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Solarturmkraftwerk
Solarturm-Anlage CESA-1 der des DLR im spanischen Almeria.
Solarturm-Anlage CESA-1 der des DLR im spanischen Almeria.

Solare Turmkraftwerke sind großtechnische Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Sonnenwärme. Sie gehören zur Kategorie der solarthermischen Kraftwerke – im Gegensatz zu Photovoltaik-Anlagen, die Sonnenlicht direkt in Strom umwandeln.

In Solarturm-Kraftwerken wird das Sonnenlicht mit einer Vielzahl einzeln nachgeführter flacher Spiegel (Heliostate) auf einen einzelnen Wärmetauscher (Receiver) fokussiert, der in einem zentralen Turm untergebracht ist. Die so erreichbaren Temperaturen liegen weit über 1.000° C; als Arbeitstemperatur wird meist je nach Wärmeträgermedium ein Bereich zwischen 500 und 1.300° C angestrebt. Die Temperaturen und der damit erreichbare thermodynamische Wirkungsgrad ist somit deutlich höher als bei anderen solarthermischen Kraftwerken. Wurde anfangs noch Wasserdampf als Wärmeträgermedium verwendet, geht die Tendenz heute zu flüssigem Nitratsalz oder Heißluft. Diese Wärmeträger dienen wiederum zur Erhitzung eines Arbeitsmediums, das über Dampf- oder Gasturbinen Strom erzeugt.

Das erste kommerzielle Solarturmkraftwerk Europas wurde 2006 bei Sevilla in Spanien errichtet. Die erste Ausbaustufe übertrifft mit 11 MW bereits die bisher weltweit größte Anlage "Solar Two" (10 MW) in Kalifornien. In einer zweiten Ausbaustufe soll bis 2008 ein weiterer Turm mit 20 MW entstehen; langfristig ist eine Gesamtkapazität von 300 MW an diesem Standort geplant.

In Deutschland begann im Juli 2006 der Bau eines solarthermischen Demonstrations- und Versuchskraftwerks in Jülich (NRW), das 2008 in Betrieb ging. Schwankungen im Leistungsangebot der Sonneneinstrahlung werden bei dieser Anlage mit einem neuartigen Speicher ausgeglichen. Damit könnte dieses Kraftwerk bei fehlender Sonneneinstrahlung auch konventionell mit Biomasse betrieben werden.

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