Hinweis

Das Solarlexikon soll laufend erweitert werden. Wir freuen uns über Ihre Anregungen und sind offen für Kritik und Verbesserungsvorschläge. Eine E-Mail genügt.

E-Mail senden

Anzeige
Kostendeckende Vergütung (KV)

Die Vergütung für ins öffentliche Netz eingespeisten Strom aus Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien kann als kostendeckend bezeichnet werden, wenn sie in etwa eine vergleichbare Rendite für das eingesetzte Kapital ermöglicht, wie sie mit anderen Anlageformen erzielt werden kann. Nach 20 Jahren sollte sowohl eine angemesse Rendite erzielt werden, als auch die Kosten für die Anlage und deren Installation, sämtliche Betriebskosten (Messkosten, Wartung, Reparatur, Versicherung sowie die Abbaukosten zum Ende der Betriebszeit) und die Kapitalbeschaffungskosten (Schuldzinsen) erwirtschaftet worden sein.

Die kostendeckende Vergütung als Markteinführungsprogramm wurde erstmalig 1989 vom Solarenergie-Förderverein (SFV) Aachen gefordert. Der SFV forderte damals die Umlage der entstehenden Mehrkosten auf alle Stromkunden und lehnte eine Finanzierung über Steuergelder ab. Vor allem der SFV setzt sich auch heute für eine Anhebung des EEG-Vergütungssatzes auf ein kostendeckendes Niveau von etwa 70 bis 80 Cent/kWh ein. Dann könnte nach Auffassung des SFV auf weitere Förderprogramme, die derzeit einen zusätzlichen Anreiz zur Errichtung einer Solaranlage bieten und zahlreiche regionale Förderungen verzichtet werden.

Die seit dem 1. Januar 2004 gültige gesetzliche Regelung für die Vergütung von Strom aus Photovoltaikanlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) schreibt im Jahr 2007 eine Einspeisevergütung für Solarstrom je nach Anlagengröße zwischen 46 und rund 54 Cent pro Kilowattstunde vor (und etwa 38 Cent pro kWh für Freiflächenanlagen).

Kostendeckung im oben ausgeführten Sinn ist damit laut SFV noch nicht erreicht, obwohl es Ziel des Gesetzes ist, "den Betreibern von optimierten Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energiequellen bei rationeller Betriebsführung einen wirtschaftlichen Betrieb dieser Anlagen grundsätzlich zu ermöglichen." (Vgl. EEG, B. Besonderer Teil, zu §§ 4 bis 8). Dort heißt es weiter: "Grundlage für die Ermittlung der Vergütung sind insbesondere die Investitions-, Betriebs-, Mess- und Kapitalkosten eines bestimmten Anlagentyps bezogen auf die durchschnittliche Lebensdauer sowie eine marktübliche Verzinsung des eingesetzten Kapitals."

Seite: 12 von 15