heruntergeladen werden unter http://www.worldwatch.org/pubs/paper/162/

17.04.2004   Quelle:
Bildquelle: Worldwatch Institute

 

 

16.04.2004   Quelle:

 

Deutsche Bundesstiftung Umwelt: Mit Öko-Energien im Kampf gegen den Klimawandel

Für Umwelt-Experten liegt es auf der Hand: Überschwemmungen, Trockenheit und Stürme haben zugenommen. "Diese Naturkatastrophen gelten als Vorboten des weltweiten Klimawandels. Deshalb müssen wir die Anstrengungen für den Klimaschutz verstärken", sagt Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).  Der Weg: "Wir müssen im Alltag Energie sparen und mehr Sonnen-, Wind- und Wasserkraft einsetzen, also erneuerbare Energieträger", so Brickwedde. Dies biete auch Chancen für die Wirtschaft, sagte Brickwedde am "Tag der erneuerbaren Energien" (17.04.)

Gerade die erneuerbaren Energien schafften Arbeitsplätze, betont der DBU- Generalsekretär. So würde inzwischen mehr Stahl beim Bau von Windrad-Rotoren verarbeitet als im Schiffsbau. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums hingen 2002 rund 135.000 Arbeitsplätze von erneuerbaren Energien ab. Die DBU setzt sich seit ihrer Gründung 1991 konsequent für alternative Energien ein und hat bislang 1.230 Projekte mit insgesamt rund 78 Millionen Euro gefördert.

"Der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Energieverbrauch lag in Deutschland im vergangenen Jahr erstmals über drei Prozent", betont Brickwedde. "Doch der Informationsbedarf der Menschen ist weiterhin hoch." Deshalb stehe die erste Juniwoche ganz im Zeichen alternativer Energiequellen: vom 2. bis zum 5. Juni lädt Bundespräsident Johannes Rau zur zweiten "Woche der Umwelt" in den Garten der Villa Hammerschmidt (Bonn). Neben der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ist diesmal auch die NRW-Stiftung für Umwelt und Entwicklung Mitveranstalter, die Deutsche Energie-Agentur und EUROSOLAR unterstützen sie.

Rund 60 Aussteller und täglich 1.000 Gäste werden erwartet. Hintergrund ist die Internationale Konferenz für Erneuerbare Energien "renewables 2004", die Anfang Juni in Bonn zeitgleich stattfindet.

Mehr Informationen zu Förderprojekten der DBU gibt es unter: http://www.dbu.de

16.04.2004   Quelle: DBU

 

Frankreich: Kernkraftwerke sollen den Risiken hoher sommerlicher Temperaturen angepasst werden

Das französische Amt für Strahlenschutz und Reaktorsicherheit (ASN) ist der Ansicht, dass die Betreiber der französischen Kernkraftwerke, die letzten Sommer Sofortmaßnahmen ergreifen mussten, um die Folgen der Hitzewelle auf den Betrieb der Anlagen zu minimieren, sich jetzt ernsthaft an dieses klimatische Risiko anpassen müssen. Im Jahresbericht der ASN wird erklärt, dass die im Jahr 2003 erlebte Klimasituation gezeigt habe, dass die Kernkraftwerksbetreiber Schwierigkeiten hatten, die
Temperaturkriterien einzuhalten, die für den Betrieb wichtig sind.
  „Entscheidungen sind unter zeitlichem Druck getroffen worden. Es müssen Maßnahmen ergriffen werden, damit man in Zukunft nicht mehr improvisieren muss“ erklärte André-Claude Lacoste, geschäftsführender Direktor der ASN auf einer Pressekonferenz.

EDF hatte laut ASN in einigen Kernkraftwerken Sofortmaßnahmen ergreifen müssen, um die Luft innerhalb der Gebäude abzukühlen, welche die Reaktoren schützen. Im Kernkraftwerk von Fessenheim (Oberrhein) habe kurzfristig ein Besprühungssystem eingebaut werden müssen, weil die Innentemperatur 48°C überschritten hatte. In anderen Kraftwerken habe der Temperaturanstieg der Wasserläufe, die das Abkühlen ermöglichen, das ASN dazu veranlasst, die Betriebsnormen zu lockern. Die Kernkraftwerke, die sich an der Rhone, der Seine, der Mosel und der Garonne befinden, durften zeitweise weiterarbeiten, jedoch mit einer Abwärme, die höher lag als die vorgeschriebenen Genehmigungen.
Diese Maßnahme sei von den Umweltschützern aufs äußerste kritisiert worden. Sie betonten, dass dies für einige Spezies ein großes Risiko darstellte.

„Diese zeitlich begrenzte Genehmigung ist eigentlich sehr wenig genutzt worden“, und „zu keinem Zeitpunkt ist die Sicherheit erneut in Frage gestellt worden“ versicherte Lacoste. Allerdings stelle der ASN-Bericht fest, dass eine solche Situation noch häufiger auftreten werde und sie deshalb berücksichtigt werden müsse, sowohl bei der Ausmessung der Kernanlagen, als auch für die Entwicklung eines Alarmsystems, das solche Situationen voraussieht.

Direction générale de la sûreté nucléaire et de la radioprotection (ASN); Wissenschaft-Frankreich (Nr. 51; April 2004))

16.04.2004   Quelle: ASN

 

UVS erwartet 2004 erstmals über 1 Million Quadratmeter neuer Solarkollektoren

Die Quadratmeterzahl der in Deutschland neu installierten Kollektoren zur solaren Wärmegewinnung könnte 2004 erstmals die Millionengrenze überschreiten. Zu diesem Ergebnis kommt die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V. (UVS) nach Beobachtung der Nachfrage in den letzten Monaten. Die Gründe für diesen verstärkten Trend zur solaren Wassererwärmung sieht die UVS in den hohen Heizöl- bzw. Gaspreisen, der ausgereiften Technik und den hohen Wärmedeckungsgraden moderner Solarkollektoren.  In 2003 wurden in Deutschland laut UVS rund 750.000 Quadratmeter Kollektoren zur solaren Wärmegewinnung installiert. Dies entspreche rund 80.000 neuen Anlagen. Für das laufende Jahr rechnet die UVS mit einem Zubau von über 100.000 Solarwärmeanlagen. "Wenn die Nachfrage anhält, werden Ende diesen Jahres dann insgesamt 730.000 Solarwärmeanlagen umweltfreundlich Wasser zum Duschen, Baden und teilweise auch zur Unterstützung der Raumheizung erhitzen", freut sich UVS-Geschäftsführer Carsten Körnig.

Mit einer fachmännisch geplanten zirka sechs Quadratmeter großen Solarwärmeanlage kann der Warmwasserbedarf eines Vier-Personen-Haushaltes zum Duschen, Baden und Waschen im Jahresdurchschnitt zu 60 Prozent gedeckt werden. Die durch eine solche Anlage erzeugte Wärme reicht aus für jährlich 2.000 Duschgänge und spart nach aktuellen Berechnungen der Zeitschrift Öko-Test über 300 Liter Heizöl jährlich. Wenn die Kollektorfläche größer gewählt wird, ist zusätzlich eine solare Heizungsunterstützung und eine noch deutlich höhere Öl- bzw. Gasersparnis möglich

Die UVS führt die derzeitige Marktentwicklung auch auf die gestiegenen Öl- und Gaspreise sowie die Förderbedingungen zurück. Privatpersonen und Gewerbetreibende sowie öffentliche Körperschaften erhalten einen nicht rückzahlpflichtigen Zuschuss von 110 Euro pro Quadratmeter neu installierter Kollektorfläche. Außerdem wird neuerdings auch die Erweiterung bestehender Anlagen mit staatlichen Zuschüssen gefördert.

16.04.2004   Quelle: UVS

 

"Windmühlenwahn“: ECOreporter veröffentlicht unterdrückte Spiegel-Story

Der kontrovers diskutierte Spiegel-Titel „Der Windmühlenwahn“ produziert weiter Schlagzeilen: Nachdem die Titelgeschichte nicht nur von der Windkraft-Branche heftig kritisiert worden war, wurde auch innerhalb der Spiegel-Redaktion über die Tendenz des Beitrags gestritten. Mit der Konsequenz, dass der Redakteur Harald Schumann den Spiegel nach 18 Jahren verlässt. Schumann und sein Kollege Gerd Rosenkranz hatten schon im letzten Herbst einen Artikel geschrieben, der allerdings nie erschien. Das Internetportal ECOreporter.de hat am 08.04.2004 den Text veröffentlicht, der sich differenziert mit dem Energiemarkt auseinandersetzt und zudem die Hintergründe der Auseinandersetzungen zwischen Bundesumweltminister Trittin und Wirtschaftsminister Clement in Sachen Klimaschutz und Emissionshandel beleuchtet.
  Schumann und Rosenkranz beschreiben die "marktbeherrschende Position" der Stromnetzbetreiber E.on und RWE, greifen die Kontroversen um die Bedeutung des Windstroms auf und widerlegen die "Mär von der teuren Regelenergie": Die Autoren weisen darauf hin, dass die Stromversorger Reserven nicht ausschließlich wegen der unsteten Windenergieproduktion bereit stellen müssen, sondern dies von jeher zu leisten haben - wegen der Schwankungen des Angebots und der Nachfrage, aufgrund der Wartung von Großkraftwerken oder weil Atomkraftwerke wegen der zu starken Erwärmung des Kühlwassers heruntergefahren werden mussten, wie im vergangen Hitzesommer geschehen.

Der Beitrag "Windmühlenwahn oder Machtkampf um den Energiemix" ist veröffentlicht unter http://www.ecoreporter.de.

15.04.2004   Quelle: ECOreporter.de
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EU-Emissionshandel wird mit Klimaschutzprojekten in Entwicklungsländern verknüpft

Klimaschutzprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern können laut Bundesumweltministerium (BMU) in den EU-Emissionshandel einbezogen werden. Darauf haben sich die EU-Mitgliedsstaaten und das EU-Parlament verständigt, berichtet das BMU in einer Pressemitteilung. Unternehmen innerhalb der EU, die ab Anfang 2005 am Emissionshandel teilnehmen, könnten damit einen Teil ihrer Klimaschutzverpflichtungen durch Klimaschutzprojekte in Ländern außerhalb der EU erfüllen.  Bundesumweltminister Jürgen Trittin begrüßte die Einigung als Schritt nach vorn auf dem Weg zu einem global effektiven Klimaschutz.

"Der EU-Emissionshandel schlägt nun die Brücke in alle Länder, die das Kyoto-Protokoll ratifiziert haben. Wenn deutsche Firmen in Litauen eine Windkraftanlage oder in Marokko ein solarthermisches Kraftwerk bauen, können sie sich die dort entstehenden Emissionsreduktionen hier anrechnen lassen", so Trittin. Das fördere den Transfer von Zukunftstechnologien zur Nutzung der erneuerbaren Energien oder zur Steigerung der Energieeffizienz in die Länder des Südens.

Die Einigung sieht vor, dass EU-Mitgliedsstaaten es Anlagenbetreibern erlauben können, nicht nur EU-Emissionsrechte, sondern - bis zu einer gewissen, vom Mitgliedsstaat festzulegenden Obergrenze - auch Gutschriften aus den projektgebunden Mechanismen des Kyoto-Protokolls zur Erfüllung ihrer Klimaschutzverpflichtungen zu nutzen. Ausgenommen von diesen Projekten im Rahmen des "Clean Development Mechanism (CDM)" oder des "Joint Implementation (JI)" sind Atomkraftwerke sowie, bis zum Jahr 2008, Aufforstungsprojekte. Aufgrund der Umstrittenheit von großen Staudammprojekten müssen Mitgliedsstaaten bei der Genehmigung von JI/CDM-Wasserkraftprojekten die von Nichtregierungsorganisationen und Weltbank formulierten Standards der "World Commission on Dams" beachten. Die Emissionsminderungen im Rahmen von CDM und JI müssen von unabhängigen Gutachtern zertifiziert werden.

"Klimaschutzprojekte in den Ländern des Südens können jetzt auf Finanzierung aus der europäischen Privatwirtschaft setzen. Eine Möglichkeit, gerade für mittelständische Betriebe, ist der Klimaschutzfonds der bundeseigenen KfW", erläutert Bundesumweltminister Trittin. In diesem Rahmen erhalten die Einzahler Qualitätsgutschriften aus CDM- und JI-Projekten in aller Welt, vor allem aus den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz.

Weitere Informationen unter http://www.bmu.de sowie zum KfW-Klimaschutzfonds unter http://www.kfw.de.

15.04.2004   Quelle: BMU
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Breite Unterstützung für internationale Konferenz für erneuerbare Energien

Die "renewables 2004" - Internationale Konferenz für Erneuerbare Energien Anfang Juni in Bonn wird ein internationales Aktionsprogramm beschließen, um die Nutzung erneuerbarer Energien weltweit auszubauen. Das berichtet das Konferenzsekretariat in einer Pressemitteilung. Zusätzlich zu diesem Aktionsprogramm soll auf der Konferenz eine politische Erklärung verabschiedet werden, in der die anwesenden Ministerinnen und Minister die Vision einer globalen Energiewende erklären.  Dazu zähle auch der Zugang zu elektrischer Energie für die zwei Milliarden Menschen, die bisher nicht mit Strom versorgt werden. Darüber hinaus sollen Politikempfehlungen praktikable Wege für den Ausbau erneuerbarer Energien aufzeigen.

Acht Wochen vor der Bonner Konferenz hätten diese Vorschläge die breite Unterstützung des internationalen Lenkungsausschusses gefunden, der am Freitag, 02.04.2004, in Eltville bei Frankfurt am Main das letzte Mal tagte. Konsens habe auch darüber bestanden, dass die Umsetzung der Konferenzergebnisse durch einen Nachfolge-Prozess gewährleistet werden soll. Die rund 50 Mitglieder des internationalen Lenkungsausschusses - Vertreterinnen und Vertreter von Regierungen sowie von internationalen und nichtstaatlichen Organisationen - unterstützten damit die Vorstellungen der Bundesregierung.

Die renewables 2004 wird stattfinden vom 1. bis 4. Juni 2004 in Bonn. Für die Bundesregierung richten das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und
Reaktorsicherheit (BMU) und das Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Konferenz aus.

Weitere Informationen unter http.//www.renewables2004.de

15.04.2004   Quelle: Internationale Konferenz für Erneuerbare Energien, Bonn 2004
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ASEW zum Nationalen Allokationsplan: "Wer frühzeitig investiert hat, wird bestraft"

Im Vorfeld der Anhörung zum Gesetz über den Nationalen Zuteilungsplan (NAP) für den Emissionshandel hat Prof. Dr. Christian Jänig, auf erhebliche Ungleichbehandlungen hingewiesen. Der Vorsitzende des Leitausschusses der Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserwendung (ASEW) erklärte, aus Sicht derjenigen Stadtwerke, die Mitglied in der ASEW im Verband kommunaler Unternehmen (VKU) sind, müssten zwei Aspekte im Gesetzentwurf dringend überarbeitet werden: Der Zeitraum der berücksichtigten Early Actions und die Übertragungsregel.  Zwar würden im Rahmen der so genannten Early Actions (frühzeitiger Emissionsminderungen) auch solche Unternehmen berücksichtigt, die in der Vergangenheit klimapolitisch aktiv geworden seien, nicht jedoch in dem Maße wie solche, die erst jetzt investierten. „Wer sich jahrelang Energieeffizienz und Energiesparen verschlossen hat und nun erst gezwungenermaßen modernisiert, wird durch den Gesetzentwurf belohnt", so Professor Jänig. Auf der Basis der „historischen Emissionen" aus dem maßgeblichen Erhebungszeitraum 2000-2002 erhalte nämlich jener CO2-Produzent mehr Emissionsrechte als er nach einer Modernisierung 2003 benötigen würde und könne ungenutzte Zertifikate verkaufen.

Unternehmen, die zwischen 1996 und 2002 freiwillig in emissionsreduzierende Maßnahmen investiert haben, können sich frühzeitige Minderungsmaßnahmen in Form von Early Actions mit dem Erfüllungsfaktor 1 anrechnen lassen, sie müssen ihre Emissionen nicht weiter verringern, so die ASEW. "Während Umweltsünder, die bisher nichts für den Klimaschutz getan haben, durch Modernisierung letztlich mehr Emissionszertifikate besitzen als sie benötigen, können energieoptimierte Stadtwerke nun kein Potenzial mehr ausschöpfen", heißt es in der ASEW-Pressemitteilung. Das bedeute, dass ihnen jeglicher Handlungsspielraum genommen werde, anders als spät handelnden chronischen Umweltverschmutzern. Noch schlimmer treffe es jene Stadtwerke, die vor 1996 zukunftsweisend auf Energieeffizienz gesetzt haben. „Diese werden nicht nur nicht belohnt, sie werden regelrecht bestraft", so Dr. Winfried Damm, Stadtwerke Leipzig. Diesen Unternehmen kämen keine „Early Actions" zugute, sie müssten daher im Rahmen des Emissionshandels ihre CO2-Emissionen senken - selbst dann, wenn sie so energieoptimiert seien, dass gar kein Optimierungspotenzial mehr vorhanden ist.

Sollte es bei dieser Regelung bleiben, käme dies für Dr. Winfried Damm „einer gezielten Absage an die Selbstverpflichtungserklärungen" gleich. "Wer hätte sich denn freiwillig für Energiesparen und Energieeffizienz eingesetzt, wenn er gewusst hätte, dass nicht die Schnellen, Innovativen, sondern die Nachzügler am Ende belohnt werden?", fragt Damm.

Besonders die ASEW-Mitglieder hätten sich seit ihrer Gründung 1989 Energieeffizienz und Emissionsreduktionen auf die Fahnen geschrieben, so Professor Jänig. Gerade aus Sicht früh Handelnder sei die vorgesehene Übertragungsregel wettbewerbsverzerrend. Diese Regelung sehe vor, dass im Fall von neu errichteten Anlagen deren Betreiber die der alten Anlage zugeteilten Zertifikate behalten dürfen. Dr. Damm: „Insbesondere in Ostdeutschland haben nach der Wende viele Stadtwerke von Braunkohle auf Gas umgestellt. Damit haben wir einen Beitrag zu einer besseren Umwelt geleistet." Von der Übertragungsregel hingegen würden zum Beispiel Betreiber alter Braunkohlekraftwerke profitieren, die erst jetzt umstellen und zuvor nicht zur CO2-Reduktion beigetragen haben.

Damit den freiwilligen Vorleistungen der Stadtwerke Rechnung getragen werde, müsse das Gesetz die erzielten Emissionsminderungen der Stadtwerke in Ost- und Westdeutschland rückwirkend ab 1990 durch die zusätzliche Zuteilung von Zertifikaten honorieren, fordert die ASEW. Auch müsse es sicherstellen, dass die Übertragungsregelung keine Wettbewerbsnachteile für jene Stadtwerke mit sich bringe, die frühzeitig an den Umweltschutz gedacht haben.

15.04.2004   Quelle: ASEW
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Neue Solarkraftwerke gehen in der Bodenseeregion ans Netz

Nachgeführte Solarstromanlagen.
Nachgeführte Solarstromanlagen.

Die Solarcomplex GmbH aus Singen am Hohentweil, Vertriebspartner der Konstanzer Sunways AG, hat drei Solartürme im Konstanzer Gewerbegebiet an das Netz gebracht. Die Photovoltaikanlagen auf dem Grundstück der Firma Hämmerle sind ersten zweiachsig nachgeführten Solarkraftwerke im Landkreis Konstanz. Jeweils 16 Quadratmeter Modulfläche sind auf 7 Meter hohen Türmen montiert. Kleine Elektromotoren führen die Module dem im Tagesverlauf wechselnden Sonnenstand nach. Dadurch wird ein um 30 bis 40 Prozent höherer Jahresertrag gegenüber starr ausgerichteten Anlagen möglich, insgesamt zirka 8.000 Kilowattstunden im Jahr, berichtet Sunways in einer Pressemitteilung.   Wie bei anderen Projekten von Solarcomplex wurden Module mit Zellen des Konstanzer Herstellers Sunways eingesetzt, mit dem eine intensive Kooperation besteht. Investoren sind die Firma Hämmerle, der installierende Betrieb "Sunny" aus Konstanz sowie die Solarcomplex GmbH selbst.

„Die Solartürme sollen aufzeigen, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten moderner Solartechnik sind“, so Solarcomplex-Geschäftsführer Bene Müller. „Neben geeigneten Dächern und Fassaden können auch Freiflächen mit starren oder nachgeführten Anlagen genutzt werden. Das Spektrum ist wirklich groß und die Solarregion Bodensee steht erst am Anfang", ergänzt Müller. Neben den Solartürmen hat Solarcomplex auf zwei Betriebshallen der Firma Hämmerle Solarstromanlagen mit einer Leistung von jeweils 30 Kilowatt (kWp) errichtet. Weitere 120 kW sollen im Juli folgen. Das Projekt sei dann mit 186 kW das mit Abstand größte Solarkraftwerk im Landkreis Konstanz. Die Einweihung der Solarkraftwerke bei der Firma Hämmerle findet am 24.04.2004 um 11 Uhr statt. Nach Grußworten von OB Horst Frank und Roland Burkhardt (Vorstand Sunways AG) wird die „luftige“ Besichtigung der Anlagen mit der Drehleiter der Konstanzer Feuerwehr angeboten.

Mit ihrer „6 kW Konzeption“ will die Solarcomplex GmbH im Jahr 2004 Solarkraftwerke mit insgesamt zwei Megawatt Leistung errichten. Dazu schließt das Unternehmen Dachnutzungsverträge mit den Eigentümern von geeigneten Dachflächen ab, die sich auf landwirtschaftlichen, kommunalen oder gewerblichen Gebäuden befinden können. Solarcomplex bezahlt ein Dachnutzungsentgelt, das sich über die Laufzeit der Anlagen auf etliche Tausend Euro summiere. Das Unternehmen projektiert und baut die Anlagen, gewährleistet die Fernüberwachung und Versicherung über die gesamte Laufzeit des EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) und sucht Bürger und Firmen, um das Projekt zu finanzieren. Die Gesamt anlage wird dabei in physikalisch getrennte Anlagenblöcke zu je 6 kW geteilt, welche den einzelnen Anlegern gehören. Der erzeugte Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für 20 Jahre garantierten Erlöse werden den beteiligten Anlegern vom örtlichen Elektrizitätsversorger direkt ausgeschüttet, so Sunways.

14.04.2004   Quelle: Sunways AG
Bildquelle: Sunways AG.

 

Arizona: Stromversorger APS will 1 MW-Solarwärme-Kraftwerk bauen

Die Arizona Public Service Company (APS), nach eigenen Angaben größter Stromversorger im US-Bundesstaat Arizona, plant ein solarthermisches Kraftwerk mit einer Leistung von einem Megawatt (MW). Die Parabolrinnen-Anlage wäre das erste kommerzielle solarthermische Kraftwerk das weltweit seit 1988 errichtet wird. Das Kraftwerk in Red Rock, etwa 30 Meilen nördlich von Tucson, würde genug Strom erzeugen, um den Bedarf von rund 200 durchschnittlichen Haushalten zu decken.   APS rechnet damit, dass das Kraftwerk im April 2005 an das Netz gehen kann.

"Das Projekt ist eine einmalige Gelegenheit, den Anteil der erneuerbaren Energien innerhalb unseres Angebots auszubauen" sagte, APS-Entwicklungschef Peter Johnston. “Wir wollen saubere Quellen erschließen, welche die Wirtschaft von morgen mit Energie versorgen", so Johnston weiter. APS sei überzeugt, dass die Parabolrinnentechnik eine Lösung für eine nachhaltige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien darstelle. Die geplante Technik arbeitet mit Parabolspiegeln, welche das Sonnenlicht konzentrieren um ein Mineralöl zu erhitzen. Dieses Wärmeträgermedium wird anschließend verdampft und treibt eine Turbine an, die Strom erzeugt.

Bislang hätten die enormen Kapitalkosten verhindert, dass solarthermische Kraftwerke in kleinerem Maßstab gebaut worden seien. Die APS-Technologie hingegen werde die relativ niedrigen Kosten der Parabolrinnentechnik kombinieren mit auf dem Markt verfügbaren kleineren Turbinen, die normalerweise in Geothermie-Kraftwerken eingesetzt werden.

Mit dieser Form der Stromerzeugung unterstütze APS auch den Staat Arizona bei der Erfüllung seiner Umweltschutz-Ziele. Entsprechend dem Environmental Portfolio Standard muss APS bis zum Jahr 2007 1,1 % seiner Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen decken, davon 60 % aus Sonnenenergie. APS betreibt nach eigenen Angaben Solarstrom-Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 4,5 Megawatt und ist darüber hinaus beteiligt an einem 3 MW-Biomassekraftwerk und einem 15 MW-Windpark.

14.04.2004   Quelle: Arizona Public Service Company

 

Berlin: Buchpräsentation und Konferenz zur Ökonomie der Nachhaltigkeit

Zu den Perspektiven einer ökologischen Modernisierung der Volkswirtschaft findet am 28. April 2004 in der FHW Berlin eine Fachtagung statt, in der unter anderem Prof. Dr. Holger Rogall sein neues Buch “Ökonomie der Nachhaltigkeit – Handlungsfelder für Politik und Wirtschaft“ vorstellen wird.   In diesem Buch erläutert der Professor an der Berliner Fachhochschule für Wirtschaft wesentliche Handlungsfelder einer zukunftsfähigen Entwicklung. Am Beispiel der Handlungsfelder zeigt Rogall, dass die ökonomischen und ökologischen Ziele einer Nachhaltigen Entwicklung erreichbar sind, wenn die Politik bereit ist, die Rahmenbedingungen mittels politisch-rechtlicher Instrumente zu ändern und die Wirtschaft innovativ genug ist die neuen Herausforderungen anzunehmen.

Die Veranstaltung will die optimistische Entwicklungsperspektive des Buches aufnehmen und der Frage nachgehen, welche Chancen und Risiken sich aus einer derartigen Entwicklung ergeben und welche Realisierungschancen hierfür existieren. Als Referenten sind geladen Prof. Martin Jänicke (FU Berlin); Prof. Rolf Kreibich (Geschäftsführer des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung gGmbH (IZT) in Berlin und Prof. Holger Rogall (FHW Berlin, Vorsitzender der Gesellschaft für Nachhaltigkeit, Neue Umweltökonomie und nachhaltigkeitsgerechtes Umweltrecht e.V. (GfN).

Prof. Jänicke spricht über das Thema "Ökologische Modernisierung der Volkswirtschaft als zentraler Ansatz einer Ökonomie der Nachhaltigkeit. Prof. Kreibich referiert über die Handlungsfelder der Nachhaltigkeit für Politik und Wirtschaft und Prof. Rogall zeigt die Perspektiven einer Ökonomie der Nachhaltigkeit .

Veranstaltungsort: FHW-Berlin, Badensche Str. 50, 10825 Berlin-Schöneberg R. 301; Uhrzeit: 18.00 - 21.00 Uhr.


14.04.2004   Quelle: GfN

 

RegioSolar schafft bundesweites Forum für Solarinitiativen

Über 50 Solarinitiativen aus ganz Deutschland nutzten am 02. und 03.04 2004 die Gelegenheit, sich auf der ersten Bundeskonferenz für Solarinitiativen in Berlin vorzustellen. Die "RegioSolar" war vom Bundesumweltministerium und dem Bundesverband Solarindustrie (BSi) e.V. initiiert worden, um den lokalen und regionalen Akteuren eine "Plattform des Gedanken- und Erfahrungsaustauschs“ zu bieten. Auf dem Programm, das rund 250 Aktive und Interessierte anzog, standen Vorträge und Podiumsdiskussionen, Workshops, Posterpräsentationen und die Meisterfeier der Solarbundesliga.  Die Ergebnisse und Präsentationen werden in Kürze im Internet unter www.regiosolar.de veröffentlicht. Dort ist auch die 60-seitige Studie „Solarinitiativen in Deutschland“ zu finden, die einen Einblick in die vielseitigen Aktivitäten sowie Anregungen für die eigene Arbeit bietet. Außerdem können lokale und regionale Akteure die Website zur Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit nutzen.

Die Gruppen, die sich im Berliner Umweltforum vorstellten, zeichneten sich durch Kreativität, Professionalität und großes Engagement aus. Zu den süddeutschen Initiativen zählte zum Beispiel die Initiative „Sonnenstrom vom Watzmann bis zum Wendelstein“. Die Interessensgemeinschaft von Handwerk, Umweltverbänden, Banken und Kommunalpolitik hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2006 in den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land und Rosenheim Solarstromanlagen mit einer Gesamtleistung von 30 Megawatt zu installieren.

Ein ehrgeiziges Ziel verfolgt auch „Ziel 21 – Wir schaffen die Energiewende!“ aus Fürstenfeldbruck. Bis 2030 will der Landkreis seinen Strom- und Wärmebedarf komplett durch erneuerbare Energien decken. Zu den Pionieren der Solarenergie, die sich auf der Bundeskonferenz vorstellten, gehörten die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Solarinitiativen und der Verband der Solar-Einkaufsgemeinschaften. Erstere hat ihren Ursprung im Verein Sonnenkraft in Freising, der sich seit über 20 Jahren für die Energiewende engagiert. 1993 konnten sie in Freising als erste bundesweite Kommune die kostendeckende Vergütung für Solarstrom erwirken. Die Solar-Einkaufsgemeinschaften, ein Konzept aus Oberösterreich, ebneten der Solartechnik durch den gemeinsamen Einkauf von Solarkomponenten, Baukurse und intensive Aufklärungsarbeit den Weg nach Süddeutschland. Die Gemeinde Furth zeigte auf, wie die Versorgung aus erneuerbaren Energien für ihre 3.000 Einwohner heute zur Normalität geworden ist.

Doch nicht nur im sonnenreicheren Süden, auch in den anderen Regionen Deutschlands ist die Solarenergie auf dem Vormarsch. Initiativen wie „Sonne über Pankow“ und „Bürger-Solar Berlin“ berichteten über Solar-Aktivitäten in der Hauptstadt. Die Stadt Gelsenkirchen erläuterte, wie sie von der „Stadt der tausend Feuer“ zur „Stadt der tausend Sonnen“ werden will. Ein Vertreter der Hamburger Umweltbehörde demonstrierte, wie Solartechnik dem norddeutschen „Schmuddelwetter“ trotzt und sich auch hier langsam, aber stetig durchsetzt. Auf großes Interesse stieß auch die Initiative „SolarBrücke Obrigheim-Biblis“. In dem gemeinsamen Projekt der Solarenergie-Vereine der beiden Städte in Baden-Württemberg soll eine symbolische Verbindung mit einem etwa 10 Kilometer breiten „Solar-Korridor“ errichtet werden. Aus den neuen Bundesländern war unter anderem die „Initiative für Regenerative Energien in Sachsen“ (IRES) vertreten. Sie stellte die Bürgerkraftwerke Freiberg und Tivoli vor.

Mehrfach lobend erwähnt wurde die Solarbundesliga (www.solarbundesliga.de), ein bundesweites Ranking für das solare Engagement von Kommunen. 2001 ins Leben gerufen, beteiligen sich heute über 600 Kommunen aus ganz Deutschland an dem sportlich-solaren Wettbewerb. Diesjähriger „Deutscher Meister“ ist die bayerische Gemeinde Rettenbach am Auerberg. Hier sind pro Einwohner Solarstromanlagen mit einer Leistungskapazität von 517,8 Watt und fast ein halber Quadratmeter solarthermischer Kollektorfläche pro Kopf installiert.

„Weiter so! Unbedingt weitermachen!“ war dann auch das Fazit am Ende der zweitägigen Veranstaltung. Dies galt nicht nur als Appell an die Initiativen, sondern auch an die Veranstalter der Bundeskonferenz. Solarinitiativen und Teilnehmer wünschen sich ein jährliches Treffen an wechselnden Standorten in Deutschland sowie eine weitere Vernetzung und intensiveren Austausch untereinander.

Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.regiosolar.de oder telefonisch unter der Rufnummer 030 / 29 777 88 20.


13.04.2004   Quelle: Verband der Solar-Einkaufsgemeinschaften e.V.

 

UVS-Workshop zu PV-Vorschaltgesetz und EEG-Novelle

Die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) bereitet den Weg für die Errichtung ebenerdiger Fotovoltaikanlagen. Sie beseitigt unter anderem die bisherige Leistungsbegrenzung für Freiflächenanlagen auf 100 Kilowatt und regelt die Vergütung für Strom aus solarer Strahlungsenergie neu. Das berichtet die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V. in einer Pressemitteilung.  Die geltende Mindestvergütung für Solarstrom aus Freiflächenanlagen in Höhe von 45,7 Cent pro Kilowattstunde stoße auf zunehmendes Interesse bei Investoren und Planern.

Um in den Genuss der zwanzigjährigen Vergütung zu gelangen, müssen jedoch zahlreiche Voraussetzungen erfüllt sein, die sich dem Projektplaner nicht gleich auf den ersten Blick erschließen, so die UVS. So sei die Systematik der Vergütungsregelungen des neuen EEG mit einigen bauplanungsrechtlichen Besonderheiten verzahnt, denen bereits bei der Standortentscheidung Beachtung geschenkt werden sollte. Daneben werfe die Umsetzung eines Solarvorhabens in der Freifläche eine Reihe von naturschutzrechtlichen Fragen auf. Mit der Errichtung von Freiflächenanlagen können Eingriffe in Natur und Landschaft verbunden sein, die ausgeglichen werden müssen. Von großer Bedeutung für den Investor seien zudem energiewirtschaftliche Aspekte des Vorhabens, besonders die rechtliche Absicherung der Abnahme und Vergütung des Solarstroms durch den zuständigen Netzbetreiber im Rahmen eines Einspeisevertrags.

Zu diesen Fragen veranstaltet die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V. in Zusammenarbeit mit dem EnergieVerein e.V. und dem Anwaltsbüro Gaßner, Groth, Siederer & Coll. am 04.05.2004 in Berlin einen ganztägigen Workshop, der sich speziell an Planer von Solarvorhaben in der Freifläche richtet. Darüber hinaus kann über die UVS einen Planungsleitfaden zu dieser Thematik bezogen werden. Ausführliche Informationen zum Workshop und zu den Teilnahme- beziehungsweise Bezugskonditionen finden sich unter http://www.solarwirtschaft.de oder können per Email unter uvs@solarinfo.de angefordert werden.

13.04.2004   Quelle: Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V.; Anwaltsbüro Gaßner, Groth, Siederer & Coll.
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Deutsche Emissionshandelsstelle im Umweltbundesamt bereitet Einführung vor

Das Umweltbundesamt (UBA) arbeitet mit Hochdruck daran, den Emissionshandel in Deutschland zu organisieren, berichtet das UBA in einer Pressemitteilung. "Wir sind gut darauf vorbereitet, den engen Zeitplan zur Einführung des Emissionshandels einzuhalten. Das Umweltbundesamt ist seit langem daran beteiligt, die gesetzlichen Grundlagen zum Emissionshandel zu schaffen und verfügt über umfangreiche Vollzugserfahrungen", sagte UBA-Präsident Prof. Dr. Andreas Troge.  Aktuell bereite das UBA die Zuteilung der Zertifikate vor.

"Das gesamte Verfahren wird weitgehend elektronisch und serviceorientiert gestaltet. Die am Emissionshandel teilnehmenden Unternehmen wird die Emissionshandelsstelle fortlaufend über die weiteren Schritte informieren", erläutert Dr. Hans-Jürgen Nantke, Leiter der Emissionshandelsstelle. Das Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz (TEHG) schafft den rechtlichen Rahmen für den Emissionshandel in Deutschland, der Nationale Allokationsplan bestimmt die Menge der Zertifikate, die jede Anlage erhält. Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) plant, die Emissionszertifikate bis 30. September 2004 auszustellen, ab Herbst elektronische Konten für den Handel verfügbar zu machen und die internationale Koordination mit der EU und dem Klimasekretariat der Vereinten Nationen zu sichern.

Für die Zuteilung der Zertifikate an die rund 2.400 teilnehmenden Anlagen gibt die EU einen engen Zeitplan vor. Bis zum 30. September 2004 soll jedes Unternehmen wissen, wie viele Zertifikate es pro Anlage - in Deutschland kostenlos - erhält. Ab 1. Juli 2004 nimmt die DEHSt Anträge auf Zuteilung von Emissionslizenzen an. Ab Spätherbst kann jede am Handel interessierte juristische oder natürliche Person ein elektronisches Konto eröffnen. Der europaweite Handel beginnt ab 1. Januar 2005.

Zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des Handels weist Troge darauf hin, die im Umfeld entstehenden neuen Dienstleistungsmärkte nicht zu übersehen. Neue Tätigkeitsfelder würden sich beispielsweise ergeben für Gutachter, Händler und private Handelsplattformen.


13.04.2004   Quelle: UBA
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Offshore-Windenergie: Studie zum Start der kommerziellen Umsetzung

Für die Windenergienutzung auf See beginnt nun die Phase der Umsetzung von Projekten im industriellen Maßstab. Weltweit werden über 70 Offshore-Projekte geplant, berichtet die Övermöhle Consult & Marketing GmbH.  Das Unternehmen hat die aktuelle Marktstudie „fascination offshore - report 2003“ erstellt. Die Untersuchung informiert über den augenblicklichen Stand und die Entwicklungstendenzen der Offshore-Windenergiebranche. Entsprechend der aktuellen Diskussion liege der Schwerpunkt bei technischen und ökonomischen Fragen.

Der Report informiert über die bisherigen Erfahrungen bei der Windenergienutzung auf See, geplante Vorhaben und die beteiligten Projektentwickler. Zudem würden Anforderungen und Lösungsansätze bei der Entwicklung seetauglicher Windenergieanlagen (WEA) analysiert und die aktuelle Marktlage dargestellt. Im Fokus stünden hierbei auch die Anforderungen und Eigenschaften möglicher Gründungsstrukturen für Offshore-WEA.

Des weiteren erfolgt laut Övermöhle C & M eine ausführliche Analyse der Logistik zur Montage und zum Betreib von Offshore-WEA sowie eine Gegenüberstellung bestehender und geplanter Spezialschiffe. Hierbei würden auch die Voraussetzungen einiger Hafenstandorte untersucht, die als Logistik-Stützpunkte in Frage kommen. Nach einer aktuellen Bestandsaufnahme der Meeresenergienutzung als „Schwestertechnologie“ zur Offshore-Windenergie werden Lösungsansätze zur Integration maritimer Energieanlagen in die energiewirtschaftlichen Systeme diskutiert. Zur Klärung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden Risikoanalysen sowie Finanzierungs- und Versicherungskonzepte von Offshore-Windparks erläutert und die Ergebnisse aktueller Untersuchungen dargestellt.

Die Untersuchungen wurden von Övermöhle C&M und dem Ingenieurbüro elexyr gemeinsam durchgeführt. Neben eigenen Ausarbeitungen kommen Experten aus den verschiedenen Bereichen mit Fachbeiträgen zu Wort, die aus der Praxis heraus ihre Erfahrungen und Kenntnisse einfließen lassen. Die Studie umfasst rund 200 Seiten und ist ab sofort in deutscher und englischer Sprache erhältlich.

12.04.2004   Quelle: Övermöhle Consult & Marketing GmbH

 

Niedersachsen startet Landesinitiative Brennstoffzellen

Mit dem Ziel, die Brennstoffzellentechnologie in Niedersachsen voranzubringen, nahm heute Ende März 2004 die Landesinitiative Brennstoffzellen ihre Arbeit auf. 18 Millionen Euro stehen insgesamt zur Verfügung, verteilt auf die Jahre 2004 bis 2007. Die Landesregierung investiere 9,5 Millionen Euro, die Unternehmen wollen sich mit insgesamt 8,5 Millionen Euro beteiligen, berichtet das niedersächsische Wirtschaftsministerium in einer Pressemitteilung.  Zum Start der Brennstoffzellen-Initiative unterzeichnete das Innovationszentrum Niedersachsen GmbH eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit mit den Partnern Sperlich Consulting GmbH (Göttingen), Fraunhofer Projektgruppe Nachhaltige Mobilität (Wolfsburg), Wolfsburg AG (Wolfsburg), Volkswagen AG (Wolfsburg), CUTEC-Institut GmbH (Clausthal), H.C. Stark GmbH (Goslar) und EWE AG (Oldenburg).

"Die Brennstoffzellentechnologie wird sich - unter anderem wegen höherer Energieeffizienz gegenüber herkömmlichen Techniken - zu einer Schlüsseltechnologie entwickeln. Sie wird damit auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Daher wollen wir Akteure aus allen für die Brennstoffzellentechnologie relevanten Bereichen vernetzen", erklärte der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander. Wirtschaftsminister Walter Hirche betonte: "Die Initiative ist ein wichtiger Baustein, Niedersachsen im zukunftsweisenden Innovationsbereich aufzustellen. Ziel ist, dass niedersächsische Unternehmen vom Handwerker bis zum Konzern erfolgreich in diesem Zukunftsmarkt tätig werden können."

"Mit Pilot- und Demonstrationsprojekten sollen Kooperationen zwischen Unternehmen und Forschungsinstituten eingeleitet werden. Produktentwicklungen werden durch innovative Entwicklungen und Prozesse zwischen Unternehmen und Hochschulen beschleunigt", unterstrich Wissenschaftsminister Lutz Stratmann.

Das Thema sei so fassettenreich, dass eine Vernetzung der verschiedenen Aktivitäten im Lande zwingend nötig sei, sagten die Minister. Und Mittelständischen Unternehmen fehle oft das notwendige Kapital, um Investitionen in Zukunftstechnologien zu tätigen, die sich erst in fünf oder zehn Jahren rentieren. "Die Unterstützung des Landes ist trotz der angespannten Haushaltslage dringend notwendig. Niedersachsen muss in diesem Zukunftsmarkt erfolgreich tätig werden und davon profitieren."

12.04.2004   Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

 

Passivhaus-Aktion: "Eisblockwette" demonstriert hochwertige Dämmung

Eisblockwette-Logo
Eisblockwette-Logo

Wie viel von einem zwei Kubikmeter großen Eiswürfel in einem Passivhaus nach zehn Wochen übrig bleibt, sollen die Teilnehmer an der "Eisblockwette" unter der Schirmherrschaft des bayerischen Wirtschaftsministeriums tippen. Die publikumswirksame Aktion soll zeigen, wie hochwertig die heutigen Dämmstoffe sind, die Zimmererbetriebe in ihren Holzbauten einsetzen.   Am 27. März 2004 werden in 17 bayerischen Städten und in Innsbruck zwei Kubikmeter große Eisblöcke in wärmegedämmte Holzhäuser verpackt. Die Außenwand der Häuser besteht aus einer 14 Zentimeter starken, gedämmten Holzrahmenkonstruktion und einem 10 cm starken Wärmedämmverbundsystem als Außenhaut. Die gesamte Wand ist nur 27 cm stark. Als Dachdämmung wurde eine 18 cm starke Dämmung gewählt. So verpackt muss der Eisblock im gedämmten Holzhaus Sonne, Wind und Wetter trotzen. Am 5. Juni 2004, dem Internationalen Tag der Umwelt, werden die Eisblöcke wieder enthüllt. Die Frage ist: Wie viel Eis wird noch übrig sein?

Die Verpackung des Eisblocks entspricht nahezu der Ausstattung eines so genannten Passivhauses, das eine konventionelle Heizung nicht mehr benötigt. Der Energieverbrauch eines Passivhauses liegt bei maximal 15 Kilowattstunden (kWh) oder 1,5 l Heizöl beziehungsweise 3,5 Kilogramm Holz pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr. Es sei allgemein bekannt, dass gut gedämmte Holzhäuser sehr wenig Heizenergie benötigen, so die Initiatoren der Wette. Der Wärmeverlust sei gering, und sie seien gegen äußere Witterungseinflüsse bestens geschützt. Was gut gedämmte Häuser wirklich leisten, soll durch die Eisblockaktion belegt werden.

Neben dem Partner BayWa AG unterstützt auch das „Klimabündnis“ die Aktion, ein Zusammenschluss europäischer Städte und Gemeinden. Weitere Sponsoren sind die Paul Bauder GmbH & Co., die Saint-Gobain Isover G+H AG, die Lafarge Dachsysteme GmbH, die Haas-Fertigbau GmbH sowie das Fraunhofer Institut für Bauphysik, das die wissenschaftliche Begleitung übernimmt.

Bei dem Gewinnspiel winken Preise wie beispielsweise eine Reise zu den eisigen Highlights von Schweden für 2 Personen; ein Wellness-Wochenende im 5-Sterne-Hotel, eine superisolierte Kühlbox oder eine edle Flasche Eiswein. Der Tipp, wie viel Prozent des Eisblocks am 5. Juni noch übrig sind, kann abgegeben werden unter
http://www.eisblockwette.de

11.04.2004   Quelle: Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks
Bildquelle: Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks

 

DBU: Ausstellung erschließt Thema Energie

Warum friert ein Eisbär nicht? Was ist eigentlich Biomasse? Wie lässt sich im Alltag Strom sparen? Antworten auf diese und weitere Fragen zum Thema Energie gibt ab dem 16. April 2004 die interaktive Ausstellung "Energie@home". Ein Jahr lang stellt sie im Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) zukunftsweisende Energietechnik in den Mittelpunkt.  Und das nicht nur in der Theorie: Animationen, Experimente und Modelle zum Anfassen und Ausprobieren laden die Besucher ein, dem Thema Energie selbst auf die Spur zu kommen. Die Ausstellung, eine Kooperation der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit der Deutschen Energie-Agentur (dena), zeigt unter anderem an konkreten Beispielen, wie Sonne, Wind und Wasser als Energiequelle im privaten Haushalt genutzt werden können.

"Praxis geht vor Theorie", beschreibt DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde das Konzept. Die Besucher werden auf 250 Quadratmetern durch sechs Ausstellungsbereiche geleitet. Nach einer Einführung in das Thema Energie und Umwelt geht es um Dämmen, Lüften, Heizen, Strom und um Energie und Haus. "Wir zeigen nicht nur, wie nützlich, umweltschädlich oder begrenzt verschiedene Energiequellen sind. Uns ist es wichtig, den Folgen des weltweiten Energieverbrauchs Lösungen für eine nachhaltige Energieversorgung gegenüberzustellen", sagt Brickwedde.

Die Besucher können beispielsweise in das Innenleben eines Solarkollektors schauen, mit den Händen spüren, welche Stoffe wirklich gut dämmen, oder am eigenen Leib erfahren, wie viel Energie nötig ist, um einen Discman mit Muskelkraft in Gang zu bringen. Wie viel Energie kostet die morgendliche Dusche und wie hoch ist der Energieverbrauch eines Nordamerikaners, eines Inders und eines Deutschen? Auch das erfahren die Besucher in der Ausstellung. "Energie@home bietet die Möglichkeit, eigene Erfahrungen mit Energie zu machen", kündigt Brickwedde an. "Die Ausstellung zeigt, welche Auswirkungen der tägliche Umgang mit Energie zu Hause auf die Welt hat und was jeder Einzelne zum Klimaschutz beitragen kann."

Die Ausstellung Energie@home ist geöffnet montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr, freitags bis 13 Uhr. Führungen werden angeboten für Schüler ab der 9. Klasse sowie für Gruppen ab zehn Personen. Eine rechtzeitige Vorabsprache und Anmeldung ist laut DBU unbedingt erforderlich. Eintritt und Führungen sind kostenlos.

11.04.2004   Quelle: DBU

 

Umweltministerium fördert klimafreundliche Gewächshausheizung mit Erdwärme

"Treibhauswärme ohne Treibhauseffekt" ist das Motto eines Pilotvorhabens im niedersächsischen Zetel (Kreis Friesland/Niedersachsen). Bundesumweltminister Jürgen Trittin fördert das Vorhaben mit insgesamt 213.000 Euro aus dem "Investitionsprogramm zur Verminderung von Umweltbelastungen". Dabei wird die im Grundwasser gespeicherte Erdwärme genutzt, um Gewächshäuser einer Gärtnerei ganzjährig kontinuierlich mit Wärme zu versorgen.  Im Vergleich zu einer herkömmlichen Erdgasheizung könne rund die Hälfte des Brennstoffs eingespart werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Bundesumweltministeriums (BMU). Der Ausstoß an klimaschädlichem Kohlendioxid werde um rund 368 Tonnen pro Jahr verringert.

Trittin sagte, das Vorhaben der OCER Energie GmbH zeige einmal mehr, dass auch kleine, intelligente Lösungen einen erheblichen Energieeinspareffekt haben können, der sich nicht nur positiv auf das Klima auswirke, sondern vor allem auch betriebswirtschaftliche Vorteile bringe. "Gerade für die Nutzung von Erdwärme bietet Deutschland hervorragende Möglichkeiten, die bei weitem noch nicht ausgeschöpft sind. Neben dem Ausbau der klassischen Geothermie, die warme Quellen in tiefen Schichten nutzt, sollte auch die im Grundwasser gespeicherte Erdwärme verstärkt genutzt werden. Daher hoffe ich, dass sich viele Nachahmer -- ob Gärtnereien, Hallen- und Freibäder, Hotels bzw. Schulen -- finden werden," so der Bundesumweltminister.

Die im Rahmen des Vorhabens für die Beheizung der Gewächshäuser benötigte Wärme soll mittels erdgasbetriebener Wärmepumpen gewonnen werden aus Brunnenwasser aus rund 30 Meter Tiefe, das ganzjährig ca. 10 Grad Celsius warm ist. Zusätzlich soll auch die Abwärme der Gasmotoren genutzt werden. Da an sonnenreichen Tagen eine Beheizung der Gewächshäuser nicht nötig ist, wird die Wärme in dieser Zeit in Wassertanks gespeichert und je nach Bedarf zugeführt. Das Vorhaben kann ein Modell für eine Vielzahl von anderen Gärtnereien und Einrichtungen sein, bei denen die erforderliche Energie oft die größten Kosten verursacht und Grundwasser in ausreichender Menge zur Verfügung steht.

10.04.2004   Quelle: BMU

 

Meteorologen: globale Erwärmung geht mit hoher Wahrscheinlichkeit auf menschliche Aktivität zurück

"Auch wenn die Ursachen der Klimaänderungen kompliziert sind und die Rolle der natürlichen Klimaänderungen noch keinesfalls ausreichend geklärt ist, geht die globale Erwärmung der letzten 100 - 150 Jahre mit hoher Wahrscheinlichkeit auf menschliche Aktivitäten zurück, insbesondere auf den ständig gestiegenen Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) und andere klima-wirksame Spurengase in Zusammenhang mit der Nutzung fossiler Energieträger (Kohle, Erdöl und Erdgas, einschließlich Verkehr) und Waldrodungen." Dies ist eine der zentralen Aussagen des "Klimastatements" der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft (DMG), gemeinsam mit den meteorologischen Gesellschaften in Österreich und der Schweiz (ÖGM; SGM).   Falls die Emission dieser Gase weiterhin ähnlich stark ansteige wie bisher, werde für die kommenden 100 Jahre im globalen Mittel ein Temperaturanstieg (bodennah) von 1,4 bis 5,8 °C befürchtet, so die Wissenschaftler. Die große Bandbreite dieser Abschätzungen erkläre sich überwiegend aus den Unsicherheiten der Zukunftsszenarien menschlicher Aktivität, aber auch aus den noch immer bestehenden Schwächen der Klimamodellierung. Daher müssten unter anderem die Effekte von Wolken und atmosphärischen Partikeln in der Atmosphäre, das ozeanische Strömungssystem sowie die Rolle der Ökosysteme im Klimageschehen noch wesentlich besser verstanden werden. Weiterhin müsse es gelingen, zu verlässlicheren Aussagen hoher regionaler Auflösung zu kommen und das zeitliche Schwankungsverhalten, einschließlich des Auftretens von Extremereignissen, realistischer wiederzugeben.

Es gebe somit noch viele offene Fragen der Klimadiagnostik, Klimamodellierung und nicht zuletzt der ökologisch-sozioökonomischen Auswirkungen von Klimaänderungen. Dies erfordere verstärkte Anstrengungen in der gesamten Bandbreite der Klimaforschung, wobei bei aller Notwendigkeit anwendungs-bezogener Forschung die Grundlagenforschung nicht vernachlässigt werden darf. Andererseits reichten die derzeitigen Kenntnisse zweifellos aus, um international abgestimmte, effektive und baldige Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen. Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit seien gefordert, sich mit allem Nachdruck dafür einzusetzen. Dies betreffe auch und besonders die Konkretisierung der UN-Klimarahmenkonvention (Rio de Janeiro, 1992) und die Umsetzung des Kyoto-Protokolls (3. Vertragsstaatenkonferenz, 1997). Dies sei trotz einiger Fortschritte bei den weiteren Vertragsstaatenkonferenzen derzeit leider noch immer nicht erreicht, unter anderem weil die USA die Ratifizierung nicht mehr beabsichtigen und die GUS noch zögere.

Das komplette Klimastatement der meteorologischen Gesellschaften finden Sie unter http://www.met.fu-berlin.de/dmg/dmg_home/Klimastatement.htm

10.04.2004   Quelle: Deutsche Meteorologische Gesellschaft (DMG); ÖGM, SGM

 

WindEnergy-Studie: EEG-Novelle wird Offshore-Markt beleben

Jedes dritte Unternehmen der Windenergiebranche erwartet von der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) einen starken Impuls für die Windenergie-Nutzung auf See (Offshore). Das ist eines der Ergebnisse der WindEnergy-Studie 2004, die von der Hamburg Messe im Vorfeld der internationalen Leitmesse WindEnergy - International Trade Fair in Auftrag gegeben wurde.  Die Studie soll die zukünftige Marktentwicklung der Branche weltweit abbilden. Das Deutsche Windenergie Institut (DEWI) hat dazu im Auftrag der Hamburg Messe Hersteller von Windenergieanlagen sowie Projektentwickler befragt. Die internationale Fachmesse WindEnergy findet statt vom 11. bis 14. Mai 2004 in Hamburg, rund 300 Aussteller der gesamten Branche präsentieren Weltneuheiten und Dienstleistungen.

Die WindEnergy-Studie 2004 ergab laut Hamburg Messe, dass sowohl Hersteller von Windenergieanlagen (28 Prozent) als auch Projektentwickler (30 Prozent) von der Novelle positive Effekte für den deutschen Offshore-Markt erwarten. Nachdem die künftigen Bedingungen für den Binnenland-Markt noch nicht eindeutig festgelegt waren, hatte in der Branche Unsicherheit bei der Einschätzung der Situation bestanden: Ein großer Anteil der Befragten hatte angegeben, die Auswirkungen der EEG-Novelle noch nicht abschätzen zu können. In der Novelle seien drei wesentliche Bereiche angesprochen: Die Reduktion des Windenergieausbaus im Binnenland, die Förderung des Repowering sowie die modifizierte Vergütungsregelung für die Offshore-Anwendung.

Weitere Informationen unter http://www.windenergy-hamburg.de. Dort kann auch die Studie angefordert werden.

09.04.2004   Quelle: Hamburg Messe
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Germanwatch zum Emissionshandel: Kniefall vor der Lobby statt Schutz des Klimas

"Die Bundesregierung hat sich auf einen Kompromiss zum Emissionshandel und gegen den Klimaschutz geeinigt", kritisiert die Nord-Süd-Initiative Germanwatch. Nach Einschätzung von Germanwatch stellt der Kompromiss zwischen Bundesumweltminister Trittin und Bundeswirtschaftsminister Clement eine Wende der deutschen Klimapolitik dar.  "Das ist ein Sieg des Lobbyismus gegen das Gemeinwohl, ein Sieg der Vergangenheit gegen die Zukunft", kommentiert Germanwatch-Klimaschutzexperte Christoph Bals. Die Industrie werde vom Großteil ihrer vor drei Jahren gegebenen Klimaschutzzusagen befreit. Sie habe Zertifikate für jährlich 15 MillionenTonnen CO2 geschenkt bekommen, heißt es in einer Pressemitteilung. Deutschland könne sein Kyoto-Ziel damit nur noch erreichen, wenn die Regierung nun massive Maßnahmen in den Bereichen Verkehr und Haushalte ergreife, warnt Bals.

Nach dem "Weichspülprogramm" verliere der Emissionshandel deutlich an Wert. "Dies ist ein Schlag ins Gesicht aller Wähler, die diese Regierung wegen ihrer Zusage eines ernsthaften Klimaschutzes gewählt haben", so Bals. Es sei damit zu rechnen, dass sich andere EU-Staaten an dem nun beschlossenen, völlig unzureichenden Nationalen Allokationsplan von Deutschland, dem größten Energieland der EU, orientieren würden. Damit sei spätestens im Jahr 2006, wenn dann EU-weit der Allokationsplan für die Kyoto-Zieljahre (2008-2012) festgelegt wird, mit einer massiven Debatte in der EU zu rechnen, sich von Kyoto zu verabschieden. "Deutschland, das bisher eine Triebkraft für den internationalen Klimaschutz gewesen ist, wird mit dieser Entscheidung zu einem Hemmschuh", kommentiert Bals.

Vor zwei Jahren, beim Nachhaltigkeitsgipfel in Johannesburg, hatte der deutsche Bundeskanzler erklärt: „Der Klimawandel ist keine skeptische Prognose mehr - sondern bittere Realität. Diese Herausforderung verlangt ein entschiedenes Handeln", zitiert Germanwatch. Seit dem Kompromiss sei das Einknicken der deutschen Klimapolitik vor kurzfristigen Lobbyinteressen keine skeptische Prognose mehr - sondern bittere Realität.

09.04.2004   Quelle: Germanwatch
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Landkreis Fürstenfeldbruck: 400 kW SonnenStrom-Anlage eingeweiht

400kW-Solarstromanlage in Waltenhofen.
400kW-Solarstromanlage in Waltenhofen.

Am 02.04.2004 hat Landrat Thomas Karmasin im bayerischen Waltenhofen eine Solarstrom-Freilandanlage mit 400 Kilowatt Spitzenleistung eingeweiht. Die SonnenStrom Anlage mit dem Dünnschichtmodul MA100 des japanischen Modulherstellers Mitsubishi Heavy Industries steht auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Grund. Die Fläche der Solarmodule von 6.229 Quadratmetern lässt einen Energieertrag von mindestens 378.000 Kilowattstunden pro Jahr erwarten, was dem Jahresverbrauch von etwa 130 Haushalten entspricht. Damit können knapp 20 % der Haushalte der Gemeinde Egenhofen mit Strom versorgt werden, so die Phönix SonnenStrom AG in einer Pressemitteilung.
  Das Bauteam der Phönix SonnenStrom AG habe die 3980 Solarmodule mit zeitweise bis zu 20 Personen in nur fünf Tagen montiert. Möglich geworden sei diese Rekordmontagezeit durch ein eigens von Phönix entwickeltes Montagesystem für Freilandanlagen. Bei diesem System werden die Pfosten bis zu 90 cm tief in den Boden gerammt, so dass auf den Einsatz von Beton verzichtet werden könne. Das System sei leicht demontierbar und die Ackerfläche nach dem Nutzungsende der Anlage wieder problemlos zu rekultivieren. Insgesamt seien bei dieser Anlage 2.300 Pfosten, 4.600 Meter Stahlschutzplanken, 7.000 Meter Solarkabel und 400 Meter Leerrohre verbaut worden.

Landrat Thomas Karmasin freute sich ebenso wie Wolfgang Schachtner, Vorstand von ZIEL 21, über die größte SonnenStrom Anlage im Landkreis Fürstenfeldbruck. Dies sei „ein weiterer, beachtlicher Beitrag zur Energiewende im Landkreis.“ Fürstenfeldbruck will der erste Landkreis in Deutschland sein, der seinen Energiebedarf ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen deckt. Bis zum Jahr 2030 soll dieses Ziel erreicht sein.

Initiator und treibende Kraft des solaren Großprojektes war Josef Seemüller, ein „Solarpatriot“ der Region, zusammen mit Josef Nefele, dem ersten Bürgermeister der Gemeinde Egenhofen. Besonderen Dank sprach Nefele den Gründstückseignern und den Gemeinderatsmitgliedern aus, die sich tatkräftig für die Realisierung des Projektes eingesetzt hätten. „Wir wollen die Ressourcen Wind, Wasser und Sonne nutzen. Denn das ist unsere Zukunft,“ so Nefele. Reinhard Kaufmann, Vertreter des Bayerischen Bauernverbandes, begrüßte die Kombination von Solarenergie und Landwirtschaft. „Hier wird die Solarenergie zum zweiten oder dritten Standbein für die Landwirte“, so Kaufmann. Dr. Andreas Hänel, Vorstandsvorsitzender der Phönix SonnenStrom AG ist stolz darauf, mit der 400 kW Anlage zu den Zielen des Landkreises Fürstenfeldbruck beitragen zu können. „Diese Anlage ist ein wichtiger Meilenstein in der Region. Sie wird sicherlich als Beispiel für weitere Freiflächenanlagen im Landkreis dienen“.

Betreiber des SonnenParks ist der Phönix SonnenFonds GmbH & Co.KG B1. Errichtet wurde die Photovoltaikanlage von der Phönix SonnenStrom AG mit Sitz in Sulzemoos, Landkreis Dachau. Das Tochterunternehmen Phönix Projekt & Service AG bietet die Möglichkeit zur Beteiligung am Phönix SonnenPark in Waltenhofen.

08.04.2004   Quelle: Phönix SonnenStrom AG
Bildquelle: Phönix SonnenStrom AG

 

Paradigma setzt künftig verstärkt auf Markennamen

Paradigma firmiert seit dem 01. 04 2004 unter neuem Namen: Der Karlsbader Spezialist für ökologische Heizsysteme heißt nun Paradigma Energie- und Umwelttechnik GmbH & Co. KG. "Die bereits im Markt verwendete Marke Paradigma soll sich künftig auch in der Firmenbezeichnung wiederfinden", so Hauptgesellschafter Alfred T. Ritter.   Der Schokoladenfabrikant hält 90 % der Gesellschaftsanteile, seine Schwester Marli Hoppe-Ritter 10 %. Unter der neuen Firmierung will der Systemanbieter seine Marktposition weiter ausbauen: Paradigma ist nach eigenen Angaben seit letztem Jahr führender Hersteller von Holzpellets-Heizkesseln und Vakuum-Röhrenkollektoren in Deutschland.

Seit 1989 bietet Paradigma ökologische Heiztechnik für den privaten Haushalt. "Der Name Paradigma hat sich seit der Unternehmensgründung als starke Marke etabliert. Diese Stärke wollen wir nun für die Firmierung nutzen", erklärt Ritter. Neben der Namensänderung soll eine erweiterte Geschäftsleitung die Marktstellung weiter vorantreiben. Im Bereich Marketing / Vertrieb verstärkt Matthias Reitzenstein die Führungsspitze von Klaus Taafel (Geschäftsführer) und René Reinhold, der seit 01. Januar 2004 die Funktion des kaufmännischen Geschäftsführers bekleidet.

Im Jahr 2003 habe Paradigma die Marktführerschaft für Holzpellets-Anlagen und Vakuum-Röhrenkollektoren erobert, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Unter den 45 Pelletskesselanbietern in Deutschland halte Paradigma rund 15 % Marktanteil. Bei Vakuum-Röhrenkollektoren liege der Marktanteil von Paradigma in Deutschland über 35%. Der Gesamtumsatz von Paradigma sei 2003 auf 32 Millionen Euro gesteigen.

08.04.2004   Quelle: Paradigma Energie- und Umwelttechnik GmbH & Co. KG

 

Umweltbank und SunTechnics bieten Finanzierung von Solarstromanlagen an

Die SunTechnics Solartechnik GmbH und die Umweltbank AG bündeln ihr Know-how für die professionelle Planung und günstige Finanzierung von Photovoltaik-Anlagen. Dies verspreche Bauherren eine zuverlässige Amortisierung des eigenen Solardachs mit späterer Renditeaussicht. Dank der für 20 Jahre staatlich geregelten Einspeisevergütung rechne sich die Investition in die eigene Solarstromanlage bundesweit, so SunTechnics in einer Pressemitteilung.   Der auf dem Dach produzierte Strom wird nach dem das EEG (Erneuerbaren-Energien-Gesetz) regelmäßig von dem regionalen Energieversorger abgerechnet und zu einem festen Preis vergütet. So würden die Kosten für das Solarsystem im Laufe der Jahre größtenteils über die Einspeisevergütung finanziert und danach Überschüsse erzielt. Dazu muss das Solardach natürlich über die Jahre zuverlässig Strom produzieren. Darauf vertrauen deutschlandweit bereits mehr als 3.000 Kunden von SunTechnics, berichtet das Unternehmen. Mit ihren High-Tech-Photovoltaik-Systemen aus einer Hand versprechen die bundesweit aktiven Solarspezialisten nicht nur Anlagenqualität: Eine 10-Jahres-Komplettgarantie sorge dafür, dass die Kalkulation mit der Sonne aufgeht, selbst wenn das Wetter nicht wie erwartet mitspielt. Gleichzeitig sei die Anlage gegen Schadensfälle wie durch Unwetter, Kurzschlüsse oder Fehlbedienung versichert.

Zur Finanzierung des Solardachs steht den Kunden der SunTechnics künftig die Nürnberger UmweltBank bundesweit zur Seite. Ihre Mitarbeiter haben bereits zirka 2.000 zinsgünstige Kredite für Solarprojekte abgewickelt, die meisten davon mit der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Als Kreditsicherheit können Bauherren laut UmweltBank die neue Photovoltaik-Anlage mit ihren solaren Erträgen nutzen. Zusätzliche Sicherheiten, beispielsweise die vielfach übliche Eintragung einer Grundschuld, seien bei ausreichender Bonität des Dachbesitzers ebenso wenig nötig wie die Eröffnung eines zusätzlichen Girokontos bei der UmweltBank. „Unser Ziel ist, die Finanzierung möglichst vieler umweltgerechter Projekte sicherzustellen. Mit SunTechnics wissen wir einen kompetenten Partner an unserer Seite, dessen Erfahrung beim solaren Anlagenbau die notwendige Anlagenqualität sicherstellt“, erklärt Günter Engelhard, Vorstandsmitglied der Umweltbank AG. Auch Dr. Gerwin Dreesmann, Geschäftsführer der SunTechnics, freut sich auf die künftige Zusammenarbeit: „Dank der Kooperation mit der UmweltBank eröffnen wir unseren Kunden den günstigen und unbürokratischen Weg zum eigenen Solardach.“

08.04.2004   Quelle: SunTechnics Solartechnik GmbH
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Erste netzeinspeisende Dish/Stirling-Anlage in Spanien in Betrieb

Einweihung der ersten netzeinspeisenden Dish/Sterling Anlage.
Einweihung der ersten netzeinspeisenden Dish/Sterling Anlage.

Als erste solarthermische Anlage, die unter den seit 2002 in Spanien geltenden Einspeisebedingungen Strom in das Netz einspeisen darf, wurde in Sevilla mit Unterstützung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) eine 10 Kilowatt-Dish/Stirling-Anlage in Betrieb genommen.   Die Inbetriebnahme fand im Rahmen der Einweihung der neuen Energie-Stiftung CENTER ("Zentrum für Innovation und Technologie") statt, die vom Land Andalusien und namhaften Unternehmen der spanischen Energiewirtschaft ins Leben gerufen wurde, darunter Sevillana-Endesa, Iberdrola, Abengoa, Isofotón, Gamesa, Repsol, Cepsa, Gas Natural Andalusia, Cobra und Union Fenosa). An dem Festakt nahmen neben dem andalusischen Minister für Arbeit und Technologische Entwicklung, José Antonio Viera, auch die Generaldirektoren der genannten Unternehmen teil.

Für die Dish/Stirling-Technologie stelle dies einen ersten wichtigen Schritt hin zu einer kommerziellen Nutzung dar, so die DLR. Nachdem die Dish/Stirling-Technik seit mehr als zehn Jahren vornehmlich von deutschen Partnern wie Schlaich, Bergermann & Partner (SBP), SOLO Kleinmotoren und dem DLR konsequent weiterentwickelt wurde, habe sie nun einen Entwicklungsstand erreicht, der größer angelegte Feldtests rechtfertige.
Als nächster Schritt wurde von Prof. Valeriano Ruiz der Aufbau einer 1 Megawatt-Demonstrationsanlage in Südspanien vorgeschlagen. Ruiz ist Mitinitiator von CENTER und Institutsleiter der Universität Sevilla. Mit der 1 MW-Anlage soll das derzeitige Kostenniveau von Photovoltaik-Anlagen erreicht und so eine Markteinführung von Dish/Stirling-Anlagen beschleunigt werden. Die künftigen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für CENTER sieht Prof. Ruiz unter anderem in der Hybridisierung des Dish/Stirling-Systems, also dem Betrieb der Anlage mit alternativen Kraftstoffen in Kombination mit Sonnenenergie.
Die Investitionskosten für die Anlage in Sevilla wurden finanziert zu je 50 Prozent vom Bundesministerium für Umwelt (BMU) im Rahmen des Zukunft-Investitions-Programmes (ZIP) und von der andalusischen Landesregierung. Die Mittel aus der erzielten Einspeisevergütung sollen vorwiegend für Wartung und die wissenschaftliche Betreuung der Anlage verwendet werden.

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07.04.2004   Quelle: DLR
Bildquelle: DLR

 

Kapitalerhöhung der Solar Millennium AG überzeichnet

Am 31. März 2004 lief die Frist zur Zeichnung neuer Aktien im Rahmen einer Kapitalerhöhung der Solar Millennium AG mit Sitz in Erlangen aus. Das Kontingent sei trotz der allgemeinen Unsicherheiten im Aktienmarkt überzeichnet, berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung.  Das sehr große Echo auf die Ausgabe neuer Aktien unterstreiche das zunehmende Interesse deutscher Anleger an einer sicheren und umweltfreundlichen Energieerzeugung sowie an nachhaltigen Kapitalanlagen.

In Andalusien habe die Solar Millennium AG die Planung für Europas erstes kommerzielles Solar-Großkraftwerk Europas weitgehend abgeschlossen. Zusammen mit dem größten spanischen Anlagenbauer ACS-Cobra will die Solar Millennium AG noch in diesem Jahr mit dem Bau beginnen. Ab 2006 soll das Kraftwerk mit 50 Megawatt (MW) Leistung solaren Strom für 180.000 Einwohner in der Provinz Granada liefern. Bereits 2005 soll der Bau eines zweiten Kraftwerks in Andalusien starten.

Die ersten kommerziellen Parabolrinnen-Kraftwerke gingen vor rund 15 Jahren mit insgesamt 354 Megawatt in Kalifornien an das Netz. Bis heute haben sie höchst zuverlässig mehr als die Hälfte des weltweit erzeugten Solarstroms ins Netz eingespeist und dabei über 1,6 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet.

Das solarthermische Projekt in Spanien stelle den neuesten Stand der kommerziellen Parabolrinnen-Technologie dar. Die Solar Millennium AG war 2001 bis 2003 mit dem größten Einzeletat innerhalb des deutschen Zukunftsinvestitionsprogramms der Bundesregierung für Hochtemperatur-Solarthermie mit mehreren Millionen Euro unterstützt worden. Auch für die Jahre 2004-2006 liege nun eine Förderzusage zur Weiterentwicklung und Markteinführung der Technologie vor und unterstreiche das Bekenntnis der Bundesregierung zur Notwendigkeit einer breiten Innovationsinitiative für den Bereich der solarthermischen Stromerzeugung. Jetzt werde dieser Hochtechnologie durch deutsche Innovation zum kommerziellen Durchbruch verholfen. Sie könne somit in den Sonnengürtel der Welt exportiert werden.

Eine aktuelle Studie des Europäischen Verbands der Solarthermischen Kraftwerksindustrie (ESTIA) und von Greenpeace prognostiziert hervorragende Marktaussichten für diese zukunftsweisende Technologie: Bis 2013 sollen zirka 5.000 MW installiert sein und 2040 sollen solarthermische Kraftwerke einen größeren Beitrag an der weltweiten Stromerzeugung haben als heute Wasserkraft oder Atomenergie. Dem Weltklima erspare das dann eine Milliarde Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr. Allein bis 2020 sollen 200.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

07.04.2004   Quelle: Solar Millennium AG

 

Vattenfall Europe: EEG-Novelle bringt weniger Sicherheit zu höheren Kosten

Die am 02.04.2004 im Bundestag verabschiedete Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) enthalte einige, in letzter Minute vorgenommene Korrekturen, die aus Sicht von Vattenfall Europe für die Stromkunden und die Wirtschaft im Norden und Osten Deutschlands massive Nachteile mit sich bringen. Wegen unerwarteter Lasten werde Vattenfall die Netznutzungsentgelte deutlich erhöhen, erklärte das zur Vattenfall-Gruppe, dem fünftgrößten Energieunternehmen in Europa, gehörende Unternehmen in einer Pressemitteilung.  "Die Gesetzesnovelle führt im Ergebnis zu weniger Versorgungssicherheit bei höheren Kosten. Damit hat die Politik einmal mehr eine Gefahrenlage verschärft, die einen Krisenfall bis hin zum großflächigen Blackout wahrscheinlicher werden lassen", erklärte Wolfgang Neldner, Geschäftsführer der Vattenfall Europe Transmission GmbH.

Schon seit Jahren kämpfe der Übertragungsnetzbereich des drittgrößten deutschen Stromkonzerns damit, das gewaltige, aber auch gewaltig schwankende Windkraft-Stromaufkommen in das eigene Netz einzuspeisen und dabei die Systemsicherheit zu gewährleisten wie auch den diesbezüglichen Verpflichtungen der europäischen Übertragungsnetzorganisation UCTE nachzukommen. Wegen der unerwarteten Änderungen im EEG kommen laut Neldner nun neue, noch nicht kalkulierbare Lasten auf die Vattenfall Europe Transmission GmbH zu, die als Netzbetreiber für das Hochspannungsnetz in den neuen Bundesländern zuständig ist. "In letzter Konsequenz zwingt uns dies, die Netznutzungsentgelte in unserem Übertragungsgebiet deutlich zu erhöhen. Damit wird der Strom für Verbraucher und Wirtschaft teurer", stellte Neldner fest.

Die Notwendigkeit, die Netznutzungsentgelte zu erhöhen, sieht Vattenfall Europe Transmission in zwei Punkten begründet: Erstens lasse die EEG-Novelle die Förderung auch ineffizienter Windkraftstandorte unverändert und führe zu einem weiteren Zubau von Windenergieanlagen an windertragsarmen Standorten im Binnenland. Bei vermehrtem Anschluss ertragsschwacher Standorte würden die Kosten für Ausgleichsenergie, für den Anschluss der Anlagen und den Ausbau der Netze zum Ferntransport der Energie steigen. Schon jetzt seien in der Vattenfall Europe-Regelzone 5.400 MW Windkraft installiert. Im Jahresdurchschnitt 2003 seien von diesen Windkraftanlagen aber an 100 vollen Tagen nur 10 Prozent ihrer potenziellen Leistung eingespeist worden. Zum Ausgleich dieser Schwankungen hätten 700 MW Regelenergie vorgehalten werden müssen. Die dafür entstehenden Kosten könnten bislang nicht bundesweit umgelegt werden und müssten einseitig von Haushalten, Industrie und Wirtschaft in den nördlichen und östlichen Bundesländen getragen werden.

Zweitens sei die Novelle auch unter dem Aspekt der Versorgungssicherheit "ausgesprochen riskant", denn sie verschärft den Anschlusszwang von Windkraftanlagen für den Netzbetreiber, heißt es in der Vattenfall-Pressemitteilung. künftig könnten Netzbetreiber auch dann zum Anschluss neuer Windparks verpflichtet werden, wenn die eigene Netzkapazität schon erschöpft sei. Durch die Missachtung technischer Gegebenheiten und die Weigerung, dem Übertragungsnetzbetreiber ein gesetzliches Eingriffsrecht auf die installierte Windanlage ("Erzeugungsmanagement") zu gewähren, wwerde das Risiko von Netzausfällen weiter erhöht. In der EU-Richtlinie zu diesem Thema sei die vorrangige Einspeisung der erneuerbaren Energien ausdrücklich unter dem Vorbehalt der Sicherheit des nationalen Elektrizitätssystems festgeschrieben, während sich im novellierten Gesetz keine Erwähnung dieses Sicherheitsaspektes finde.

07.04.2004   Quelle: Vattenfall Europe AG
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WWF: EEG-Novelle "Lichtblick für den Klimaschutz"

Der WWF begrüßt die vom Bundestag am 02.04.2004 beschlossene Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) als Voraussetzung für den Aufbau einer zukunftsfähigen Energieversorgung. Das EEG habe sich in den letzten vier Jahren im internationalen Vergleich als erfolgreichstes Instrument zur Förderung der erneuerbaren Energien erwiesen, so der WWF in einer Pressemitteilung.  Nach Angaben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit habe der Einsatz erneuerbarer Energien den Kohlendioxid-Ausstoß im vergangenen Jahr um 53 Millionen Tonnen reduziert.
Von der Neufassung des EEG erwartet der WWF einen weiteren Schub für die Nutzung von Biomasse, Wasser- und Windkraft, Solarenergie und Geothermie. '"Ein starkes Wachstum bei den regenerativen Energien ist unverzichtbar für Energiewende und Klimaschutz'", so Claudia Kunz vom Klima-Referat des WWF. Die Novelle berücksichtige, dass der Ausbau regenerativer Energien auch den Ansprüchen des Naturschutzes genügen müsse. Jetzt gelte es, die Auswirkungen der neuen Regelungen zu beobachten, damit das Gesetz in Zukunft weiter entwickelt werden kann. Der Anteil der erneuerbaren Energien muss nach Ansicht des WWF noch erheblich gesteigert werden.

06.04.2004   Quelle: WWF Deutschland
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Geothermische Vereinigung schreibt "Effizienzpreis Geothermie" aus

Anlässlich der Verabschiedung der EEG-Novelle im Deutschen Bundestag haben Hans-Josef Fell, Sprecher für Forschung und Technologie der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen, und die Geothermische Vereinigung e. V. erstmals einen Innovationspreis ausgeschrieben. Ziel des Wettbewerbs um den "Effizienzpreis Geothermie" ist, neue Ideen und innovative Konzepte für eine deutliche Steigerung des Wirkungsgrades geothermischer Stromerzeugungsanlagen in die Diskussion einzubringen und ihnen zur Umsetzung zu verhelfen.   Zur Einreichung entsprechender Konzepte aufgerufen sind Forschungsinstitute, Hochschulen, Ingenieure und Anlagenentwickler.

Hintergrund des Wettbewerbs ist die Studie "Möglichkeiten geothermischer Stromerzeugung in Deutschland" des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag. Sie bescheinigt der geothermischen Stromerzeugung in Deutschland ein großes Potenzial und nennt sie eine "ernst zu nehmende Option für die zukünftige Energieversorgung". Allerdings bestünden vor allem im Bereich der Kraftwerkstechnik noch große Entwicklungs- und Optimierungspotentiale: Der Wirkungsgrad der Stromerzeugung aus Niedertemperaturwärme müsse deutlich gesteigert werden, damit die geothermische Option Realität werden kann. Hierzu soll der Effizienzpreis Geothermie beitragen, so Fell und die Geothermische Vereinigung.

Der Sieger des Wettbewerbs wird ein Preisgeld erhalten. Die Geothermische Vereinigung e. V. stellt dafür € 1000 zur Verfügung. Interessierte Unternehmen, Stiftungen, Verbände oder engagierte Privatpersonen haben die Möglichkeit, durch eine Erhöhung des Preisgelds einen zusätzlichen Anreiz zur Lösung dieses wichtigen gesellschaftlichen Problems zu schaffen.

Weitere Informationen zum Effizienzpreis Geothermie finden Sie auf der Homepage von Hans-Josef Fell http://www.hans-josef-fell.de unter den Rubriken" politisch /Energie / Externes" oder "politisch / Forschung / Externes" sowie auf der Webseite der Geothermischen Vereinigung unter
http://www.geothermie.de

06.04.2004   Quelle: Hans-Josef Fell (MdB); Geothermische Vereinigung e. V.

 

EnBW verkauft 20 %-Anteil an Würth Solar

Die EnBW Energie Baden Württemberg AG trennt sich von ihrem 20-prozentigen Anteil an der Würth Solar GmbH & Co. KG. Damit setze die EnBW ihre bereits 2003 eingeleitete Konzentration auf das Kerngeschäft weiter konsequent um, berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Der Verkauf der Anteile an Würth Solar sei Ergebnis der Bereinigung des umfassenden EnBW-Beteiligungsportfolios und bedeute keinesfalls, dass sich die EnBW aus dem Bereich der regenerativen Energieerzeugung zurückziehe.  Im Gegenteil plane die EnBW vielmehr, ihr Engagement bei der Erzeugung von Elektrizität aus erneuerbaren Energienquellen noch weiter zu verstärken. Aufgrund der geographischen Lage Baden-Württembergs nehme dabei die Wasserkraft einen besonderen Stellenwert ein.

Der EnBW-Anteil an Würth Solar wird von der Würth Gruppe übernommen, die seit Gründung die unternehmerische Führung bei Würth Solar innehat und bereits 79,5 Prozent der Anteile hält. Die Veränderung im Gesellschafterkreis der Würth Solar werde keine Auswirkungen auf die Geschäftsführung und die Geschäftsentwicklung insgesamt haben, so die EnBW. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.

Würth Solar wurde 1999 gegründet, um die Produktion von Photovoltaikzellen nach der fortschrittlichen CIS-Dünnschichttechnologie wirtschaftlich erfolgreich aufzubauen. Die CIS-Technologie wurde seit den 1970er Jahren maßgeblich an der Universität Stuttgart und am Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoffforschung (ZSW) in Stuttgart entwickelt. Heute produziert Würth Solar am Standort im Energie- und Technologiepark Marbach sowohl kundenspezifische als auch Standard-Solarstrommodule.

06.04.2004   Quelle: EnBW Energie Baden Württemberg AG

 

Fabio Longo und Prof. Holger Rogall: Wärmewende jetzt!

"In der vergangenen Woche wurden strompolitische Weichen gestellt: Der Emissionshandel fördert die heimische Kohle, das Erneuerbare-Energien-Gesetz die heimischen regenerativen Stromtechniken". So beschreiben die Initiatoren der Solar-Pflichten in Vellmar bzw. Berlin den aktuellen Stand der Klima- und Energiediskussion. "Doch wie sollen die riesigen Energieströme im Wärmemarkt in die richtigen Bahnen gelenkt werden?", fragen Fabio Longo und Professor Dr. Holger Rogall. Da die Industrie aufgrund der Regelungen im Emissionshandel in diesem Jahrzehnt keinen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz erbringen werde, sei der Verkehrs- und Wärmesektor gefordert.  Im Gegensatz zur Industrie steige der Energieverbrauch im Wärmemarkt weiter an. Hier bestehe dringender Handlungsbedarf. In drei aktuellen Beiträgen in Bau-, Solar- und Ökologie-Fachzeitschriften zeigen Longo und Rogall Wege zur solaren Wärmewende auf.

In der gerade erschienenen April-Ausgabe der Zeitschrift „Sonne Wind und Wärme (SW&W)“ stellen die beiden Autoren das neue Instrument der solaren Baupflicht vor, das von den Kommunen und vom Bund auf unterschiedliche Weise eingesetzt werden könne. „Zwar verzeichnet der solare Wärmemarkt seit einigen Jahren deutliche Wachstumsraten. Diese stehen jedoch bislang in keinem Verhältnis zu dem Potenzial der solaren Techniken“, erklären Longo und Rogall. Vom Bund erwarten sie ein Gesamtkonzept für die erneuerbare Wärme. Als kurzfristige Maßnahmen empfehlen sie die Vergabe von Investitionshilfen wie der Eigenheimzulage oder KfW-Kredite an Auflagen zur Installation solarer Wärmetechniken zu knüpfen. „Im Baugesetzbuch müssen die gesetzlichen Grundlagen für solare Baupflichten im Städtebau der Kommunen eindeutiger formuliert werden“, so Longo und Rogall. Als mittelfristige Maßnahme empfehlen sie, eine bundesweite solare Baupflicht in der Energiesparverordnung (EnEV) zu verankern.

Für die Städte und Gemeinden entwerfen die Autoren in zwei weiteren Artikeln das Leitbild einer „Solar-City“. In der Februar-Ausgabe des renommierten Architekten-Fachblatts „Deutsche Bauzeitschrift (DBZ)“ stellen sie das Modell des städtebaulichen Solarvertrags vor. Darin verarbeiten sie erste Erfahrungen mit dem Solarvertrag in Vellmar und geben neben rechtlichen Hinweisen praktische Tipps für die Umsetzung dieser Solar-Pflicht in anderen Städten und Gemeinden. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „politische ökologie“ verdeutlichen Longo und Rogall in einem Impuls-Artikel die Vorteile des Modells „Solar-City“: „Wenn weitere Städte dem Vellmarer Weg folgen, werden auch neue Berufsfelder und zukunftssichere Arbeitsplätze entstehen, etwa mit dem Solarteur“ Ordnungsrechtliche Instrumente wie Baupflichten für thermische Solaranlagen seien unverzichtbar, um das Klimaschutzziel bis zum Jahr 2050 zu erreichen, ist der Tenor aller drei Artikel.

Die Artikel von Fabio Longo und Professor Dr. Holger Rogall im Überblick:

- Baupflichten: neuer Motor des Kollektormarktes?, in: Sonne Wind und Wärme (SW&W), Heft 4 / 2004, S. 46-48 – Bestellung des Hefts: Wengeler@bva-bielefeld.de (http://www.SonneWindWaerme.de)

- Baupflichten für Solaranlagen, in: Deutsche Bauzeitschrift (DBZ), Heft 2 / 2004, S. 78/79 – Bestellung des Hefts: leserservice@bauverlag.de (http://www.dbz.de)

- Modell Solar-City, in: politische ökologie, Heft 87-88 / 2004, S. 96 (Schwerpunkt-heft mit dem Titel: „Energiegeladen. Richtungswechsel in der Klima- und Energie-politik?“) – Bestellung des Hefts: oekom@consodata.de (http://www.oekom.de).

Lesen Sie zu diesem Thema auch den Solar-Report "Solare Pflichten im Siedlungsbau: neue Impulse für den Wärmemarkt" unter artikeldezember2003.html

In dem Workshop "Solarenergie fördern und fordern: Ordnungsrechtliche Instrumente für den kommunalen Klimaschutz" werden Longo und Rogall auf dem Kongress zur Intersolar 2004 am 25.06.2004 in Freiburg ihre Modelle mit Vertretern von Städten und Gemeinden, Solar-Initiativen und Verbänden diskutieren.

06.04.2004   Quelle: Fabio Longo; Holger Rogall

 

Solarbundesliga 2003/2004: Rettenbach ist Deutscher Meister

Die bayerische Gemeinde Rettenbach am Auerberg ist Deutscher Meister in der Solarbundesliga. Dort sind pro Einwohner Solarstromanlagen mit einer Kapazität von 517,81 Watt und fast ein halber Quadratmeter solarthermischer Kollektorfläche pro Kopf installiert. Der Vorjahres-Meister und diesjährige Vizemeister Schalkham führt weiterhin mit 1,2 Quadratmetern Solarkollektoren konkurrenzlos in der Sonderwertung "Solarthermie".   Die Siegerkommunen der Solarbundesliga sind am 2. April 2004 bei der Meisterfeier in Berlin geehrt worden.

Unter den Großstädten konnte Freiburg seinen Titel gegenüber Ulm knapp verteidigen. In der Sonderwertung der Kommunen von 10.000 bis 99.999 Einwohnern setzte sich Neckarsulm zum dritten Mal mit einem knappen Vorsprung gegenüber seinen Konkurrenten Tauberbischofsheim und Trostberg durch. In der Wertung der Kleinstädte mit 1.000 bis 9.999 Einwohnern siegte die Gemeinde Wildsteig vor dem vorjährigen Spitzenreiter Niederbergkirchen. Befand sich die kleine bayerische Gemeinde mit knapp 1.200 Einwohnern in der Solarbundesliga-Saison 2002/2003 noch im Mittelfeld, so stieg sie innerhalb eines knappen Jahres kometenhaft auf den ersten Platz auf. Dort sind nun Solarstromanlagen mit umgerechnet 332 Watt pro Kopf installiert. In der Kategorie der Ortsteile siegte wieder der Weiler Dimbach, der zur bayerischen Gemeinde Volkach gehört. Dimbach verbuchte in der Saison 2003/2004 auch den größten Zuwachs. Die installierte Leistung der Photovoltaikanlagen beträgt 1.753 Watt pro Kopf. Dabei fließt von einem 1,3 Megawatt-Freiflächen-Kraftwerk aufgrund der 100 Kilowatt-Kappungsgrenze nur ein Bruchteil seiner Leistung in die Bewertung ein.

Den Spitzenwert als "Zubaumeister" erzielte die Gemeinde Wildsteig mit 123 Punkten. Der Titel belohnt diejenigen, die in den vergangenen zwölf Monaten die meisten Solarpunkte hinzugewinnen konnten. Bei den Ortsteilen holte sich Dimbach mit 216 zusätzlichen Punkten den Titel. Weitere Zubaumeister sind Rettenbach am Auerberg mit plus 41 Punkten, Markt Lappersdorf mit 9 Punkten in der Kategorie der Kommunen von 10.000 bis 99.999 Einwohnern und Fürth mit 4 Punkten in der Liga der Großstädte.

Die Solarbundesliga wird gemeinsam von der Fachzeitschrift Solarthemen und der Deutschen Umwelthilfe (DUH) veranstaltet. Im März 2004 beteiligten sich bundesweit 614 Städte und Gemeinden und 303 Ortsteile am Wettbewerb. “Eine Solarbundesliga-Welle hat die Bundesrepublik erfasst", so DUH-Bundesgeschäftsführer Jörg Dürr-Pucher. Entscheidende Faktoren bei der Solarbundesliga sind die installierte Leistung in Watt pro Einwohner im Bereich Photovoltaik sowie die Fläche thermischer Solarkollektorsysteme pro Kopf. Das Umweltbundesamt und das Bundesumweltministerium fördern das Projekt. Wirtschaftspartner ist das mittelständische Unternehmen alwitra GmbH. Auch die Fans Solarmax, IVU-GmbH und Kopf AG unterstützen das Projekt finanziell.

Die Solarbundesliga ist derzeit so spannend wie nie, betonen die Solarthemen. Durch die Erhöhung der Einspeisevergütung von 45,7 auf nun 57,4 Cent pro Kilowattstunde im Erneuerbaren-Energien-Gesetz zeichne sich schon jetzt für das Jahr 2004 ein Solarenergie-Boom ab. “In diesem Jahr werden sehr viele Solaranlagen gebaut. Und dies wird sich im Ranking bei der Solarbundesliga auswirken, denn der Bau jeder neuen Solaranlage verbessert die Chancen einer Kommune", so Solarthemen-Herausgeber Guido Bröer.

06.04.2004   Quelle: Solarthemen

 

Bundesverband Windenergie: Windstrom künftig rund ein Drittel günstiger

"Um 36 Prozent wird Windstrom binnen der nächsten zehn Jahre billiger". Dies sei die Konsequenz aus der am 02.04.2004 vom Bundestag verabschiedeten Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), erklärte Dr. Peter Ahmels, Präsident des Bundesverbandes Windenergie (BWE).   "Das Gesetz schreibt eine Degression von nominal jährlich zwei Prozent fest", so Ahmels. Hinzu kämen weitere wirtschaftliche Effekte – beispielsweise die jährliche Inflationsrate von etwa 2 Prozent oder die kürzere Laufzeit der ersten Vergütungsstufe, die vom Gesetzgeber jetzt um 12 Prozent reduziert wurde. "Damit wird eine beispiellose, wirtschaftliche Erfolgsgeschichte fortgeschrieben", so Ahmels.

Schon heute sei Windstrom nur noch halb so teuer, wie zu Beginn der 90er Jahre. "Die Kilowattstunde ist heute 57 Prozent preiswerter als 1991", erklärt Ahmels. Dies sei nur dank der Innovationskraft der Branche erreichbar gewesen; selten in der Wirtschaftsgeschichte sei eine derartige Effizienzsteigerung in so kurzer Zeit erzielt worden. "In absehbarer Zeit wird Windstrom genau so viel kosten wie konventioneller", verspricht Ahmels. Gerade deshalb hätte die konventionelle Energiewirtschaft in den letzten Wochen so intensiv gegen das EEG gekämpft. "Auch wenn sie das behauptet: Es geht der Energiewirtschaft eben nicht um Strompreise oder um Versorgungssicherheit. Sie hat schlicht und einfach Angst vor diesem Innovationstempo", so Ahmels.

Gegenwärtig habe die Windstromindustrie einen Marktanteil von sechs Prozent. "Dank des neuen EEG wird sich dieser Anteil in den nächsten zehn Jahren verdoppeln", errechnet Ahmels. Wichtigste Impulse dafür seien der Ersatz älterer Anlagen durch modernere und leistungsfähigere, sowie die Offshore-Technik, die im nächsten Jahr eingeführt werden wird.

05.04.2004   Quelle: BWE
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Conergy AG steigert Umsatz um 67 Prozent auf 122 Millionen Euro

Die Conergy AG mit Sitz in Hamburg, hat sich im vergangenen Jahr zu einem führenden Anbieter von Solar-Systemen und Komponenten entwickelt. Mit einer realisierten Photovoltaikleistung von knapp 30 Megawatt (MW) lag der Marktanteil nach Angaben des Unternehmens in Deutschland deutlich über 20 Prozent. Der konsolidierte Umsatz habe im Vergleich zum Vorjahr um 67 Prozent auf 122,2 Millionen Euro gesteigert werden können.  „Wir sind stolz darauf, neben der beachtlichen Umsatzsteigerung auch ein klar positives Gesamtergebnis im Millionenbereich erwirtschaftet zu haben. Seit Jahresbeginn haben wir bereits über 50 weitere Mitarbeiter eingestellt“, berichtet Hans-Martin Rüter, Vorstandsvorsitzender der Conergy AG. Ende November sei mit der Einweihung der solarthermischen Produktion in Landshut der Einstieg in ein komplementäres Geschäftsfeld gelungen. Auch die verdreifachte Produktionsfläche für Befestigungssysteme und Modulrahmen verbessere die Abläufe und sei die Basis für weiteres Wachstum.

Mit der letztjährigen Markteinführung von "SunCheck" und "SunReader" bietet Conergy Installateuren wie Privatkunden anwenderfreundliche Lösungen zur Leistungsüberwachung von Solarsystemen. Mit diesen Produktlinien erschließe Conergy zudem neue Kundengruppen für ihre Handelspartner. Die kontinuierliche Erweiterung des Angebots bleibe auch 2004 das wichtigste Ziel der Conergy^ AG. „Unsere hohe Produktkompetenz werden wir durch neue Eigenentwicklungen und Übernahmen weiter stärken“, erklärt Rüter. Darüber hinaus habe die Conergy AG die ersten Solarstromanlagen in Portugal und Frankreich an das Stromnetz angeschlossen, die wie in Deutschland von einer Einspeiseregelung profitieren. Volle Auftragsbücher und anstehende Großprojekte stimmen den Vorstand der Conergy AG zuversichtlich, die Marktanteile auch international weiter ausbauen zu können. Nach Schätzung der UVS (Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V.) wird der Photovoltaikmarkt in Deutschland ähnlich wie im Vorjahr um mindestens 50 Prozent wachsen.

05.04.2004   Quelle: Conergy AG
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SPD: Neues EEG bringt Verbesserungen für den Landwirt als Energiewirt

"Mit der Novelle des EEG werden nun die Voraussetzungen geschaffen, um künftig auch die Biomasse für die Stromerzeugung stärker zu nutzen". Das erklärten der agrarpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Weisheit, und die stellvertretende Sprecherin Waltraud Wolff zur Verabschiedung der Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) am 02.02.2004 im Bundestag.  Vor allem in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau bestünden noch große Potenziale, um nachwachsende Rohstoffe und Nebenerzeugnisse sowie Reststoffe zur Stromerzeugung zu nutzen. Dies helfe der Umwelt und schaffe Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Einkommen im ländlichen Raum: Der Landwirt werde zum Energiewirt, so die beiden SPD-Politiker. Die Novelle des EEG verbessere die Voraussetzungen dafür: "Viele Bauern und Bäuerinnen sitzen quasi in den Startlöchern für den Bau von Biomasse- und Biogasanlagen", heißt es in der Pressemitteilung der SPD-Sprecher.

Nun seien die Bedingungen für die Stromvergütung klar; zudem sei die Einspeisevergütung für die Biomasse gegenüber dem Gesetzentwurf der Bundesregierung weiter verbessert worden. Der Bonus für nachwachsende Rohstoffe werde besonders für kleinere Anlagen deutlich angehoben, und er gelte auch beim Einsatz landwirtschaftlicher Nebenprodukte. Damit sei den Koalitionsfraktionen eine deutliche Verbesserung gelungen.

Die Biomasse-Strombranche sei sehr jung und bestehe aus vielen kleinen Unternehmen, die sich im Aufbau befinden und Planungssicherheit benötigen, betonen Weisheit und Wolff. Es werde daher auch in Zukunft bei einer Vergütungsgarantie von 20 Jahren bleiben, wobei die jährliche Degression 1,5 Prozent betragen werde.

Als "tragisch" bezeichnen die agrarpolitischen Sprecher der SPD, dass die Union geschlossen gegen das Gesetz gestimmt habe. Damit hätte sie gezeigt, dass ihr Ansinnen, den Landwirten Einkommensalternativen aufzuzeigen, lediglich ein Lippenbekenntnis sei.

Eine Übersicht über die Vergütungssätze nach der EEG-Novelle finden Sie unter http://www.solarserver.de/news/news-2251.html

05.04.2004   Quelle: SPD-Bundestagsfraktion.
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CDU: Förderung der erneuerbaren Energien muss wirtschaftlicher werden

"Die Förderung der erneuerbaren Energien muss wirtschaftlicher werden. Die von Rot-Grün vorgelegte EEG-Novelle wird diesem Anspruch nicht gerecht", erklärten anlässlich der Schlussberatungen zur Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Deutschen Bundestag der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Horst Seehofer (MdB), der umweltpolitische Sprecher, Dr. Peter Paziorek (MdB), und die zuständige Berichterstatterin im Umweltausschuss des Deutschen Bundestages, Doris Meyer (MdB).  Künftig müsse die Förderung der erneuerbaren Energien durch ein auf die einzelnen Energieträger abgestimmtes Instrumentarium effizienter werden, forderten die Unionspolitiker. Dabei sei eine Verzahnung mit anderen Instrumenten, wie dem Emissionshandel und der Ökosteuer erforderlich, im Rahmen eines langfristigen, in sich geschlossenen energiepolitischen Konzeptes. Paziorek hatte bereits nach der Ablehnung der Novelle im Umweltausschuss erklärt, die Union fordere eine Befristung des EEG bis zum 31. Dezember 2007. Ab dem 1. Januar 2008 solle das EEG durch eine Anschlussregelung ersetzt werden.

"Die Union bekennt sich zur Förderung der erneuerbaren Energien und den Zielen der Europäischen Union, den Anteil der erneuerbaren Energien am EU-Stromverbrauch bis zum Jahr 2010 auf 22 Prozent zu erhöhen", betonten Seehofer, Paziorek und Meyer in ihrer gemeinsamen Pressemitteilung. Für Deutschland bedeute dies eine Erhöhung auf 12,5 Prozent bis 2010 und damit eine Verdoppelung gegenüber dem Jahr 2000.

Eine Übersicht über die Vergütungssätze nach der EEG-Novelle finden Sie unter http://www.solarserver.de/news/news-2251.html

05.04.2004   Quelle: CDU/CSU - Bundestagsfraktion
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Trittin startet Aktion "Jugend mit unendlicher Energie"

Im Vorfeld der Internationalen Konferenz für Erneuerbare Energien "renewables 2004" starte das Bundesumweltministerium (BMU) am 1. April 2004 die Kampagne "Jugend mit unendlicher Energie". Ziel der bundesweiten Aktion ist es, junge Menschen für die erneuerbaren Energiequellen zu begeistern. Jugendliche an 25.000 Schulen sollen gemeinsam mit Unternehmen und Einrichtungen aus den erneuerbaren Energien Ideen entwickeln und Projekte durchfuehren, so das BMU in einer Pressemitteilung.  "Deutschland ist beim Ausbau der erneuerbaren Energien Weltmeister. Schülerinnen und Schüler sollen die Faszination dieser Entwicklung kennen lernen und miterleben. Außerdem ist dies auch ein interessantes berufliches Betätigungsfeld, denn die Branche boomt und schafft neue Arbeitsplätze", sagte Bundesumweltminister Jürgen Trittin zum Auftakt der Jugendaktion.

Im Rahmen der Aktion "Jugend mit unendlicher Energie" erhalten in diesen Tagen bundesweit 25.000 Schulen Unterrichtsmaterialien mit aktuellen Informationen über Sonne, Wasser, Wind, Biomasse und Geothermie. Rund 300 Unternehmen und Einrichtungen stehen den Schulen im Internet unter www.unendliche-energie.de als Ansprechpartner für gemeinsame Initiativen zur Verfügung. Die besten Projekte werden zur "renewables 2004", die vom 1. bis 4. Juni 2004 in Bonn stattfindet, präsentiert und Ende September von Bundesumweltminister Trittin ausgezeichnet. Die Gewinner erhalten Geldpreise und Reisen.

Im Oberstufenzentrum Energietechnik in Berlin-Spandau werden dazu am 1. April von 12.30 Uhr bis 16.00 Uhr beispielhafte gemeinsame Projekte von Unternehmen und Schulen zum Thema "Erneuerbare Energien" vorgestellt. Darunter befinden sich zum Beispiel eindrucksvolle funkgesteuerte Solarmodellautos, eine Fernwartungstafel für eine Windkraftanlage und eine von Schülern betreute Photovoltaik-Anlage.

"Jugend mit unendlicher Energie" wird unterstützt vom Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE), der DaimlerChrysler AG, der Enercon GmbH, der SolarWorld AG und der Naturenergie AG. Die Organisation liegt in den Händen des Zeitbild Verlags, der seit 1990 bundesweite Jugendwettbewerbe organisiert.

04.04.2004   Quelle: BMU

 

Bundesamt für Strahlenschutz: Atomausstieg wird sichtbar

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat am 23.03.2004 die von den Betreibern übermittelten Daten über die in Atomkraftwerken erzeugten Strommengen für das Jahr 2003 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Vom 1. Januar 2000 bis zum 31.Dezember 2003 wurden 24% der im Atomkonsens festgelegten Gesamtstrommenge von 2600 Milliarden Kilowattstunden produziert. Die Daten vermitteln laut BfS ein Bild von der abgelaufenen und der noch verbleibenden Betriebszeit der Atomkraftwerke. Der Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie werde damit auch in Zahlen erkennbar, so das BfS in einer Pressemitteilung.  Im Jahr 2003 wurde laut BfS eine Strommengenübertragung vom Atomkraftwerk Philippsburg 1 auf das Atomkraftwerk Obrigheim durchgeführt. Am 14. November wurde das Kraftwerk Stade endgültig stillgelegt. Mit der Veröffentlichung der Zahlen komme das BfS seinem gesetzlichen Auftrag nach, die einzureichenden Angaben der Kraftwerksbetreiber über die Nettostrommengen zu bilanzieren und einmal jährlich im Bundesanzeiger zu veröffentlichen.
Weitere Informationen zum Thema erzeugte Strommengen / Reststrommengen finden Sie unter
http://www.bfs.de/kerntechnik/strommengen.html



04.04.2004   Quelle: BfS

 

Rat für Nachhaltigkeit startet in zweite Arbeitsperiode

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung wird seine Arbeit bis 2007 fortsetzen und hat zwei neue Mitglieder. Bundeskanzler Gerhard Schröder verlängerte am 29.03.2004 das Mandat des Gremiums um weitere drei Jahre. Außerdem berief er Marlehn Thieme und Stefan Homburg in das 18-köpfige Gremium, das die Bundesregierung in Sachen Nachhaltigkeit berät, berichtet die Bundesregierung in einer Pressemitteilung.  Marlehn Thieme folgt der Hannoveraner Landesbischöfin Margot Käßmann nach. Die gelernte Juristin ist Direktorin der Deutschen Bank und Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Stefan Homburg rückt an die Stelle des Wirtschaftswissenschaftlers Wolfgang Franz. Er ist seit 1997 Professor für öffentliche Finanzen an der Universität Hannover und Mitglied der Kommission zur Modernisierung der bundesstaatlichen Ordnung.

Die Bundesregierung hatte im April 2001 den Rat für Nachhaltige Entwicklung eingesetzt. Unter Vorsitz des früheren Bundesministers Volker Hauff erarbeitet er Beiträge für die nationale Nachhaltigkeitsstrategie und schlägt konkrete Projekte zu deren Umsetzung vor.

Im April 2002 hatte das Bundeskabinett mit den "Perspektiven für Deutschland" 21 Ziele und Indikatoren als Gradmesser der Nachhaltigkeit im Deutschland des 21. Jahrhunderts vorgelegt sowie konkrete Maßnahmen und Pilotprojekte verabschiedet, die zur Zeit umgesetzt werden. Der Staatssekretärsausschuss für Nachhaltige Entwicklung, der die Arbeit der Ministerien in punkto Nachhaltigkeit koordiniert, hat für diese Legislaturperiode vier neue Schwerpunktthemen beschlossen: "Demographischer Wandel", "Zukunftsfähige Struktur der Energieversorgung", "Alternative Kraftstoffe" sowie "Flächenversiegelung.

Den Text der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung und weitere Informationen zum Thema finden Sie unter
http://www.dialog-nachhaltigkeit.de,