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Buchtipp August 2001

Oliver Ristau: Die Solare Standortfrage

Der technologiepolitische Wettstreit zwischen den USA, Japan und Deutschland. Bad Oeynhausen, Bröer-undWitt-Solarthemen, 1998. 111.S., graph. Darst. (Solarthemen Politik). ISBN 3-00-003202-9.
Preis: Euro 21,88.

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Der Hamburger Politologe und Journalist Oliver Ristau liefert eine wirtschaftspolitische Geschichte der Solarenergienutzung: Von der Entwicklung der ersten Solarzelle in den USA bis zum Wettlauf der drei großen internationalen Photovoltaik-Produzenten, dem Weltmarktführer Japan, den Vereinigten Staaten von Amerika und Deutschland.

"Die Solare Standortfrage" von Oliver Ristau (Autor)
"Die Solare Standortfrage" von Oliver Ristau (Autor)

Der Berichtszeitraum endet 1998, noch vor der grundlegenden Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen in Deutschland. Ristaus Analyse und Kommentar nehmen jedoch diese notwendigen Schritte (100.000 Dächer-Programm, Erneuerbare-Energien-Gesetz) vorweg. Deshalb bietet das Werk auch heute noch einen hohen Informationswert.

Die Geschichte nationaler Technologie-Förderprogramme und ihrer globalen Auswirkungen bereitet der Autor detailliert und gut lesbar auf. Das Buch, welches an der Salzburger Universität als Material in Lehrveranstaltungen zum Thema "Internationale Solarpolitik" genutzt wird, eignet sich in erster Linie für Entscheidungsträger in Politik, Unternehmen und Verbänden.

Die Geschichte nationaler Technologie-Förderprogramme und ihrer globalen Auswirkungen bereitet der Autor detailliert und gut lesbar auf. Das Buch, welches an der Salzburger Universität als Material in Lehrveranstaltungen zum Thema "Internationale Solarpolitik" genutzt wird, eignet sich in erster Linie für Entscheidungsträger in Politik, Unternehmen und Verbänden.

Ristau rekonstruiert, welche Programme und Maßnahmen zum effizienten Ausbau der Produktion und zur Schaffung neuer Absatzmärkte beigetragen haben und zeigt die Folgen verfehlter Technologiepolitik auf. Die Photovoltaik macht den Schwerpunkt der Untersuchung aus; die Solarthermie spielt nur eine untergeordnete Rolle.

Das im Verlag der Solarthemen erschienene Buch belegt den engen Zusammengang zwischen staatlicher Förderung und der Standortpolitik der großen Photovoltaik-Hersteller. Die erfolgreichen Technologie-Programme sicherten Japan und den USA die beiden Spitzenplätze; Deutschland holte inzwischen mit dem EEG und dem 100.000 Dächer-Programm auf, wird aber nach Einschätzung des Autors auch in dem kommenden Jahren hinter den Konkurrenten zurückbleiben. Auch wenn der solare Aufbruch mittlerweile begonnen habe, würden Versäumnisse in der Vergangenheit im Laufe der nächsten fünf Jahre keine entscheidende Veränderung bewirken. Auf Grundlage der angekündigten Ausbaupläne der Industrie sowie der Strategien der Nationalstaaten erwartet Ristau, dass die USA im Jahr 2005 mit einer Produktionskapazität von 450 Megawatt Spitzenleistung knapp vor Japan (Prognose: zirka 420 MWp) rangieren werden. Europa nimmt in diesem Szenario den dritten Platz mit rund 270 ein - und Deutschland läge mit etwas mehr als 150 MWp auf Platz 4. (rh)

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