Energiespeicher-Hersteller bieten immer häufiger eigene Strompakete an und versprechen günstigen Strom aus der Energie-Community

Senec, sonnen, Caterva und EnBW bieten mittlerweile Stromspeicher an, die nicht nur den Eigenverbrauch steigern sondern im Paket auch günstigen Netzstrom bieten. Bild: Sonnenbatterie
Senec, sonnen, Caterva und EnBW bieten mittlerweile Stromspeicher an, die nicht nur den Eigenverbrauch steigern sondern im Paket auch günstigen Netzstrom bieten. Bild: Sonnenbatterie

Mehrere Hersteller von Energiespeichern bringen Stromspeicher mit einem „Strompaket“ auf den Markt. Senec, sonnen, Caterva und EnBW bieten mittlerweile Stromspeicher an, die nicht nur den Eigenverbrauch steigern sondern im Paket auch noch günstigen Netzstrom bieten, bis zu einer gewissen Menge sogar kostenlos.

„Heimspeicher können mehr als nur den Eigenverbrauch steigern”, sagt Dr. Kai Wu vom Speicher-Portal Enerkeep.

„Im Verbund können dezentrale Stromspeicher das Netz stabilisieren, und zeitversetzt Strom einkaufen. Man kann nachts günstigen Strom einkaufen, diesen speichern und tagsüber benutzen. Durch diese Kostenvorteile können die Betreiber solcher Speicherverbundsysteme nachhaltig günstigere Tarife anbieten als die herkömmlichen Stromtarife ohne Speicher“, erklärt Dr. Wu den wirtschaftlichen Hintergrund von Speicher-Verbundsystemen.

Bei den meisten Angeboten erhält der Speicher-Betreiber eine gewisse Strommenge kostenlos, oder für eine feste monatliche Gebühr. Die kostenlose Strommenge und die Monatsrate für die Strom-Flat-Rate sind in der Regel an die Größe der PV-Anlage und die Kapazität der Speicher gekoppelt. Wer mehr Strom verbraucht bekommt Stromtarife, die deutlich unter den herkömmlichen Stromtarifen liegen.

Auf die direkte EEG-Vergütung für Stromüberschüsse müsse bei manchen Communities zwar verzichtet werden, dafür erhält der Speicher-Betreiber in der Regel aber einen Ersatztarif von der Community, der über den aktuellen Einspeisetarifen liegt.

 

Herstellerunabhängige Energie-Communities in Sicht

Schon bald könnten sich auch herstellerunabhängige Communities etablieren, an denen auch ohne Produktkauf oder PV-Mietvertrag teilgenommen werden kann, erwartet Enerkeep

Die Firma buzzn baue derzeit eine solche Community auf. Das Unternehmen verbinde „Stromgeber“ mit „Stromnehmern“. Die Stromgeber liefern ihren Strom in den buzzn-Bilanzkreis, die Stromnehmer werden aus diesem versorgt und bezahlen eine Gebühr an die Stromgeber. Auch andere Versorger, wie etwa Lichtblick, setzen auf die sogenannte Schwarmintelligenz.

Dank der KfW-Förderung verfügten die meisten Speicher bereits heute über offene Schnittstellen zur externen Kontrolle, denn dies fordern die Förderbedingungen.

Das Problem seien jedoch die unterschiedlichen Standards, die dabei verwendet werden. Doch auch hierfür seien Lösungen in Sicht: Die Firma M2MGO aus Berlin kümmere sich bereits darum, mit Ihrer Softwarelösung „PST“ Geräte- und Systemschnittstellen auszulesen und kostengünstige, universelle „Kontrollboxen” für Speicher mit Partnern zu entwickeln.

 

Flatrates nach dem Vorbild der Internetnutzung

„So wie man heute eine Internet-Flat unabhängig vom benutzten Modem, Router oder PC wählt, könnten bald auch Strom-Flats und -Communities gehandhabt werden. Tarifwechsel könnten dann völlig unabhängig von der dahinter liegenden Hardware stattfinden”, sagt Wu.

Die Entwicklung bleibe spannend. Welche Modelle und Communities sich letzten Endes durchsetzen werden, sei offen. Eines aber sei klar: „Heimspeicher bringen einen Mehrwert auf verschiedenen Ebenen und wir sind gerade erst am Anfang, deren Potenzial auszuschöpfen“, betont Enerkeep.

 

08.02.2017 | Quelle: Enerkeep; Bild: sonnen GmbH | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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