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Buchtipp Juli 2001

Joseph Scheppach: Am Himmel ist die Hölle los - wie die Sonne unser Leben beeinflusst. Frankfurt/M.: Insel Verl., 2001. 241 S. , Ill. (farb.) ISBN 3-458-34428-4.
Preis: EUR 9,50.
 
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Die Beschäftigung mit der Sonne ist spannend; die bevorstehenden solaren Aktivitäten sind spektakulär. Josef Scheppach, Autor mehrerer populärwissenschaftlicher Bücher und leitender Redakteur des Magazins "PM" hat eine Einführung in die Physik der Sonne und die Kosmobiologie geschrieben, die sich streckenweise wie ein Krimi liest - ohne dass allzu viele Abstriche am wissenschaftlichen Gehalt notwendig wurden. Im abschließenden Kapitel widmet sich der Autor der Zukunftsvision einer Solargesellschaft, in der Solarthermie und Photovoltaik eine zentrale Rolle spielen werden. Das Taschenbuch bietet sich an als leichtes Gepäck für eine Urlaubsreise in die Sonne.

Am Himmel ist die Hölle los
Am Himmel ist die Hölle los

Schon im ersten Kapitel malt Scheppach die Bedrohung der Erde durch die Sonne aus: "Super-Sonnenwinde", verursacht durch gewaltige solare Eruptionen, durchschlagen als "Teilchen-Tornados" den Schutzschild der Erde. Wie im März 1989, als ein Sonnensturm Teile der Stromversorgung in den USA und Kanada zusammenbrechen ließ und Schäden in Milliardenhöhe verursachte. Weitere solare Störfälle seien zu erwarten, mahnt Scheppach und beruft sich auf Experten der National Science Foundation und der NASA. Satelliten könnten ausfallen und Energieversorgungssysteme kollabieren. Die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen werde bedroht - von der Strahlenbelastung beim Fliegen bis hin zu katastrophalen Klimaveränderungen.

Eingebettet sind die Erkenntnisse über den aggressiven Partikel-Schauer, das "Solar-Maximum", welches noch bis 2005 dauern soll, in eine "ganzheitliche" Betrachtung der Sonne. Von antiken Sonnen-Mythen über ein gut lesbares, verständliches Kapitel zur Physik der Sonne bis hin zur Kernfusion.

Weiter beschäftigt sich der Autor mit der Sonnenfinsternis des Jahres 2000 und erklärt, welche Erkenntnisse die Wissenschaft an Hand dieses Jahrhundereignisses gewinnen konnte. Bei der anregenden Lektüre des Werks erfährt der Leser viel über die Entstehung des Sonnenlichts, die Aktivität des "magnetischen Sterns", das "Korona-Rätsel" und den "Tod" von Sonne, Erde und Kosmos. Die holistische Perspektive verführt über das wissenschaftliche Messen und Analysieren hinaus zu Spekulationen über den "Sinn" des Universums - einer Gefahr, der Scheppach im Exkurs zur Kosmobiologie nicht immer entgeht. Dennoch: Die Fragen nach den ersten Minuten unseres Universums und den kosmischen Bedingungen für die Entwicklung von Leben faszinieren ebenso wie die Betrachtung des Zusammenwirkens der Natur im Mikro- (Atome) und Makrobereich (Universum).

Mit Einstein als "Vater der Solartechnik" steigt Scheppach in die angewandte Solartechnik ein. Dass Licht Elektronen aus Metalloberflächen herausschlagen kann, war um die Jahrhundertwende unter Wissenschaftlern sehr wohl bekannt. Wie das wellenförmige Phänomen dies bewirkt, erklärte der Physiker: Licht ist nicht nur ein Wellenvorgang, sondern auch ein Korpuskelstrom winziger Energiepakete - positive und negative Ladungsträger werden in Solarzellen freigesetzt: So wird Gleichstrom erzeugt. Mit der "Solarzellen-Revolution" in den 50er Jahren des 20.Jahrhunderts wurde der Grundstein für eine solare Gesellschaft gelegt, in welcher Solararchitektur, Energiesparen, Nahwärmeversorgung, Solarthermie und Photovoltaik an der Ablösung der fossilen Energieträger mitwirken. Für Scheppach stehen wir am Beginn eines "Zeitalters des Lichts" - sein Sachbuch ist auf jeden Fall ein Lichtblick auf dem Buchmarkt.

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