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Solar-Interview mit Dieter Manz zum CIGS-Weltrekord des ZSW und den Perspektiven der Dünnschichttechnologie: Das Signal an die Photovoltaik-Branche ist klar

Dieter Manz: „Solarenergie ist schon jetzt in vielen Teilen der Welt konkurrenzfähig im Vergleich zu Strom, der in großen Kraftwerken erzeugt wurde“
Dieter Manz: „Solarenergie ist schon jetzt in vielen Teilen der Welt konkurrenzfähig im Vergleich zu Strom, der in großen Kraftwerken erzeugt wurde“

Dieter Manz, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Manz AG, kommentiert im Solar-Interview den Weltrekord-Wirkungsgrad von 20,8 Prozent, den das Stuttgarter Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung mit einer CIGS-Dünnschicht-Solarzelle erreicht hat.

Die Stuttgarter Rekordzelle wurde im Co-Verdampfungsverfahren hergestellt, einer Technologie, die gemeinsam von der Manz AG (Reutlingen) und dem ZSW weiterentwickelt und patentiert wurde.

 

Was bedeutet der erneute ZSW-Weltrekord für die Solar-Branche und für Manz? Kann dieser Meilenstein eine neue Investitionswelle auslösen?

Dieter Manz: „Wenn Stuttgarter Solar-Forscher den Weltrekord zurückholen, ist das ein wichtiger Punkt für Deutschland und zeigt, dass die enge Zusammenarbeit von Grundlagenforschung, Maschinenbauern und Modulherstellern sich als Standortvorteil auszahlt. Es wurde damit der einzige verbleibende Nachteil von Dünnschichtmodulen gegenüber multikristallinen Modulen aus dem Weg geräumt.

Die wesentlich kostengünstigere CIGS-Dünnschichttechnologie wird daher schon bald einen deutlich größeren Marktanteil gewinnen. Manz hat die exklusiven Nutzungsrechte an dieser Weltrekordtechnologie und wird diese nun vom Labor in die Massenproduktion überführen. Hier konnten wir bereits letztes Jahr mit einem Rekordwirkungsgrad von 14,6 Prozent auf Modulgröße mit der multikristallinen Technik gleichziehen. Die Forschungsergebnisse der Weltrekordlaborzelle werden uns helfen, die Wirkungsgrade der Module nun noch schneller zu steigern.“

CIGS-Innovationslinie in der Manz AG in Schwäbisch-Hall
CIGS-Innovationslinie in der Manz AG in Schwäbisch-Hall

„Genau für diesen Zweck haben wir unsere CIGS-Innovationslinie in Schwäbisch-Hall - dort fertigen wir in großen Stückzahlen Module und überführen die Erkenntnisse aus dem Labor auf große Massenproduktionsanlagen. Den größten Nutzen hiervon haben die Kunden unserer CIGSfab, der voll integrierten, schlüsselfertigen Produktionslinie für CIGS-Dünnschicht-Solarmodule: Ihnen bieten wir exklusiven Zugriff auf die weltweit führende Weltrekordtechnologie. Wir garantieren ihnen somit für ihre Investition im Bereich der Photovoltaik maximale Sicherheit. Aus meiner Überzeugung gibt es derzeit weltweit keine andere Möglichkeit um in den PV-Markt einzusteigen, die auch nur annähernd so sicher und profitabel ist, wie unser Modell. Für uns waren deshalb die Chancen noch nie so groß, eine CIGSfab zu verkaufen.

 

Grid Parity in zahlreichen Regionen

Das Signal an die Branche ist klar: Auf einer CIGSfab können Module deutlich unter den heute in der Branche üblichen Kosten produziert werden. Damit wird in zahlreichen Regionen der Welt die Grid Parity erreicht - wirtschaftlicher Solarstrom ohne Subventionen wird dadurch Realität. Bereits vor einem Jahr habe ich angekündigt, dass unsere Technologie das Potential hat, die Wende für die Solarbranche einzuläuten. Nun ist der Beweis erbracht: CIGS Dünnschicht ist effizienter als multikristalline Silizumtechnologie. Dass wir daran einen großen Anteil haben, freut mich besonders.

 

Welche Auswirkungen wird der CIGS Weltrekord auf die weitere Entwicklung der Photovoltaik-Branche haben?

Dieter Manz: „Die Rahmenbedingungen werden sich zugunsten der CIGS-Dünnschichttechnologie ändern. CIGS-Dünnschicht ist bereits heute wesentlich günstiger in der Produktion und  hat zudem das größte technologische Potential für weitere Wirkungsgradsteigerungen. Fertigungslinien lassen sich beliebig skalieren und eignen sich aufgrund der vergleichsweise geringen Investitionskosten hervorragend für die lokale Produktion von Modulen in den größten Wachstumsmärkten der Photovoltaik mit sogenannten "Local Content Regeln".

 

„Will man lokal produzieren, führt an CIGS kein Weg vorbei“

Diese Märkte sind von einem stetig steigenden Energiebedarf gekennzeichnet, der mit fossilen Energieträgern nicht gedeckt werden kann. Um dieser Entwicklung zu begegnen, aber auch um neue Industriezweige zu entwickeln und qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen, gibt es starke Bestrebungen, lokale Produktionskapazitäten aufzubauen. Die CIGS Dünnschichttechnologie und die Manz CIGSfab eignen sich für diesen Zweck in besonderem Maße. Der Produktionsprozess ist aufgrund des hohen Integrationsgrades im Vergleich zur Produktion kristalliner Siliziummodule wesentlich einfacher. Er ist somit schneller realisierbar und deutlich kostengünstiger. Auch lassen sich die notwendigen Materialien zu einem hohen Anteil vor Ort beschaffen und stärken damit zusätzlich die lokale Wirtschaft. Will man lokal produzieren, führt an CIGS kein Weg vorbei.

 

Nach wie vor gilt Solarenergie als zu teuer. Zu Recht?

Dieter Manz: "Keinesfalls. Solarenergie ist schon jetzt in vielen Teilen der Welt konkurrenzfähig im Vergleich zu Strom, der in großen Kraftwerken erzeugt wurde. Wir liegen hier zwischenzeitlich auf einem vergleichbaren Kostenlevel wie fossile Energieträger. Im Bereich der Erzeugung von Spitzenlaststrom ist die Photovoltaik schon seit langem die wesentlich günstigere Alternative als etwa Dieselgeneratoren oder nur sporadisch laufende Gaskraftwerke.

Märkte in den sonnenreichen Wachstumsregionen der Welt haben dadurch die Möglichkeit, immer größere Teile des lokalen Bedarfs an Strom mit Solarenergie abzudecken. Und diese Entwicklung hat erst begonnen! Wir bei Manz haben für unser Solar-Geschäft eine Roadmap, die für Kunden unserer CIGSfab Modul-Wirkungsgradsteigerungen auf deutlich über 16 Prozent innerhalb der nächsten 4 Jahre vorsieht. Damit wird Strom aus CIGS-Dünnschichtmodulen nahezu überall auf der Welt wirtschaftlich und kostengünstig."

Manz AG