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Photovoltaik-Gebäudeintegration (BIPV)

Die gebäudeintegrierte Photovoltaik (Building-Integrated Photovoltaics; kurz BIPV) entwickelt sich - nach mehr als 20 Jahren Forschung und Entwicklung sowie einigen Aufsehen erregenden Projekten - entsprechend den Visionen führender Solarunternehmen und Materialentwickler - als neuer Markt. In der Vergangenheit wurden Photovoltaik-Module meist auf bestehende Dächer montiert, ohne ästhetischen Gesichtspunkten große Bedeutung beizumessen. Heutige Konzepte gebäudeintegrierter Photovoltaik-Systeme ersetzen Teile der Gebäudehülle komplett durch Solarmodule, bieten zusätzliche Funktionen und reduzieren Kosten.

In den letzten Jahren haben vor allem Dünnschichttechnologien ermöglicht, PV-Module nahtlos in die Gebäudehülle einzubetten. Hier kann sich ein neuer Markt für die Dünnschicht-Photovoltaik eröffnen, die aufgrund ihrer großen Flexibilität, des geringen Gewichts und der verbesserten Wirkungsgrade bei unterschiedlicher Sonneneinstrahlung einen Wettbewerbsvorteil gegenüber konventionellen Solartechnologien erreichen konnte.



Definitionen von BIPV und BAPV

Sowohl in der Photovoltaik- als auch in der Bauindustrie wird BIPV nicht immer eindeutig definiert. BIPV wird meist als gebäudeintegrierte Photovoltaik verstanden, welche die Zusammenarbeit der Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfordert. Architekten, Ingenieure, Eigentümer und Stromversorger müssen demnach kooperieren, um von Projektbeginn an gemeinsam die Einbindung der Photovoltaik als Element der Gebäudehülle zu gestalten und umzusetzen. BAPV (Building Applied PV) wird hingegen definiert als ein Verfahren, bei dem PV zusätzlich installiert wird, nachdem das Gebäude fertig gestellt wurde.



BIPV-Solardächer

Eine Reihe von BIPV-Entwicklern ist aktiv im Markt der Dacheindeckung. BIPV-Systeme für Dächer bestehen z.B. aus PV-Modulen, die konventionelle Dachziegel ersetzen und der Form des Dachs angepasst sind. Oft ersetzt ein Modul bis zu vier Ziegel, was die Zahl der erforderlichen Anschlüsse reduziert. Spezielle Montagesysteme und Modultypen erlauben zudem die nahtlose Integration in die Dacheindeckung. Flexible Solar-Laminate können direkt auf Dachbahnen aufgeklebt werden.



Solar-Fassaden mit gebäudeintegrierter Photovoltaik

Die Architekten haben sich in den letzten Jahren zunehmend für Vorhangfassaden interessiert, um Aufmerksamkeit zu wecken. Einhergehend mit dem wachsenden Umweltbewusstsein und dem Interesse an bezahlbarem Wohnraum sind Vorhangfassaden ein wichtiger Aspekt der Architektur mit Blick auf den Klimaschutz, den Energieverbrauch, die intelligente Nutzung von Ressourcen und Fortschritte im Design. Einige interessante Entwicklungen in dieser wachsenden Nische sind zu erkennen, vor allem von führenden Entwicklern wie AltPower, Arch Aluminum, Konarka Technologies, Schüco, Schott Solar, SolarFrameWorks und Würth Solar.

Solar-Fassaden mit Modulen von Sulfurcell (links) und Schott Solar (rechts)
Solar-Fassaden mit Modulen von Sulfurcell (links) und Schott Solar (rechts)
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