Was private Photovoltaik-Betreiber zum Thema Steuern und Finanzamt wissen sollten

Wer eine private Photovoltaikanlage (PV) betreibt, der hat automatisch auch mit dem Finanzamt zu tun. Die einschlägigen Regeln für eine korrekte Versteuerung der PV-Anlage und gegebenenfalls auch der erzielten Stromerträge haben sich in den vergangenen Jahren immer wieder verändert. In diesem Artikel gibt der Photovoltaikautor und Steuerexperte Thomas Seltmann Tipps für den korrekten Umgang mit dem Thema Steuern im Zusammenhang mit privaten Photovoltaik-Anlagen.

Photovoltaikanlagen in Privathaushalten erzeugen nicht nur Strom für die Eigenversorgung, sondern auch Überschüsse, die ins Netz eingespeist werden. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantiert dafür eine Vergütung. Es lohnt sich in der Regel, eine Photovoltaikanlage möglichst groß auszulegen und diese Einspeisevergütung in Anspruch zu nehmen. Da mit der Stromeinspeisung Einkünfte erzielt werden, stellen sich steuerliche Fragen. Die wichtigsten wollen wir hier kurz beantworten. Außerdem erhalten Sie in diesem Artikel Hinweise, wo Sie tiefergehende Informationen finden und wie Sie praktisch vorgehen können.

Exkurs:

Netzbetreiber, Stromversorger und Messstellenbetreiber

Das EEG verpflichtet den Netzbetreiber, Ihren Solarstrom 20 Jahre lang abzunehmen und nach den gesetzlichen Vorgaben zu vergüten. Der Netzbetreiber ist das Unternehmen, das an Ihrem Ort das lokale Stromnetz betreibt. Der Strom, den Sie für Ihren Haushalt (zusätzlich) aus dem Netz beziehen, wird immer von einem anderen Unternehmen geliefert, dem Energieversorger. Lassen Sie sich nicht davon irritieren, dass diese Unternehmen manchmal unter einem gemeinsamen Dach und mit einem ähnlichen Namen firmieren (besonders bei Stadtwerken ist das üblich).

Den Versorger können Sie frei wählen und auch wieder wechseln. Egal, welchen Stromversorger Sie wählen – Ihren Solarstrom muss immer der lokale Netzbetreiber abnehmen und vergüten. Die freie Wahl des Versorgers wird auch durch die Photovoltaikanlage nicht eingeschränkt.

Außerdem hat der Gesetzgeber den Messstellenbetrieb (also Einbau, Betrieb und Ablesung der Stromzähler) aufgrund von den Aufgaben der Versorger und der Netzbetreiber im Prinzip getrennt. Meist ist dafür zwar weiterhin der Netzbetreiber zuständig. Sie können aber auch einen anderen Messstellenbetreiber beauftragen. In bestehenden Stromlieferverträgen sind die Kosten des Messstellenbetriebs meist noch im Grundpreis enthalten. Achten Sie darauf, dass Sie diese Kosten in Zukunft nicht doppelt bezahlen!

Hinweis: Auf Internetseiten, in Diskussionsforen, in Onlinevideos und anderen Publikationen finden sich häufig fehlerhafte oder irreführende Tipps und Empfehlungen zur steuerlichen Behandlung von Photovoltaikanlagen. Informieren Sie sich am besten in offiziellen Publikationen der Finanzverwaltung, aus fachkundig redigierten Veröffentlichungen und bei Steuerberatern mit Photovoltaik-Kenntnissen. Am Ende dieses Textes finden Sie dazu einige Hinweise.

Kaum jemand dürfte Spaß daran finden, sich wegen einer Photovoltaikanlage mit dem Finanzamt beschäftigen zu müssen. Die wichtigsten Fragen sind aber gar nicht so kompliziert, wie es im Steuerrecht auf den ersten Blick erscheint. Es gibt kein spezielles Steuerrecht für Photovoltaik. Die Besonderheiten von PV-Anlagen eröffnen aber einerseits steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten und andererseits einige Fallen, in die Sie nicht tappen sollten.

Gewinnerzielung durch die Brille des Finanzamts

Das Finanzamt betrachtet die Ihre Photovoltaikanlage durch eine andere Brille als Sie. Für Sie ist die Photovoltaikanlage eine Möglichkeit, Strom selbst zu gewinnen und zuhause zu verbrauchen. Der Eigenverbrauch des Solarstroms steht im Vordergrund. Für die Wirtschaftlichkeit der Anlage zählen für Sie vor allem die eingesparten Strombezugskosten. Die Überschusseinspeisung ins Netz ist eher ein Nebenaspekt (siehe folgende Beispielrechnung aus privater Sicht).

Beispielrechnung aus privater Sicht

Photovoltaikanlage mit 10 kWp
geschätzter jährlicher Ertrag 9000 kWh (900 kWh pro kWp)
Eigenverbrauch: 2000 kWh
Überschusseinspeisung: 7000 kWh
Einspeisevergütung: 0,09 €/kWh
Wirtschaftlichkeitsrechnung durch die „private Brille“:
Kosten:
Investition15.000 €
Betriebskosten über 20 Jahre4.400 €
Summe: 19.400 €
Einsparung und Einnahmen:
Eigenverbrauch (2000 kWh x 0,30 € x 20 Jahre)12.000 €
Einspeisevergütung (7000 kWh x 0,09 € x 20 Jahre)12.600 €
Summe: 24.600 €
Ergebnis: + 5.200 €
Das heißt: Die Photovoltaikanlage ist auch finanziell eine lohnende Investition

Für das Finanzamt ist es genau umgekehrt: Der Verkauf des erzeugten Stroms an den Netzbetreiber ist das, was die Photovoltaikanlage steuerlich relevant macht. Der Eigenverbrauch im Haushalt ist durch die Brille des Finanzamts nebensächlich.

Das Finanzamt will zwei Dinge wissen:

  • Ist der Betrieb der Photovoltaikanlage eine unternehmerische Tätigkeit?
  • Wird durch den Verkauf des Stroms an den Netzbetreiber ein Gewinn erwirtschaftet?

Die erste Frage zielt auf die Umsatzsteuer: Verkaufserlöse sind „Umsatz“ und können Sie als Anlagenbetreiber:in umsatzsteuerpflichtig machen. Wer die Kleinunternehmergrenze von 22.000 Euro Umsatz pro Jahr unterschreitet, kann sich von der Umsatzsteuerpflicht ganz einfach befreien lassen. Wer außer der Photovoltaikanlage keine Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit erzielt, wird mit seiner Anlage auf dem Privathaus immer unter der Kleinunternehmergrenze bleiben. Übrigens: Wer die Voraussetzungen erfüllt und sich nicht beim Finanzamt meldet, wählt „automatisch“ die Kleinunternehmerregelung.

Die zweite Frage – ob ein Gewinn erwirtschaftet wird – zielt auf die Einkommensteuer: Nur wenn der Betrieb der Photovoltaikanlage aus steuerlicher Sicht und langfristig betrachtet einen Gewinn abwirft, müssen diesen Gewinne versteuert werden. Eine solche „Gewinnerzielungsabsicht“ liegt bei neuen Photovoltaikanlagen auf privaten Wohnhäusern heute in der Regel aber nicht mehr vor, wie eine typische steuerliche Gewinnprognose zeigt (siehe Berechnungsbeispiel). Fehlt eine Gewinnerzielungsabsicht nennt die Finanzverwaltung dies „Liebhaberei“.

Beispielrechnung aus steuerlicher Sicht

Steuerliche Ergebnisrechnung durch die „Brille des Finanzamts“
(entspricht dem „Liebhabereitest“ des Finanzministeriums Baden-Württemberg)

Nennleistung der Anlage 10 kWp
Geschätzter jährlicher Ertrag 9.000 kWh
Einspeisevergütung 0,09 €/kWh
Betriebseinnahmen
7.000 kWh x 0,09 €/kWh x 20 Jahre12.600 €
Privater Eigenverbrauch (Selbstkosten )
2.000 kWh x 0,1078 € / kWh x 20 Jahre4.310 €
Summe der Betriebseinnahmen16.910 €
Betriebsausgaben
Anschaffungskosten (= Abschreibung)15.000 €
Betriebskosten (Wartung, Reparaturen, Reinigung)4.400 €
Schuldzinsen (bei Kreditfinanzierung)0 €
Steuerberaterkosten (falls anfallend)0 €
Summe Betriebsausgaben
(für die Erzeugung von 9.000 kWh x 20 Jahre = 180.000 kWh Strom, das entspricht Selbstkosten von 0,1078 € / kWh):
19.400 €
Totalverlust2.490 €

Photovoltaik ohne Finanzamt

Der einfachste Fall für den Photovoltaik-Betreiber wäre also: Bei der Umsatzsteuer die Kleinunternehmerregelung zu wählen und durch eine plausible Wirtschaftlichkeitsprognose zu zeigen, dass kein zu versteuernder Gewinn erzielt wird, sondern die Photovoltaikanlage ertragssteuerlich eine „Liebhaberei“ darstellt.

Einen solchen „Liebhabereitest“ zeigt das Finanzministeriums Baden-Württemberg in der Broschüre „Steuertipps zur Energieerzeugung“ (siehe Anhang Informationsquellen). Es lässt sich auch auf andere Bundesländer übertragen. Ein Muster nach dem dortigen Schema finden Sie in der obigen Beispielrechnung.

Wenn, wie in diesem Beispiel, die Photovoltaikanlage keinen Totalgewinn erzielen kann, sind die Einkünfte einkommensteuerlich als Liebhaberei unbeachtlich. Andererseits können die rechnerischen Verluste in diesem Fall auch nicht steuerlich geltend gemacht werden.

Finanzämter, die das Thema Photovoltaik verstehen, werden in einem solchen Fall den Anlagenbetreiber nicht als steuerlichen Unternehmer erfassen und keine Steuererklärungen für die Photovoltaikanlage verlangen, denn:
• Die Photovoltaikanlage auf dem Privathaus allein wird die Kleinunternehmergrenze auch in Zukunft nicht überschreiten.
• Und da die wesentlichen Kosten (nämlich die Investitionskosten) und die Einnahmen (in Form der gesetzlichen Vergütung) von Anfang an feststehen, sind auch beim zu erwartenden steuerlichen Gewinn (oder Verlust) kaum Überraschungen möglich.

Steuern sparen mit Photovoltaik

Wer den Aufwand nicht scheut, kann mit der Photovoltaikanlage aber auch Steuern sparen. Dazu gibt es in Kurzform zwei Möglichkeiten:

Möglichkeit 1: Wer bei der Umsatzsteuer auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet und stattdessen die Umsatzsteuerpflicht wählt, erhält die beim Kauf der Anlage an den Installateur bezahlte Mehrwertsteuer vom Finanzamt erstattet (sogenannte Vorsteuer-Erstattung). Der Anschaffungspreis wird also günstiger. Dafür muss aber für den privat verbrauchten Strom Umsatzsteuer bezahlt werden (wegen der Vorsteuererstattung).

Möglichkeit 2: Wer die Photovoltaikanlage mit Gewinnerzielungsabsicht betreibt, kann durch Vorziehen von Abschreibungsbeträgen sein zu versteuerndes Einkommen reduzieren. Diese Sonderabschreibungsmöglichkeiten sorgen anfangs für Verluste, die Steuern sparen. Später stehen dann Gewinne an, die zu höheren Steuern führen können. Ob sich dies für Privathaushalte lohnt, ist also im Einzelfall genau zu prüfen.

Hinweis: Wenn Sie vor der Anschaffung Ihrer Photovoltaikanlage Ihre Steuererklärung durch einen Lohnsteuerhilfeverein erstellt haben lassen, so ist dies mit der Photovoltaikanlage nicht mehr möglich, weil die Einspeisevergütungen prinzipiell umsatzsteuerrelevante Einkünfte darstellen. Nur wenn SIe auf die EInspeisevergütung verzichten würden, könnten Sie beim Lohnsteuerhilfeverein bleiben.

Muss ich Photovoltaik-Eigenverbrauch versteuern?

Der Eigenverbrauch ist steuerlich nur dann zu berücksichtigen, wenn man die Umsatzsteuerpflicht wählt oder eine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt – oder beides.

Zur Berechnung der Umsatzsteuer wird dann der Strombezugspreis (Nettopreis) mit den selbst verbrauchten Kilowattstunden aus der Photovoltaikanlage multipliziert, zum Beispiel: 2000 kWh x 27 Cent = 540 € (Bemessungsgrundlage)
Auf diesen Betrag sind dann 19 Prozent Umsatzsteuer zu zahlen: 540 € x 19 % = 102,60 €

Bei der Einkommensteuer kann der Anlagenbetreiber wählen, welche Bemessungsgrundlage er ansetzt: Strombezugspreis, Verkaufspreis (Einspeisevergütung von zum Beispiel 9 Cent), Herstellkosten oder eine von der Finanzverwaltung vorgeschlagene Pauschale von 20 Cent pro Kilowattstunde.

Die Herstellkosten ergeben sich aus den jährlichen Kosten (Abschreibung plus Betriebskosten) geteilt durch die im jeweiligen Jahr erzeugten Kilowattstunden.

Liebhaberei-Vereinfachungsregel für PV-Anlagen bis 10 kW

Bei Photovoltaikanlagen bis 10,0 Kilowatt Peak-Leistung auf privaten Gebäuden erkennt die Finanzverwaltung inzwischen auch ohne Gewinnprognose Liebhaberei an. Geregelt wird das in einer Verwaltungsanweisung des Bundesfinanzministeriums (BMF) vom 29. Oktober 2021 (BMF-Schreiben).

Werden die im BMF-Schreiben genannten Voraussetzungen erfüllt, genügt ein formloser Antrag beim Finanzamt, damit Sie die Einkünfte aus der Photovoltaikanlage in der Einkommensteuererklärung nicht angeben müssen. Eine Einnahme-Überschuss-Rechnung (EÜR) ist für die Anlage somit nicht mehr zu erstellen. Folglich können auch keine Kosten steuerlich geltend gemacht werden.

Der Antrag kann nicht nur für neue Anlagen gestellt werden, sondern auch für Anlagen, die seit 2004 in Betrieb genommen wurden und für sogenannte „ausgeförderte“ Anlagen (Ü20-Anlagen), nachdem bei diesen der Förderzeitraum des EEG ausgelaufen ist. Wurden bisher Steuererklärungen für die Photovoltaikanlage abgegeben und dabei Verluste steuerlich geltend gemacht, sollten Sie aber prüfen, ob die Vereinfachungsregelung zu Steuernachzahlungen führt. Der Antrag gilt nämlich rückwirkend ebenso für Steuerjahre, die noch offen sind und für die der Steuerbescheid noch geändert werden kann.

Wenn Sie die Vereinfachungsregelung nicht in Anspruch nehmen wollen, sondern die Anlage steuerlich mit Gewinnerzielungsabsicht betreiben möchten, können Sie dies durch eine Prognoserechnung nachweisen. Die Vereinfachungsregelung können Sie dann aber zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr in Anspruch nehmen.

Unter diesem Link finden Sie zusätzliche Hinweise und ein Musterformular für den Antrag.

Übrigens: Auch für Anlagen mit mehr als 10 Kilowatt Leistung ist das BMF-Schreiben eine praktische Argumentationshilfe, um beim Finanzamt Liebhaberei anerkennen zu lassen. Und die Wahlmöglichkeit bei der Einkommenssteuer wirkt sich nicht auf die umsatzsteuerliche Behandlung der Anlage aus. Dort bleibt es bei der Wahlmöglichkeit zwischen Umsatzsteuerpflicht oder Kleinunternehmerregelung.

Steuertipp: Besonderheiten bei Batteriespeichern

Immer häufiger werden private Photovoltaikanlagen mit einem Batteriespeicher kombiniert. In diesem Fall bietet das Steuerrecht einige Besonderheiten.

Umsatzsteuer: Wenn man die Umsatzsteuerpflicht wählt und die Batterie gleichzeitig mit der Photovoltaikanlagen angeschafft wird, wird auch die für die Batterie bezahlte Mehrwertsteuer erstattet (Vorsteuererstattung). Bei der Nachrüstung einer Batterie ohne gleichzeitigem Kauf einer Photovoltaikanlage ist das allerdings nicht möglich.

Einkommensteuer: Wenn eine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt und es sich um eine auf der Gleichstromseite (DC) der PV-Anlage angeschlossene, also DC-gekoppelte, Batterie handelt, sind die Anschaffungskosten des Stromspeichers gemeinsam mit der Photovoltaikanlage über 20 Jahre abzuschreiben und bei einer Nachrüstung über die verbleibende Laufzeit. Handelt es sich hingegen um eine mit der Wechselstromseite (AC), also direkt mit dem Hausstromnetz verbundene AC-gekoppelte Batterie, ist eine Abschreibung nur unter besonderen Voraussetzungen möglich.

Batteriespeicher: DC- oder AC-gekoppelt?

Grafik zeigt verschiedene Typen von Batteriespeichern an PV-Anlagen: DC- und AC-Kopplung
Eine DC-gekoppelte Batterie ist an den Wechselrichter der Photovoltaikanlage angeschlossen, dort wo auch die Solarmodule angeschlossen sind. Eine AC-gekoppelte Batterie ist demgegenüber ein selbständig funktionierendes System mit eigenem Wechselrichter, das eigenständig ans Hausnetz angeschlossen wird. Grafik: Thomas Seltmann

Steuererklärung mit PV-Anlage

Wenn Sie zu dem Ergebnis kommen, dass eine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt und wenn Sie die Umsatzsteuerpflicht wählen, sollten Sie sich rechtzeitig beim Finanzamt melden. Entweder schon wenn Sie die ersten Zahlungen an Lieferanten geleistet haben oder dann mit der Inbetriebnahme der Anlage.

Wenn Sie die Vorsteuererstattung in Anspruch nehmen wollen, dürfen Sie eine Frist nicht verpassen: Spätestens Ende Juli im Folgejahr nach Begnn der Anschaffung (Bestellung, Anzahlung o.Ä.) müssen Sie dies dem Finanzamt erklären, sonst verlieren Sie den Anspruch.

Viele Anlagenbetreiber machen die Steuererklärung für Ihre Photovoltaikanlage selbst. Wir empfehlen, dafür wenigstens zu Beginn eine fachkundige Beratung in Anspruch zu nehmen.

Tipp: Wenn Sie einen Steuerberater mit Photovoltaik-Erfahrung suchen, fragen Sie ob er selbst eine Photovoltaikanlage betreibt, ein Fachseminar zu diesem Thema besucht hat und bereits Mandanten mit privaten Photovoltaikanlagen betreut.

Die Finanzämter können und dürfen Sie nicht dabei beraten, wie Sie Steuern sparen. Sie sind aber dazu verpflichtet, Ihnen dabei zu helfen, Ihre Steuererklärung korrekt und vollständig auszufüllen.

Gewerbeanmeldung für Photovoltaik?

Auch wenn manchmal etwas Anderes behauptet wird: Die Gewerbeanmeldung beim Ordnungsamt ist keine Voraussetzung für die steuerliche Behandlung der Photovoltaikanlage beim Finanzamt. Wer nur eine Photovoltaikanlage auf seinem Hausdach betreibt, ist aber kein Gewerbetreibender im ordnungsrechtlichen Sinn. Dieser Meinung war der Bund-Länder-Ausschuss Gewerberecht bereits im April 2010. (Quelle: Zeitschrift „Gewerbearchiv“ in Ausgabe 7 – 8 des Jahres 2010)

Checkliste:

  • Steuerfragen am besten schon vor Auftragserteilung klären
  • Randbedingungen klären
    • wer wird Betreiber (z. B. nur einer der Ehegatten oder beide gemeinsam)?
    • bereits vorhandene selbständige Einkünfte mit oder ohne Umsatzsteuerpflicht?
    • Sonderabschreibungen sinnvoll?
  • Gewinnerzielungsabsicht prüfen
  • Entscheidung für Kleinunternehmerregelung oder Regelbesteuerung (Umsatzsteuerpflicht) bei der Umsatzsteuer
  • Zur Klärung von Detailfragen:
    • Steuerberater mit Photovoltaik-Kenntnissen
    • Rücksprache mit dem Finanzamt
  • Photovoltaik ohne Finanzamt:
    • Kleinunternehmerregelung (Umsatzsteuer) und „Liebhaberei“ (Einkommensteuer)
  • Kontaktaufnahme mit dem Finanzamt (falls notwendig) am besten gleichzeitig mit der Anschaffung (falls Umsatzsteuerpflicht gewählt wird, spätestens bis Juli des Folgejahres)

Orientierungshilfe zur steuerlichen Einordnung der eigenen Photovoltaikanlage

Schaubild: Muss ich meine Photovoltaikanlage beim Finanzamt melden?
Muss/sollte ich meine Photovoltaikanlage beim Finanzamt melden? (Grafik: Solarthemen/gb nach Thomas Seltmann)

Links zum Thema Photovoltaik und Steuern

Im Internet, auf Youtube und in den sozialen Medien findet sich viel „gefährliches Halbwissen“ zur steuerlichen Behandlung von Photovoltaikanlagen. Individuelle Beratungen und Auskünfte dürfen nur Steuerberater, Rechtsanwälte und die Finanzämter erteilen.

Wir empfehlen außerdem die folgenden Informationsquellen:

Kostenlos:

Literatur:

17.5.2022 | Autor: Thomas Seltmann
© Solarthemen Media GmbH

Thomas Seltmann ist seit den 1990er Jahren als Fachjournalist und Buchautor (u.a. für die Stiftung Warentest) im Bereich der Photovoltaik aktiv. Sein besonderes Faible sind dabei Fragen aus Anwendersicht und das Steuerrecht. Von 2017 bis 2022 arbeitete Seltmann als Photovoltaik-Referent bei der Verbraucherzentrale NRW. Aktuell ist er für den Bundesverband Solarwirtschaft tätig.