trend:research: Rechtliche Rahmenbedingungen erschweren Sektorkopplung

Bei der Sektorkopplung werden Anwendungen und Technologien der drei Sektoren Strom, Wärme und Verkehr verknüpft
Bei der Sektorkopplung werden Anwendungen und Technologien der drei Sektoren Strom, Wärme und Verkehr verknüpft

Die Politik hofft, der Energiewende durch die Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr neuen Antrieb zu verschaffen. Eine neue Studie von trend:research ergab jedoch, dass der rechtliche Rahmen – insbesondere die Abgaben und Steuern auf den Strom – die Wirtschaftlichkeit vieler Projekte in diesem Bereich noch einschränkt.

Dennoch halten gut 70 Prozent der befragten Energieversorger die Sektorkopplung für nötig und suchen Kooperationspartner, um sich auf die neuen Herausforderungen vorzubereiten.

 

Elektromobilität und Power-to-X als Schlüsseltechnologien

Wesentliche Treiber der künftigen Entwicklung sind die Teilmärkte Elektromobilität und Power-to-X. Ziel dieser Technologien ist es, die durch die zunehmend fluktuierende Erzeugung entstehenden Stromüberschüsse effektiv in anderen Sektoren zu nutzen, ohne EE-Anlagen abzuregeln oder die Netzstabilität zu gefährden. So soll die Elektrifizierung der Sektoren Wärme und Verkehr auch helfen, sich von fossilen Brennstoffen zu lösen.

Untersuchungen im Rahmen der Studie ergaben, dass der rechtliche Rahmen diesem Anspruch in den Augen von 80 Prozent der befragten EVU nicht gerecht wird: Zu viele Abgaben beim Strom schränkten die Wirtschaftlichkeit ein und ließen den Versorgern wenig Spielraum. Dennoch sehen fast genauso viele Experten die Notwendigkeit der Sektorkopplung im Zuge der Energiewende und suchen Kooperationspartner, um sich den neuen Herausforderungen zu stellen.

 

Große Chancen für Energieversorger

Durch die Zusammenarbeit mit Technologie-Herstellern könnten sich für Energieversorger große Chancen für den Gewinn neuer Kunden und für die Bindung der Bestandskunden ergeben, z. B. durch das Angebot von Komplettpaketen, die in ein Smart Home integriert werden können, betonen die Marktforscher.

Die 495 Seiten umfassende Studie basiert auf zahlreichen Experteninterviews und zeigt, wohin die Branche sich entwickelt. Hochlaufkurven und Prognosen verdeutlichen die Bedeutung und Entwicklung des Umschwungs.

 

17.02.2017 | Quelle: trend:research GmbH | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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