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Buchtipps Dezember 2001

Solarstrom für Einsteiger und Profis: Buch- und Geschenktipps

Zwei neue Photovoltaik-Bücher führen praktisch in die Nutzung der Sonne als Stromquelle ein. Ulrich Stempels "Solar-Werkbuch" zeigt, wie aus Solarzellen und einfachen Elektronik-Bauteilen mit ein wenig Geschick und Fantasie autarke Sonnenstromversorgung für Ladegeräte, Tasschenlampen und Audiogeräte möglich ist. Thomas Sandner wendet sich ausdrücklich an Profis: "Netzgekoppelte Photovoltaikanlagen" informiert den Handwerker über das Arbeits- und Geschäftsfeld Sonnenstrom.

Solare Werkzeugkiste für den Privatbereich

Solare Stromversorgung ist kostengünstig, denn der Energie-Input ist gratis.

Das kleine Solar- Werkbuch von Ulrich E. Stempel (Autor)
Das kleine Solar- Werkbuch von Ulrich E. Stempel (Autor)

Stempel, Ulrich E.: Das kleine Solar-Werkbuch: Solartechnik durch Experimente begreifen und kreativ nutzen / Ulrich E. Stempel. München: Franzis', 2001. - 95 S: : zahlr. Ill und graph. Darst. 23cm.- (Do it yourself).
ISBN: 3-7723-4374-0.
Preis: EUR 12,68

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Ulrich Stempels Experimente und Bauanleitungen zeigen Jugendlichen und jung gebliebenen Bastlern, wie mit wenigen billigen oder gebrauchten Elementen (Mini-Module, Widerstände, Kondensatoren, Dioden und Transistoren) und ebenso wenig Werkzeug (Lötkolben, einfaches Digitalmessgerät, Bohrmaschine etc.) Solarstrom im Niederspannungsbereich genutzt wird: Anleitungen für solare Ladegeräte, Akkutaschenlampen, solarstrombetriebene Audioanlagen und Experimente mit Solarzellen regen gut verständlich mit einfachen Schaltplänen zum Nachbau an.

Nebenbei vermittelt das Buch grundlegendes Verständnis des solaren Ladens von Akkus und Alkali-Manganbatterien. Und der Leser erfährt auch, weshalb er vermutlich mit seinem käuflich erworbenen, billigen Solar-Ladegerät unzufrieden ist: Dort wurde meist an der falschen Stelle gespart und minderwertige Solarzellen mit einer Siliziumdiode kombiniert. Letztere bringt im Gegensatz zu den von Stempel verwendeten Schottkydioden eine um mindestens 0,4 Volt niedrigere Ladespannung.

Mit einem "Solarkoffer" oder einer von Stempel beschriebenen "Powerbox" ist mobile Stromversorgung einfach und preiswert zu haben. Ein oder zwei kleine Solarmodule, etwas Elektronik, ein Bleigelakku (12 Volt, 7 Amperestunden) ein wenig Bastelei - und fertig ist die Stromquelle für Kleingeräte für Garten und Camping. Doch damit nicht genug liefert der Autor auch Anregungen zum Bau von einfachen Solarradios, für die Sonnenstromversorgung von Walkman und CD-Player oder zum Laden eines schnurlosen Telefons.

Mit dem Solarzellenexperimentierbrett kann mit spannenden Untersuchungen ermittelt werden, was Solarzellen leisten, zum Beispiel billige Restposten. Selbst an die Solarstromversorgung des Fahrradtachos hat der Autor gedacht - ein Mini-Modul und ein Gold-Cap Kondensator als Speicher sorgen für die nötige Energie, bei Tag und Nacht. Anwendungen im Direktbetrieb kennt wohl jeder: Solarventilatoren und -pumpen sind die einfachste Art, die Sonne anzuzapfen. Richtig dimensionierte Solarzellen und kleine Elektromotoren mit niedriger Anlaufspannung und geringem Anlaufstrom sorgen für frische Luft oder die Fontäne eines Miniaturspringbrunnens.

Der Autor, der seine Erfahrungen auch in Vorträgen und Workshops zu erneuerbaren Energien weitergibt, weiß als leidenschaftlicher Bastler um die Bedeutung des Werkzeugs und der verwendeten Bauteile. Beides wird für Interessierte mit minimalen Elektronik-Kenntnissen verständlich und ausführlich genug dargestellt. Ein Verzeichnis der nicht allzu umfangreichen Literatur zum Thema sowie einige Bezugsquellen runden die "Do it yourself"-Fibel ab.

Das kleine Solar-Werkbuch enthält vorzügliche und nachvollziehbare Anregungen zu sinnvollen und lehrreichen Basteleien für Jugendliche ab etwa 14 Jahren und Elektronik-Einsteiger. Besonders empfehlenswert ist der Band für den Einsatz in Schulen oder in der Jugendarbeit, denn nichts wirbt überzeugender für die Solarenergie als die persönliche Erfahrung dieser sauberen Energiequelle. (rh)
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Netzgekoppelte Solarstromanlagen professionell planen, verkaufen und installieren


 
 
 

Netzgekoppelte Photovoltaikanlagen von Thomas Sandner (Autor)
Netzgekoppelte Photovoltaikanlagen von Thomas Sandner (Autor)

Sandner, Thomas: Netzgekoppelte Photovoltaikanlagen: Planung, Errichtung und Verkauf für den Handwerksprofi / Thomas Sandner. München: Hüthig & Pflaum, 2001. -215 S. Zahlr. Ill. und graph. Darst. 21cm. - ISBN: 3-8101-0149-4.
Preis: EUR 34,80

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In die Handbibliothek des Profis gehört dieses neue Buch zur solaren Stromerzeugung: Thomas Sandners fundierte Einführung vermittelt das Grundwissen zur Photovoltaik, insbesondere für Handwerker der Elektro- und Dachdeckerbetriebe, sachlich, gründlich und schnell.

Nach einer systematischen und dennoch nicht allzu umfangreichen Darstellung der Grundlagen beschäftigt sich der Autor schwerpunktmäßig mit dachaufgeständerten Photovoltaikanlagen. Diese "Standardanlagen" sind in Deutschland am weitesten verbreitet, der Markt für solche Produkte wächst weiter.

Theoretisch und praktisch unterstützt das Buch den Handwerker bei der Kundenberatung, der Auslegung der Anlage, der Auswahl der Generatorfläche und der Komponenten sowie der Installation und Inbetriebnahme: Alle relevanten Gesichtspunkte werden berücksichtigt, darunter baurechtliche Fragen, Montage, Verkabelung, Sicherheit, Blitzschutz und Netzkopplung. Sandner geht in diesem Zusammenhang auch auf die selbsttätige Freischaltstelle (ENS), elektromagnetische Verträglichkeit, Wechselrichter und -konzepte, Überspannungsschutz und den Anschluss an das Stromnetz ein.

Hilfreich für das Kundengespräch vor Ort sind die Überlegungen zur Auswahl der geeigneten Dachfläche. Auch hier beantwortet der Autor häufig gestellte Fragen nach der Ausrichtung und Neigung der Module sowie den Auswirkungen von Verschattung, Verschmutzung oder Schnee auf die Generatorfläche. Ebenso kann sich der Installateur mit dem Buch auf eine mögliche Diskussion über die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen vorbereiten: Sandner präsentiert die wichtigen Argumente sowohl aus der Sicht des Anbieters als auch aus dem Blickwinkel des potenziellen Kunden und weist auf Informationsmöglichkeiten im Internet und entsprechende Software hin. Ein eigenes Kapitel ist dem Solar-Marketing gewidmet. Es begleitet den Handwerker von der Werbung bis zur Einweisung des Kunden in die Anlage. Auch hier zeigt sich die Aktualität und Praxisnähe des Buchs: Im Hinblick auf das Kosten/Nutzen-Verhältnis weist Sandner auf die Chancen der Internetpräsentation für Unternehmen hin.

Komplettiert wird das Fachbuch durch Informationen zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und das 100.000 Dächer-Solarstromprogramm. Ein weiterer Vorzug des Werks ist der umfangreiche Anhang mit Beispielen für Datenerfassungsbogen, Inbetriebnahme- und Messprotokolle, einer Auswahl an Software-Hilfsmitteln und speziellen Werkzeugen für PV-Anlagen, Internetadressen zur Information und zum Download von Gesetzestexten und Förderrichtlinien sowie einem aktuellen Literaturverzeichnis und einem nützlichen Sachregister. Berufsgenossenschaftliche Vorschriften, DIN- und VDI- Normen oder Richtlinien werden von Praktikern oft gesucht. Welche davon relevant sind und wo sie erhältlich sind beantwortet Thomas Sandner auf mehreren Seiten.

Die Erfahrungen des Autors als Geschäftsführer eines Ingenieurbüros für Photovoltaik, Mitarbeiter einer Energieagentur und Sachverständiger für Solarstromanlagen einer Handwerkskammer flossen in das 220 Seiten starke Buch ein und garantieren solide Information. Auf Grund der kompakten und zugleich gehaltvollen Darstellung des Sachgebiets empfiehlt es sich vor allem als Einstieg in die Materie. (rh)
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