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Unser Buchtipp des Monats März 2001:

Energiewende konkret: Eine populäre Darstellung der Klimapolitik für die kommenden Jahrzehnte.
Fischedick, Manfred; Ole Langniß, Joachim Nitzsch:
Nach dem Ausstieg: Zukunftskurs Erneuerbare Energien. Stuttgart: Hirzel, 2000. - 208 S., zahlr. Ill. und graph. Darst. - 23 cm. ISBN: 3-7776-1078-X. Preis: EUR 16,40

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Vor einem Jahr erschien die Studie "Klimaschutz durch Nutzung erneuerbarer Energien". Im Auftrag des Bundesumweltministeriums hatten Energie-Experten mehrerer Forschungseinrichtungen Szenarien und Vorgaben für den Umbau des Energiesektores erarbeitet. Die umfangreichen Materialien werden in der Branche und der Politik intensiv diskutiert. Nun haben drei der Autoren eine schlanke, ausgesprochen lesbare - und lesenwerte - Ausgabe auf den Markt gebracht.

Nach dem Ausstieg
Nach dem Ausstieg: Zukunftskurs Erneuerbare Energien (Taschenbuch)

Mit Unterstützung ihres erfahrenen Lektors Thomas Menzel gelang es den Autoren, die vielschichtige Materie für interessierte Bürger zugänglich zu machen. Auf 200 Seiten zeigen Sie die notwendigen Kurskorrekturen und Handlungsmöglichkeiten von Staat, Wirtschaft und Endverbrauchern. Erfreulich, dass die ersten Kapitel neben einer kritischen Bilanz der gegenwärtigen Energieversorgung auch leicht verständlich in die Technik einführen.

Die regenerativen Energiequellen, geeignete Standorte, Einsatzgebiete, die technisch realisierbare Leistung und die gegenwärtigen Kosten werden gegenübergestellt und können direkt verglichen werden. Nach dieser vorzüglichen Einführung blicken die Verfasser in die Zukunft: "Aller Anfang ist schwer - doch wir beginnen nicht bei null".

Das Etappenziel lautet: Verdoppelung des Anteils der "Regenerativen" an der Primärenergieerzeugung bis 2010. Im Jahr 1999 trugen Sonne, Wind, Biomasse und Geothermie mit 2,4% zur Energieversorgung in Deutschland bei. Ihr Potenzial ist beachtlich:
525 Terawattstunden (über Energiemengen und -einheiten informiert ein Glossar am Ende des Buchs) sind theoretisch für die Stromerzeugung nutzbar. Die Verfasser errechneten, dass damit der gesamte Stromverbrauch in Deutschland gedeckt würde. Tatsächlich werden nur 5 % genutzt; die Hälfte des Ökostroms stammt aus Windkraftanlagen.

Der zweite und der dritte Teil des Buches skizzieren eine nachhaltige Energieversorgung für Deutschland und global. Zur Mitte des Jahrhunderts soll die Hälfte der Primärenergie aus regenerativen Quellen stammen. Damit dies erreicht wird, so die Forscher, müsse zuerst Energie eingespart werden - bis zu 50 %. Dann könnten politische Instrumente greifen. Ob die Förderung durch Quoten- oder Mindestpreisregelungen effektiver ist, wird in den europäischen Ländern unterschiedlich beurteilt. Mengenverpflichtungen (Quoten) wie Mindestpreisvorgaben (Stromeinspeisungsgesetze wie das EEG) bieten sich als Alternativen an. Prinzipiell sind beide Modelle geeignet, jedes hat Vor- und Nachteile. Die sachkundige, bewusst neutrale Darstellung zeigt die unterschiedlichen Wege der Förderung regenerativer Energien.
Der Weg ist noch weit: Soll das deutsche Verdoppelungsziel erreicht werden, müsse, die Förderung von Bund, Ländern und Energieversorgungsunternehmen ausgebaut werden und das private Engagement wachsen. Die Vorgabe könne nur erfüllt werden, wenn sich das Volumen der Einspeisevergütung nach dem EEG von 500 Millionen Mark in 1999 auf rund 1.000 Millionen bis zum Ende des Jahrzehnts erhöht. Die Autoren errechneten, dass bis 2010 insgesamt Fördergelder von rund 21 Milliarden nötig sind.. Im Strommarkt können die Erneuerbaren ab 2030 zur wichtigen Energiequelle werden, im Wärmemarkt wird es noch länger dauern. Der Ausstieg ist nicht nur eine politische Frage, die Wende eine Chance: Für Politik, Industrie und Handwerk (R.H.).


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