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Energiebilanz

Energiebilanzen sind die rechnerische Grundlage für einen möglichst rationellen Einsatz von Energie. Dabei wird der Aufwand an Primärenergie der letztlich verfügbaren Nutzenergie gegenübergestellt. Energiebilanzen können auf errechneten oder tatsächlich gemessenen Werten beruhen. Sie sind immer auf ein konkretes Objekt oder eine bestimmte Anwendung bezogen.

Die Energiebilanz für eine thermische Solaranlage wird nach folgendem Schema erstellt: Die Sonneneinstrahlung wird mit 100 % angesetzt. Davon gehen 20 % durch Reflexion verloren. Weitere 30 % verbraucht der Kollektor selbst durch Aufheizung und Abstrahlung. 15 % entfallen durch Wärmeverluste im Solarkreislauf, im Speicher und in der Brauchwasserverteilung. Die nutzbare Energie, auch als Systemwirkungsgrad bezeichnet, liegt dann bei 35 %.

Für Gebäude verlangt die Wärmeschutzverordnung eine Energiebilanz. Sie ermittelt den theoretischen Heizwärmebedarf. Er setzt sich zusammen aus dem Wärmebedarf, der durch Außenwände, Fenster und Dach verloren geht, und dem Lüftungswärmebedarf. Abgezogen werden davon interne Wärmegewinne (Körper- und Gerätewärme) und solare Wärmegewinne (Einstrahlung durch Südfenster).

Die vorab errechneten Energiebilanzen weichen häufig stark von den tatsächlich gemessenen ab. Bei Gebäuden liegt dies meist am individuellen Nutzerverhalten. Bei sehr komplexen Energiebilanzen, beispielsweise für Volkswirtschaften oder einzelne Energieträger, werden wichtige Faktoren manchmal nicht beachtet.

Die Nutzung von Solarenergie ist in jeder Energiebilanz von Vorteil, denn die Energiequelle steht kostenlos zur Verfügung.

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