Digitalisierung der Energienetze: Kunden wünschen sich flexible Stromtarife

Die Bundesregierung will Strom bis 2050 vollständig aus erneuerbaren Energiequellen erzeugen
Die Bundesregierung will Strom bis 2050 vollständig aus erneuerbaren Energiequellen erzeugen

Tarife, bei denen Strom weniger kostet, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint, intelligente Geräte, die sich dann einschalten, wenn Strom günstig ist, und bessere Informationen über den eigenen Energieverbrauch - Eine Mehrheit der Bundesbürger interessiert sich für innovative Stromangebote, die durch die Digitalisierung der Energienetze möglich werden, berichtet strom-magazin.de.

 

Flexible Stromtarife für drei Viertel interessant

So zeigten mehr als drei Viertel der Bundesbürger Interesse an flexiblen Stromtarifen, bei denen der Preis je nach Angebot und Nachfrage variiert. 62 Prozent können sich vorstellen, einen solchen Tarif zu nutzen, wenn er angeboten wird, 14 Prozent würden ihn auf jeden Fall buchen. Nur drei Prozent lehnen solche flexiblen Angebote grundsätzlich ab. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter 1.008 Bundesbürgern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

58 Prozent derjenigen, die an flexiblen Stromtarifen interessiert sind, wollen damit den Verbrauch von Ökostrom fördern, 57 Prozent die eigenen Stromkosten reduzieren. 39 Prozent halten eine solche Abrechnung für grundsätzlich gerechter. Und sechs von zehn Befragten möchten smarte Elektrogeräte nutzen, die sich einschalten, wenn Strom günstiger ist.

 

Jeder Zweite kennt seinen Stromverbrauch nicht

Stromverbrauch und Stromkosten sind der großen Mehrheit der Bundesbürger wichtig. Bereits heute achten 92 Prozent beim Kauf von Elektrogeräten auf den Stromverbrauch, und 60 Prozent haben sogar schon einmal ein Gerät aussortiert, weil der Stromverbrauch zu hoch war. Gleichzeitig sagt jeder Zweite, er kenne seinen jährlichen Stromverbrauch nicht. Und 37 Prozent wissen die Höhe der monatlichen Abschlagszahlung nicht. Jeder Zweite wünscht sich einen besseren Überblick über Stromkosten und Stromverbrauch, etwa über ein Online-Portal, regelmäßige schriftliche Verbrauchsinformationen oder eine App.

 

Die meisten informieren sich über Vergleichsportale

Verbraucher beobachten den Wettbewerb zwischen den Stromanbietern. Fast drei Viertel der Internetnutzer haben sich schon einmal online über Strompreise informiert oder dort Preisvergleiche vorgenommen. Doch tatsächlich gewechselt wird seltener: 55 Prozent der Stromkunden sind ihrem Anbieter stets treu geblieben.

93 Prozent derjenigen, die schon einmal den Stromanbieter gewechselt haben, geben an, dass der neue Versorger billiger gewesen sei. 37 Prozent begründen den Wechsel mit einer Wechselprämie, 36 Prozent wollten Ökostrom-Tarife nutzen. Bei denjenigen, die noch nie gewechselt haben, überwiegt die Zufriedenheit mit dem Anbieter, 43 Prozent gaben an, der Wechsel sei zu aufwändig. Jeder Fünfte hat Angst vor unseriösen Anbietern.

 

Risiken der Stromnetz-Digitalisierung

Die Digitalisierung der Stromnetze bereitet einigen jedoch Sorgen: 53 Prozent der Bundesbürger fürchten, dass Hacker ein Stromnetz, das immer mehr von Computern gesteuert wird, lahmlegen könnten. Und jeder Dritte meint, dass sein Stromanbieter künftig wissen könnte, wann er welches Gerät nutzt, und so persönliche Daten über ihn sammelt.

Die Pläne der Bundesregierung, Strom bis 2050 vollständig aus erneuerbaren Energien zu erzeugen, stoßen in der Bevölkerung auf breite Zustimmung. 78 Prozent der Bundesbürger halten die Energiewende für richtig, nur 19 Prozent lehnen sie ab.

 

12.02.2017 | Quelle: strom-magazin.de | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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